| Kriegstagebuch Februar 1945 | |
| 9.1.1945 |
Generalkommando CI.A.K. (Ia) Nr. 20110 /geh., O.U.,den 9.2.1945. Tagesmeldung an A.O.K. 9: 1.) Bei eigenem Angriff gegen Neu-Schaumburg um 6 Uhr gelingt es, den Südteil der Ortschaft zu nehmen und gegen mehrere feindliche Gegenstösse zu halten. Verbindung mit Gruppe Schwäble (Festung Küstrin) hergestellt. Feindliche Bereitstellungen im Raum Gross-Neuendorf werden durch zusammengefasstes Art.-Feuer zerschlagen. In den frühen Morgenstunden Säuberung des Raumes Kerstenbruch-Neu Karlshof - Karlsbiese. Ab 16.00 Uhr Bereinigung des nördlichen Ufers der Alten Oder ostwärts Neu Karlshof zur Zeit noch im Gange. 16.00 Uhr Fortsetzung des Angriffs gegen Loose in Rgt.-Stärke. Angriff schreitet infolge sich versteifenden Widerstandes langsam fort. Bisher etwa 4 Gehöfte im Südteil von Loose genommen. In den Morgenstunden erfolgter Feindangriff in Btl.-Stärke gegen Südrand Brückenkopf Zäckerick 75 m vor eigener Linie zum Stehen gebracht. Geschätzte Feindverluste ca. 60 Mann. 9.00 Uhr erstmaliges Auftreten von 4 IL. 2 mit Bordwaffenbeschuss. 2.) An Hand der Karte gegeben. 3.) Entfällt. 4.) Von Inf.-Div."Berlin" bis 9.2.45 eingetroffen: Wach-Rgt. "Großdeutschland" I.R.652 mi Stab, Stabskomp., 14. Komp., I.Btl. Pi.-Btl. 309 mit 1 Komp. s.A.R.309 mit Stab, Stabsbattr. u. 2.Battr. le.A.R. 339 mit Stab, Stabsbattr., 1 Battr. sowie Geschützen der 2./le.A.R.309 Pz.Jg.Abt. ohne 3.Komp. San.-Komp.309 5.) 25.Pz.Gren.Div. Neu-Trebbin-Grube. Inf.Div. "Berlin" in Quappendorf. 6.) siehe besonderes Fernschreiben. 7.) Fortsetzung des Angriffs und Ablösung lt. Armee-Befehl. 8.) Bei der Einnahme von Neu-Lewin und Karlsbiese wurden erbeutet oder vernichtet: 19 m.u.s.Pak, 7 s.MG, 6 le.MG, 3 s.Gr.W., 2 Mun.-Fahrzeuge, 80 Karabiner, 10 Pferde, 10 Tross-Fahrzeuge, Mun. u.Bekleidung. Ca. 100 gezählte Feindtote. Bei der Einnahme von Kerstenbruch wurden erbeutet oder vernichtet: 12 Pak, 2 s.MG., 5 le.MG, 8 Pz.-Büchsen, 38 Pferde, 12 Panjewagen, 1 Lkw, 35 gezählte Feindtote, weitere ca. 50 geschätzte Feindtote Durch 25.Pz.Gren.Div. wurden in der Zeit vom 6.2. -9.2.45 erbeutet oder vernichtet: 2 Feindpanzer, 1 Feindpanzer bewegungsunfähig geschossen, 41 Pak, 19 s.MG, 44 le.MG, 16 Gr.W., 25 Gespanne, 1 2-cm Flak-Geschütz, 28 Pz.-Büchsen, 1 JG, 3 Lkw, 38 Pferde, 1 beladener Mun.-Wagen, 8 russ. Gefangene, 1 USA-Gefangener. Ausserdem 325 gezählte Feindtote, weitere 600 - 700 geschätzte Feindtote. 3 4-mot. Bomber abgeschossen. 9.) Bewölkt, einzelne Regenschauer, leicht diesig, Wege versumpft, Eisdecke unverändert. 10.) Siehe besondere Meldung IIa/IIb. Zusatz: Ablösung an linker Korps-Grenze am 7.2 im Einvernehmen mit Marine-Schützen-Div.Nord durchgeführt. |
| 10.2.1945 |
Generalkommando CI.A.K.(Ia) Nr.20122/45 geh. O.U., den 10.2.1945 Tagesmeldung an A.O.K.9: 1. Am Spätnachmittag brach der Gegner nach starker Artl.- und Gr.W.-Vorbereitung in Kp.-Stärke ostwärts Sydowswiese ein, wurde jedoch im Gegenstoß geworfen. In einzelnen Stoßtruppunternehmen gelang es, Wach-Rgt.Gross Deutschland, südostw.Amt Kienitz auf einer Breite von 2 km die bisherige HKL um 1 km nach Osten gegen schwächeren Feindwiderstand vorzuverlegen. Bei Karlsbiese wurde die HKL am Oderdamm um 300m nach NNO vorverlegt. Feindangriffe entlang der Oder in Kp.Stärke wurde abgewiesen. Im Südteil von Loose schob sich Feind ab 17,00 Uhr an eigene HKL heran. Aufklärung gegen Oderdamm westl. Zusammenfluß Alte Oder - Oder stellte Feindbesetzung mit schw.Waffen fest. Eigener Stoßtrupp vernichtete 20 Mann. Ostw. Brückenkopf Zäckerick durch Spähtrupp fdl.Schanztätigkeit festgestellt, dabei im Handstreich eine 3,7cm Pak mit Munition erbeutet. Ostw. Oderufer zwischen Zollbrücke und Zäckerick feindbesetzt. Laut Überläuferaussage Brücke Güstebiese durch Luftangriff zerstört. 2. An Hand der Karte bereits durchgegeben. 3. entfällt. 4. 1) Oberst Richter mit Rgt.Stabz.b.V.781 als Arko CI.A.K. 2) IV./Volks Art.Korps 404 mit 2 Bttr. s.F.H. 3) 16./Bttr. (21 cm Mörser) von V.A.K.404 4) Wach-Rgt. Gross Deutschland vollständig. Von Gren.Rgt.653, 1 Btl. Gren.Rgt.652 vollständig ohne 1 Btl. von le Art.Rgt.309 Stab, Stabs-Bttr., 2 Bttr. von s.Art.Rgt.309: Stab, Stabs.Bttr., 2 Bttr. Pi.Btl. vollständig N.A. vollständig Sani-Tr. vollständig Pz.Jg.Abt. ohne 3.Kp. 5) s.Eisenb.Flak Abt.395 (E) mit 2 Bttr. 8,8 cm 6) II./s.Werfer Rgt.15. 25.Pz.Gren.Div. mit unterstellter N.W.Rgt 52, mit unterstellter II/52 u. I/15 Flak-Bttr. 1/337, 2/371, Versprengten Btl. Freienwalde. 5. 303.Div. Neu Trebbin - Grube. 6. Durch Fernschreiben. 7. Fortsetzung. 8. Bei Zellin fdl. Pakstellung durch s.I.G. Volltreffer vernichtet. Eine 3,7 cm Pak erbeutet, 1 Überläufer, 20 Feindtote. E-Bttr. Volltreffer anscheinend auf Munitionslager bei Zellin, starke Explosion beobachtet. 9. Bis Mittag klar, Nachmittag zunehmende Bewölkung, beschränkte Sicht, vereinzelte Regenschauer, Wege noch stark verschlammt, Eis unverändert. 10. entfällt. |
| 11.2.1945 |
Generalkommando CI.A.K. (Ia) 20147/45 geh. O.U.,den 11.2.1945 Tagesmeldung an A.O.K.9: 1.) Südwestlich Kienitz gelang es, die HKL. gegen schwachen Feindwiderstand um etwa 100 m vorzuverlegen. Gegen 11.00 Uhr feindliche Bereitstellung etwa in Btl.-Stärke 1 km südostwärts Gross-Neuendorf durch zusammengefasstes Art .-Feuer zerschlagen. Auf dem Wege Klewitz-Kalenzig wurde reger Strassenverkehr in beiden Richtungen beobachtet. Bei Ortwig nahm Feind in den frühen Morgenstunden nach starkem Pak-Feuerüberfall 1 Gehöft 1 km nordwestlich Ortwig. Um 2.30 Uhr griff Feind in mindestens Btl.-Stärke aus Loose nach Südwesten an. In hartem Kampf wurde eigene HKL um etwa 350 m zurückgedrückt. Bei Tagesanbruch einsetzender Gegenstoss brachte etwa 100m Bodengewinn. Um 16.00 Uhr angesetztem Angriff in Rgt.-Stärke gelang es, gegen starken Feindwiderstand etwa 200 m über die Linie von heute morgen hinauszukommen. Um 17.30 Uhr feindlicher Gegenangriff mit starker Art.- und Salven-Geschütz-Unterstützung. Eigene Truppe auf Ausgangsstellung vom Vortage zurückgeworfen. Bei Güstebiese früh morgens erfolgloser Feindvorstoss in Komp.-Stärke. Feind-Art. schoss auch auf südwestliche Zufahrt zur Brücke Zäckerick ein. Im Brückenkopf Zellin und im linken Korpsabschnitt feindliche Luftaufklärung durch JL 2 (4 Maschinen) . Feind verstärkt sich laufend im gesamten Korps-Abschnitt, besonders im Raum Kienitz, Gross-Neuendorf und Zellin. 4.) II./653, 14./653, Div.Stab "Berlin", Rgt.-Stab A.R. 309. 6.) Siehe Fernschreiben. 7.) Wie befohlen. 8.) Liegen noch nicht vor. 9.) Wege weiterhin verschlammt, Eisdecke beginnt rissig zu werden. Überschreiten durch einzelne Schützen noch möglich. Eisdecke teilweise bis 50 cm überspült. Nachts Frost, tagsüber wärmer, vereinzelt Regen- und Schneeschauer. |
| 12.2.1945 |
KTB CI.A.K.: Anlage 37 Geheim An A.O.K. 9 nachr.: XI.SS-A.K. Oder-Korps Div. „Berlin“ Div. „Döberitz“ Div.z.b.V. Tagesmeldung an A.O.K. 9 vom 12.2.1945: 1.) Im Angriff entlang der Trepnitz-Linie gewann Rgt.„Grossdeutschland“ und Rgt.300 eng aneinandergelehnt die Straße Gross-Neundorf – Ortwig bis zum Berührungspunkt mit der Eisenbahn. Starkes feindliches Feuer aus zahlreichen, schwer erkennbaren Nestern und aus Stützpunkten ausgebaute Gehöfte brachte weiteren Durchbruchsversuch zum Scheitern. Gegenangriffe aus Gross-Neundorf drückte vorderste Teile beider Rgt., die zudem aus Gegend Bahnhof Neundorf und Ortwig stark flankiert wurden, fast bis in die Ausgangsstellung (südlich der Straße) zurück. Gehöft 1km ostwärts Ortwig (nördlich der Strasse) wechselte in harten Kämpfen mehrmals den Besitzer un dblieb in Feindeshand. Im Raum Sydowswiese erreichte eigener Angriff gegen 9 Uhr Zusammenfluss Oder – Alte Oder. Nach Abwehr eines durch Panzer unterstützten Gegenstoßes: Angriff nach Norden unter Wegnahme von 2 feindlichen s.Pak. Nach planmäßiger Vorbereitung mit Art., 22 Batterien allein auf Abschnitt Rehfeld – Gross-Neuendorf, Gr.Werfer, s.Pak und Salvenschützen ab 14.10 Uhr trat Feind um 14.30 Uhr (anscheinend durch eigenen Angriff vorzeitig ausgelöst, mit Masse von 2 Divisionen, verstärkt durch Panzer im Raum zwischen Sydowswiese und Gross-Neuendorf zum Angriff an. Feindeinbrüche westlich Gross-Neuendorf, nördlich Amt Kienitz, südlich Amt Kienitz und etwa 1,5 km nordwestlich Rehfeld. Amt Kienitz wird gehalten. Gegenangriffe in Btl.-Stärke verstärkt durch Sturmgeschützzug in Richtung Amt Kienitz, in Komp.-Stärke mit 3 Sturmgeschützen in Richtung nordwestlich Kienitz angesetzt. Die erbitterten Kämpfe dauern an. Bei Karlsbiese erreichte eigener Angriff in Rgt.-Stärke gegen zähen Feindwiderstand Wegeknick am Nordausgang Karlsbiese und Oderdamm nördlich davon. Im Raum Güstebiese blieb in den gestrigen Abendstunden eigener Angriff auf Brückenkopf westlich Einmündung Alte Oder in Oder nach guten Anfangserfolgen liegen. Wiederholung des Angriffes blieb erfolglos. Neunmalige feindliche Gegenangriffe. Ostwärts der Oder reger Fahrverkehr, Panzergeräusche bei Grüneberg. 2.) An Hand der Karte gegeben. 6.) Siehe besonderes Fernschreiben. 7.) Abwehr erwarteten feindlichen Gross-Angriffes auf alte HKL. 8.) Werden nachgemeldet. 9.) Nach Niederschlag erneute starke Verschlammung, leichter Schneefall. Eis ohne Hilfsmittel für Inf. nicht passierbar. 10.) Erhebliche Ausfälle, Zahlenmeldung erfolgt durch IIa/IIb. Für das Generalkommando CI.A.K. Ia Nr. 20166/45 geh. Der Chef des Generalstabes i.A.(gez.) Witte Major i.G. |
| 13.2.1945 |
KTB CI.A.K.: Anlage 40 Geheim An XI.SS-A.K. Oder-Korps Div.„Berlin“ Div.„Döberitz“ Div.z.b.V. 606 Tagesmeldung an A.O.K. 9 vom 13.2.1945 1.) In der Nacht vom 12. auf 13.2. gelang es Feind mit starker Art.- und Salvenschützen-Unterstützung durch eigene im Aufbau befindliche Sicherungslinie aus Richtung Kienitz nordwestlich Freigut vorbei und auf Amt Kienitz aus Richtung Neuendorf über Fuchsberge und entlang Straße auf Ortwieg mit stärkeren Kräften durchzustossen. Bei Gehöften 1 km nordwestlich Freigut wurde Feind in den frühen Morgenstunden durch eigene Gegenangriffe aufgefangen und auf den Graben nordwestlich Freigut nach Nordosten zurückgeworfen. In harten wechselvollen Kämpfen und gegen mehrere feindliche Gegenstöße wurden sämtliche Gehöfte südlich dieses Grabens in Besitz genommen. Nach schwerem Art.- und Salvenschützbeschuss, durch den die zwei angfreifenden Komp. hohe Ausfälle hatten, gewann Feind 3 Gehöfte 1 km nordwestlich Freigut (südlich des Grabens) zurück. Bei Feindangriff in Amt Kienitz wurden 4 Panzer bewegungsunfähig geschossen. Eigene Besatzung von Kienitz am Westrand des Ortes zurückgedrängt. Nach Auffang feindlichen Angriffs westlich Fuchsberge in den frühen Morgenstunden trat Rgt.300 (rechtes Rgt.Inf.Div. „Döberitz“) mit einem Btl., von Sturmgeschützen unterstützt, um 15.30 Uhr zum Angriff an und nahm nach hartem Kampf die Höhe. Eigener Gegenstoß im Morgenraum zur Wiedergewinnung Gehöfte 1 km ostwärts Ortwig blieb erfolglos. Im Abschnitt 606I.D. frühmorgens verstärktes feindliches Feuer schwerer Inf.-Waffen auf Oderdamm südlich Zollbrücke. Feindlicher Angriff auf Güstebiese – Loose in Zugstärke abgewiesen. Feindangriff in den Abendstunden von Nordwesten auf Sydowwiese zur Zeit noch im Gange. Weitere Meldungen fehlen. Eigener planmäßiger Gegenangriff mit einem Btl. zur Gewinnung des Grabens nordwestlich Freigut für die Nacht angesetzt. 2.) Siehe übersandte Pendelkarte. 4.) Zuführungen zu Div. „Berlin“: II./Gren.Rgt.652, Rgt.-Stab, Stabs-Komp. und 13.Komp./Gren.Rgt.653, 3./(Flak)Komp. Pz.Jg.Abt. „Berlin“, 2 Abt. Flak-Rgt. 182. Abgabe: I.u.IV.Abt. Volks-Art.Rgt. 404. 5.) Div.z.b.V.606: Alt-Gaul 6.) Siehe Fernschreiben. 7.) Siehe Fernschreiben. 8.) Rgt.302: 25 Scharfschützenabschüsse. Bei Div. z.b.V. 606 1 ehemaliger Kriegsgefangener aus dem Kriegsgefangenen-Lager Küstrin-Neumark gefangen genommen. 9.) Diesig, leichter Schneefall, Regen, Wege stark verschlammt. Wasser an der Oder steigend. 10.) Wird nachgemeldet. Generalkommando CI.A.K. Ia Nr. 20195/45 geh. Nachtrag zur Tagesmeldung an A.O.K. 9 vom 13.2.1945: Nach übereinstimmenden Feststellungen der Truppe (vB.-Stellen der Inf. und Art. und Gefangenenaussagen) handelte es sich bei den Feindkräften die am 12.2. im Abschnitt Kienitz - Gross-Neuendorf zum Angriff antraten, um starke Teile von 3 Div.. Anscheinend wurde der Gegner durch den gleichzeitigen Angriff auf der ganze Front zwischen Sydowswiese - Gross Neuendorf überrascht. Das Korps ist der Ansicht, dass der Gegner durch den Angriff entlang der Trennungslinie zwischen Div. "Berlin" und "Döberitz" dazu veranlasst worden ist in der Mitte seiner Brückenkopffront anzutreten, um die eigenen, im Angriff befindlichen Verbände zu überlaufen und damit seinen Brückenkopf zu erweitern. Die wirkliche Stärke in seinem bisherhigen Brückenkopf, welche trotz laufender Luft- und Erdaufklärung nicht in vollem Umfange bekannt war, trat nun zu Tage. Dass es trotzdem gelang den Gegner nach etwa 2 km tiefen Einbrüchen aufzufangen, ist in erster Linie auf die bewegliche Kampfführung der unterstellten Verbände, die starke Unterstützung des Volks-Art.Korps und die Bodenverhältnisse, die einen Einsatz von Panzern in grösserer Anzahl verinderten, zurückzuführen. Auf die auf Grund der GEsamtlge notwendig werdende Abgabe des Volks-Art.Korps entstehende Schwächung der Abwehrkraft des Korps wird hingewiesen, besonders an Kalibern über 10cm. Flak-Rgt.182 muss erst beweisen, dass es einen brauchbaren Ersatz darstellt, abgesehen davon, dass Rohrzahl und Kaliber in ihrer Wirkung wesentlich geringer sind. Generalkommando CI.A.K. Ia Nr.20195/45 geh. |
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14.2.1945 |
KTB CI.A.K.: Generalkommando CI.A.K. Abt. Ia Nr. 20221/45 geh., O.U., den 14.2.45 Tagesmeldung an A.O.K. 9: 1. Bei I.D. Berlin nachts mehrere fdl.Stoßtrupps gegen Oderdamm bei Sydowswiese abgewiesen, 1 fdl.Spähtrupp vernichtet. Feindangriffe von NO gegen Raum N Sophiental – Rehfeld und aus Norden gegen Sydowswiese in Kp.-Stärke teilweise im Nahkampf abgewehrt. Über W.F. ostw. Sydowswiese fdl.Übersetzverkehr; dabei 3 „T 34“. 14.50 Feindangriff mit je 1 Kp. aus gedeckten Stellungen südl. Jesargraben (2km ONO Letschin) nach SW, S und SO in ganzer Breite abgewiesen. 16.00 Uhr eigener Angriff gegen Jesargraben. In hartem Kampf 2 Gehöfte genommen, 4 fdl.Panzer vernichtet, 1 weiterer bewegungsunfähig geschossen (2 Pz. vermutlich „Josef Stalin“). Wird noch nachgeprüft. Weitere 5 Feindpanzer bei Amt Kienitz und westl. Groß-Neuendorf beobachtet. Feind verstärkt sich laufend in diesem Abschnitt. Bei 303.I.D. verstärkt sich Feind vor rechtem Flügel und hält Ostteil Fuchsberge (2 km westl. Groß-Neuendorf) gegenüber eigenem Angriff. Fdl.Angriff in Kp.-Stärke wird abgewiesen. Eigener Angriff aus Whs. (1 km NO Ortwig) dringt in den Stützpunkt ein, dabei 1 fdl.Pak vernichtet; im fdl. Gegenstoß gehen Whs. unter starken Verlusten für den Feind wieder verloren. Fdl.Stoßtrupp NO Ortwig abgewiesen. Im mittl. Div.-Abschnitt seit heute vormittag erstmalig Phosphorgranatbeschuß, besonders auf Gieshof. Übersetzstelle bei Fähre Zellin tagsüber laufend vernebelt. Im Abschnitt Div.z.b.V.606 vormittags lebhafte fdl.Luftaufklärung. Um 17.30 Uhr Artl.-Volltreffer auf Strombrücke zum Brückenkopf Zeckerick, dabei 1 Brückenbogen der zur Sprengung vorbereiteten Brücke zerstört. Im gesamten Korpsabschnitt fdl. Tieffliegertätigkeit (IL 2). 2. An Hand der Karte gegeben. 4. a) Zuführungen: Nachr.Kp. 661 zu I.D.606. restl. Versorgungstruppen zu I.D.Berlin.b) b) Abgaben: Marine Alarm-Kp. Bismarck. 6. siehe bes. Fernschreiben. 8. 4 Panzer vernichtet, 1 Pz. bewegungsunfähig geschossen; 1 Pak. Pz.-Abt. 303 (mit Teilen Rgt. 300) meldet als Erfolg: 13.2.45: 2 vernichtete Pak, 9 M.G., 8 Pz.-Büchsen (Nachmeldung) 14.2.45: 3 vernichtete Pak, 1 s.M.G., 2 le.M.G., 4 Pz.-Büchsen. 9. Trübe und regnerisch, Wege weiterhin verschlammt. Eis bei Brücke Zäckerick durchschnittlich 12 cm, mit 5 cm Wasser bedeckt. 10. Siehe IIa/IIb – Meldung. |
| 15.2.1945 |
Kriegstagebuch CI.A.K.: Generalkommando CI. A.K. (Ia) Nr. 20226/45 geh. O.U., den 15.2.1945 Geheim Tagesmeldung an A.O.K. 9: Bei Div. Berlin in der Nacht vom 14./15.2. mehrere fdl. Stoßtrupps gegen Sydowswiese, Sophienthal und Rehfeld, sowie 2 Angriffe in Kp.-Stärke aus dem Raum nördl. Sophienthal gegen äuseren Oderdamm unter Vernichtung einer Feindpak und eines s.M.G. abgewiesen. Eigener Spähtrupp brachte aus dem Raum nördl. Sophienthal 2 fdl. s.M.G. ein. Ab 14.00 Uhr erneuter eigener Angriff zur Wiedergewinnung des Jesargrabens (3 km südwestl. Bhf. Kienitz) unter Ansatz je einer Kampfgruppe von Osten und Westen entlang des Jesar Graben sowie ab 16.00 Uhr unter Ansatz einer 3.Kampfgruppe von Süden. Kampf dauert an. Auf Brücke zwischen Kienitz und Hälse während des ganzen Tages reger Verkehr beobachtet, dabei 1 Panzer und 1 Btl. festgestellt. Bei Div.Döberitz vermehrte Schanzätigkeit des Feindes. Starker Übersetzverkehr an der Oder westl. Zellin. Übersetzstelle wurde eingenebelt. Auffallende Ruhe vor gesamtem Div.-Abschnitt. Bei Div.606 von 7.00–7.30 Uhr Artl.-Feuerüberfall auf Brückenkopf Zäckerick und NW.davon aus ostwärtiger und nordost Richtung. Während des ganzen Tages wiederholte Feuerschläge auf Brückenkopf und Brücke. In der Nacht laufend Kp.-starke Angriffe gegen den Südteil Brückenkopf abgewiesen. In den Morgenstunden Wiederaufnahme der fdl. Angriffstätigkeit, alte HKL in eigener Hand. 14.50 Uhr weiterer Feindangriff auf Ostteil Brückenkopf abgeschlagen. Aus Norden und Osten weiterhin Vorfühlen fdl. Stoßtrupps. Verstärktes Artl.-Feuer (7 Bttr.) und Gr.W.-Feuer verursachte größere eigene Verluste. 13.20 Uhr Eisenbahnbrücke, die durch einen zusammengeschossenen Eisenbahnzug unpassierbar war, gesprengt. Fdl.Ziele im Raum Kalenzig, Kienitz, Amt Kienitz, Groß-Neuendorf und Fuchsberge wurden wirksam durch eigene Artl. bekämpft. Artl.-Störungsfeuer auf Ansammlungen, Bereitstellungen, Übersetzverkehr bei Kienitz und Kalenzig. Bei Kalenzig eine fdl. Fähre, besetzt mit etwa 1 Komp., durch Volltreffer versenkt. Im gesamten Korpsabschnitt verstärkte fdl. Tiefflieger- und Luftaufklärungstätigkeit (IL 2 u. Ratas). 2. II./Fhj.Gren.Rgt.1242. 8. Div. Berlin: 1 Pak, 1 s.M.G. vernichtet; 2 s.M.G. erbeutet. 1 Fähre besetzt mit 1 Komp. versenkt. Div.Döberitz: 1 Pak vernichtet, 1 Pak zum Schweigen gebracht, 6 Scharfschützenbeschüsse. Div.606: 2 Überläufer (Bessarabier). 9. Kühl, trocken, wechselnd bewölkt, Wege weiterhin verschlammt. |
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