-unleserlich- Besetzung der Stadt Thorn durch da Detachement Werner (P.32, P.3).
Am Morgen des 7.9.1939 war die Panzer-Abwehr-Abt.-unleserlich-
nachdem sie am Vortage bei Kulm die Weichsel überschritten -unleserlich- anderer
Verwendung kommend der
32.Division in Schönsee (Kow-unleserlich-der zugeführt worden. Die Division
bereitete den Übergang über die Drewenz bei Golub vor, wo die polnischen Truppen
die einzige
-unleserlich-dene Brücke gesprengt hatten. Für die Division, sowie für das ganze
II.Korps galt es, dem schon in der Auflösung befindlichen, zurückfliutenden
Gegner scharf
zu verfolgen. So konnte das Korps keine stärkeren Einhieten zur Besetzung der
Stadt Thorn freimachen. Die Stadt war von Fliegern feindfrei gemeldet; jenseits
der Weichsel,
deren Übergänge gesprengt sein sollten, war die Lage aber noch ungeklärt;
angeblich sollten sich hier noch Artillerie und schwere Waffen in stellung
befinden. Ebenso war
ungeklärt, ob die vor Thorn liegenden Befestigungswerke besetzt waren.
Gegen 12.00 Uhr erhielt der Kommandeur der Panzer-Abwehr-Abteilung
32 den Auftrag, gewaltsam die Aufklärung auf Thorn bis zur Weichsel
durchzuführen. Hierzu wurde die
Panzer-Abwehr-Abteilung 3 unterstellt.
Um 14.00 Uhr erschien der folgende Abteilungsbefehl in
dem alle Weisungen, die breits mündlich an den Kommandeur der Pz.3 und an die
Kompanie-Führer der P.32 gegeben worden
waren festgelegt wurden.
Detachements-Befehl
für die Besetzung der Stadt Thorn
1.) Feind.
2.) Eigene Truppen.
3.) Detachement Werner hat den Auftrag, die geräumte Festung Thorn zu
durchfahren um demonstrativ deutsche Truppen zu zeigen.
Das Detachement sammelt ab 14.00 Uhr mit Anfang bei Gronowo.
4.) Die Kompanien haben sich zum Durchmarsch zu gliedern: p.p.
-mehrere Zeilen unleserlich-
energisch in polnisch-unleserlich Straße zu verlassen und
die Fenster zu schließen-unleserlich- nicht die Hakenkreuzfahne zeigen.
6.) In jedem Wagen ist eine Geisel mitzuführen.
7.) Schußrichtung der M.G. p.p.
8.) Falls aus einem Hause ein Schuß fältt, ist in dieses sofort mit Granaten
hineinzuschießen.
9.) Bei Feuerüberfall kurz Halt und Stellung in den Kellern und -unleserlich-schossen.
Es darf zunächst nur auf die ersten Stockwerke und -unleserlich- geschossen
werden,
um die eigene Truppe nicht zu gefährden. Nach vorne (in der
Marschrichtung) schießt nur 2.Pz.32 und analog nur nach hinten 1/2 2.Pz.3.
10.) Die Marschfolge zum Einmarsch wird in Grebotschin eingenommen. Aufstellung
ist druch die Einheitsführer dem Detachementsführer zu melden (persönlich).
Mit dem Erreichen von Punkt 66 (2km ostw.Thorn) ist ein
Aufenthaltsrast einzulegen. Krad-M.G.fühlt als Aufklärung und Sicherung gegen
die Stadt vor.
11.) Das vorderste und hinterste Geschütz sind ab Gronowo zu laden und zu
sichern.
Um 16.00 Uhr stand die Abteilung gegliedert wie es im
Abteilungsbefehl befohlen war, abmarschbereit an der Straßengabel bei Punkt 66.
Hptm.Schneider führte die Vorhut.
Er hatte seine Ko folgendermassen gegliedert: Vorne fuhren rechts und links in
gleicher Höhe je ein Protzkw.-M.G., in der Mitte dahinter folgte ein Krad-M.G.
Diese Spitzen-M.G.
standen unter dem Befehl des Uffz.Groth., der auch einen Plan der
Durchfahrtsstraßen von Thorn hatte um den von der Abteilung befohlenen Weg zu
finden. Der Spitzengruppe folgte
der Kompanie-Chefwagen von Hptm.Schneider, hinter ihm die Kräder seines
Kompanie-Trupps dem sich 3 Züge anschlossen. Der 2.Kompanie, der alle Aufgaben
und Pflichten einer Vorhut-Komp. oblagen, folgte der Wagen des
Abgteilungskommandeurs und Detachementsführers Oberstleutnant Werner-Ehrenfeucht,
dem sich die Gruppe Führer, Nachrichtenzug und 3.Kompanie
anschlossen. Die Nachhut übernahm Manor Stadler, der Kommandeur der Pz.Abw.Abt.3
mit seiner Abteilung.
-mehrere Zeilen unleserlich- die Abteilung würde bestimmt von der Bevölkerung
mit Blumen empfangen werden. Andere äußerten -unleserlich- Blumen werden auch
eine Portion
Handgranaten -unleserlich-. Tatsächlich konnte niemand mit Bestimmtheit
voraussagen, -unleserlich- beim Einmarsch erleben würden, zumal die Abteilung
nocj nie im Kampf
eingesetzt worden war.
Als die festgesetzte Zeit verstrichen war gab der Kommandeur den Befehl zum
Antreten und bald tauchten die Häuser d-unleserlich-lichen Thorner Vorstädte vor
uns auf. Die Straßen
waren voll von Menschen, die uns überall mit Jubel und Freude begrüßten. Die
ziemlich -unleserlich-liche Bevölkerung bewarf die Truppe mit Zigaretten und
Tabak, der aus der
geplünderten Zigarettenfabrik zu stammen schien. Volksdeutsche, die-unleserlich-
auf die Knie hin, daß deutsche Truppen in Thorn einzögen eilig herbeigelaufen
waren, grüßten
uns begeistert.
Der Marsch führte uns mit unregelmäßiger Geschwindigkeit immer weiter in die
Stadt hinein. Man konnte merken, wie sich die Vorhut nach allen Seiten sichernd
und spähend
vortastete.
Plötzlich konnte man vom Gros aus in einiger Ferne Einzelschüße und M.G.Feuer
hören. Wo die Schüße fielen, ließ sich nicht mit Genauigkeit sagen. Die Vorhut
konnt aber nicht
beschossen sein; denn der Marsch ging in der gleichen Geschwindigkeit weiter.
Wir hatten jetzt die Hauptstraßen der Stadt erreicht und bogen in den Markt ein.
Auch hier wieder begeisterte Zurufe der Deutschen, fpr die der Einmarsch
deutscher Truppen
die Stunde der Erlösung bedeutete. Trotzdem ließ sich die Truppe nicht in ihrer
Aufmerksamkeit ablenken. Man sah, wie die Soldaten mit schußbereiten Gewehren
und Pistolen scharf
die Fensterfronten entlang der Straßen beobachteten. Vereinzelte Schüße, die in
Gegend der Nachhut gefallen sein mußten, bewiesen uns, daß in dieser Stadt nicht
nur friedliche
Bürger und uns froh begrüssende Volksdeutsche wohnten.
Auf de Markt stand vor dem schönen von deutscher Hand zur Zeit des Riterordens
geschaffenen Rathaus die Magistratsbeamten angetreten, um uns die Stadt zu
übergeben. Aber unser
Auftrag hieß: "Aufklären und nicht besetzen". Der Vormarsch ging deshalb weiter.
Wir waren gerade in die nächste Straße eingebogen, als plötzlich der Marsch.
..-mehrere Zeilen unleserlich-
bildeten, angespannteste Aufmerksamkeit- unleserlich-bereitschaft erforderte.
Die Mündungen unserer Waffen drohend auf die Fensterfronten. Die Schüße, die wir
vor-unleserlich-
ter Ferne gehört hatten, waren immer näher gekommen und-unleserlich- plötzlich
von der 3.Kompanie aufgenommen. Da. plötzlich -unleserlich- der Spitze starkes
Gewehr und
M.G.Feuer ein. Auch die 3.-unleserlich-schien jetzt mit allen Waffen zu schießen.
Auf ein Zeichen -unleserlich- alles die Fahrzeuge verlassen und war in den Türen
und Tor-
-unleserlich- gleichzeitig Schußfeld und Deckung suchend, in Stellung gegangen -unleserlich-
Markt und Straßen standen jetzt leer und verlassen da. VOn Dächern und aus
Fenstern
blitze es auch in unserer Straße auf. Das scharfe Knallen der Schüße wurde durch
die Häuserfronten als Echo vervielfacht. Bei Spitze und Nachhut hört man
Pakschüße. Es war
schwer zu erkennen, wo Abschüsse gut getarnter Dachschützen und wo die Kalk- und
Mörtelspritzer der eigenen Einschüße lagen. Dem Funktrupp des Uffz.Hörnlein
wurde gerade, als er
mit seiner Mannschaft die Funklimousine verlassen hatte, durch einen
Dachschützen mit Maschinenpistole durch die Windschutzscheibe geschossen. Der
Schuß hätte ihn, einen
Augenblick früher abgegeben, genau in den Kopf getroffen. Bei der 3.Kompanie
hatte sich der volksdeutsche Einwohner der Stadt Bromberg namens Franz Putz,
Bromberg, Gamstraße 3
eingefunden. Er hatte einen polnischen Dachschützen erkannt, ließ sich ein
Gewehr geben und wutentbrannt über die polnischen Greueltaten, schoß er ihn
herunter. Inzwischen
hatte sich der bei der Vorhut folgendes abgespielt. Der Vorhutsführer war gerade
von seinem Fahrer darauf aufmerksam gemacht worden, daß links hinter einem
Schuppen ein poln.
Soldat zu sehen wäre, als beinahe im selben Augenblick die Kradspitze hielt. Dem
Kompaniechef erschien es zuerst als hielten sie, um sich über den Weg zu
orientieren, da hörte
er aber, daß geschossen wurde; gleichzeitig sprang er selber vom Fahrzeug und
lief zu der Stelle, an der der Pole zu sehen gewesen sein sollte. Ein Mann
folgte ihm und reichte ihm
eine Handgranate. Im Vorwärtslaufen sahen sie wie noch einige Zivilisten an der
selben Stelle, hinter einem Schuppen verschwanden. Kaum waren sie an dem
Schuppen angekommen,
wurden sie aus der dahinter liegenden Kasematte mit M.G.beschossen.
-Mehrere Zeilen unleserlich-Schuppen geworfene Handgranate brachte -unleserlich-
Schweigen und förderte 7 polnische Soldaten ans Tageslicht furchtbebend und mit
erhobenen Händen
hinter dem Schuppen hervorkamen. Kaum war hier Ruhe geschaffen, als
Hptm.Schneider -unleserlich- in seiner Nähe befindlichen Soldaten des Zuges
Kath-unleserlich- anderen Seite
der Straße vom Kirchturm durch M.G. besch-unleserlich- Der Einsatz von Gewehren
gegen diesen gut gedeckten Gegner -unleserlich- erfolglos. Hptm.Schneider befahl
deshalb:
"GEschütz Bomhar-unleserlich- Stellung" und schießt selber mit diesem Geschütz
auf das feindliche M.G., das nach dem 3.Schuß zum Schweigen gebracht wurde.
Das Spitzen-M.G. hatten inzwischen das Feuer gegen den
Feind aufgenommen, da sie ihrerseits von 3 seiten mit M.G., Gewehren und
Pistolen beschossen worden waren. Uffz.Groth
hatte zunächst zwei M.G. gegen ein von links schießendes feindliches M.G. und
gegen einige Pistolenschützen aus der selben Richtung eingesetzt. Mit seinem
Maschinengewehr
hatte er das Feuer gegen das M.G. auf dem Kirchturm aufgenommen. Es war ihm
ziemlich bald gelungen, den Gegner von links zum Schweigen zu bringen. Da
plötzlich wurden sie von
rechts durch Gewehrschützen beschossen. Diese Gewehrschützen schossen durch
Löcher in einem Holzzaun, sodaß ihnen von der Straße aus nicht beizukommen war.
Uffz.Groth drang
deshalb in eine hart links an der Straße stehenden Kaserne ein, konnte von hier
aus hinter den Bretterzaun wirken und die feindlichen Gewehrschützen
niederkämpfen, unterstützt
durch die Wirkung von Handgranaten, die von der Straßea aus hinter den
Bretterzaun geworfen waren.
Hptm.Schneider hatt sich , nachdem er das feindliche M.G. auf dem Kirchturm zum
Schweigen gebracht hatte, zu seine Zügen begeben, um zu sehen auf was für Ziele
geschossen würde.
Die Kompanie lag unter Gewehr u.M.G.Feuer von weiter zurückstehenden Häusern.
Dieses Feuer wurde heftig erwidert und das feindliche M.G.schließlich auch zum
Rückzug gezwungen.
Plötzlich meldete sich das feindliche M.G. auf dem Kirchturm wieder. Aber jetzt
gelang es dem Geschütz eines nachfolgenden Zuges dieses M.G. endgültig ausser
Gefecht zu
setzen. Im selben Augenblick erreichte Hptm.Schneider ein Befehl des Kommandeurs:
"Der Weitermarsch ist anzutreten". Der Vormarsch ging jetzt ohne Zwischenfälle
von statten.
-mehrere Zeilen unleserlich-
der Nachhut; aber Motorräder brannten licht-unleserlich- Die Abtgeilung hatte
ihren Auftrag gelöst. Das Ergebnis der Aufklärung ergab, daß die Stadt von
feindlichem Militär
-unleserlich- die Weichselbrücken gesprengt seien, daß aber Widerstand -unleserlich-waffnete
Zivilisten und versprengte polnische Einheiten -unleserlich- würde. Diese
Meldung
führte höheren Orts zu dem Entschluß, -unleserlich- deutschen Einwohner der
Stadt vor dem Terror der bewaffeneten -unleserlich- zu retten und die Stadt am
nächsten Tage endgültig
durch das -unleserlich-chement Werner (Pz.32 mit unterstellter Pz.3) zu -unleserlich-.
Diese Besetzung wurde am 8.9.1939 reibungslos durchgeführt. Oberstleutnant
Werner-Ehrenfeucht
erliess als Kommandant von Thorn folgenden Aufruf.
Aufruf
an die Bevölkerung der Stadt Thorn!
Auf Befehl des Kommandierenden Generals habe ich die
vollziehende Gewalt in der Stadt und Festung T h o r n übernommen. Ich fordere
die Einwohnerschaft auf, ihrer
friedlichen Beschäftigung nachzugehen, insbesondere Handel-und Gewerbe aufrecht
zu erhalten. Der friedlichen Bevölkerung wird keinerlei Leid geschehen. Sie
steht unter meinem Schutz.
Zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung verfüge ich:
1.) das Verlassen der Wohnungen und Gehöfte und das
Betreten
der Straßen und Plätze ist ohne schriftlichen Ausweis
der Kommandantur in der Zeit von 19.00 Uhr bis 6.00 Uhr morgens verboten.
2. ) Alle Waffen, Munition und andere Kampfmittel sind
bis zum
9. September 1939 abends 18.00 Uhr auf der alten
Kommandantur abzugeben.
3.) Deutsches und polnisches Heeres-und Staatsgut
jeder Art,
wie Pferde, Ausrüstungsgegenstände Lebens-und
Futtermittel dürfen nicht entwendet werden. Ihr Fundort ist sofort der
Kommandantur zu melden.
-mehrere Zeilen unleserlich-
Wer nach Ablauf der Abgabefrist Waffen oder -unleserlich-mittel führt oder im
Besitz hat, wird wegen Fra-unleserlich- mit dem Tode bestraft.
Sonstige Zuwiderhandlungen gegen meine Anordnungen werden mit Zuchthaus ode
Gefängnis bis zu 15 Jahren bestraft soweit keine anderen Strafen angedroht sind.
Es gilt
das deutsche Kriegsrecht. Die Bestrafung erfolgt durch das Feldkriegsgericht.
Das von der Stadt herausgegebene -unleserlich- gilt vorläufig als gesetzliche
Zahlungsmittel.
Steuern-unleserlich- Abgaben sind wie bisher zu entrichten.
Die Mitglieder der deutschen Volksgemeinschaft, insbesondere die mit
Hakenkreuzbinden und Ausweis versehenen Volksgenossen genießen meinen besonderen
Schutz. Die Stadt und
Festungskommandantur befindet sich im Rathaus.
Thorn, den 8.September 1939, Der Stadt und
Festungskommandant H.J.Werner-Ehrenfeucht, Oberstleutnant
Durch diesen Aufruf wurde die Ruhe und Sicherheit in der Stadt hergestellt. Die
deutschen Einwohner snd vor den Misshandlungen und Greueltaten des polnischen
Pöbels gerettet und
große Sachwerte der deutschen Wirtschaft sichergestellt worden.