| Kriegstagebuch Februar 1944 | |
| 6.2.1944 | KTB 9.Armee. Unter Beibehaltung des Schwerpunktes gegenüber dem inneren Flügel der 36. und 134.I.D. setzt der Feind seine Durchbruchsversuche beim XXXXI.Pz.K. fort. Angriffe euf Korma, anscheinend infolge wirksamer Bekämpfung der Bereitstellungen nur von schwächeren Kräften geführt, werden abgewehrt. Gleichzeitige stärkere Angriffe beiderseits Petrowitschi können ebenfalls, z.T. im Nahkampf unter außerordentlich hohen Feindverlusten abgeschlagen werden. Nach Einbruch der Dunkelheit tritt der Gegner nach halbstündigem Trommelfeuer erneut zum Angriff an und erzielt, während er bei Petrowitschi und an der Rollbahn abgewiesen wird (dort ist inzwischen der Zusammenhang der HKL wiederhergestellt worden), nordostwärts Korma einen neuen Einbruch, über dessen Ausdehnung infolge Ausfalls der Nachrichtenverbindungen noch, keine näheren Meldungen vorliegen. Die kampf- und führungsmäßige Schwierigkeit der nun schon über 3 Wochen andauernden Abwehrschlacht südlich der Beresina liegt in dem zunehmenden Längerwerden der HKL, verursacht einerseits durch das allmähliche Zurückdrängen des rechten Armeeflügels unter Stehenbleiben des XXXV. und LV.A.K., andererseits durch die zahlreichen Einbruchsstellen, deren Bereinigung zwecks Wiederherstellung einer geraden Front zumeist aus Kräftemangel unterlassen werden muß. Hinzu kommt, daß die Kampfkraft der eigenen, aufs härteste beanspruchten Truppe immer mehr abnimmt, wohingegen der Feind in der Lage ist,durch kurzfristige Herauslösung und Neuauffüllung seiner Verbände die Angriffe mit immer neuen Kräften zu nähren. Insbesondere in den Brennpunkten des Kampfes wird deshalb eine Auffrischung auch der eigenen Truppe immer notwendiger. Da eine Ersatzzuführung während des Kampfeinsatzes erfahrungsgemäß stets besonders hohe Ausfälle unter dem neueingegliederten Ersatz zur Folge hat, bittet der Oberbefehlshaber den Feldmarschall, ihm das nach Paritschi herangezogene Regiment der 129.I.D. für 8 Tage zur kurzfristigen Ablösung schwer angeschlagener Teile der 134.I.D. zur Verfügung zu stellen, (OB/FM, 19.25 Uhr). Unter der Bedingung, daß die befohlene Ablösung der 4.Pz.Div dadurch nicht verzögert werde, und mit der Auflage, hierbei die dort noch eingesetzten Splitterteile der 2.Armee dieser wieder zuzuführen - beides sagt der Oberbefehlshaber zu - genehmigt, der Feldmanschall den Vorschlag. Das AOK wird zur Auffrischung der 134.I.D. das in Kürze eintreffende Marschbatl.1003 verwenden (s. Anl. IV 1). Beim XXXV.A.K. ist es den Stoßtrupps der 45.I.D. gelungen, mit Hilfe der Sturmgeschütze und Flammenwerfer die Widerstandsnester längs der Bahn zu vernichten, bis zum Flußufer durchzustoßen und damit den feindlichen Brückenkopf nördlich der Beresina in zwei Teile zu spalten. Von Osten auf den Bahndamm angreifender Feind wird erfolgreich abgewehrt. Im Abschnitt der 383.I.D. fühlt der Gegner erstmalig wieder mit zwei kp.-starken Stoßgruppen vor; in beiden Fällen werden die Angreifer schon vor Erreichen des Drahthindernisses durch das Feuer der schweren Waffen zerschlagen. Das LVI.Pz.K. meldet weiteres Heranschieben des Feindes an die eigene HKL bei Kolki. Es ist anzunehmen, daß der Gegner durch Auffrischen von Verbänden, die er aus der Front kurzfristig herausgezogen hat, die Wiederaufnahme seiner Angriffe planmäßig vorbereitet. Örtliche Angriffe, die heute wieder stattfinden (s.Anl. II und III), werden offenbar von Resten der noch in Front verbliebenen Truppenteilen geführt. |
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