VIII.

Kampfstoffnachweis- und Entgiftungsgeräte

Prüfgerät für chemische Kampfstoffe, Nachweisgerät für Arsen und Kampfstoffwasserfilter.

Geräte zur Untersuchung von Geländekampfstoffen, zum Nachweis arsenhaltiger Kampfstoffe und zur Wiederherstellung der Genußfähigkeit kampfstoffverseuchten Trinkwassers.

Prüfgerät für chemische Kampfstoffe

Anforderungszeichen S 5801 · Anlage S 2031
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ZuteilungSanitätskompanien, Feld- und Kriegslazarette
VerwendungAuffindung von Geländekampfstoffen
Gewicht17,5 kg
Außenmaße53 × 34,5 × 24 cm
Prüfgerät für chemische Kampfstoffe
Abb. 78. Prüfgerät für chemische Kampfstoffe.
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Das Prüfgerät für chemische Kampfstoffe gehört zur Ausrüstung der Sanitätskompanien (Satz c), Feld- und Kriegslazarette (Satz d) und dient dem Heeresapotheker bei den genannten Einheiten als Untersuchungsgerät zur Auffindung von Geländekampfstoffen.

Einzelteile

D-S-Pumpe (Draeger-Schröter) mit Draeger-Prüfröhrchen, Kohlenoxydprüfröhrchen, Handwaage mit Gewichtssatz, Filtrierpapier, Meßpipetten, Erlenmeyer-Kolben, Kolben, Trichter, Uhrgläser u. dgl. Reagenzien: Blausäurereagens I und II, Bleiazetatlösung, Chlorpikrinreagens, Dragendorff-Reagens, Goldchloridlösung, Phosgen-Reagens I und II, Reduktionslösung, Silikowolframsäure. — Kaliumpersulfat, -pyrosulfat, -permanganat, verkupfertes Zink (arsenfrei), Phosgenreagenspapier, Quecksilberbromidpapierstreifen, Spürpulver. — Salz- und Schwefelsäure.

Arbeitsweise

Nach Durchführung der Vorproben (Sinnesorgane, Spürpulver) kann die Prüfung der Luft mit der D-S-Pumpe vorgenommen werden, soweit es sich um Geländekampfstoffe handelt, die leicht flüchtig und nicht seßhaft sind. Diese Art von Stoffen werden meist in der Grünkreuzgruppe (Phosgen, Perstoff, Chlorpikrin) zusammengefaßt. Außerdem würde hier auch der Nachweis von Blausäure und Kohlenoxyd, allerdings mehr in geschlossenen Räumen, zu führen sein.

Die zweite Gruppe der seßhaften Kampfstoffe (hauptsächlich Lost und Lewisit) kann gegebenenfalls, nach Durchführung der zuständigen Vorproben, ebenfalls aus der Luft nachgewiesen werden. In den meisten Fällen wird es hierbei jedoch möglich sein, Reste seßhafter Kampfstoffe an Steinen, Blättern, Pfützen u. dgl. festzustellen und durch vorschriftsmäßige Entnahme von Proben des bespritzten Materials (bei Steinen und Holz wird mit Fließpapier gearbeitet) die Identifizierung des Kampfstoffes durchzuführen.

Bei der Prüfung auf arsenhaltige Kampfstoffe werden die Proben mit einigen ccm Alkohol angerührt und filtriert. Der Nachweis erfolgt mit der Probe nach Gutzeit (Silbernitrat). Zur Schätzung des Arsengehaltes kann der Nachweis mit Quecksilberbromidpapier und Vergleich an der Farbtafel benutzt werden.

Bei den positiven Reaktionen ist die sofortige Prüfung im Blindversuch dringend notwendig!

Eine Arbeitsvorschrift und ein Inhaltsverzeichnis liegen dem Gerät bei.
Gewicht des Prüfgerätes für chemische Kampfstoffe: 17,5 kg.
Außenmaße des Kastens: 53 × 34,5 × 24 cm.

Nachweisgerät für Arsen

Anforderungszeichen Ch 13201) · Anlage Ch 4526
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ZuteilungTruppenentgiftungskompanien (Tek)
VerwendungAuffindung arsenhaltiger Geländekampfstoffe
Gewicht35 kg
Außenmaße76 × 46,5 × 46,5 cm
Nachweisgerät für Arsen
Abb. 79. Nachweisgerät für Arsen.
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Das Nachweisgerät für Arsen dient den Truppenentgiftungskompanien (Tek) zur Auffindung von arsenhaltigen Geländekampfstoffen. Je nach der Stärke der in den Gegenständen nachgewiesenen Arsenmenge werden die zuständigen verschiedenen Bekleidungsentgiftungskraftwagen (Kfz. 93/1 und 93/2, s. S. 184) eingesetzt.

Arbeitsweise

Der Nachweis des Arsens beruht auf einer allgemein bekannten Methode:

Von den kampfstoffverdächtigen Kleidungsstücken werden an genau vorgeschriebenen Stellen mit azetonfeuchten Wattebäuschen durch Abwischen Proben entnommen. In einer Flasche werden die Tupfer mit arsenfreiem Wasser übergossen und unter Umschütteln wird arsenfreie konzentrierte Schwefelsäure zugegeben. Durch Hinzufügen von Kaliumpermanganat erfolgt die Oxydation der Arsine. Der Überschuß an Kaliumpermanganat wird durch Wasserstoffsuperoxyd entfärbt.

Das jetzt zugegebene Zink (arsenfrei) bewirkt in saurer Lösung die Entwicklung von naszierendem Wasserstoff und damit die Reduktion der etwa vorhandenen Arsenverbindungen zu Arsenwasserstoff. Der Arsenwasserstoff wird durch einen mit Bleiazetatlösung gefüllten Aufsatz geleitet, um den störenden Schwefelwasserstoff zu entfernen. Der Nachweis des Arsens erfolgt mit Kaliumquecksilberjodidpapierstreifen, die je nach der Stärke der vorliegenden Arsenmenge gelb bis braun gefärbt werden. Durch Hinzuziehen von Vergleichsstreifen kann der Arsengehalt geschätzt werden.

Bei jeder positiv verlaufenden Reaktion sollte zur Kontrolle sofort ein Blindversuch angeschlossen werden.

Betriebsanleitung: D 1111.
Gewicht des Nachweisgerätes für Arsen: 35 kg.
Außenmaße des Kastens: 76 × 46,5 × 46,5 cm.

1) Siehe allgemeine Bemerkungen S. 17.

Kampfstoffwasserfilter

Anforderungszeichen S 965 · Anlage S 1450
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AusgabeAuf Befehl des Armeearztes aus den Sanitätsparken
VerwendungKampfstoffverseuchtes Trinkwasser wieder genußfähig machen
Gewicht36 kg
Außenmaße90,5 × 52 × 50,5 cm
Kampfstoffwasserfilter
Abb. 80. Kampfstoffwasserfilter.
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Das Kampfstoffwasserfilter wird nach Anforderung im Bedarfsfall auf Befehl des Armeearztes aus den Sanitätsparken an Truppen- und Sanitätseinheiten verausgabt. Mit dem Gerät kann kampfstoffverseuchtes Trinkwasser wieder genußfähig gemacht werden.

Eine Gebrauchsanweisung liegt dem Gerät bei.
Gewicht des Kampfstoffwasserfilters im Transportkasten: 36 kg.
Außenmaße des Kastens: 90,5 × 52 × 50,5 cm.