12.Infanteriedivision
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Kriegstagebuch Mai 1940
9.5.1940
Schön
KTB 12.Inf.Div..
-unleserlich- Kurieroffizier wird zum Korps befohlen.(SS-Fall.
Marschbefehl für die Division geht heraus.
10.5.1940 KTB 12.Inf.Div.
Abmarsch der mot.Marschgruppen aus Bonn sowie des I.R.48 -unleserlich- seinen Ausladebahnhöfen in seinen Versammlungsraum-unleserlich- durch
die Strassenverstopfungen durch 7.Pz.Div. stark aufgehalten.
Verladung der Division, Korpstruppen, I.R.89. Abmarsch der Führungsabteilung St.I und der übrigen mot.Teile des Div.Stabes. Der Urlauberverkehr
wird stark gedrosselt. Es sollen Gruppen und Züge ab Endstation zum Marsch zur Front gebildet werden. Ein Befehl des Oberbefehlhabers des
Heeres über Verhalten der Truppe in Feindesland geht bis zu den Kompanien heraus. Am Abend bezieht die Division den Div.Gef.Std.Bleialf.
11.5.1940
Schön
KTB 12.Inf.Div..
Die belgische Grenze wurde von der Division am 11.5., 19,00 Uhr bei Hemmeres überschritten. Feindberührung war nicht, da 32.I.D. zunächst auf
der Vormarschstrasse der Division vorging. Die Vormarschstrasse war durch zahlreiche unbesetzte Baumsperren, Barrikaden, Minen, die der Truppe
größtenteils durch die Feindnachrichtenblätter bekannt waren, zerstört. Trotz des ausgezeichneten Vorarbeitens der Pioniere, insbeesondere
Pi.Btl.12, hielten diese Sperren die Truppen verhältnismässig stark auf, so dass die Tagesziele mur mit großer Verspätung erreicht konnten.
Teilweise marschierten Einheiten (vor allem I.R.48 und I./A.R.48) noch, als sie den Befehl zum Weitermarsch erhielten. Am Vormittag gegen
11,00 Uhr, wurden zum ersten mal zwei englische Flieger gesichtet, die auf die marschierenden Kolonne 2 Bomben warfen (Blindgänger), so dass
keine Verluste eintraten. Einer von den Fliegern wurde abgechossen. Der Div.Gef.Std.wurde nach Geilig vorverlegt.
12.5.1940
Schön
KTB 12.Inf.Div..
Div.Gef.Std.: Geilig.
Der Befehl für Vormarsch der Div., Abchnitt bis zur Maas, geht heraus. Die Innehaltung von Abmarsch- u.Ankunftszeiten ist infolge der noch immer
andauernden grossen Strassenbelegung durch 5.u.7.Pz.Div. -vor allem ihrer R.D.- unmöglich.
Die belgischen Strassensperrungen und Zerstötungen machen sich recht fühlbar bemerkbar.
13.5.1940
Schön
KTB 12.Inf.Div..
Div.Gef.Std.: Beausaint bei Laroche. Abends geht die Division weiter nach Ciergnon. Marschbehinderungen, jetzt mehr durch Zerstörungen
hervorgerufen, dauern an. Das stark gebirgige Gelände verzögert die Gsschwindigkeiten der bespannten Teile stark.
14.5.1940 KTB 12.Inf.Div..
Div.Gef.Std.: Ciergnon, vorgeschobene Befehlsstelle in Mesnil St.Blaise. Von diesem Tage geht die Division rechts gestaffelt neben der 32.I.D. vor.
Es setzt die selbständige Aufklärung und Erkundung ein. Die Truppenteile schliessen unter Mithilfe der Kfz. der Pz.Jg.Abt.12 weiter auf und ruhen.
Die A.A.12 wird - der 32.I.D. unterstellt - in der Schleife von Hastieres angesetzt und erleidet die ersten Verluste. PI.Btl.12 beginnt
Brückenschlag bei Bac du Prince.
15.5.1940 KTB 12.Inf.Div..
Div.Gef.Std.: weiter in Ciergnon. Befehlsstelle in Romedanne. Die Division - voran I.R.27 und A.A.12 - verfolgt den geschlagenen Feind in zügigem
Tempo. Gefangene und reiche Beute. Feind ist stark erschüttert. Die Truppenteile durcheinandergewürfelt. Am Abend erscheinen aus den Wäldern
südlich und nördlich des Gefechtsstreifen hunderte von Gefangenen, viele darunter betrunken. Es wurden mehrere Batterie erbeutet. Der Vormarsch
erreicht abends in Mariembourg sein Ende an der dort gesprengten Brücke.
16.5.1940 KTB 12.Inf.Div..
Div.Gef.Std.: Matagne le Grande. Tagesgefechtsstand in Mariembourg. In vorderster Linie A.A.12 und I.R.27 gehen vor. Im Laufe des Vormittags nimmt
A.A:12 durch einen verstärkten Spähtrupp die Höhen nördlich Vallers-Trelon. Die Höhen und die dort befindlichen Bunker sind laut Meldung nicht
besetzt. Am Nachmittag geht die Radf.-Schwadron über die Höhe vor und erhält hier Feuer. A.A.12 meldet, dass 6 Bomber, mit deutschen Hoheitsabzeichen
versehen, in Robechis Bomben abgeworfen hätten. (Getarnte Feinde?) Desgleichen sind mit stärkerem Verlust für I.R.48 (8 Tote, 13 Verwundete, 2 tote
Pferde); gleichzeitig in den Verlusten sind die der unterstellten Abteilung A.R.12. Die Bomben wurden auf die Vormarschstrasse deer Division
abgeworfen. Anscheinend flog ein feindlicher Bomber sehr hoch über einer deutschen Staffel, als er seine Bomben warf. Das verst.I.R.48 bildet das
Schlussregiment der Division. Bei dem Kampf der Radf.Schwadron A.A.12, die durch Panzer-Jäger (1 Kp.) und eine Kompanie Pioniere für den Brückenbau
verstärkt war, ergibt es sich, dass die Bunker stärker als angenommen beetzt sind. Die anfänglich nur mit MG. durchgeführte Abwehr wird stärker, es
schiessen 2-3 gut eingeschossene Batterien. Erstmals tauchen dabei Klagen über Beschiessung durch eigene Artillerie auf. Der Ia der Division, Major
i.G.Teske, der sich zur Erkundung vorn befindet, kann diese Klagen an Ort und Stelle klären; es handelt sich um stark flankierendes feindl.Art-Feuer.
E wird daher befohlen, dass die A.A.12 zurückgenommen wird und das verst.I.R.27 die Bunkerlinie angreifen soll.
Mündlich war am Mittag auf dem Div.Gef.Std.Mariembourg angeordnet worden, dass I.R.27 von Chimay über Robechis-Baives marschieren und dass I.R.89 auf
der südlichen (bisherigen= Marschstrasse von I.R.27 über Salles-Macon aufschliessen solle. Grund: beim Aufprall auf die Befestigungeen ostwärts
Trelon zwei Regimenter in vorderer Linie. Div.Kdr. fährt vor und ändert in Chimay diesen Befehl, um das schnelle Vorwärtskommen des I.R.27 nicht zu
behindern. Es bleibt beim Alten. Am Nachmittag um 15,00 Uhr fällt bei einem Erkundungsvorstoss auf Trelon der Kommandeur des Pi.Btl.12, Oberstlt.
B a l t r u s c h.
Das verst.I.R.27 stellt sich zum Angriff bereit. In der Nacht versucht ein Batl.unter Führung des Majors Pauli einen Handstreich, wobei Major Pauli
fällt. Der Angriff kommt wegen der beginnenden Dunkelheit am Abend nicht mehr vorwärts. Seine Fortsetzung wird für den 17.5., 12.50 Uhr mittags befohlen.
Bei Salles schiessen 2 franz.Jäger einen deutschen Aufklärer ab. 1 Mann der Besatzung konnte ich retten und gibt an, dass die Franzosen mit Teilen aus
der Maginot Linie nach Westen zurückgehen. Es schien an diesem Tage, als ob die englische und franz.Luftwaffe zum ersten Male mit mehr Maschinen in den
Kampf treten. Der Div.Gef.Std. wird am Abend von Mariembourg nach Robechis in einen Waldgasthof (Mon Reve) verlegt.
17.5.1940 KTB 12.Inf.Div..
Div.Gef.Std.: wie zuvor. Korpsbefehl-Divisionsbefehl. Panzer-Jäg.12 übernehmen den rechten Flankenschutz der Division, das verst.I.R.27 grift um 12,15 Uhr
befehlsgemäss nach vorherigem Artl.Feuer die Bunkerlinie an. Um 13,10 Uhr wird das Regiment durch Tieffliegerangriff mit Bombenwurf angegriffen. Es gelingt
dem Rgt., einen Flieger abzuschiessen. Das Rgt., tatkräftig unterstützt durch Flak und Pak, die sich durch Vernichtung mehrerer Bunker aus gezeichnet
hervortun, greift mit lan an und setzt sich in den Besitz der ersten Bunkerlinie. Der Gegner, Marokkaner, verteidigt sich zäh und gab durch
Gefangenenaussagen an, erst am 16.5. mittags in die Stellung geworfen worden zu sein. Als gegen Mittag die auf Trelon angreifenden Teile des I.R.27 aus
Front und Südflanke (von Ohain) starkes Feuer erhalten., wird das verst.I.R.89 auf dem Abschnitt der 32.I.D. über Ohain zum Angriff in die Südflanke des
Gegners bei Trelon angesetzt. Da Eile geboten ist, ordnet der beim Rgt.weilende Ia dessen Inmarschsetzung durch Major von Wedel anstelle des noch auf
Erkundung weilenden Obersten von Lützow an. Letzterer findet sein Regiment dann bei Rückkehr schon in Marsch. Das Rgt.stösst dann, die ganze Nacht vorgehend
und kämpfend, vor bis an die Strasse Avesnes-La Capelle. Am Abend kommt durch einen nochmals vorgetragenen Angriff des I.R.27 unter seinem Kdr.Oberst Lieb,
auch die zweite Bunkerlinie in unsere Hand, somit endet der Tag mit einem glänzenden Erfolg für das I.R.27. Die angegebenen Verluste an Toten und Verwundeten
betragen zunächst 4 Offiziere und etwa 150 Mann. Dieses war die erste Waffentat der 12.I.D. auf dem westlichen Kriegsschauplatz.
Für diese Waffentat werden an die Truppe in diesem Feldzuge die ersten E.K.´s verliehen. I.R.89 ist bisher auf keinen wesentlichen Feind beim Vormarsch
gestossen. Die Pz.Jg.Abt. macht bei Sicherung der Nordflanke einige Gefangene. Das I.R.48 kommt als Reserve-Regiment für die Division hinterhermarschiert.
Das Korps befiehlt, das bei Wechselm des Div.Gef.Std.immer, bis der neue Gefechtsstand zu erreichen ist, ein unterrichteter Offizier den alten Gefechtsstand
besetzt hält. Es geht ein Div.-Tagesbefehl heraus, worin das Pi.Btl.12 lobend erwähnt wird und seines den Heldentod gestorbenen Führers, Obstlt.Baltrusch,
ehrend gedacht wird.
18.5.1940 KTB 12.Inf.Div..
Korpsbefehl- Div.Befehl. I.R.48 soll in Verbindung mit dem Stab Pi.12 sämtliche Sperren und Hindernisse auf den Strassen Macon-Pont de Sains beseitigen.
Pi.12 unterstellt dem Rgt seine 1.Kompanie. Das Rgt.versteilt seine 3 Batl. und die ihm unterstellte II./A.R.12 auf die anliegenden Strassen und geht
befehlsgemäss vor. Eine starke Sperre wurde bei Trelon beseitigt und mehrere grose Trichter eingeebnet. Pz.Jg.Abt.12 hat den Auftrag, in Zusammenarbeit mit
A.A.12 die Strasse Trelon-Avesnes freizumachen. Strasse ist frei und es ist auch keinerlei Feindberührung vorhanden. Entlang der Strasse wurden viele noch
volle Tankstellen gefunden, die für die Division von großen Nutzen waren. I.R.89 traf in der vergangenen Nacht auf der befohlenen Vormnarschstrasse noch auf
verschiedentlich sich wehrenden Feind, nahm im nächtlichen Angriff Rocquigny und ging bis Laronville vor, um sich dort stark gesichert ins Biwak zu legen.
Dem Rgt. lag farbige Infanterie gegenüber, die über wenig GEschütze verfügt und nur ab und an Widerstand leistet. Am Nachmittag meldet das Rgt.keine
Feindberührung mehr. I.R.27 hat gleichfalls keine Feindberührung und geht befehlsgemäss vor. Der Div.Gef.St.wird nachmittags nach Fourmies verlegt. Die
Truppenteile verteilen sich in weiten Räumen ostw. der Strasse Ebroeungt-La Flamengrie.
19.5.1940
schön,
kühl
KTB 12.Inf.Div..
Korpsbefehl-Div.Befehl. Ruhetag. Die Truppe hat 250km Luftlinie von Bonn in 9 Tageen zurückgelegt. Die Truppe ist trotz der Kämpfe, trotz der
Marschanstrengungen voll einsatzbereit. Feldgottesdienst I.R.27 zum Gedenken der bei Trelon Gefallenen in Fourmies. Auftretan franz.Grosspanzerwagen, wogegen
unsere Pak nicht nicht wirken soll. Es muss für genügend Schutz durch Flak und Artillerie Sorge getragen werden. Am Nachmittag kommt plötzlich der Befehl
vom II.A.K., dass sofort bis an die Sambre abgerückt werden soll. A.A. 12 und 1 Komp. 89 den Sambre-Kanal überschreiten. Die Rgt.folgen in Marschgruppen.
Zu jedem Rgt. wird eine Abteilung Artillerie und 1 Kompanie Panzerjäger abgestellt. Der Marsch geht ohne Luft- und sontige Angriffe vor sich.
Div.Gef.Std.: Barzy.
20.5.1940
schön
KTB 12.Inf.Div..
Korpsbefehl-Div.Befehl. Div.Gef.Std.Barzy, vorgeschobener Gef.Std.: Lagroise. Dann Zwischengefechtsstand am Ostausgang Caudry. Jedesmal neuer Marchbefehl.
Von dort geht der Div.Stab weiter nach Chateau la Folie (Waldschloss 2km südl.Proville) Aufklärung bis Kanal du Nord. Die Division marschiert, teilweise mit
nur 2-3 Stunden Nachtruhe, weiter und erreicht mit vordersten Teilen den Kanal du Nord, südwestl.Cambrai. In der Nacht feindl.Fliegerangriff auf Strassse
Cambrai - Caudry. Am Tage war regere Fliegertätigkeit auf beiden Seiten. Division verbleibt im Chateau la Folie, auf dem Schlachtfeld der grossen Tankschlacht
1917.
21.5.1940
neblig, ab
Mittag
Sonne
KTB 12.Inf.Div..
Die verst.Rgt.schliessen ohne Feindberührung auf. I.R.89 meldet als Spitzen-Rgt., dass es die Sicherung am Kanal du Grande übernommen hat. I.R.48 hat Cambrai
erreicht. Es geht ein Befehl über Bemerkungen und Erfahrungen der ersten Kriegstage an die Truppe heraus. Am Nachmittag wird die Division zunächst alarmiert,
dann wird vom Korps der Befehl zum Einsatz wieder zurückgenommen. Zuletzt gilt doch der Alarmbefehl. Das Korps hält sich später bereit, am 21.5. in allgemeiner
Richtung Arras unter starker Sicherung der rechten Flanke anzutreten. Grund: 20.Div.mot soll ohne Wissen des A.O.K.4 von Cambrai auf Arras angetreten sein.
11.55 Uhr und 15.50 Uhr Anfrage der Division an II.A.K. wann voraussichtlich Abmarsch sein wird. Die Division wird dem XXXIX.A.K. unterstellt. Abmarsch der
Staffel 1 sofort noch am Abend. Regimenter marschieren in Marschgruppen. Vorverlegter Div.Gef.Std. geht nach Vis en Artois, dort Verbindungsaufnahme mit
5.Pz.Div., die abgelöst werden soll. Der Rest folgt am 22.5. morgens.
22.5.1940
schön,kühl
KTB 12.Inf.Div..
Vorgeschobener Div.Gef.Std.Vis en Artois. Div.Gef.Std.: Hendecourt (Schloss). Die Division soll in Verteidigungsstellung an die Scarpe gehen und schliesst
hierzu vorerst auf. Rege Fliegertätigkeit unserer Stuka- und Kampffliegerverbände. Feind hält noch Arras besetzt, nach Aussge eines Gefangenen soll es sich
um 1 Bataillon handeln. Es sind hier zum 1.Male engl.-Truppen. A.A.12 meldet, dass nördlich der Strasse Cambrai-Arras eine Schützen-Brigade sichert.
In Eterpigny schwaches Art.-Feuer. I.R.48 hat Feindberührung gehabt und meldet Besetzung von Aubencheul - Au Bac bis Palluel und von Lecluse bis Palves, hält
den See-Ostteil und Bachabschnitt Westteeil. Verluste hierbei: 2 Offiziere verwiundet. Pi.Btl.45 bleibt der 12.I.D. unterstellt.
Funkspruch von II.A.K.: Tilloy besetzt, Arra bewegungsarm. 7.Pz.Div. angreift mit linkem Flügel bei Acq. FLieger meldet: Um 16,15 Uhr 60 fdl.Panzer von
Neuville nach esten. Nachmittags werden Ausbruchsversuche feindl.Panzerkräfte nördl.Cambrai unter Beteiligung von I.R.27 und südlich Arras abgeeschlagen.
23.5.1940
schön
KTB 12.Inf.Div..
Div.Gef.Std.: Hendecourt (Schloss): Vorgeschobener Gef.Std.: Vis en Artois.
Mittags wird die Division anlässlich eines Besuchs des General Strauss dem II.A.K. wieder unterstellt. General Strauss befiehlt mündlich für 23.5. den Angriff
der Division über die Scarpe. Div.Befehlsstelle während des Angriffs: Brit.Friedhof, 1km nordwestl.Monchy. Nördlich der Scarpe ist zunächst noch mit starkem
Widerstand zu rechnen. Die Division greift nach Stuka- und Artl.Vorbereitung (ges.Korps-Artl.) 19,30 an .Trennungslinie usw.(siehe Div.-Befehl vom 23.5.40).
Flak ist für Panzerbeschuss unterstellt. (3./Flak.Rgt.13 und 5./Schw.Pz.Jg.Abt.525).
Angriffsverlauf: Nach Stuka-Angriff auf Dörfer und Artl.Stellungen am Nordufer der Scarpe gelingt der Angriff bei I.R.27 ostwärts Roeux, das stark verteidigt
wird, beim I.R.89 zwischen Fampoux und Athies. Bei I.R.27 fangen sofort Pi.12, bei I.R.89 Pi.45 den Brückenschlag an. Trotz starken eigenem Artl-Feuer halten
sich einige feindl.Batterien die ganze Nacht hindurch. I.R.48 wird mit II.Btl. dam Angriff von I.R.27 auf Plouvain angehängt, um eine ostwärtige
Flankenbedrohung auszuschalten. Gegen Mitternacht ist vom I.R.27 die Gegend nördlich Roeux, vom I.R.89 die Strasse Fampoux - Athies erreicht. Kampfkräftige
Teile der Regimenter befinden sich auf dem Nordufer der Scarpe. Ein besonderer Korpstagesbefehl trägt dem Rechnung. Bei Athies werden 9 engl.Panzer vom
I.R.89 abgeschossen. Ein voller Erfolg der Division.
24.5.1940 KTB 12.Inf.Div.
Div.Gef.Std. morgens Hendecourt (Schloss), nachmittags Umzug nach St.Monchy (Chateau). Div.Bef.Stelle:
Brit.Friedhof, 1km nordw.Monchy. I.R.27 und I.R.48 werden in vordere Linie genommen und erreichen ohne wesentlichen Widerstand die Höhen südl.Aubeville.
I.R.89 bleibt Div.-Reserve, links rückwärts gestaffelt. Korps-Artl.tritt zu 32.I.D., die schwer vorwärts kommt. Deshalb auch Verhalten der 12.I.D. Der Tag
vergeht mit Nachziehen und Aufschliessen der hinteren Teile der Division.
25.5.1940 KTB 12.Inf.Div..
Div.Gef.Std.: Aicheville (Acheville?), abends Hulluch. Die Division geht in dem befohlenen Raum vor. Ab und zu schwacher Widerstand durch fdl.Sicherung.
La Bassee soll mit eng zusammengefassten I.R.48 und I.R.27 genommen werden und dadurch der Kanalübergang erzwungen werden.
Die Brücken sind laut Meldung sämtlich gesprengt. Um 15,20 Uhr geht auf Grund einer mündlichen Weisung des Kommandierenden Generals der Befehl heraus, dass
La Bassee nicht angegriffen werden soll. Die Division dreht mit A.A.12 und I.R.48 auf Lille ab und gibt Befehl für den Angriff zunächst mündlich an Kommandeur
I.R.48 persönlich. Abends Sturm und Regen. Ab und an feindl.Artl.-Feuer. Das Regiment geht bis zum Kanalabschnitt vor, kommt aber am Abend nicht mehr herüber,
da der Feindwiderstand zu gross und eigenes Artl.-Feuer noch nicht heran. Bei der Division hatte zunächst die Annahme vorgeherrscht, der Deule-Kanal sei nur
schwach besetzt, der Angriff deshalb leicht. Erkundung des Angriffsgeländes am Abend ergibt das Gegenteil. Der Angriff wird daher auf den nächsten Tag
verschoben. Für den nächsten Tag geht ein Div.-Befehl um 1.00 Uhr heraus. Die Nacht war trübe, feindl.Artl.-Feuer lag auf allen Teilen der Division einschl.des
Stabes, der in 2 Villen neben einem Pulvermagazin untergebracht ist.
26.5.1940
trübe, ab
und an
Regen
KTB 12.Inf.Div..
Div.Gef.Std.: +1km nordwestl.von Hulluch (Pulver-Magazin). Der im Div.-Befehl angesetzte Stuka-Angriff um 5.00 Uhr wird nicht ausgetragen. Er kommt jedoch
später. I.R.48 kämpft gegen einen sich hartnäckig verteidigenden Gegner. Gegen Mittag melden Kommandeur I.R.48 und Arfü.12, dass Angriff nicht durchführbar
sei. Grund: schlechte artl.Unterstützungsmöglichkeit, zu starker Gegner. Nach 2 Stunden meldet I.R.48, dass es zunächst mit 2 Komp. über den Kanal herüber sei.
Es meldet am Abend, dass 2 Batl. über den Kanal herüber sind. Der Übergang war für das Rgt.besonders schwierig, da auf der anderen Seite tiefe, bewachsene
Gräben und alte deutsche Bunker alss Verteidigungslinie für den Gegner ausgezeichnet war. Der Gegner hatte in dem Kanal Schiffe versenkt, so dass man nur mit
den Flosssäcken durch die vorhandenen Lücken an das andere Ufer herankommen konnte. Auf diese Lücken waren die feindl. M.G. und Schützen genauestens
eingeschossen, so dass der Übergang sehr schwer zu erkämpfen war. Auf der anderen Seite wurde ein Brückenkopf gebildet. Das I.R.27 sichert die ganze linke
Flanke der Div. I.R.89 verbleibt als Div.Reserve zunächst in Hulluch-.-
Der Ic gibt Anordnungen herauss, wonach alle Flüchtlinge aus den Orttschaften, die in dem Kampfgebiet liegen, heraus müssen, da unter ihnen verschiedentlich
Leute sind, die dem Gegner wichtige Meldungen über Stand von Batterien höheren Stäben usw. gemacht haben. Der Tag endete mit dem guteen Erfolg des I.R.48, das
noch in der Nacht das III./Batl.herüberbringen konnte. Am Abend war noch ziemlich schweres Gewitter mit Landeregen, der die Wege etwas aufweichte, wodurch
aber die Bewegung der Division nicht weiter gestört wurde.
27.5.1940
schön,
wärmer
KTB 12.Inf.Div..
I.R.48 geht weiter vor. Die Brücke ist geschlagen worden. Div. kann weiter herangezogen werden. Das I.R.89 wird aus der Reserve und zur Verbreiterung der
Angriffslinie der Division sowie zur Entlastung des I.R.48 eingesetzt. Gegen Nachmittag muss I.R.48 einen starken feindl. Gegenstoss mit Panzern, der zu einer
vorübergehenden Krisis führt, abwehren. Der Gegner, hauptsächlich farbige Truppen, kämpft sehr verbissen. Daher kommt es zu mehrfachen Bajonettangriffen. Wo
der Gegner durch Panzer und Infanterie einen Durchstoss machen will, wird er abgewiesen. Zur Abwehr des Angriffs trägt wesentlich bei, dass das verstärkte
I.R.89 durch Annoeullin auf Herrin vorstösst und das I.R.48 wesentlich entlastet. Panzer-Jäger 12 decken die offenen Flanke der Division gegen etwaige
feindl.Panzerangriffe.
28.5.1940
Regen
KTB 12.Inf.Div..
Div.Gef.Std.morgens: Les Baraques bei Beauvin, abends Annoeullin. Nach weiterem Vormarsch und Überwindung schwierigen Geländes gehen I.R.48 und I.R.89 weiter
vor. Kämpfe gröserer Art werden nicht gemeldet.
17.10 Uhr meldet 5.Pz.Div., dass Teile der 12.I.D. ihre eigenen Truppen angreifen. Ia gibt Fernspruch an I.R.48 dass Vorsicht bei Kampfmassnahmen in Richtung
der 5.Pz.Div. geboten ist. Korpsbefehl für den 28.5., nachmittags 15,00 Uhr: 12.I.D. wird aus vorderer Linie zur anderen Verwendung gezogen. Funkspruch an Rgt.
dass Übergänge über den Kanal nicht mehr gemacht werden und die Truppen in ihren erreichten Räumen unterziehen sollen. Eine Sicherung des I.R.89 verbleibt am
Kanal und erhält dort feindl.-Artl.(starkes).
29.5.1940
trübe,kühl
KTB 12.Inf.Div..
Div.Gef.Std.: Annoeullin. Nachdem zunächst ein Ruhetag für die Truppe sein sollte, wird durch Korpsbefehle der Abmarsch noch am 29.5. befohlen. Die Div. wird
verlegt und beginnt noch am heutigen Tage mit dem Abmarsch. Der Div. Stab geht nach Chateau Bois-Vaudricourt bei Drouvin.
30.5.1940
Trübe
KTB 12.Inf.Div..
Div.Gef.Std.: Chatau Bois Vaudricourt bei Drouvin. Heute sollte die Div.endlich den Ruhetag erhalten, aber durch einen Korpsbefehl erfolgt eine weitere
Verlegung. Dadurch muss die Division wiederum eine Marschleistung von 40-50km machen. Der Kommandierende General Strauss wird veersetzt und verabschiedet sich
durch Korpstagesbefehl von seinen Truppen. Das Korps übernimmt General d.Inf.Stülpnagel.
31.5.1940 KTB 12.Inf.Div..
Div.Gef.Std.: Maresquel la Fabrique. Die Div. marschiert in den befohlenen Raum und bezieht dort nach 45-50km Märschen Quartier. Am Mittag kommt der Befehl zum
sofortigen Weitermarsch. Am frühen Nachmittag tritt die Div. an.u.geht weiter vor. Die Div. geht nach Regniere-Ecluse (Chateau).
Die grossen aufeinanderfolgenden Marschleistungen  wurden durch die Ansicht des Gen.Kdo.II.A.K. verursacht, lieber hintereinander die ganze Strecke schnell zu
überinden und dann ein paar zusammenhängende Ruhetage zu haben, als auf Kosten der Ruhezeit langsam zu marschieren. Das Verfahren hat sich bewährt. Die Truppe
kann nunmehr zur Ruhe übergehen und es können die Sachen in Ruhe in Ordnung gebracht werden. Durch die langen Märsche auf z.T. sehr steinigen Wegen sind die
Sohlen und Stiefeln sehr mitgenommen. Es bedarf grösserer Reparaturen und werden auch mehrfach von den Kp. neue Stiefel angefordert. Pz.Jäg.12 überwacht Küste
von Berk bis Pointe St.Quentin. A.A.12 erkundet durch motorisierte Spähtrupps Wege und Brücken im weiteren Vormarschraum der Division.
 
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