| Kriegstagebuch August 1941 | |
| 1.8.1941 heiter |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.2): 7.00 Uhr Gruppe Lang rückt mit Anfang aus Golowanjewsk ab um in Gegend Wjerbowo gem. Korpsbefehl in Richtung Pokatilowo vorzustossen. Die gem. Korpsbefehl (Anl.913) Ziff. 4. a) ursprünglich ausserdem befohlene Vorstossrichtung nach Süden gegen den Bug wird am 31.7. abends auf die Vorstellung des Div.Kdr., dass dies die Kräfte der Div. übersteige, vom Generalkommando fallen gelassen. 10.10 Uhr Chef XXXXIX.(Geb.)A.K. teilt neue Vorstossrichtung für Vorausabteilung Lang gegen Trojanka mit, um dort die nach Süden führende Rückzugstrasse des Feindes zu sperren. 10.20 Uhr Divisionskommandeur befiehlt an Obstlt. Lang: „Antreten, sobald um Wjerbowo versammelt, über Jemilowka - dort aufschliessen - weiter (freigestellt ob über Trojanka, freies Gelände südlich Trojanka oder Wald westlich Dukowka) gegen Strasse Kopienkowata - Pokatilowo - 99 - Dukowka bezw. Busnikowata. Gut markieren! Bei Erreichen Jemilowka "JJJ" funken!" 10.15 Uhr I./G.J.R.98 tritt auf eigene Initiative (von Div. 9.50 Uhr genehmigt) von Kolodistojé nach Süden an, um den Wald zu nehmen. Es ist der Div. unerklärlich, wieso linker Flügel III.A.K. (257.Inf.Div.) in dieser Gegend seit 2 Tagen überhaupt nicht vorwärts gekommen ist. Der Wald südlich Kolodjistoje erscheint zur Zeit feindfrei, trotzdem ist 257.I.D. bis 10.00 Uhr noch nicht zum Angriff angetreten. 12.00 Uhr Die Lage bei rechtem Nachbarn ist inzwischen weiter vorgeschritten (100.le.Div. Wald nördlich Taushna, 257.Div. im Vorgehen gegen Kamennaja Krinjiza, 101.le.Div. mit Vorausabteilung bei Danilowa Balka). G.J.R.98 erhält daher Befehl, I./G.J.R.98 und III./G.J.R.98 aus ihren Stellungen zu lösen und in den Wald dicht nördlich Golowanjewsk zu ziehen. Im Laufe des Nachmittags lässt Gefechtsgruppe Kress bei weiterem Fortschreiten des rechten Nachbarn (bei geringem Feindwiderstand) das III./G.J.R.98 um Stanislawtschik sammeln. 11.00 Uhr Gefechtsgruppe Lang tritt von Wjerbowo in der befohlenen Vormarschrichtung an und stösst 14.15 Uhr bei Jemilowka auf stärkeren Feind, der sich im Südteil des Ortes bis zum 2.8 vormittags hält. 16.00 Uhr Div.Stab macht Stellungswechsel nach Kljonowo. 15.20 Uhr I./G.J.R.98 hat in Einzelgefechten mit versprengten Teilen über Kamennaja Krinjiza (dort Zusammentreffen mit 1 Btl.der 257.I.D.) Bol. Trojany erreicht. Es tritt nach Rast 16.30 Uhr weiter an, um im Raum um Golowanjewsk bei G.J.R.98 zu sammeln. II./G.J.R.98 hängt sich nach Durchmarsch des I./G.J.R.98 durch Bol.Trojany an dieses an. Nachtrag: 10.00 Uhr Aus eigenem Entschluss und in gegenseitiger Vereinbarung greifen 7./G.J.R.98 (Oblt.v.Hirschfeld) und 11./G.J.R.99 (Hauptmann Wulfert) aus der H.K.L. nordwestlich Bol.Trojany an gegen Ort Bol.Trojany und machen durch geschickten Einsatz bei nur 2 eigenen Verwundeten 110 Gefangene und grössere Beute (darunter 2 Lkw. mit Vierling-M.G.). Nachm.: I./G.J.R.99 (Major Fleischmann) verfügte nach Abrücken der Gefechtsgruppe Lang von Golowanewsk um 7.00 Uhr anfangs nur über eine einzige Kompanie (3./G.J.R.99), um den Ort zu halten. Es kamen hiezu ab 10.00 Uhr 2. und 3./G.J.R.99, am Abend des 1.8. Geb.Jäg.Felders.Btl.54 und Teile 2./Geb.Pi.54. Mit diesen Kräften musste Major Fleischmann seit den frühen Morgenstunden wütende Angriffe des Feindes von Süden und Südosten gegen Golowanewsk halten. In den nachmittagsstunden, insbesondere um 17.00 Uhr drängte Feind in den Südostteil (Schipilowka) und Nordostteil (Tjeskiritschka) von Golowanewsk ein. Die Angriffe wurden abgewehrt und eine gesicherte Stellung für die Nacht bezogen. Oberst Kress beabsichtige gegen 19.00 Uhr die anmarschierenden I. und II./G.J.R.98 selbständig in Golowanewsk in zweiter Linie bereitzustellen, was aber vom Div.Kdr. nicht gutgeheissen wurde. 19.00 Uhr Auf besonderen Antrag wird nach fernmündlicher Rücksprache genehmigt, dass diese 2 Btle. des G.J.R.98 in Golowanewsk alarmbereit biwakieren. 18.15 Uhr Gruppe Lang tritt mit Spitze Rathgeber (3./G.Pz.Jg.Abt.44) wieder an nach teilweiser Bereinigung der Lage in Golowanewsk. 21.30 Uhr Strassenkreuz 2 km ostwärts Trojanka erreicht und somit die Nord=Süd=Rückzugsstrasse der aus dem Raum um Uman zurückfliessenden Feindkräfte gesperrt. |
| 2.8.41 Starke Regengüsse am Nachm. |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.2): Vorausabteilung der 97.le.Div. (zur Zeit Reserve XXXIX.(Geb.)A.K.) wird der Div. durch Korpsbefehl Nr. 66 unterstellt. Sie ist bis 8.00 Uhr im Raum um Ssemiduby versammelt, erreicht aber wegen Platzregens und 20.00 Uhr grundlos aufgeweichten Wegen erst abends Jamilowka. 7.00 Uhr Verstärkung für Gruppe Lang: 13./G.J.R.99 auf Lkw., 6./Fla.48, 1 Pakzug der G.Pz.Jäg.Abt.44, bisher I./99 unterstellt rückt von Wjerbowo ab. Feind südlich Golowanewsk anscheinend abgerückt. 10.00 Uhr Der für 10.00 Uhr befohlene Angriff des G.J.R.98 aus Golowanewsk nach Süden gegen Höhe 188 (II./G.J.R.98 rechts) und Ruschkowo (I./98 links) kommt gegen versprengte Teile in den Wäldern südlich Golowanewsk gut vorwärts. Am frühen Morgen stößt 257.Inf.Div. in ostwärtiger Richtung vor und erreichte 7.20 Uhr Krasnogorka. Die Vorausabteilung der 257.Inf.Div. hält sich am 2.8. vormittags in Gegend Bhf. Golowanewsk innerhalb des Gefechtsgebietes der Div. auf. Sie erhielt 13.45 Uhr Befehl, zu ihrer Div. weiterzurücken. Wegen dieses Zusammentreffens bittet der Div.Kdr. durch Ord.Offz. die 257.Div., nach Südosten abzubiegen, was aber durch Korpsbefehl XXXIX.(Geb.)A.K. von 10.00 Uhr hinfällig wird (fernmündlich durch Oberst Jodl). Danach hat die Div. auf weiteren Angriff nach Süden zu verzichten und nunmehr nach Osten vorzustoßen, um die Verbindung mit der 9.Pz.Div., die seit 3 Tagen ostw. des Ssinjucha-Abschnittes steht, herzustellen. 10.30 Uhr Die Gefechtsgruppen werden fernmündlich in die zum 2.8. abends zu erreichenden Räume eingewiesen. Die Gefechtsgr.Picker: Gegend Bhf. Jemilowka – Wege-Eisenbahnkreuzung 5 km südostw. davon, Gefechtsgruppe Kress: Raum Trojanka – Golowanewsk. 13.30 Uhr Gruppe Lang tritt aus Gegend Wegekreuz südlich Pkt.99 an und erkämpft 16.30 Uhr mit Spitzengruppe Kaiser die Höhe 188. Aufklärungs- und Verbindungsspähtrupps erreichen 19.10 Uhr 19.10 Uhr bei Korytno und um ungefähr dieselbe Zeit bei Trojany den Ssinjucha. Sie nehmen bei Korytno Verbindung mit 9.Pz.Div. auf dem Ostufer auf. Die Einkreisung des Feindes im Raume ostwärts Uman ist vollzogen! 20.00 Uhr Obstlt. Lang meldet, dass er mit s.F.H. aus offener Feuerstellung 2 lange Feindkolonnen bekämpft hat (bei Shurawljinka und Alexejewka), wobei ca. 200 Lkw., ca. 250 Bespannfahrzeuge und ca. 500 Mann vernichtet wurden. Ferner zwei Flugzeuge, (davon eines mit Pak abgeschossen) und eine 7,62 cm Batterie erbeutet. 21.00 Uhr Der Kommandierende General übermittelt persönlich dem Div.Kdr. seine herzlichsten Glückwünsche zu dem grossen Erfolg der Div. aus Fotoalbum II./Geb.A.R.79 Rgt.Gef.St.98 bei Golowanewsk. Auftrag I. und II./98 greifen heute vonn Golowanewsk nach Süden an. Die Abt.hat hierzu Feuerunterstützung zu gewährleisten. |
| 3.8.1941 in der Nacht erhebliche Regenfälle 2.00-8.00 etwas aufheiternd Strassen grundlos 16.30 Platzregen |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.2): Durch andauernde Regenfälle sind Strassen und Wege gründlich aufgeweicht. Die Gefechtsgruppen konnten ihre befohlenen Räume noch im Laufe der Nacht erreichen. Unterstellte Vorausabteilung der 97.le.Div. erreichte Jemilowka und wurde der Gefechtsgruppe Kress unterstellt. 7.30 Uhr Vorausabteilung 97.le.Div. wird nach Trojanka befohlen. 6.00 Uhr I./G.J.R.99 tritt von Golowanewsk aus nach Trojanka an. 10.00 Uhr Das Vorgehen nach Norden an den Jatrany-Fluss ist im Gange. Keine Feindberührung bisher gemeldet. Es ist anzunehmen, dass Teile des Feindes bei Ternowka auf das Ostufer des Ssinjucha übergegangen sind. 8.00 Uhr Gefechtsgruppe Picker der Div. hat die Sicherungslinie auf der "Südfront" auf den Höhen südostwärts Busnikowata und Rjembesowka mit vorausgeworfenen Teilen besetzt. 14.00 Uhr Jatrany-Abschnitt von Gefechtsgruppe Kress ohne wesentliche Feindberührung mit I./G.J.R.98 und III./G.J.R.99 erreicht. Gefechtsgruppe Lang sammelt Gefangene und Beute ein. Bisher 1 000 Gefangene, 13 Geschütze, 170 Lkw., 20 Spezialfahrzeuge, 400 Pferde, 4 Flugzeuge, zahlreiche Handwaffen. 15.00 Uhr Chef XXXIX.(Geb.)A.K. fragt an, ob Unterstellung des von der Armee angebotenen I.R.477 (257.Inf.Div. zur Zeit um Golowanewsk) erwünscht ist. Wird bejaht. Die Div. sehe jedoch für 3.8. keine Verwendung vor. 16.20 Uhr Fernmündliche Verbindungsaufnahme Ia mit Adjutant I.R.477. 17.40 Uhr Funkspruch XXXIX.(Geb.)A.K.: "4.Geb.Div. ostwärts Kopienkowata stark bedrängt. 1.Geb.Div. setzt deswegen Angriff über 186 bis zur Linie Ternowka - Rassochowtjez fort." 17.40 Uhr Fernmündliche Orientierung Div.Kdr., der gerade von Gefechtsstand Lang in Busnikowata anruft. Div.Kdr. ersucht, die genaue Lage bei 4.Geb.Div. festzustellen. Er wird Befehl geben, dass III./G.J.R.99, welches zur Zeit am Jatranjabschnitt bei Pokatiljowo steht, nach Norden entlang des Weges nach Kopjenkowata angreift. 17.45 Uhr Auftrag der Div. für 4.8. trifft ein. 18.10 Uhr Fernmündliche Rückfrage bei Generalkommando/Ia (nach Wiederherstellung der seit 2 Stunden gestörten Leitung) ergibt, dass die Lage bei 4.Geb.Div. nicht so ernst ist, wie der Funkspruch annehmen liess. G.J.R.91 steht in Linie Rassochowatjez-Westrand - Strassenkreuz 203, dann nach 4 - 5 km Lücke folgend G.J.R.13 mit je 1 Btl. beiderseits 193 und 1 Btl. westlich des Jatranj auf Höhe 204. In die Lücke hat das Generalkommando die verstärkte Aufklärungsabteilung der 97.le.Div. befohlen. 18.30 Uhr erneute fernmündliche Verbindungsaufnahme Ia Div.Kdr. ergibt folgende Neuanordnungen: a) III./G.J.R.99 bleibt mit Masse südlich des Jatranj in Pokatiljowo; Aufklärung mit stärkeren Teilen bis in Gegend Tarassowka gestaffelt. b) I.R.477, der 1.Geb.Div. unterstellt, wird am 4.8. zur Verfügung der Div. nach Gegend Trojanka vorgezogen. Div.Kdr., der schon seit Vormittag auf dem neuen Div.Gef.Stand Trojanka ist, befiehlt der Gef.Gr. Kress, dass noch am 3.8. abends schwache Teile des III./G.J.R.99 in Richtung Tarassowka entsandt werden. Bis 20.00 Uhr ist der Jatranj-Abschnitt Kogatowka - Tabanowa überall erreicht; Sicherungen auf dem Nordufer. 20.00 Uhr Vorausabteilung der 97.le.Div., der Gefechtsgruppe Kress unterstellt, im Raum um Pokatiljowo eingetroffen. Die Gefangenenzahl bei Gefechtsgruppe Lang hat sich auf 1300 erhöht. Nacht 3./4.8. Der Div.Kdr. übernachtet in Trojanka, während Ia mit Führungsabteilung noch Klionowo verbleibt. Der für 3.8. vorgesehene Stellungswechsel konnte wegen der aufgeweichten Wege nicht durchgeführt werden. |
| 4.8.41 Einzelne schwache Strichregen |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.2): Mit Tagesanbruch tritt Gefechtsgruppe Lang, der für 4.8. zum Angriff auf Höhe 186 das III./G.J.R.99 und I./98 unterstellt werden, mit Kompanie Kaiser an und kommt 5.45 Uhr bis Plosko - Sabugskoje. 8.30 Uhr wurde Gefechtsstand Lang nach Pokatiljowo verlegt und Höhe 186 genommen; Angriff verläuft planmässig. 9.00 Uhr Ia fährt mit Ic zum neuen Div.Gef.Stand; O1 bleibt zur Verbindung mit Generalkommando zurück. Durch wiederholte Erkundigungen und Rückfragen bei Generalkommando und 9.Pz.Div. (mit der die Div. direkte Funkverbindung hat) wird bekannt, dass am Ssinjucha = Ostufer die Panzer-Divisionen keineswegs den "Kessel" vollkommen abgeschlossen haben, sondern dass 9.Pz.Div. mit rechtem (= Nord) Flügel bei Tischkowka und SS Adolf Hitler und 11.Pz.Div. zur Zeit aus Linie Nowo Archangelsk - Nowo Grigorjewka - Jampol, zum Teil unter harten Kämpfen, erst im Vorgehen nach Süden sind. Der über Ternowka in der Nacht 3./4.8. und immer noch nach Osten abfliessende Feind wird vom Aufklärungsflieger 8.00 Uhr in stärksten Kolonnen nach Konstantinowka vorrückend gemeldet. Es droht daher, dass wesentliche Feindteile nach Osten entkommen, wenn 9.Pz.Div. diesen Ansturm in ihrer derzeitigen Linie nicht halten kann und wenn die nördlich anschliessende Lücke nicht geschlossen wird. Ausserdem hat G.J.R.13 der 4.Geb.Div. in der Nacht 3./4.8. die Höhe 193 aufgeben müssen, und liegt nun am steigenden Hang ostwärts Peregonowka mit dem rechten Btl. G.J.R.13. Das linke Btl. des G.J.R.91 liegt 1 km nordostwärts 203, wodurch eine 4 km breite Lücke in der Front der 4.Geb.Div. klafft. Da der Feind andauernd neue Kräfte von Ostrowjez nach Rogowo hineinschiebt und andauernd von Höhe 193 - nach 10.00 Uhr Mitteilung 4.Geb.Div./Ic von 10.00 Uhr nach Südwesten drückt, sieht die Div. diese Lücke als sehr bedrohlich 10.30 Uhr und befiehlt 10.30 Uhr der Gefechtsgruppe Kress, mit ausreichenden Kräften den Jatranj-Abschnitt zwischen Orlowo und Tabanowa (Orte einschl.) zu besetzen und so zu verhindern, dass der Feind von Norden durchbrechen kann. Ferner wird III./G.A.R.79 nach Gegend Orlowo in Stellungen befohlen, aus denen es sie nach allen Richtungen feuern kann. 11./G.A.R.79 wird nach Wjerbowka befohlen zur Wirkung auf Ternowka und die feindlichen Kolonnen ostwärts davon. 11.50 Uhr Fernmündlicher Befehl Generalkommando XXXIX.(Geb.)A.K. zur Übermittlung an J.R.477: "Verst. J.R.477 (mit le.Artl.Abt. III./257) fertigmachen! Weitere Befehle folgen!" 11.52 Uhr an J.R.477, Golowanewsk übermittelt. 12.33 Uhr Befehl XXXIX.(Geb.)A.K. an 1.Geb.Div.: "1.Geb.Div. setzt das verst. J.R.477 (mit III./A.R.258) zur Verfügung der 4.Geb.Div. unverzüglich über Naljiwaika nach Orlowo in Marsch. Regts.Gefechtsstand ist nach Orlowo zu legen. Dorthin wird 4.Geb.Div. ihre Befehle für das Regiment schicken." 11.30 Uhr I./G.J.R.98 hat Gegend "Rassochowatjez" erreicht und hält dort, während das bisher links auf gleicher Höhe vorgegangene III./G.J.R.99 in Tarasowka unterzieht. 14.00 Uhr III./G.J.R.98, bisher weit zurück in Rast um Busnikowata, wird nach Plosko Sabugskoje in Marsch gesetzt in der Absicht, es nach abgeschlossenen Erkundungen in Gegend Popowka den Ssinjucha überschreiten zu lassen und Ternowka von Süden her anzugreifen; dieses Vorhaben wird wiederholt durch das gute Vorwärtskommen der 11.Pz.Div., die aus Gegend Jampol am Vormittag antretend 14.10 Uhr die Höhe 188 westlich Ternowka erreicht und durch Funkspruch 16.00 Uhr mitteilt, dass sie 16.00 Uhr auf Ternowka angreift. 16.00 Uhr Ternowka wird von 11.Pz.Div. genommen, kann jedoch bis zum Einbruch der Dunkelheit noch nicht endgültig gesäubert werden. In den Nachmittagsstunden schliesst 4.Geb.Div. durch ihre Artl.Abt.94 die Lücke zwischen ihren beiden Jäger-Regimentern. 16.00 Uhr Div.Gef.Stand nach Trojanka-Südostteil verlegt. Qu-Abt. nach Jemilowka verlegt. 20.30 Uhr Weisungen Generalkommando XXXIX.(Geb.)A.K. für die Endschlacht am 5.8. treffen fernmündlich ein. 20.45 Uhr Div.Kdr. unterweist die Gefechtsgruppen-Kommandeure in die Kampfführung für 5.8. ein. Dabei folgende Absicht: bis Angriff anfangs nur mählich vorwärts tragend, dass der Feind von linken Nachbar vor unseren Gefechtsstreifen fliesst; dann linke Schulter 21.30 Uhr (Oberst Picker) vornehmen und ihn zwischen Ssinjucha, Gefechtsgruppen Lang und Picker vernichten. aus Fotoalbum II./Geb.A.R.79: Überschreiten der Furt nördlich Kogutowka - %.Bttr.dem Angriff des I.Batl.in Richtung Norden folgend bekämpft ab 8.50 Uhr russische Infanterie, LKW und Feindbatterien. 13 Uhr eigene Panzer in der Flanke des Feindes nördlich und ostwärts Ternowka beobachtet. In Massen verlassen die Russen fluchtartig Ternowka. Sie geraten in das flankierende Feuer des I./98 und der Abt. und erleiden hohe blutige Verluste. |
| 5.8.1941 heiss heiter |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.2): Nacht 4./5.8. III./G.J.R.99, bisher Tarabanowka wird von Kommandeur G.J.R.91 – ohne dass die Div. bis 5.8. 9.00 Uhr davon erfuhr – in Gegend Strassenkreuz Kopjienkowata mit Teilen eingesetzt. Nach Meldung G.J.R.98 konnte bisher nur eine Komp. herausgelöst werden. Um 10.00 Uhr zum Angriff bereit zu sein, befahl Oberst Picker daher eine Komp. des III./G.J.R.98 (2 Treffen) zum III./G.J.R.99 vor. 9.30 Uhr Bei G.J.R.91 wurde erst ca. 8.00 Uhr mit Eintreffen des Div. Befehls 4.Geb.Div. bekannt, dass das XXXIX.(Geb.)A.K. für 10.00 Uhr Angriff befohlen hatte. G.J.R.91, zur Zeit in Abwehrgefechten bei Rassochowatjez (Kirche), kann voraussichtlich erst 11.00 Uhr zum Angriff antreten. Der Div.Kdr., mit Ib und derzeit Ib zugeteiltem spanischen Oberstleutnant Don Luis Zanon Aldalur auf B-Stelle Höhe 186, entscheidet, dass der Angriff um 10.00 Uhr planmässig antritt, jedoch langsam vorwärtsgetragen wird. III./G.J.R.98 wird in der linken Flanke dichter herangehalten, II./G.J.R.98 als Div.Reserve herangezogen werden. 10.25 Uhr Divisionskommandeur befiehlt II./G.J.R.98 von Gegend Wäldchen bei Punkt 99 vor in die Mulden nördlich Pokatjilowo. 11.05 Uhr Nach Orientierung des Div.Kdr. meldet Ia dem Generalkommando: „G.J.R.91 kann erst 12.00 Uhr antreten. I./477 hinter rechtem Flügel G.J.R.91 soeben eingetroffen. Angriff der 4.Geb.Div. bisher planmässig vorwärtsgekommen.“ 11.30 Uhr 4.Geb.Div. tritt zum Angriff an. Es kommt aber an ihrem rechten Flügel nur zu einem Vorfühlen gegen Höhe 196, die jedoch genommen wird. An Waldecke Kopjenkowata kommt II./G.J.R.91 bis 18.30 Uhr nur auf 100 m an den Waldrand heran. 12.30 Uhr Da der Div.Kdr. voraussieht, dass der Kessel im Laufe des 5.8. nicht mehr bereinigt werden kann, wird der Angriff der Div. angehalten, lediglich I./G.J.R.98, der Gefechtsgruppe Lang unterstellt, erhält noch Erlaubnis, mit rechtem Flügel bis nach Wladimirowka vorzustossen und das Tal von Wladimirowka zu sperren. II./G.J.R.98 wird nach Pokatjilowo, II./G.J.R.99 nach Hf.Schewtschenko, Vorausabteilung 97.le.Div. nach Tarassowka vorbefohlen. Dahinter steht als Stab Oberst Kress in Orlowo (als „politischer Kommissar“) hinter der Front des linken Nachbars, wenn die eingeschlossenen Feindmassen in der Nacht 5./6.8. etwa auszubrechen versuchten. 14.00 Uhr Ia teilt Generalkommando Ia obige vom Div.Kdr. beabsichtigte Kampfführung mit. 18.00 Uhr In den Nachmittagsstunden wiederholte Verbindungsaufnahme durch Ord.Offz. (G.J.R.99, Hauptmann i.G.v.Eimannsberger) mit 4.Geb.Div. Es gelang dieser nicht, in dem vom Feinde zäh gehaltenen Waldrand ostwärts Kopjenkowata einzudringen. Die 1.Geb.Div. gräbt sich daher in der erreichten Linie ein und verhindert mit allen Mitteln feindliche Ausbruchsversuche. 19.40 Uhr Auftrag Generalkommando für 6.8. trifft ein: 19.50 Uhr Der Div.Kdr. meldet dem Generalkommando seine starken Bedenken darüber, dass keine Gewähr gegeben sei, dass die 4.Geb.Div. aus der derzeitig zersplitterten Aufstellung mit genügender Stosskraft antreten könne, besonders wenn dies ihr heute schon nicht gelungen sei. Ferner Bedenken für die kommende Nacht. Dem Feinde bliebe ja nur die Möglichkeit, um jeden Preis auszubrechen oder sich vernichten zu lassen. Auf jeden Fall hat die 1.Geb.Div. durch die Auffangstellung II./G.J.R.98 und II./G.J.R.99 und Vorausabtlg. 97.le.Div. vorgesorgt. 20.40 Uhr Einweisung der Kommandeure durch Div.Kdr. bis Oberst Picker: Dem Bedenken, dass der Feind von Nordwesten auf Rassochowatjez angreifen könne, wird zugestimmt, daher Einsatz der 21.00 Uhr 2./Geb.Pi.Btl.54 zur Sperrung von Rassochowatjez Nordostrand genehmigt. Obstlt. Lang erhält Befehl, die bisherige Flankensicherung nach Osten im Abschnitt Ternowka - Komschewa einzuziehen (gestellt von Abt.Lawall) und mit Kompanie Kaiser und Kradschütz.Schw.54 Rassochowatjez-Südostteil nach Westen zu sichern. 21.50 Uhr Rücksprache des Div.Kdr. mit Kommandeur und Ia der 4.Geb.Div. Starke Bedenken über vorgesehenen Ansatz der Angriffsgruppen der 4.Geb.Div. für 6.8. geäussert. 22.00 Uhr Oberst Winkler, Kommandeur G.A.R.79 erkrankt; wird von Obstlt.Seeger, Kdr. I./G.A.R.79 vertreten. 23.30 Uhr Vorderste Sicherung Kreutzer (Vorausabteilung 97.le.Div.) meldet heftigen Gefechtslärm aus Gegend Strassenkreuz Kopjenkowata. Spähtrupp wurde dort abgeschossen. 24.00 Uhr Auf III./G.J.R.99 1 feindliches Btl. gestossen. 200 Gefangene, 40 Tote nach hartem Gefecht. |
| 6.8.41 heiss |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.2): 01.00 Uhr Starker Gefechtslärm aus Gegend 196 und Rassochowatjez. 00.30 - 00.45 Uhr Starker Gefechtslärm bei Major Wölfinger (I./G.J.R.98), etwa 15 M.G. 01.30 Uhr 300 Russen nach heftigem Angriff dicht gegenüber III./98 in einem Sonnenblumenfeld. Bis 3.45 Uhr Lagebericht Ia an Generalkommando /Ia: Seit 0.00 Uhr an allen Abschnitten heftige Angriffe und Durchbruchsversuche des Feindes. Vor ganzem Abschnitt unseres 2.Treffens Feind erschienen, welcher vermutlich durch Lücke in Gegend Wegekreuz bei 4.Geb.Div. entkommen ist. 4.Geb.Div. wäre anzuweisen, diese Lücke zu schliessen. 4.00 Uhr Adjutant G.J.R.98 meldet starken Gefechtslärm im Nordwestteil Rassochowatjez. 4.45 Uhr Kommandeur II./G.J.R.98: Vor II./98 bisher kein Feind. Es war Gefechtslärm in linker Flanke des Btl. zu hören. Daraufhin 6 Komp. nach links herausgeschoben zur Sperrung des Weges Kopjenkowata - Pokatjilowo. Es kann nicht beurteilt werden, ob und wieviel feindliche Kräfte bereits auf diesem Wege nach Süden durchgebrochen sind. Im Norden ist beim Divisionsgefechtsstand ununterbrochen rollendes ArtlFeuer zu hören. 4.00 Uhr Angriff des Feindes gegen Auffangstellung des II./G.J.R.99 wird abgewehrt. Hätte die Div. nicht aus eigenem Entschluss vorausschauend ausserhalb ihres Streifens diese Abwehrfront aufgebaut, so wäre durch diesen Angriff die in Gegend Hf.Schewtschenko aufgestellte Masse der Artl. der 4.Geb.Div. vernichtet worden. Die Vorstellungen der 4.Geb.Div. vom 5.8. abends darüber, dass die 1.Geb.Div. in ihrem Streifen Auffangstellungen beziehe, hatten somit ihre Berechtigung eindeutig verloren. 5.00 Uhr Starke Artl. der 4. und 1.Geb.Div., besonders auch unsere 8,8 cm Flak aus Gegend Pkt.186, bringen Feinddurchbruch ostw. Kopjenkowata zum Stehen. Der von der Qu.Abt. unter persönlichem Einsatz der im Laufe des 6.8. vormittags von Oblt.Dr.Riess (Kommandant des Stabsquartiers) und Hptm.i.G.von Eimannsberger (Ib) persönlich in seinem Panzerwagen zur Strecke gebrachte Chef der Operationsabteilung der 6.russ. Armee sagte aus, dass die eingeschlossenen Armeestäbe südlich der 4.Geb.Div. keine weiteren deutschen Truppen vermutet hätten. Ihnen sei die Frontbreite der 4.Geb.Div. genau bekannt gewesen und sie hätten damit gerechnet, dass die Div. diese Front nicht halten können werde. 5.00 Uhr Feindgruppen bis Zugstärke sind aus Gegend Pokatjilowo bis auf Höhe von Trojanka vorgekommen. Die Qu.Abteilung in Jemilowka konnte nicht mehr gewarnt werden, da der Draht zu ihr bereits gestört war, gleichzeitig die Drahtverbindung zum Generalkommando, welche erst am 7.8. – 13.00 Uhr wiederhergestellt wurde. 6.00 Uhr bis 7.15 Uhr Vom Div.Gef.Stand sieht man in 1½ km Entfernung auf den Höhen ostw. Trojanka geordnete, ununterbrochene Feindkolonnen, begleitet von 4 grossen Panzerkampfwagen in Richtung nach Naljiweika und Jemilowka marschieren. So kam die Quartierm.Abteilung durch starken, ununterbrochenen Feinddruck ab 6.00 Uhr in schweren Abwehrkampf um den Ort Jemilowka, dessen Nordteil gehalten wurde. Der ungleiche Kampf hätte aber zum Unterliegen führen müssen, wenn die Div. nicht von der Gefechtsgruppe Lang dringend „bewegliche mot.Kräfte“ zum Entsatz angefordert hätte. 9.00 Uhr So fuhren die 1. und Teile 2./G.Pz.Jäg.Abt.44, Teile der Kradschütz.Schw.54 und 6./Fla.48 (Gesamtführung Hauptmann Kaiser, Chef 1./Pz.Jäg.Abt.44) an Trojanka vorbei, mitten in die gegen Jemilowka marschierenden Feindkolonnen hinein, zersprengten sie und vernichteten starke Teile. Hauptmann Kaiser, der bewährte Spitzenführer der Div. fiel dabei. Am 23.8.41 wurde ihm das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen, zu dem er vor seinem Heldentod eingereicht war. Noch in den Nachmittagsstunden waren gegen 300 Russen im Südteil Jemilowka. Die Div. hat daher 257.Inf.Div., die Säuberung von Jemilowka und Gegend Naljwaika durchzuführen, da die eigenen Kräfte der Vorausabteilung Lang wieder weggezogen werden mussten. Ferner teilte 257.Inf.Div. abends mit, dass sie starke Feindteile mit höheren Stäben nach Norden getrieben habe, welche sich dann nach Jemilowka hineingezogen hätten. Der Abwehrkampf in Jemilowka forderte von der Qu.-Abt. 9 Tote und 18, teils schwer, Verwundete. 7.50 Uhr Funkantrag an Generalkommando XXXIX.(Geb.)A.K., dass LII.A.K. den Raum Jemilowka – Golowanewsk abriegelt, da die Div. keine Kräfte hierfür verfügbar hat. 9.30 Uhr Ferner wird vom Generalkommando dringend Schliessung der Lücke bei Strassenkreuz südlich 196 durch 4.Geb.Div. erbeten, (was durch Feuer der Artl. bisher geschehen ist). Die am Vormittag durchgebrochenen Feindkräfte wurden bereits um 9.00 Uhr durch starkes eigenes Artl.Feuer aus Richtung Golowanewsk empfangen. Die Div. hatte 257.Inf.Div. durch Funkspruch und Ord.Offz. unterrichtet. Zwei Regimenter der 257.Inf.Div. wurden daher sofort alarmiert und griffen die inzwischen vom Feinde besetzten Waldstücke beiderseits Bhf. Jemilowka an. Sie standen mit Einbruch der Dunkelheit mit einem Regiment in Linie Dukowka – Marjonowka, mit dem anderen vermutlich bei Alexandrowka. Trotz dieser Ereignisse beabsichtigt der Div.Kdr. planmässig 10.00 Uhr anzutreten, als 9.50 Uhr neuer Korpsbefehl eintrifft: „Div. angreift Podwyssokoje. Auch 97.le.Div. wird dorthin angesetzt.“ Zur gegenseitigen Regelung des Angriffs, insbesondere des Artl.Feuers hält die Div. daraufhin laufend mit 97.le.Div. Verbindung. Ab 9.55 Uhr gibt Div.Kdr. die hierzu notwendigen Befehle fernmündl. an Oberst Picker (zugl. f. Obstlt.Stettner) und Oberstlt.Lang. Oberst Picker erbittet Unterstellung des G.J.R.91 (Oberstlt.v.Stettner). Das Generalkommando bewilligt diesbezüglichen Antrag der Div. Oberst Picker erhält schon im Voraus den Befehl, sich G.J.R.91 für den Angriffsplan zu unterstellen und mit Obstlt. Lang Verbindung aufzunehmen. 10.30 Uhr Befehl an Gefechtsgruppe Picker: Rgt.Stettner nimmt Höhe 186 und hält sie. Der Angriff der Gefechtsgruppe Picker ist im Benehmen mit Gefechtsgruppe Lang bis zum 1.Angriffsziel durchzuführen. 9.30 Uhr Obstlt. Lang meldet, dass er erst nach Heranziehen des I./G.J.R.99, etwa 11.15 Uhr zum Angriff antreten kann. 11.30 Uhr Befehl an Oberst Kress, das Btl.Eisgruber (III./98) der Gefechtsgruppe Picker zuzuführen und dazu die 6./G.J.R.98, die von Oberst Kress selbständig in den Morgenstunden gegen Punkt 198 – 5 km westlich Trojanka angesetzt worden war, wieder heranzuziehen. (Hiermit werden Bedenken und Anträge des Oberst Picker wegen seiner grossen Breiten erfüllt). Die Meldungen der Gefechtsgruppen ergeben, dass der Feind in der Nacht 5./6.8. im Div.Streifen nirgends durchgebrochen war, insbesondere nicht in Rassochowatjez, wie zuerst angenommen worden war. 11.00 Uhr Gefechtsgruppe Lang tritt zum Angriff an und erreicht im 12.00 Uhr flüssigen Vorgehen 12.00 Uhr Linie "Siedlg. Soldateski Fl." 13.25 Uhr von Bondorjowka und 13.25 Uhr das Angriffsziel Höhe 3 km nordostwärts Wladimirowka gem. Div.Befehl (Anl.1100). 13.30 Uhr Die Div. befiehlt die gegen Jemilowka eingesetzten Teile der Gefechtsgruppe Lang zurück, was umso dringlicher wird, 15.10 Uhr als Gefechtsgruppe Lang zahlreiche russ. Panzer meldet und dagegen keinen Panzerschutz mehr hat. Es verbleiben lediglich 1 Zug 3./G.Pz.Jäg.Abt.44 mit 1 8,8 cm Geschütz und ½ Zug 2 cm Flak der I./Flak 61 bis zum Abend am Strassenkreuz ostwärts Trojanka, ferner Teile Kradschtz.Schw. beim Div.Gef.Stand. 15.45 Uhr Gefechtsgruppe Lang erhält Befehl, den Angriff der Gef.Gr. Picker auf dem rechten Flügel zu begleiten. 14.00 Uhr Golowanewsk vom Feinde gesäubert. Im Laufe des Vormittages und am frühen Nachmittag hatten stärkere Feindteile versucht, von Süden und Südosten den Ort Golowanewsk zu nehmen, scheiterten aber an der tapferen Abwehr der Geb.Vet.Komp.54 und des Feldlaz.54, ferner an der auf den Höhen nordwestlich und nordostwärts Golowanewsk aufgebauten Verteidigungslinie des Div.Nachsch.Fhr.54, unterstützt durch 2 in der Werkstatt der 1./Sturmgesch.Abt.243 befindlichen Sturmgeschütze der Div. 14.00 Uhr Vorausabteilung der 297.Div. im Vorgehen von Norden zum Angriff gegen Höhe 186, 4 km nordostwärts Podwyssokoje. 16.00 Uhr Die Div. tritt planmässig zum Angriff an. In schwierigstem Ortskampf erreichen die Btle. der Gefechtsgruppe Picker (von rechts I./G.J.R.99 (dahinter II./G.J.R.98), III./G.J.R.99, I./G.J.R.91) gegen 20.45 Uhr Podwyssokoje-Kirche, nur III./G.J.R.99 hängt noch ein wenig zurück. Der Kampf war sehr verlustreich. Allein bei Gefechtsgruppe Picker gefallen: 2 Offiziere, 26 Unteroffiziere u. Mannschaften, Verwundet: 3 Offiziere, 95 Unteroffiziere u. Mannschaften. Kp.Königbauer (11./G.J.R.98) ist nunmehr einige 50 Mann (Gefechtsstärke) stark, da bisher über 100 Mann im Ostfeldzug ausgefallen. Die Btle. sind somit in ihrer Kampfkraft ebenfalls erheblich geschwächt. 18.00 Uhr 11.Pz.Div. fragt bei Div. an, ob Artl.Unterstützung gegen Podwyssokoje erwünscht ist; wird verneint, da eigene Truppe schon im Ostrand ist. 22.50 Uhr 257.Inf.Div. teilt mit, dass in Jemilowka noch starker Feind sei, die Div. beabsichtige, Störungsfeuer dorthin zu legen. Als Antwort bittet die Div., das erst mit Tagesanbruch unter Beobachtung durchzuführen. 23.00 Uhr Div.Befehl f. 7.8. (fernmündlich an die Gefechtsgruppen): Div. hält erreichte Stellung. Eingraben und Sichern. Verbindung nach rechts und links aufnehmen! 24.00 Uhr G.J.R.98 meldet, dass sich in Podwyssokoje noch einzelne Stützpunkte mit Pak's und M.G. halten. aus Fotoalbum II./Geb.A.R.79: Der Feind ist von 5 Divisionen um Podwisokoje eingeschlossen und wird durch konzentrischen Angriff aufgerieben. |
| 7.8.1941 Regen,kühl |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.2): Seit 1.50 Uhr Angriffe auf Gefechtsstand Lang, durch bei Btl.Wölfinger und 8./G.J.R.98 (Radf.) durchgebrochene Feindteile. 3.15 Uhr Funkspruch von Gefechtsstand Lang: Hilfe! Sperrfeuer der Artl. erbeten! 3.20 Uhr Erneuter Funkspruch Lang: Hilfe! 4.15 Uhr A.V.Ko. bei Lang eingetroffen. Ausserdem greift Artl. der SS vom Ostufer des Ssinjucha mit ein. 3.25 Uhr Befehl an G.J.R.98: Alle verfügbaren Kräfte zu Obstlt.Lang. Antwort: Keine Reserven vorhanden. Es wird daraufhin die Vorausabteilung der 97.le.Div. (Major Kreutzer) und die als Eingreiftruppe des Div.Gef.Standes in Trojanka stehende Abt.Westenrieder (Teile Kradschtz.Schw.54, Teile G.Pz.Jäg.Abt.44) 4.25 Uhr in Marsch gesetzt. 4.00 Uhr Die ganze Nacht stärkste Angriffe auf Btl.Wölfinger, das jedoch nach wie vor seine alte Linie hält. Bei Abschnitt Kress alles ruhig. 4.50 Uhr Btl.Fleischmann (I./G.J.R.99) und Btl.Wölfinger (II./98 (Tippfehler?) bilden einen Igel in Podwyssokoje, Nordostteil. 8./G.J.R.98 hält trotz wellenweiser Massenangriffe unter hohen eigenen Verlusten. Kp.Chef schwer verwundet. 4.55 Uhr Angriff auf Gefechtsstand Lang abgeschlagen. 5.00 Uhr Funkspruch an 297.Div.: Entlastungsangriff von Norden erbeten. 6.15 Uhr Obstlt. Lang meldet: Vollkommene Ruhe vor der Front. Es war einigen Reitergruppen gelungen, auf das Ostufer des Ssinjucha zu kommen, wo sie von der dort stehenden SS vernichtet oder gefangen genommen wurden, nachdem sie vergeblich versucht hatten, nach Süden durchzubrechen. 7.00 Uhr Gefechtsgruppe v. Stettner erreicht nach schwerem Kampf des Btl.Salminger (III./G.J.R.98) um die Höhe 196 ihr Angriffsziel, die Strasse Podwyssokoje–Strassenkreuz ostw. Kopjenkowata. 7.00 Uhr Bei Gefechtsgruppe Picker läuft Feind in stärkeren Gruppen mit weissen Fahnen über. Es wird daraufhin den Gefechtsgruppen empfohlen, einzelne Gefangene mit weissen Fahnen zurückzuschicken und ihre Kameraden zum Überlaufen aufzufordern. Dieses Verfahren zeigt sichtlichen Erfolg. 8.00 Uhr Sicherungen der Gefechtsgruppen Picker in Stärke von 2 Zügen stehen am Westrand Podwyssokoje, müssen sich aber vor starkem eigenem Artl.Feuer – anscheinend von 97.le.Div. – zurückziehen. 9.00 Uhr Bisher 3 000 Gefangene im Abschnitt III./G.J.R.99. 8.45 Uhr 257.Div. funkt: Verteidigung in Linie Dukowka – Alexandrowka beabsichtigt (mit Front nach Jemilowka – Trojanka!) 10.00 Uhr Bei Gefechtsgruppe Picker kein wesentlicher Widerstand mehr im Westteil Podwyssokoje. Im Gelände nördlich des Ortes gegen den grossen Wald zu, schiessen noch einige M.G. und ein Geschütz. Bisher 6 000 Gefangene bei der Gefechtsgruppe; ihre Zahl wächst stündlich. Russ. Verwundete werden im Hospital Podwyssokoje durch vier russ. Ärzte und zahlreiche Krankenschwestern versorgt. 10.00 Uhr Oberst Kress wird mit der Säuberung des Zwischengeländes von Orlowo bis Naljiwaika beauftragt. Unter Heranziehung der 6./Fla.48 werden bei dieser Aktion im Laufe des Nachmittags gegen 900 Russen aus den Feldern geholt. 10.00 Uhr Div.Kdr. empfiehlt Gefechtsgruppe Picker, wenn es die Feuerlage erlaubt, mit genügend starken Kräften auf und über die Westränder von Podwyssokoje vorzustossen, um dort vorhandene Grossbeute an Batterien, Funkwagen usw. für die Div. sicherzustellen. Zugleich ist Verbindung mit der 97.le.Div., die noch am Ostrand des mittleren Waldstückes (2 km westlich Podwyssokoje) Nordteil hält, aufzunehmen. 10.15 Uhr Befehl an den Kommandeur der linken Gefechtsgruppe, Obstlt.v.Stettner: "Es ist mit Spähtrupps über das Angriffsziel der Div. hinaus- gegen den Ostrand des südlichen Waldes vorzufühlen; falls dort kein wesentlicher Widerstand, kann mit einem ganzen Btl. bis 500 m in den Wald hinein vorgegangen werden". Bis zum späten Abend gelingt es diesen Spähtrupps nicht, in den Wald heranzukommen, da er von Scharfschützen und mehreren M.G. zäh gehalten wird. Befehl zum Angriff mit stärkeren Kräften erfolgt nicht, da ausserhalb des Div.Streifens. Es wird ferner bekannt, dass der rechte Flügel der 4.Geb.Div. (I.R.477) am Abend des 7.8. und auch bis 8.8., 6.00 Uhr noch nicht in den Südrand des Waldes ostwärts Kopjenkowata eindringen konnte. 11.05 Uhr Durch Funk trifft Korpsbefehl ein: "XXXIX.(Geb.)A.K. stürmt heute, 7.8. 12.00 Uhr Podwyssokoje". 11.30 Uhr Bei Gefechtsgruppe Picker bisher 7 300 Gefangene in Podwyssokoje. 11.50 Uhr 125.Inf.Div. nähert sich von Norden, 97.le.Div. von Westen Podwyssokoje. 12.00 Uhr Die Schlacht von Podwyssokoje ist siegreich beendet. 11.45 Uhr 257.Div. ist bisher zur Säuberung des Raumes südlich Trojanka nicht angetreten. 12.00 Uhr Sicherungen des Geb.Pi.Btl.54 melden, dass zahlreiche Russen (ca. 150) mit weissen Fahnen aus Jemilowka gegen Trojanka kommen. Sie werden später gefangengenommen. Ein nachmittags nach Jemilowka entsandter Spähtrupp des Geb.Pi.Btl.54 holt weitere 150 Gefangene aus dem Ort heraus. Da nachmittags Platzregen, ist anzunehmen, dass sich noch einige Russen in Hütten usw. vor dem Regen verkrochen haben und daher nicht aufgestöbert wurden. 12.00 Uhr Beerdigung der bei der Verteidigung von Jemilowka im Laufe des 6.8. gefallenen Angehörigen des Div.Stabes in Trojanka, zusammen mit Hauptmann Kaiser. 12.30 Uhr Drahtverbindung zum Generalkommando wiederhergestellt. Div.Kdr. orientiert Ia, Major i.G.Herre, der den erkrankten Chef des Stabes, Oberst i.G.Jodl, vertritt. 16.30 Uhr Lage bei den Gefechtsgruppen unverändert. 19.30 Uhr Fernmündliche Vorausorientierung über Korpsbefehl für 8.8. trifft ein: "Voraussichtlich bis 10.8. einschl. Ruhe, Aufräumen des Schlachtfeldes." 21.00 Uhr Die Gefechtsgruppen werden fernmündlich darüber orientiert. Da die vorderen Teile wegen der ungeklärten Lage in den Wäldern westlich Podwyssokoje noch mit Teilen gebunden sind, erfolgt noch kein Unterkunftsbefehl. 22.00 Uhr Dem Generalkommando wird auf Anfrage gemeldet, dass die Div. mit Wegziehen der in Gegend Pkt. 185 (3 km nordostw. Podwyssokoje) stehenden Teile der 295.Div. und der im Abschnitt Podwyssokoje am Ostufer des Ssinjucha stehenden Panzerkräfte ab 8.8. vormittags einverstanden ist. |
| 8.8.1941 Nachm. Platzregen |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.2): Nacht ruhig verlaufen. 9.00 Uhr Der Unterkunftsbefehl wird den Gefechtsgruppenkommandeuren fernmündlich übermittelt. 9.30 Uhr Fernmündliche Rücksprache Div.Kdr.–Generalkommando/Ia–. Das Generalkommando teilt mit, dass das XXXVIII.Panzerkorps damit einverstanden ist, dass 1.Geb.Div. im Einvernehmen mit 11.Pz.Div. Ternowka belegt. 9.45 Uhr Gefechtsgruppe Lang erhält Befehl, Verbindung mit 11.Pz.Div. deswegen aufzunehmen und bei Belegung von Ternowka für Korpspionierbtl.73 – das dort eine Brücke bauen soll – Raum freizulassen. 10.20 Uhr Die Div. stellt der 4.Geb.Div. auf Antrag den Ort Tarrassowka zur Verfügung, welche hierfür ihren Unterkunftsanteil an Podwyssokoje (1 Btl.) zur Verfügung stellt. 13.00 Uhr Durch Ord.Offz. der 257.Inf.Div. wird bekannt, dass diese Befehl hat, um 13.00 Uhr mit Teilen, mit Masse 14.00 Uhr nach Norden bis zum Jatranj-Abschnitt anzugreifen. Für die bevorstehende Einnahme von Kiew wird die Sturmgesch.Abt.243 vom XXXXIX.(Geb.)A.K. weggezogen. Die der Div. seit Kriegsbeginn unterstellte 1./Sturmgesch.Abt.243 ist durch die letzten Gefechte materiell und personell stark geschwächt. Sie wird daher auf Antrag der Div. von der Armee weiterhin bei der Div. belassen. Laufend werden versprengte Russen eingebracht. Soweit sie noch Waffen tragen, macht die Truppe im allgemeinen keine Gefangenen mehr. Einzelne Schiessereien traten selbst noch am 12.8. auf. 21.15 Uhr Div.Kdr. übermittelt Oberst Picker seine höchste Anerkennung. aus Fotoalbum II./Geb.A.R.79: Die Abt.macht etwa 800 Gefangene. Unsere Gefallenen in Wladjimirowka bei der Einkreisungsschlacht Podwisokoje. |
| 9.8.1941 | Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.2): Div. in Ruhe und beim Aufräumen des Gefechtsfeldes. 12.00 Uhr Einzelne Säuberungsaktionen. Masse der Truppenteile erreichen bis Mittag ihre Unterkünfte. |
| 10.8.1941 | Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.2): 19.45 Uhr Der Oberbefehlshaber der 17. Armee, General der Inf. von Stülpnagel bei der Div. zum Abendessen. Er übernachtet bei der Führungsabteilung und fährt |
| 11.8.1941 | Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.2): 9.00 Uhr weiter zur 257.Inf.Div. - LII.A.K. |
| 13.8.41 | Tätigkeitsbericht IIa. Auf Befehl der Division wurde aus Kraftfahrzeugen des Gepäck- trosses eine Wagenkolonne zur Heranführung des Marschbatl.zusammen- gestellt mit Endziel Winniza. Diese Wagenkolonne erreichte noch am 13.8.1941 Niemirow, wo bereits eine Marschkompanie am frühen Nach- mittag eintraf, während die übrigen Kompanien noch im Anmarsch von Winniza her waren. Das ganze Batl. traf im Laufe der Nacht vom 13./14. 8.41 in Niemirow ein. aus Fotoalbum II./Geb.A.R.79. Abmarsch der Abt.im Verband der Gef.Gruppe Picker entlang der Talsenke des Senjueha-Flusses. Die Abt.legt folgeden Marschweg zurück: Ternowka -Slynka - Nowo Ukrainka - Bobrinjez - Nowo Petrowka - Kasanka - Nowo Pawlowka nach Nowo Dimitrijewka am Fluß Ingulez. |
| 14.8.1941 | Tätigkeitsbericht IIa. Hier (Niemirow) erfolgte am 14.8.1941 die Einteilung auf die Truppenteile der Division. |
| 15.8.1941 | Tätigkeitsbericht IIa. Am 15.8.41 vormittags 5.00 Uhr erfolgte von hier aus der Abtransport mit der Lkw.-Kolonne. Zunächst wurde Kunka erreicht, wo wegen der Notwendigkeit der Aufnahme von Betriebs- stoff eine Rast eingeschaltet wurde. Während dieser Rast wurde das Gepäck, das inzwischen aus Ladyschin herbeigeholt worden war, ver- teilt. Um 11.00 Uhr vormittags konnte nach Einnahme der Verpflegung der Weitermarsch fortgesetzt werden. Beim Durchmarsch durch Gaysin erfolgte Meldung bei O.Qu. ebenso in Uman Meldung bei der Führungsabteilung des A.O.K.17. Auf Befehl des A.O.K.17 mußten je etwa 200 Mann an die Gefangenenlager in Iwan- gorod und Ternowka zur Gefangenenbewachung abgestellt werden, bis Bewachung durch einen anderen Verband möglich war. Dauer des Kommandos etwa 2 Tage. Es ergibt sich somit am 15.8.41 noch ein Fehlbestand von 121 Uffz. und 1243 Mann. Die fehlenden Uffz.-Stellen wurden zum größten Teil durch Beförderungen gedeckt. |
| 16.8.1941 | Tätigkeitsbericht IIa. Die Masse des Marschbatl. wurde im Laufe des 16.8.1941 den einschlägigen Truppenteilen zugeführt. |
| 17.8.1941 | 2./Geb.Jg.Rgt.99. Uffz. Josef Nieder, verstorben Feldl.mot.669 Teplyk; Tätigkeitsbericht IIa. Auf das Gefangenenlager Ternowka wurden 178 Mann, an jenes in Iwangorod 100 Mann mit je einer Feldküche abge- stellt. Nach Ablösung sollten die abgestellten Teile durch A.O.K. 17 der Division zugeführt werden. Bei Abschluß des Berichtes ist das Marschbatl., das am 17.8.1941 in Bayreuth marschbereit sein sollte, noch nicht eingetroffen. |
| 24.8.41 | aus Fotoalbum
II./Geb.A.R.79 Nikolajewka In unseren Quartieren treffen wir mit ungarischen Waffenkameraden zusammen. |
| 31.8.1941 | Tätigkeitsbericht IIa. Am 31.8.1941 waren sämtl.Ersatzmannschaften bei ihren Truppenteilen eingetroffen. |
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2) T-315 R39 KTB Ia 1.Geb.Div.