Illo-Gerät
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Die Illo-Geräte gelangen als handelsübliche Geräte aus den Sanitätsparken nur auf besonderen Antrag zur Ausgabe und werden zur Entwesung von Ausrüstungsgegenständen in Gebäuden eingesetzt.
Das Gerät besteht aus folgenden Teilen:
- Der Illo-Behälter (Syphon) ist ein aus Stahlblech gezogener Luftdruckkessel. Auf dem Oberboden befinden sich ein Druckmanometer, ein Luftpumpenventil, eine Öffnungs- und Abstell-Vorrichtung, sowie ein Düsenrohr mit einer Spezialdüse.
- Zubehör: Luftpumpe, Schraubenschlüssel, Einfülltrichter und Abfüllmaß für die Illo-Flüssigkeit, Thermometer und evtl. ein Metermaß zum Abmessen der Räume, Klebestreifen zum Abdichten von Räumen. — Gasmaske.
- Illo-Flüssigkeit, abgefüllt in Kanistern oder Tanks.
Arbeitsweise
Zur Entwesung von Unterkünften ist es notwendig, daß eine Raumtemperatur von mindestens 20° vorhanden ist. Gegebenenfalls sind die Räume und das eingebrachte Desinfektionsgut vorher mittels Wärmequellen auf die erforderliche Temperatur zu bringen. Vor Beginn jeder Begasung ist unbedingt darauf zu achten, daß offenes Feuer (glühende Drähte der Heizkörper, Ofenfeuerung u. dgl.) aus dem Raum entfernt werden. Das Abdichten des Rauminnern hat mit den beigegebenen Papierkleberollen zu erfolgen.
Nach dem Fassungsvermögen des Raumes (cbm-Inhalt) wird die benötigte Menge Illo-Flüssigkeit errechnet. Bei einer Einwirkungsdauer von mindestens 2½ Stunden und darüber hinaus müssen 140 ccm Illo-Flüssigkeit pro cbm-Raum verwendet werden. Die Einwirkungsdauer kann je nach Ungezieferart bis zu 6 Stunden betragen.
Jeder Illo-Behälter darf im Höchstfall nur mit 2,6 Liter Flüssigkeit gefüllt werden, bei einem Gesamtgewicht von etwa 4 kg. In größeren Räumen sind daher mehrere Behälter gleichmäßig zu verteilen.
Bei Inbetriebnahme des Gerätes ist zunächst mit dem Schraubenschlüssel die Sechskantmutter am Luftpumpenventil zu lösen und herauszuschrauben. In die nun vorhandene Einfüllöffnung wird mit Hilfe des Trichters die vorher errechnete und abgemessene Menge Illo-Flüssigkeit eingefüllt. Beim Füllen der Behälter in geschlossenen Räumen sind Gasmasken anzulegen und Lederhandschuhe zu tragen. Nach der Füllung ist das Luftpumpenventil fest aufzuschrauben und das verlängerte Düsenrohr an der vorgesehenen Verschraubung anzubringen. Die Abstellvorrichtung ist gut zu verschließen und darauf der Behälter mittels der Luftpumpe auf etwa 5 Atü (roter Strich am Manometer) zu bringen. Das Abblasen der Flüssigkeit kann nun vorgenommen werden.
Die Illo-Flüssigkeit ist auch im gasförmigen Zustand nicht explosiv. Das Arbeiten in Illo-vergasten Räumen erfordert beim Arbeitspersonal das Anlegen der Gasmaske, damit gesundheitliche Schädigungen vermieden werden.
Eine ausführliche Gebrauchsanweisung wird jedem Gerät beigegeben.
Gewicht des Illo-Behälters, gefüllt: 6 kg.
Außenmaße: 16 cm Ø, 25 cm hoch.
Weitere chemische Entwesungsmittel, wie schweflige Säure, Blausäure, Zyklon, Äthylenoxyd (T-Gas) usw., die zur Vergasung, jedoch nicht mit Illo-Geräten, geeignet sind, s. H.Dv. 194 (M.Dv. 277, L.Dv. 416).
Thermodesgerät
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Das Thermodesgerät ist den Sanitätsparken zugeteilt und wird von dort auf genehmigten Antrag ausgegeben. Es dient zur Entwesung von Desinfektionsgut im Heißluftstrom.
Das Gerät besteht aus folgenden Hauptteilen:
- Dem Oberteil mit Elektromotor 0,25 PS (Universalmotor für Gleich- und Wechselstrom für 110 und 220 Volt) mit Ventilator und Thermometer.
- Dem Mantel mit Manteltür und Austrittsöffnungen für die Verbrennungsgase, sowie der Temperatursicherung mit Quecksilberschaltuhr.
- Dem Unterteil mit Ölbehälter (Inhalt 15 Liter Dieselöl, Flammpunkt 80°), der Brennereinrichtung, dem Elektromotor 0,25 PS (Universalmotor für Gleich- und Wechselstrom für eine Spannung von 110 oder 220 Volt) und dem Gehäusetopf mit Anschlußstutzen für den Metallschlauch und der elektrischen Steckdose mit Umschaltvorrichtung für die beiden Elektromotore von 110 auf 220 Volt.
- Den Zubehörteilen wie: Anheizlampe, Brenneraufsatz, Brennerhütchen, Brennerzange, Ölfülltrichter, Ölmeßstab, 4 Thermometer, Steckschlüssel, Metallschlauch und Gummikabel.
Arbeitsweise
Zunächst ist die vorliegende Netzspannung (110 oder 220 Volt) genau festzustellen und das Gerät gegebenenfalls durch Umschaltung mit der Netzspannung in Übereinstimmung zu bringen. Das Schaltschema befindet sich in der Transportkiste. Dann Öl- und Brennerkontrolle durchführen.
Es ist unbedingt darauf zu achten, daß vor der Inbetriebnahme des Gerätes sich das Mundstück des biegsamen Metallschlauches außerhalb des Raumes befindet, da die volle Leistung des Gerätes nur bei Ableitung der Verbrennungsgase und Vorhandensein genügender Mengen frischer Luft gewährleistet wird.
Nach Erledigung der notwendigen Vorarbeiten wird durch die Anheizlampe (Benzindruckbrenner) die rechte Seite des Brennerzylinders erwärmt bis dieser an der angeheizten Stelle rotglühend ist. Die Ölregulierspindel wird geöffnet und die Stromverbindung hergestellt. Die Flamme der Anheizlampe wird dabei über den Brenner gehalten, damit das Luft-Ölgemisch sich entzünden kann und die Flamme so lange reguliert, bis ein gleichmäßiges ruß- und rauchfreies Brennen eintritt (2½–3 Liter Ölverbrauch pro Stunde).
Bei einer Temperatur von 90° am Gerätethermometer wird die Ölzufuhr langsam gedrosselt. Es ist zu beachten, daß der Außenmantel des Apparates nur an den Heißluft-Austrittsöffnungen glühen darf. Durch das Umwälzen der trockenen Heißluft im Raum und durch den entstehenden Überdruck sind besondere Abdichtungsmaßnahmen z. B. an Fenstern und Türen in Häusern nicht notwendig.
Für die Entlausung eines Raumes oder Zeltes bis zu 50 cbm genügt ein Gerät, bei 80 cbm sind 2 Thermodesgeräte erforderlich.
Bei einer Temperatur von durchschnittlich 80° beträgt die Dauer der Entwesung eines Raumes etwa 1–1¼ Stunden. Für die Entwanzung von Räumen und einer Raumtemperatur von 70° sind 4–8 Stunden erforderlich, bei Entwanzung von Sachen 1–2 Stunden. Die Beschickung des Raumes mit dem zu desinfizierenden Gut hat in genügendem Abstand, etwa 10 cm zwischen den Stücken, zu erfolgen.
Zur Entlausung eines mit Kleidungsstücken nicht zu dicht behängten Raumes wird bei einer Raumtemperatur von 80° 1 Stunde benötigt.
Bei geschicktem Aufhängen der Kleidungsstücke können in einem Raum von 50 cbm etwa 180 Garnituren desinfiziert werden.
Eine ausführliche Gebrauchsanweisung liegt dem Gerät bei.
Gewicht des Thermodesgerätes mit Transportkasten: 117,3 kg.
Größe des Transportkastens: 140 × 64 × 63 cm.
Anhänger (einachsig) für Entseuchung mit Brausevorrichtung
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Der Anhänger (einachsig) für Entseuchung mit Brausevorrichtung ist jeder Sanitätseinheit zugeteilt.
Das Gerät kann unterteilt werden in:
- Das Fahrgestell ist ein einachsiger, luftbereifter Anhänger mit Zugöse, Handbremse, Reserverad, vorn mit einer und hinten mit zwei verstellbaren Standstützen.
- Der Dampfkessel mit einem Fassungsvermögen von 100 l Wasser, 2,5 m² Heizfläche ist als Niederdruckdampfkessel für 0,5 Atü eingerichtet.
- Die Desinfektionstrommel ist doppelwandig, mit aufklappbarem Türdeckel, in dem sich ein Lüftungsventil und ein Thermometer zum Ablesen der Innentemperatur befinden. Die Trommel hat ein Fassungsvermögen von 0,6 m³ und ist vorn mit einem Warmwasserbereiter mit einem Wasserinhalt von 180 Litern ausgestattet. Die Füllung des Warmwasserbereiters erfolgt mit einer auf der linken Seite des Anhängers fest montierten Flügelpumpe. Der Innenraum der Trommel ist mit einem herausnehmbaren Holzrost ausgekleidet, ferner befindet sich am Boden das Heizregister mit dem darüberliegenden Sprührohr für Formalindampf. Im oberen Teil der Trommel ist das Dampfsprührohr angebracht. Außerdem werden jedem Gerät 25 Kleiderbügel beigegeben.
- Der Formalinverdampfer mit einem Inhalt von 1200 ccm Formalinlösung steht durch ein Absperrventil mit der Hauptleitung in Verbindung und erhält so die zur Verdampfung notwendige Energie.
- Die Brauseanlage besteht aus 4 Stützen mit Verteilerrohr, an dem sich 8 Brauseköpfe befinden.
Arbeitsweise
1. Dampfdesinfektion
Das Anheizen des Kessels erfolgt durch Holz und Kohle bis das Manometer den vorgeschriebenen Dampfdruck anzeigt. Steigt der Kesseldruck über 0,5 Atü, so ist die Aschentasche ganz zu schließen, bzw. das Sicherheitsventil zu regulieren. Nach einer Vorwärmung der Trommel von etwa 5 Minuten, wird diese mit dem zu desinfizierenden Gut beschickt und der Deckel mit Flügelschrauben hermetisch verschlossen. Der Dampf wird daraufhin dem Dampfsprührohr zugeleitet, durchströmt das Desinfektionsgut und tritt beim Abdampfrohr aus.
Während der Dauer der Desinfektion muß das Thermometer eine Temperatur von 103° anzeigen und darf in keinem Falle unter 102° absinken. Die Desinfektionsdauer ist bei 103° auf 45 Minuten festzusetzen. Bei dieser Desinfektion im strömenden Wasserdampf von 103° findet gleichzeitig die Entlausung statt.
2. Formalindesinfektion
Die Desinfektion mit Formalindämpfen wird hauptsächlich bei den Gegenständen vorgenommen (z. B. Leder, Pelze usw.), bei denen durch eine Dampfdesinfektion von 100° eine Schädigung eintreten würde. Der Formalinverdampfer wird bis zur Marke 1200 mit einem Gemisch aus 300 ccm 40%iger Formalinlösung und 900 ccm Wasser beschickt. Nach Öffnen des Dampfabsperrventils zum Formalinverdampfer fängt nach kurzer Zeit das Formalin-Wassergemisch an zu verdunsten.
Das zu desinfizierende Gut verbleibt, bei vorheriger lockerer Einlagerung in die Trommel, dem Formalindampf etwa 4 Stunden ausgesetzt. Nach Beendigung der Desinfektion muß das desinfizierte Gut längere Zeit der frischen Luft ausgesetzt werden. Zur Neutralisation des Formalingeruchs kann auch Ammoniaklösung im Formalinverdampfer verdunstet werden.
3. Entlausung mit Heißluft
Da Formalindampf Läuse und deren Nissen nicht abtötet, andererseits, wie schon erwähnt, manche Gegenstände im strömenden Wasserdampf bei 103° eine zu starke Veränderung erleiden, ist das Gerät auch zur Entlausung mit Heißluft eingerichtet. Die Entlausung mit Heißluft wird bei etwa 80°, durch Inbetriebnahme des am Boden der Trommel befindlichen Heizregisters, erreicht. Die Temperatur in der Trommel darf auf keinen Fall 100° übersteigen.
Die Dauer der Entwesung beträgt eine Stunde.
4. Warmwasserbereitung
Zunächst wird Kaltwasser mittels der Pumpe in den Warmwasserbereiter gedrückt. Durch Öffnen des Ventils strömt Dampf in den Doppelboden und erwärmt den ganzen Wasserinhalt. Dem, durch einen Schlauch mit dem Warmwasserbereiter in Verbindung stehenden Brausegestell, wird Warmwasser mit einer Höchsttemperatur von etwa 40° zugepumpt.
Bei Frostgefahr ist das Wasser aus dem Dampfkessel, dem Speisewasserbehälter und dem Warmwasserbereiter durch Öffnen der entsprechenden Entleerungshähne zu entfernen.
Der Entseuchungsanhänger hat ein Fassungsvermögen zur gleichzeitigen Desinfektion von 15 Garnituren.
Eine ausführliche Betriebsanleitung HDv. 195/5 liegt dem Gerät bei.
Außenmaße: Länge 340 cm; Breite 170 cm.
Gewicht des Anhängers (einachsig) für Entseuchung mit Brausevorrichtung:
1450 kg.
Erforderlicher Laderaum für 3 Anhänger: 1 R-Waggon.
Entseuchungs- und Entgiftungsgerät
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Das stationäre Entseuchungs- und Entgiftungsgerät (EE-Gerät) lagert in Kisten verpackt in den Sanitätsparken und wird auf Anordnung des Armeearztes eingesetzt.
Die EE-Geräte werden nicht mehr gefertigt.
Durch strömende heiße Luft werden alle Bekleidungsstücke in einer besonderen Zelle entseucht und entwest.
Arbeitsweise
Die Größe des EE-Gerätes bedingt beim Aufstellen einen Arbeitsplatz von etwa 11 × 5 m. Zum Aufbauen werden 8 Mann, einschließlich des ständigen Bedienungspersonals benötigt. Die Kistenböden sind als Fundamente für die Geräte zu verwenden.
Nach Beschickung der Entseuchungszelle mit insgesamt 30 Uniformgarnituren wird der Ofen angeheizt und das Gebläse in Betrieb genommen. Der Kreislauf der Heißluft erreicht die völlige Durchdringung des Desinfektionsgutes und die notwendige Temperatur auch an den entlegenen Stellen des Raumes.
Zur Entwesung muß die Temperatur auf 80° C ansteigen und ist 1 Stunde
auf dieser Höhe zu halten.
Zur Entseuchung soll die Temperatur in der Zelle auf 110° C ansteigen und
2 Stunden anhalten.
Nach Beendigung der Desinfektion wird die Schaltung 15 Minuten lang auf
„Trocknen“ (Ableitung der Heißluft) gestellt.
Außer Entseuchung und Entwesung ist mit besonderen Zusatzgeräten die Entgiftung von Bekleidungsstücken möglich.
Als Zusatzgeräte und technische Hilfsmittel zur Entgiftung werden dem EE-Gerät ein „Satz Zubehör und Vorratssachen für ein Entseuchungs- und Entwesungsgerät“ zugeteilt:
Einzelteile
Satz schwere Gasbekleidung, Gashandschuhe, Trainingsanzüge. — Entgiftungsstoff in 80 kg-Packung, Schmierseife, Holzbottiche, Holzkellen, Eimer, Wurzelbürsten, halblange Spaten und Kreuzhacken, Flüssigkeitsmaß, Kanne für Öl, Kanister für Kraftstoff. — Feuerlöschgerät, Sanitätstornister.
Eine Betriebsanleitung wird dem Gerät beim Einsatz beigegeben.
Zahl und Bezeichnung der zum EE-Gerät gehörigen Kisten:
9 Kisten, gekennzeichnet Nr. 1–8, 8/I.
Gesamtgewicht des EE-Gerätes mit Zubehör: 10 t.
Erforderlicher Laderaum für 1 EE-Gerät mit Zubehör: ein offener
Waggon.
Satz Entwesungsgerät 42
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Der Satz Entwesungsgerät 42 ist eine auf Lastkraftwagen bewegliche Entwesungsanlage mit allen Zusatzgeräten, die den Sanitätseinheiten das Entlausen einer größeren Anzahl von Ausrüstungsgegenständen in ununterbrochener Folge mit verhältnismäßig wenig Aufwand gestatten. Zur Durchführung der Entlausung sind 1 Truppführer (Unteroffizier) und 5 Mannschaften notwendig. Die Geräte werden bei Bedarf aus den Sanitätsparken zum Einsatz gebracht.
Der Satz Entwesungsgerät besteht aus folgenden Einzelteilen:
- E-Baracken 42 mit Aufhängevorrichtung für Kleidungsstücke, Werkzeugkasten und Feuerlöschgerät.
- Heizöfen (für feste Brennstoffe) zu den E-Baracken 42.
- Illo-Geräte mit Zubehör und Illo-Flüssigkeit.
- Warmwasserbereiter mit Brausevorrichtung, tragbar.
- Zusatzgeräte zum Satz Entwesungsgerät 42.
Zu 1: E-Baracke 42
Die E-Baracke 42 ist ein achteckiger Raum von etwa 45 cbm. Der Aufbau kann mit 2 Mann durchgeführt werden und ist an einem geschützten Platz im Freien vorzunehmen. Auf ein, aus 8 starken Bohlen, bestehendes Fundament werden die 8 gleichgroßen Seitenwände aufgesetzt, verschraubt und seitlich zusammengehalten. Das Dach wird ebenfalls durch 8 gleichgroße Dachdreiecke gebildet, die auf den Außenwänden aufliegen.
Auf zwei parallel mit dem äußeren Achteck laufenden Bohlenachtecken wird die Aufhängevorrichtung für Kleidungsstücke errichtet, die etwa in 2 m Höhe 150 Kleiderbügel, versetzt zueinander, aufnimmt. Damit ist die bestmögliche Anordnung der Ausrüstungsstücke (Garnituren) bei der Entlausung gegeben. Schräg stehende, rechtwinklig zur Aufnahme der Stiefel. Die gesamte Aufhängevorrichtung kann bei zweckmäßiger Anordnung mit 150 Garnituren (Röcke, Hosen, Wäsche und Stiefel) beschickt werden.
Zu 2: Heizofen
Der Heizofen zur E-Baracke 42 ist eine außerhalb der Baracke befindliche backofenförmige Feuerstelle. Vom Ofen führt ein in einer Bodenrinne gelegenes Rauchabzugrohr zu dem Heizregister, das aus dem Hauptrohr mit 8 Nebenrohren besteht. Der mit festen Brennstoffen in Betrieb genommene Heizofen gibt schon nach kurzer Zeit eine hohe Strahlenwärme durch das Heizregister ab und beheizt den Raum auf die für den Entwesungsprozeß erforderliche mittlere Raumtemperatur von +70 bis 75° C. Nach Erreichen dieser Temperatur dauert der Entwesungsprozeß 1 Stunde.
Die E-Baracke 42 kann außerdem mit Illo-Geräten, mit dem Thermodes-Gerät und mit Auspuffgasen aus Verbrennungsmaschinen in Betrieb genommen werden.
Beim Entwesen mit Auspuffgasen sind ausschließlich Diesel-Motoren, nicht Otto-(Benzin)-Motoren, zu verwenden. Der Fahrzeugmotor muß bei dem Rauminhalt der E-Baracke 42 etwa 100 PS stark sein und wird während des Betriebes mit etwa 50–60% belastet. Die Entwesungsdauer beträgt bei einer mittleren Temperatur von 70–75° C, wie bei den anderen Heißluftgeräten, 1 Stunde.
Nach dem Entwesen ist die Baracke vor Betreten 10–15 Minuten durch Öffnen beider Türen gut zu belüften und das Entwesungsgut an geeigneten Plätzen im Freien aufzuhängen, auszuklopfen und auszubürsten, bis der Geruch entfernt ist. Das Entwesen mit Auspuffgasen ist sehr unwirtschaftlich und sollte deshalb nur als Notmaßnahme angeordnet werden.
Zu 3: Chemische Entlausung
Zur Entwesung können außerdem chemische Entlausungsmittel herangezogen werden. Zu diesem Zweck sind dem Satz Entwesungsgerät 42 mehrere Illo-Geräte mit Zubehör und Flüssigkeit zugeteilt. Da die Bedienung des Heizofens außerhalb der Baracke erfolgt — eine offene Feuerstelle also vermieden wird — kann durch Einhalten bestimmter Mindesttemperaturen die Entlausung durch Vergasen von Chemikalien ohne Schwierigkeiten mit wenig Bedienungspersonal durchgeführt werden.
Mit der E-Baracke 42 und zugehöriger Aufhängevorrichtung können bei einer Raumtemperatur von +20° und einer Konzentration von 220 g/cbm in 2½ Stunden 130 Garnituren (einschließlich Nissen) entlaust werden. Zur Entlausung sind die Garnituren nur gut getrocknet in die Baracke einzuhängen.
Zu 4: Tragbarer Warmwasserbereiter
Der tragbare Warmwasserbereiter ist unabhängig von Energiequellen. Das Erhitzen des Wassers im Wärmeaustauscher erfolgt durch einen Brenner für flüssige Brennstoffe mit Fliehkraftzerstäubung. Der Brennstoffbehälter faßt rd. 15 l. Der notwendige Betriebsdruck von 3 Atü wird durch mechanische Bewegung eines Schwengels durch zwei Mann aufrechterhalten. Bei 3 Atü können bei einer Vorlauftemperatur von 15° C 20 l/min Wasser auf 40° C, bzw. 11 l/min auf 60° C erwärmt und bis zu 6 der üblichen Brausen betrieben werden.
Der Warmwasserbereiter wiegt 120 kg und kann bequem von 4 Mann, auf kurze Strecken auch von 2 Mann, getragen werden.
Zu 5: Zusatzgeräte
Die Zusatzgeräte zum Satz Entwesungsgerät 42 dienen als Hilfsmittel technischer und chemischer Art und gestatten ein einwandfreies Arbeiten bei der Entwesung.
Einzelteile:
Äxte und Blattsägen zur Zubereitung von festen Brennstoffen für
den Heizofen.
Ausklopfer, Scheuerbürsten und Eimer zur mechanischen Reinigung der
Ausrüstung und Baracke.
Kuprex und Kresolseifenlösung als Desinfektionsmittel.
Eine ausführliche Betriebsanleitung HDv. 195/6 wird den Geräten
beigegeben.
Gesamtgewicht des Satzes Entwesungsgerät 42: 2500 kg.
Erforderlicher Laderaum: 3 t-Lkw. und 1,5 t-Lkw.
Entseuchungszug
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Der Entseuchungszug (Eseu-Zug) ist eine fahrbare Entseuchungs- und Entwesungsanlage. Das Verfahren zur Entseuchung entspricht dem des EE-Gerätes. In einem ausgebauten Eisenbahnwagen ist die Zelle untergebracht, in der durch strömende heiße Luft die Bekleidungsstücke entseucht werden. 4 weitere Eisenbahnwagen dienen als Vorbereitungsräume und zur Aufnahme der Mannschaften, Geräte und Werkzeuge.
Gliederung des Entseuchungszuges
- Wagen — Bade- und Reinigungsanlage.
- Wagen — Entseuchungszelle.
- Wagen — Aufenthaltsraum für gereinigte Mannschaften, Stromerzeugungsanlage.
- Wagen — Aufenthalts- und Schlafraum für Begleitmannschaften.
- Wagen — Mannschafts- und Gerätewagen.
Das zuständige Wirtschaftsgerät für Sanitätszwecke für einen Eseu-Zug ist zusammengefaßt im Satz Nr. 7.
Eseu-Zug = bahnamtliche Abkürzung, nur für den (telegraph.) Verkehr mit der Reichsbahn.
Übersicht über die Leistung der Geräte zum Entwesen
| Gerät | Zahl der Garnituren | Arbeitszeit in Std. | notwendige Temperatur |
|---|---|---|---|
| Illo-Gerät (feste Unterkunft, Baracke od. doppelwandiges Zelt zu 50 cbm) |
130 | bis zu 6 | 20° |
| Thermodes | 180 | 1 | 80° |
| Entseuchungsanhänger (Heißluft) | 15 | 1 | 80° |
| E-Baracke 42 mit Heizofen | 150 | 1 | 80° |
| EE-Gerät | 30 | 1 | 80° |
| Entseuchungszug | 30 | 1 | 80° |
| Kfz 93/1 (TEK) | 50 | 1 | 80° |
| Kfz 93/2 (TEK) | 40 | 1 | 80–110° |
| Behelfsmäßige und chemische Verfahren | siehe H.Dv. 194 | ||
1) Garnitur = Rock und 1 Hose oder 1 Mantel mit Zubehör