Armeeoberkommando 18
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Befehle Dezember 1944
30.Infanterie-Division                                                                                                          Div.Gef.Std.,den 1.12.1944
     Abt.Ia                                                                                                                             
  Nr.340/44 geh.


                                                               Divisionsbefehl Nr.126. 
                                                               ======================
 

.....
4.) Nach Eintreffen der I./A.R.30 werden auf Zusammenarbeit angewiesen:
     I./A.R.30 (mit unterstellter Bttr.Sturmbtl.A.O.K.18)
                    auf Rgt.z.b.V.185,
     II./A.R.30     auf G.R.6,
     III./A.R.30    auf G.R.46
     I./A.R.66      in der Hand des Art.-Führers.
......
 
Grenadier-Regiment 6                                                                                                           Rgt.Gef.Std., den 6.12.44
Abt.Ia Nr.1526/44 geh.

                                                    Befehl für die Verbreiterung des Rgt.-Abschnitts! 
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1.) Der Abschnitt des G.R.6 wird in der Nacht vom 7./8.12.44 durch die Übernahme eines Abschnittes des Sturm-Btl.AOK 18 bis zum Schneisenkreuz 1500 m westl.
    Saulischi verbreitert.
2.) Dazu löst I./G.R.6 in der Nacht vom 6./7.12. die 6./F.R.26 durch 3./G.R.6 heraus. Die 6./26 wird für den 7.12. zur Verfügung des Rgt. in Gegend Btl.Gef.
    Std. II./26 untergebracht.
3.) II./F.R.26 bereitet Ablösung der ?/D.F.B.30 vor und stellt im Laufe des 7.12. ein Vorkommando dorthin ab. Ebenfalls ist durch due 8./F.R.26 die Übernahme
    der Feuerstellungen der schweren Schwadron D.F.B.30 durch Gestellung von Vorkommandos vorzubereiten. Beginn der Ablösung für beide Kompanien mit Anbruch
    der Dunkelheit.
    Eine rechtzeitige Herauslösung der 1./D.F.B.30 muß gewährleistet sein, da diese noch in der gleichen Nacht einen Abschnitt des Sturm-Btl.AOK 18
    übernehmen muß. Verwantwortlich für die Ablösung ist D.F.B.30.
    Durchführung der Ablösung und Feuerbereitschaft der 8./26 ist durch II./26 an G.R.6 zu melden.
    Btl.Gef.Std. II./26 verlegt im Zuge der Ablösung zum bisherigen Gef.Std. D.F.B.30 in Skutes.
4.) D.F.B.30 übernimmt in der Nacht vom 7./8.12. vom Sturm-Btl.AOK 18 durch 1.Schwadron den Abschnitt bis Schneisenkreis 1500m westl. Saulischi. Am 7.12. ist
    ein Vorkommando zum GEf.Std.Sturm-Btl. AOK 18 (Stärke mindestens 1:1:1) zur VErbindungsaufnahme in Marsch zu setzen. Durchführung der Ablösung sofort nach
    Übergabe des bisherigen Abschnitts der 1.Schwadron bis Saulischi ausschl. an 6./26.
    Übernahme des neuen Abschnittes ist an G.R.6 zu melden. Für die schw.Schwadron sind neue Feuerstellungen nordwestl.Plaveneki zu erkunden und nach
    Ablösung durch 8./26 zu beziehen. Feuerbereitschaft ist durch D.F.B. an G.R.6 zu melden.
    Gef.Std.D.F.B.30 verbleibt zunächst am bisherigen Platz. Neuer Gef.Std. westl.Plaveneki ist vorzubereiten.
5.) Übernommene und übergebene Munition ist durch die Btl. umgehend an G.R.6 Abt.Ib zu melden.
6.) Die Kp.-bzw.Schw.-Führer sind dafür verantwortlich, daß sämtliche Öfen im Abschnitt verbleiben und übergeben werden.
7.) T.V.P. II./26 verlegt im Einvernehmen mit Btl.-Arzt D.F.B.30.
8.) Nachrichtenverbindungen: I./6 stellt Fernsprechverbindung zu den Kompanien sicher und übernimmt dazu vom II./26 Längen und s.F.-Kabel. Übernahme bzw.
    Übergabe von Leitungen durch II./26 und D.F.B.30 wird noch befohlen.
9.) V.B. und B.-Stellen II./A.R.30 und 13./6 verbleiben im bisherigen Abschnitt.
 
30.Infanterie-Division                                                                                                                    Div.Gef.Std., am 6.12.44
      Abt.Ia           
   Nr.361/44 geh.

                                                                       Divisionsbefehl Nr. 127.
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1.) Die Division hat Befehl, die noch im eigenen Abschnitt eingesetzten Teile der 11.Inf.Div. beschleunigt herauszuziehen und sie ihrer Division zuzuführen.
    Am 7.12. sind bereite 100 Mann in Marsch zu setzen.
2.) Durchführung der erforderlichen Ablösungen nach anliegendem Zeitplan.
3.) Neue Grenzen zwischen Rgt.z.b.V. 185 und G.R.6 ab 8.12.:
    Bumbuli (6) - Schnittpunkt Schneise 500m ostw. Nordostran Tirs-Sumpf (MA.213/14), Schneise für Rgt.z.b.V.185 - Wegegabel nordwestl. Babriski (Rgt.z.b.V.185).
4.) Inmarschsetzung Alarm.Kp.Wagner und 40 Mann F.E.B.11 mit Lkw. von Wegegabel nordwestl. Babriski bis 7.12.44, 12,00 Uhr durch Rgt.z.b.V. 185. Mot.-Transportraum
    max. 100 Mann ist dorthin durch Ib am 7.12. bis 10,00 Uhr zuzuführen.
    Marschweg: Avoti, Lubaskrogs, Grobin, Durben, Sudmalkrogs, Dizstroki.
    Marschziel: Dizstroki, fernmdl. Meldung des Führers an Gef.Std. 11.Inf.Div. in Adzeli (über Ib 11.I.D. in Dizstroki).
5.) Bei Ablösungen sind je Kp. 1 Uffz. und 1 Mann 24 Stunden als Nachkomando in der Stellung zu belassen.
6.) Herausreißen und Mitnahme von Türen, Fenstern und besonders Öfen aus der Stellung ist verboten.

Anlage zu 30.Inf.Div., Ia Nr.361/44, v.6.12.44
Zeitplan für Ablösungen

Zeitpunkt          Ablösende Einheit         Herauszulösende Einheit         Bemerkungen
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6./7.12.          Teile I./G.R.6                6./F.R.26
7.12.             Teile Sturm-Btl.18            Alarm-Kp.Wagner + 40 Mann FEB.11
7./8.12.          6./F.R.26                     1./D.F.B.30
8.12.             1./D.F.B.30         )         2./Sturm-Btl.18
                  Tle.3./Sturm-Btl.18 )
8./9.12.          2./Sturm-Btl.18               3./G.R.173
9./10.12.         3./G.R.173                    F.E.B.11
 
Der Oberbefehlshaber                                                                                                                 A.H.Qu., Weihnachten 1944
  der 18. Armee

Soldaten!

Nur noch wenige Tage trennen uns von der deutschen Weihnacht, die uns trotz Allem auch dieses Jahr zu einer Feierstunde der Selbstbesinnung zwingt. Ganz Deutschland
ist zur Front geworden.
Die Erde erzittert an den deutschen Grenzen vom Bersten der Bomben und Granaten. Dort, wo sich einst unsere Kinder fröhlich und unbekümmert tummelten, wütet der Krieg,
zerstört er unsere Wohnungen und Arbeitsstätten, verwüstet er die Kultur unserer Heimat.
Unser Volk aber lebt weiter in der unbeugsamen Gewissheit, dass die Wende des Kampfes kommen wird. Nie wird der Feind unseren Freiheits- und Kampfwillen auslöschen
können! Und es ist gut, dass Ihr es wisst, Ihr Soldaten da vorn im Graben, Ihr Kämpfer im Wellenbrecher Kurland!
Meine Gedanken wandern mit Euch heimwärts in das Deutsche Land zu euren Frauen, Müttern und Kindern. Ich kenne Eure Sorgen und verstehe das bange Fragen mancher Männer.
Ich weiss, daß Viele Schweres zu tragen haben! Es ist jedoch nicht an der Zeit, mit dem Schicksal zu hadern. Viele von Euch sind bereits die sechste Kriegsweihnacht
fern der Heimat, weil es die Pflicht so befiehlt.
Der Krieg fordert von uns allen Mut und Entsagung, Pflichttreue und Opferwilligkeit. Der Russe schanzt und munitioniert vor der Armeefront. Wir wissen, dass er sich für
die dritte Kurlandschlacht vorbereitet, von der er sich nach Eintreten der Frostperiode die Eroberung Kurlands verspricht. Wir werden die Zeit bis dahin nützen, werden
uns bereit machen, kämpfen und stehen und ohne Grund auch nicht einen Meter Boden preisgeben. Es gilt, weiter zu kämpfen, denn vor uns steht nur ein Entweder- Oder.
Der Bolschewist soll es auch in diesem Winter spüren, dass wir Allwettersoldaten sind, mag er seine Anstrengungen noch mehr steigern, unser unbedingter Widerstandswille
wird ihm jede Chance nehmen.
Wenn es die Kampflage zulässt, werdet Ihr Euch in Eure Bunker und Unterstände einen Tannenbaum holen, ihn schmücken und mit der gleichen Ergriffenheit wie früher Einkehr
und Besinnung halten. Aber wehmütig wollen wir dabei nicht werden, sondern den Schein der flackernden Kerzen zum sichtbaren Zeichen der Gemeinsamkeit unserer grossen
deutschen Volksfamilie werden lassen. Wir wollen auch voll Dankbarkeit an jene denken, die das unerbittliche Schicksal des Krieges abberufen hat. In unseren Gedanken sind
eingeschlossen alle Männer, Frauen und Kinder, die ein unglückseliges Geschick in die Hände des Feindes fallen liess. Einst werden unsere Feldzeichen wieder vorwärtsstürmen!
Das ist die Religion unserer Kraft und unseres Glaubens! Das Schicksal wird uns noch schwere Aufgaben stellen. Wir werden auch diese erfüllen. Neue schwere Kämpfe erwarten
uns. Wir sind bereit! Wir wollen uns auch in dieser Weihnacht vor unser Vaterland stellen.
In unseren Herzen sind unsere Lieben allgegenwärtig. Lasst uns unserem Führer in dieser Stunde erneut geloben, dass er sich auf uns verlassen kann, und dass wir an ihn
glauben, jetzt und alle Zeit. Haltet auch in dieser Weihnachtsnacht Wache für unser Vaterland. Ihr sollt wissen, dass meine Gedanken bei Euch sind in der Gemeinschaft
unseres Kampfes, der Deutschland heisst.
Euer Oberbefehlshaber
 
30.Infanterie-Division                                                                                                                    Div.Gef.Std., am 25.12.44
      Abt.Ia           
   Nr.433/44 geh.

                                                                       Divisionsbefehl Nr. 130.
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1.) Ab 23.12.44, 06,00 Uhr tritt folgende Abschnittsgrenze zwischen 87.Inf.Div. und 30.Inf.Div. in Kraft:
      Bisheriger Verlauf bis Supstiki (87.) - Ziemeli (87.) - Verlauf der Schneise nach Südosten bis Schneisenkreuz in EK 70 7/4 - Südzipfel des Waldrandes in EL 1c-
      Straßengabel in DM 2s 9/3.
2.) Rgt.Stab.z.b.V.185, Sturm-Btl.AOK.18 und Sich.Btl.638 sind aus dem Befehlsbereich der Division ausgeschieden.
    D.F.B.30 bleibt zunächst taktisch 87.Inf.Div. unterstellt. Munitionsversorgung erfolgt durch 87.Inf.-Div.
3.) Sicherungs-Btl.989 wird mit sofortiger Wirkung auch versorgungsmässig und truppendeisntlich Gren.Rgt.6 unterstellt.
4.) Art.Rgt.30 tritt am 24.12., 12.00 Uhr wieder unter den Befehl der Division, bleibt jedoch auf enge Zusammenarbeit mit 87.Inf.-Div. angewiesen. Durch Belassen der
    bisherigen B.-Stellen und V.B. im Abschnitt der 87.Inf.-Div. ist Wirkung vor HKL 87.Inf.-Div. sicherzustellen.
 
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