19.Infanteriedivision
Kriegstagebuch    Befehle    Gliederungen    Zustandsmeldungen   Stellenbesetzungen   Ersatz/Verluste   Material/Ausrüstung



Kriegstagebuch August 1939
15.8.1939 KTB 19.Division
17.05 ging bei der Div. durch Fernspruch der X-Befehl ein. Er wurde durchgegeben von der Kdtr.Hannover und lautete: Erster X-Tag 26.8.39 ohne 106 der 3.Welle und
ohne Kriegsmarine und ohne Luftwaffe. Sigurd 9757 durchführen. - Die Rückmeldung erfolgte fernmündlich um 1715 Uhr.
1850 Uhr ging vom XI.A.K. derselbe Befehl ein. Die Div. gabe den Befehl an ihre aktiven Truppenteile weiter Diese Ruchgabe war 1910 Uhr beendet.
25.8.1939
sehr warm
und trocken
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19
Es ist ein herrlicher Augusttag. Die Kompanie macht den gewöhnlichen Vormittagsdienst: Technischer Dienst und Geschützreinigen und bereitet sich auf einen
Fahrzeug- und Geschützappell vor: Nach dem Mittagesse ist Unterricht durch den Komp.Chef über politische Tagesfragen. Besonders ird die Polenfrage erwähnt. Zum
Schluß wird bekannt gegeben, dass die Kaserne nur bis zum Zapfensteich verlassen werden darf. Nach dem Unterricht ist technischer Dienst und Sport. Dienstschluss
ist 17,00 Uhr. Durch den Lautsprecher gibt der UvD dann bekannt, dass die Kaserne nicht mehr verlassen werden darf. Hier und da wird Mobilmachung gemunkelt .Auf der
Schreibstube herrscht emsige Tätigkeit. Um 18,00 Uhr muss die Kompanie auf dem Antreteplatz antreten. Sie wird auf den grossen Lehrsaal geschickt. Unteroffzier Sommer
der Hauptfeldwebeldiensttuer ist, neldet dem Chef die Kompanie. Der Chef Oberleutnant Falkenthal verliest den geheimen Mobbefehl, wonach der Führer ab 0,00 Uhr des
nächsten Tages die Mobilmachung befohlen hat. In einer kurzen Ansprache weist er auf die Grösse und Bedeutung der Stunde für den aktiven Soldaten hin "Die schönste
Stunde, die Moblmachung, die nicht jeden aktiven Soldaten vergönnt war, könnt ihr erleben, Kameraden!"
Anschliessend wird die Kompanie über Geheimhaltung diesntlicher Angelegenheiten im Mobfall unterrichtet. Auf dem Antreteplatz wird die Gefechtseinteilung der Kompanie
vorgenommen. Die in der Kompanie übenden Reservisten werden entlassen und die Urlauber in die Kaserne zurückgerufen.

KTB A.R.19
16.00 Uhr wurde fernmündlich -unleserlich- der Befehl durchgegeben, daß der 26.8. -unleserlich- wurde der "Y"Tag -unleserlich- umgeändert; -unleserlich-: 26.8.
1.Mobilmachung außer den Urlaubern
26.8.1939
Heiß,trocken
KTB 19.Division
Bis 0200 Uhr gingen laufend bei der Div. Meldungen über den Stand der Mobilmachung von allen unterstellten Truppenteilen ein. Alle Maßnahmen wurden planmässig
durchgeführt. Auch der erste X-Tag verlief planmässig, abgesehen von einigen kleinen Schwierigkeiten ,die auf die Tatsache zurückzuführen sind, daß die
Mobilmachung ohne öffentliche Verkündung erfolgte.
Dies wirkte sich besonders bei der Kfz.-Gestellung aus.Daher traten wiederum Verzögerungen bei den Empfängen von Waffen, Gerät und Bekleidung ein. Aushilfsmassnahmen
mussten zur Innehaltung der erforderlichen TErmine ergriffen werden. Auch die personellen Ergänzungen trafen teilweise verspätet ein, da sie sich auf Urlaub befanden
und ohne die öffentliche Verkündigung naturgemäß nicht schneller benachrichtigt werden konnten.

KTB Beob.Abt.19
Die Nachrichten aus dem Osten werden immer bedrohlicher. Polen provoziert Großdeutschland in der unglaublichsten Weise, indem tagtäglich die polnische Bevölkerung durch
ihre Presse gegen alles Deutschtum in der schärfsten Weise aufgeputscht wird, und erklärt wird, daß ein Krieg gegen Deutschland unvermeidlich sei. Unzählige Deutsche
werden überfallen, gemartert und totgeschlagen. Die deutschen Truppen sollen in einer Entscheidungsschlacht vor Berlin vollkommen erledigt werden. Deutsche Flugzeuge
werden über deutschem Gebiet bdschossen. Trotz aller dieser Provokationen versucht Deutschland einen Weltkrieg zu vermeiden. In dieser Zeit der hochpolitischen
Tarnung wird der Abschluß des Nichtangriffspaktes mit Rußland bekannt, wodurch die außenpolitsche Lage Großdeutschlands erheblich ver bessert wird. Am Freitag Abend ist
ein Abendessen des gesamten Offiziers-Korps der Beobachtungsabteilung 31 im Offizierheim Wörthstraße angesetzt. Sämtliche Herren der Abteilung nehmen darah teil.
Inzwischen treffen jedoch die ersten Mob.Befehile ein und die Offiziere begeben sich sofort zu ihren Einheiten. Als erst Maßnahme gehen sofort die Telegraome heraus, die
alle Angehörigen der Abteilung aus dem Urlaub zurückrufen. Die gem. Mot.Kalender zu treffenden Maßnahmen werden eingehend besprochen und die ersten Anordnmgen ergehen. Es
erfolgt die Aufteilung der Bb.31 in 3 Ableilungen:
Die Bb.31, die Bb.19. und die Ersatz-Bb.31. Als Führer der Bb.19 wird gem. Mob.Kalender Hauptmann Coupette bestimmt.
Sein Adjutant ist Oberleutnant Schmidt. Die Zusammenstellung des Offizier-Korps ergibt sich aus beiliegender Liste.
26. - 28.8.39. In den nächsten Tagen ist eine ungeheure Arbeit zu bewältigen. Der nach und nach eintreffene Ersatz an Reservigten wird eingekleidet, vereidigt, untersucht
und belehrt. Die Ersatzfahrzeuge werden kriegsmäßig hergerichtet, fehlendes Ersatzfahrzeuge werden in größter Eile aus Hannover und Berlin geholt, öder aus dem Heeres-Zeugamt
Braunschweig beschafft. Die Reserve-Offiziere treffen inzwischen sämtlich ein. Tag und Nacht muß anstrengend gearbeitet werden.

KTB 1./Pz.Abw.Abt.19
Mit 25 Reservisten, 2 Offz.und 23 Mann wird die Komp. kriegsstark gemacht.
6,00 Uhr Die aktive 1./Pz.Abw.19 ist somit aufgelöst. Noch in der Nacht haben Reservisten ihren Gestellungsbefehl bekommen und viele treffen bereits in den frühen
     Morgenstunden ein.
8,00 Uhr Unzählige eingezogene Zivilfahrzeuge werden auf dem Kasernenhof sufgefahren. Die Besitzer gehen mit traurigen Blicken von ihren wunderbar polierten und
     gepflegten Fahrzeugen fort. Am Kasernentor, das schon seit dem Vorabend geshhlossen ist, finden sich die ersten Angehörigen der Soldaten ein. Obgleich der
     Rundfunk noch nichts über eine Mobilmachung gebracht hatte, war sie doch zum offenen Geheimnis geworden. In der Kaserne gaben die Soldaten ihre überzähligen
     Ausrüstungsgegenstände ab und empfingen die ihnen mob-mäßig zustehende Ausrüstung. Der Fahrzeugpark der Kompanie wurde aufgefüllt und die Fahrzeuge, die noch
     nicht mit dem Tarnanstrich versehen waren, beim Maler überspritzt.
12,00 Uhr Die beiden der Kompanie zugeteilten Reserveoffiziere, Oberleutnant Frhr.von Bodenheusen und Leutnant Pigge treffen bei der Kompanie ein. Vom Munitionsdepot
     wurde scharfe Munition geholt. Die Schreibstube füllte die Soldbücher und Stenmrollen für die ins Feld rückenden Soldaten aus. Erkennungsmarkenlisten wurden
     angefertigt. Die Soldaten verpackten ihre eigenen Sachen in Koffern, Kisten und Karton versahen sie mit Heimatadresse und gaben sie auf der Bkleidungskammer ab.
27.8.1939
trocken,warm
KTB 19.Division
Trotzdem ergaben die Nachtmeldungen bis 0200 Uhr, daß alle kalendermäßig festgelegten Massnahmen zeitgerecht durchgeführt werden konnten, nur bei nachfolgendenn
Truppenteilen ergaben sich Schwiergikeiten, die noch nicht abgestellt werden konnten:
1.) Der 1.Krankenkraftwagenzug 19 hatte keine Kfz.erhalten, da die aufstellende Dienststelle (Reichspost) keine Beorderung herausgegeben hatte. Abhilfe: Die
    Reichspost wurde nachträglich zur Beorderung veranlaßt.
2.) N.19, die die Bekleidung eines Landesschützen-Btls. bis ersten S-Tag 2400 Uhr durchführen sollte, war hierzu nicht in der Lage, da die Bekleidungsbestände
    nicht ausreichten. - Grund: De Wehrkreisintendant hatte diese Bekleidung in den Wochen davor weggezogen. - Aushilfe: Landeschütz.Btl. wurde auf ein
    Heeresbekledungsamt angewiesen.
3.) Beim Pi.19 fehlten zur Aufstellung der 1.Br.Kol.430 31 Kfz., und 17 für die 2.Br.Kol.430 bestimmte Kfz. hatten keine Anhängervorrichtung. - Grund: Unbekannt.
    -Aushilfe: Wehrersatz-Inspektion wurde um Ersatzgestellung ersucht.
4.) Der B.Abt.19 fehlten sämtliche Kfz. für die Schallmeßbatterie. Grund: Unbekannt. - Aushilfe: Die Fahrzeuge wurde bei der Wehrersatz-Inespektion neu angefordert.
0400 Uhr entsprechende Meldung an XI.A.K.
Kalendermäßig mußten alle aktiven Truppenteile der Div. ihre Mob-Aufstellung bis 2.X-Tag 1800 Uhr beendet haben. Die Fertigmeldungen gingen in folgender Reihenfolge
ein:
1720 Pi.19   1730 Pz.Abw.19   1740 I.R.74  1835 I.R.59  1900 Feldgend.Zug   1915 Kdo.19.Div.   1920 I.R.73   1921 N.19   1940 A.A.19
1922 Div.-Nachsch.Führer
     7. und 8.Kw.Kol.19 mit folgender Einschränkung: Beide Kolonnen sind mit Fahrzeugen ausgestattet, die für ihre Aufgaben zu schwer sind.  7.Kol. verfügt statt
     über 30to nur über 20to Laderaum. -8.Kol.verfügt über keine Betriebstoffvorräte.
1941 1.Krankenkraftwagenzug 19
     Fehlbestand noch 3 Krankenkraftwagen. - Alle Kfz.waren für ihre Bestimmungszweck noch nicht hergerichtet und der Zug hatte noch keine Bekleidung und keine
     Ausrüstung empfangen.
     An der Auffüllung der gemeldeten Lücke wurde bis zum Abtransport der Div. weitergearbeitet.
2000 Uhr meldet die Div. die Beendigung der Mobilmachung  der aktiven Div. an das XI.A.K.
2200 Uhr verließ das Kdo.der Div.die Unterkunft und fuhr zur Verladung.
2230 Uhr verließ das II./I.R.73 als 1.Transport der Div. Hannover.
Als letzter Transport der Div. war vorgesehen: 1./Feld-E-Btl.19 für den 5.X-Tag 0047 Uhr ab Sarstedt.
Die Verladung der Div. erfolgte in ---- Zügen, dazu kommen Mun-Züge.

KTB Beob.Abt.19
Am 2. Mob.Tag , 27.August rückt die Beobachtungsabteilung 31 ins Feld. Alle Anordunugen, die auf Grund der Mobilmachung erforderlich sind, sind am 28. August beendet.

KTB 1./Pz.Abw.Abt.19
6,00 Uhr  Die Soldaten verpackten ihre Sachen an den Fahrzeugen. Die Funktioner übergaben das verbleibende Inventar an die zurückbleibende 4.(E) Kompanie und bepackten ihre
          L.K.W. Da einige Reservisten nicht eingetroffen waren, musste Ersatz aus der 4.(E.)Kompanie genommen werden. Auf dem Kasernenhof wurden die Zivilfahrzeuge von
          fremden Truppenteilen abgeholt.
12,00 Uhr Nach dem Mittagessen wird die Kompanie gelöhnt und empfängt Erkennungsmarken und Soldbücher. Die Kaserne wird gereinigt. Bis 18,00 Uhr muss alles fertig sein.
          Der Kommandeur spricht die auf dem Sportplatz angetretene Abteilung. Oberleutnant Dr.Falkenthal meldet dem Kommandeur, Major Marcks, in dessen Begleitung der
          Adjutant, Oberleutnant Sandau ist, die Abteilung. Fuhrer der 2.Kompanie ist Oberleutnant d.R. Burmeister der 3.Komp. ihr alter Komp.Chef Oberleutnant Albert.
          Der Kommandeur betont in seiner kurzen Ansprache, dass die Panzer-Abwehr-Abteilung 19, wo immer sie auch stehen möge, nur ihr Bestes zu zeigen habe. Mit einem
          kräftigen "Sieg Heil" auf den FUhrer wurde dieser schlichte Appell beendet.
19,00 Uhe Die Kompanie verlässt das Kasernentor, vor dem sich viele Angehörige eingefunden hatten, und marschiert durch Stadt zum Güterbahnhof Fisc.:herhof,wo sie verladen
          wird. Um 22,50 Uhr rollt der Zug ab in Richtung Osten.
28.8.1939
Sehr heißer
und schwüler
Sommertag.
KTB 19.Division
Der Transport erfolgte auf der Strecke Hannover-Stendal-Berlin-Frankfurt/O.-Guben bis in die Gegend von Breslau und Brieg; unterwegs wurde beim Kdo. der Div., das
zusammen mit dem Kdo.des.XI.A.K. verladen war, keine Verpflegungspause gemacht.
1745 Uhr traf bei einem kurzen Halt nördl.Breslau ein neuer Befehl ein, daß die Div. nicht, wie bisher beabsichtigt, in einem Raum ostw.Brieg, sondern sogleich
weiter ostw. in einem Raum nördl.Rosenberg, nahe der Grenze, vorzuführen sei. Dadurch wurden erhebliche Marschleistungen von den Mot.-Verbänden und den besp.Einheiten
gefordert, zumal die Fahrer sich noch nicht hatten einfahren können. Die Inf.-Kpn. wurden mit bereitsgestellten Lkw.-Kolonnen vorgefahren.-

KTB 1./Pz.Abw.Abt.19
Der Zug, in dem die 1.Kombanie zusammen mit der Stabskompanie verladen ist, fährt Hannover, Lehrte, Stendal, Berlin. In Berlin verkehrt die Stadtbahn bereits. Überall
winken uns die Leute, die sich auf dem Weg zur Arbeitsstätte befinden, freundlich zu. Schon vor Berlin waren sämtliche Brücken und Übergänge von der Flak und dem
Bahnschutz, Zivilisten mit Gewehr bewacht. Weiter ging die Fahrt über Frankfurt/Oder, Sagan , Liegnitz nach dem schlesischen Flecken Meltsch. Hier wurden (15,10) die
Eisenbahnwagen entladen. Sofort wurde ein Quartiermacherkommando unter der Leitung von (16,00 Uhr) Oberleutnant Willikens zusammengestellt, das sich mit seinen Krädern
alsbald in Richtung Brieg, Michelwitz, Scheidondorf in Marsch setzte. Die Fahrt ging durch viele kleine Ortschaften, deren Namen oftmals mit denen auf der Karte
verzeichneten nicht übereinstimmten. Als das Quartiermacherkommando in Michelwitz und Scheibendorf Quartier gemacht hatte, erreichte die Abteilung ein neuer Befehl.
Von jetzt ab war die Abteilung nicht mehr der 14.(fliegenden) Division unterstellt (20,00 Uhr), sondern wieder seiner 19.Division. Das Quartiermacherkommando marschierte
dann weiter bis Rosenberg, Alteneichen um hier erneut Quartier zu machen. Dies war nicht ganz leicht, da sämtliche Bewohner aus dem Schlaf geweckt werden mussten.

KTB A.A.19
Aus der A.A.19 wurden 3 Transportzüge gebildet, und zwar:
1.Transport: Stab
             Nachr.Zug
             2.(Radf.)Schwd. 
             1 Zug der 1.(Reit.)Schwd.
2.Transport: 3.schw.)Schwd.
3.Transport: 1.(Reit.)Schwd. ohne 1 Zug
die Transporte 1 u.2 gingen ab Ludwigslust, Transport 3 ab Pachin?.
Gegen 6.00 Uhr Abfahrt des Transports 1
Nach Beginn der Bahbfahrt wurde der Briefumschlag mit dem Befehl für die Ausladung geöffnet. Hiermit wurde bekannt, daß es nach dem Osten ging. A.A. sollte zum
29.8. 01.14 Uhr inn Brieg ausgeladen sein.
29.8.1939
Bewölkt,
mäßig warm,
teilweise
Niederschläge
KTB 19.Division
Die ersten Teile erreichten in den Morgenstunden ihre Unterkünfte. Div.St.Qu. Gut Weidental (früher Jamm). Die Div. wurde bei der Ausladung dem XIV.A.K. unterstellt.
K.H.Qu.Bamkau, Kdr.General: Generallt.v.Wintersheim.
Der Unterbringungsraum der Div. war überaus eng. Die Truppe ruhte in Orts- bzw.Waldbiwaks. An der Grenze sicherte eine Grz.-Schtz.-Kp.
Im Laufe des Tages gingen die Meldungen vom Eintreffen der Truppenteile der Div. ein Die Nacht verlief ohne besondere Vorkommnisse.-

KTB 1./Pz.Abw.Abt.19
Schütze Ferley = Beinbruch.
24,00 Uhr In der Zwischenzeit war die Kompanie bis Scheibendorf vorgerückt und traf dort gegen 24,00 Uhr ein.  Dann
02,00 Uhr Hier wurde Verpflegung ausgegeben und aufgetankt.
          Dann wurde der Marsch fortgesetzt. Da ohne Licht gefahren wurde, war das Tempo dementsprechend langsam. Um 4,10 Uhr 4,10 Uhr wurde dem Chef gemeldet, dass
          der Schtz.Ferley mit seinem Protzkw. eine Böschung hinuntergefahren sei und einen Unterschenkelbruch erlitten habe. Die übrige Besatzung war wie ein Wunder
          ohne Verletzungen davon gekommen. Beim Protzkw.war die Vorderachse verbogen und ein Zylinder stark beschädigt. Schütze Ferley wurde sofort ins Lazarett in
          Rosenberg eingeliefert. Nach dem (8,10 Uhr) Eintreffen in Alteneichen wurde zunächst im Walde Bereitstellung bezogen. Gegen 10,00 Uhr sammelten die
          Fahrzeuge im Gutspark Alteneichen. Die Kompanie, die auf Scheunen untergebracht war, hatte dann Ruhe bis 15,30 Uhr. Anschliessend wurde technischer Dienst
          und (18,30 Uhr) Waffenreinigen gemacht. Um 18,30 Uhr belehrte der Kompanie-Chef die Kompanie über Verhalten in unmittelbarer Grenznähe und über das Aussehen
          des polnische Soldaten. Zur Sicherung der Ortschaft wurden ein Sicherungsgeschütz mit M.G.aufgestellt. Unteroffizier Sommer kaufte in Rosenberg eine Kompanie
          Kantine ein und besuchte den Schützen Ferley im Krankenhaus.

KTB Beob.Abt.19
17,15 Uhr tritt die Bb.19 zum ersten Male in ihrer Gesamtheit und zum letzten Male in ihrem Standort an. Haupmann Coupette begrüßt seine neue Abteilung, weist sie auf
den Ernst der Stunde hin und spricht seine Erwartung aus, daß jeder Mann für Führer,Volk und Vaterland, getreu seinem Eide, seine volle Pflicht mit tun werde.
Anschließend rücken die Einheiten ab, und um 20.30 Uhr wird in -unleserlich-feld die Lichtmeßbattr. und der Nachr.- Zug verladen, -unleserlich-de werden um 21.00 Uhr
Vermessungsbattr. und Stab -unleserlich- 21.00 Schallmessbttr., Druckereitrupp -unleserlich- verladen.

KTB A.A.19
Gegen 4.00 Uhr Eintreffen des Transported in Brieg. Vormarsch auf dem von der 19.Div. befohlenen Vormarschweg Brieg - Kreuzburg - Lankau - Weidental - Obr.Paulsdorf.
Marschstrecke etwa 75km. Bis zum Abend des 29.8. trafen alle Teile der A.A.19 i Unterbringungsraum Obr.Paulsdorf - Bergvorerle? ein.
30.8.1939
Morgens
Gewitter,
tagsüber warm
nachmittags
Gewitter
KTB 19.Division
0800 Uhr erfolgte eine Besprechung mit sämtl.Artl.Kdren. im Div.St.Qu. zur Vorbereitung der Art.-Unterstützung des Angriffes. - 0900 Uhr erfolgte eine Besprechung
mit sämtl.Kdren. über die gpelante Durchführung des Angriffes. - 1200 Uhr wurde die Div.erneut dem XI.A.K.unterstellt das mit dem K.H.Qu. nach Bankau vorzog.
- 1700 Uhr führte der Kdr.eine Erkundung mit allen Kdren im Gelände nahe der Grenze durch.
- 1740 Uhr branne das poln.Gut Strjec, 4km jenseits der Grenze, ab.
Im Laufe des Tages trafen trotz starker Marschstockungen infolge von Querbewegungen die letzten Teile der Div. fast vollständig ein im Unterkunftsbereich ein. Nur
Kolonnen, kleine Teile der Art. und eine I.G.K. fehlen noch.
2400 Uhr ging bei der Div. der Angriffsbefehl des Korps für den X-Tag ein. Der X-Tag und Uhrzeit waren damit noch nicht bestimmt.

KTB 1./Pz.Abw.Abt.19
Oberleutnant Willikens und Schütze Nolte zur Abteilung kommandiert.
6,00 Uhr Die Kompanie wird um 6,00 Uhr geweckt und bereitet sich ab 7,00 Uhr zum Abmarsch vor. Um 10,30 Uhr marschiert sie in ein Walddstück 2 km nordwestlich
         Alteneichen, wo bereits die 2.und 3.Kompanie liegen. Dort wird eine kriegsmässige Bereitstellung eingenommen. Die Bedienungen bauen sich Zelte.
         Oberleutnant Willikens wird als Verbindungsoffizier zur Infanterie zur Abteilung, zusammen mit dem Schützen Nolte als Beiwagenfahrer,zur Abteilung
         kommandiert. Die Besetzung der Zugführerstellen sieht jetzt also folgendermassen aus:
         1.Zug - Oberleutnant Frhr.v.Bodenhausen, 2.Zug - Feldwebel Kregel, 3.Zug - Lt.d.R.Pigge. Abends empfängt die Kompanie Tee mit Rum.

KTB Beob.Abt.19
Um Mitternacht beginnt die Abfahrt der Züge. Die Fahrt führt über Berlin, Frankfurt an der Oder nach Breslau. Gegen 17.00 Uhr findet dort die Ausladung statt.
Zunächst werden Stab und 1.Batterie ausgeladen. Während die Ausladung der übrigen Einheiten eine Stunde später erfolgt. Die Aufnahme in Breslau und bei der
ganzen deutschen Bevölkerung ist äußerst herzlich. Nach dem Antreten von Stab und 1.Battr. geht der Marsch über Brieg nach Groß Leubusch, wo von vorausgesandten
Quartiermachern gutes Bürgerquartier gemacht ist. Gegen 22.00 Uhr treffen Stab und 1.Battr. dort ein.
31.8.1939
Zu Beginn d,
Nacht etwas
Regen, dann
dunkle,mäßig
kalte Nacht
KTB 19.Division
0500 Uhr wurde der Div.-Befehl für den Angriff am X-Tag den unterstellten Einheite zugestellt. Alle Vorbereitungen für den Angriff am morgigen Tag wurden getroffen.
Die Unterstellung bzw.Zuteilung der Art.Kdre. wechselt immer noch und erschwert die art.Vorbereitung. des Angriffs. Auch treten Wechsel ein in der Zuteilung der
schweren Art.- 16.50 Uhr geht fernmündlich das Stichwort ein: 1.X-Tag 1.9., Angriffsbeginn 0445 Uhr. Es wird den unterstellten Einheiten sofort weitergeleitet.
2000 Uhr begibt sich die 1.Staffel des Div.Stabes zum 1.Div.Gef.Std. nach Ammern. Im Laufe der Nacht rücken die Truppen der Div. befehlsgemäss in ihre
Bereitstellungsräume vor. Die eingenommen Bereitstellung wird planmäßig von allen Teilen gemeldet.

KTB 1./Pz.Abw.Abt.19
07,00 Uhr Die Kompanie wird geweckt. Anschliessend macht die Komp. technischen Dientt und Waffenreinigen. Die Offiziere der Abteilung erkunden in Zivil die günstigsten
          Ausgangsstellungen zum Grenzübertritt.
14,00 Uhr Nach dem Mittagessen hat die Kompanie Ruhe. Um l8,00 Uhr kommt ein Kradmelder der Abteilung und meldet, dass der Geheimbefehl, der seit dem Morgen bei der
          Kompanie ist, jetzt der Kompanie bekannt gegeben werden soll. Die Kompanie tritt daraufhin. an. Der Kompanie-Chef verliest den Befehl, nach dem um 19,00 Uhr
          in die Ausgangsstellungen abgerückt werden soll. In einer kurzen Ansprache weist er erneut auf die Bedeutung dieses Befehls und die Größe dieser nun Kommenden
          Stunden hin. Jetzt wird Munition verausgabt, jeder Gewehrträger bekommt zu den bereits im Standort empfangenen 20 Schuss SS-Munition weitere 20 Schuß SS-Munition
          und 5 Schuß S.m.K.h. Die Pistolenträger füllen ihre Magazine, die MG-Schützen ihre Patronenkästen. Es ist bereits dunkel geworden und es regnet leicht.
          Um 19,00 Uhr verlässt die Kompanie ihre Bereitstellung. Die Anmarschstrassen, die genau gekennzeichnet sind, sind zum Teil verstopft. In einer Kurve fährt ein
          MG-Protzkw.Fahrer in einen direkt an dem Wegekreuz liegenden tiefen Graben. Beim Protzkw. des Schützen Holze, der dies Fahrzeug aus dem Graben ziehen will, bricht
          eine Halbachse. Es gelingt ihm jedoch das Fahrzeug auf die Strasse zu bekommen. Das Fahrzeug des Schützen Holze ist bereits nach wenigen Stunden in der
          Abteilungswerkstatt in Alteneichen wieder in Ordnung gebracht, der andere Protzkw.hatte keinen Schaden gelitten.
Um 21,45 Uhr erreicht die Kompanie ohne weitere Zwischenfälle die Ausgangsstellung im Waldstück, 3 km nördlich Ellguth bei der Kosok-Mühle. Unteroffizier Lindemann, der zum
          Verbindungsunteroffizier bestimmt war, nimmt zusammen mit dem Schützen Enter Verbindung zum I.R.59 auf, von dem ein Battaillonsgefechtsstand in der Mühle war. Auch
          die Infanterie hat den Befehl °4,45 Uhr : Feuer frei für alle Waffen! ". Die Nacht wird an den Fahrzeugen verbracht. Wetter : heisser Sonnenschein.

KTB Beob.Abt.19
Nachdem in der Nacht die gesamte Abteilung dort eingetroffen ist, und neuer Befehl zum Vormarsch gekommen ist, erfolgt bereits um 02.00 Uhr der Abmarsch über Kreutzburg,
Wiesenthal zum Zollhaus Rosenberg, der letzten Bereitstellung auf deutschem Boden. Den Nachmittag benutzen die Batterie-Führer dazu, Gefechtsstellungen für den folgenden Tag zu
erkunden . Um 21.00 Uhr erfolgt der Angriffsbefehl für den 1.9.1939 4.45. Uhr. Das Schallmeßsystem ist festgelegt worden und die 2.Batterie wird auf Zusammenarbeit mit der
6./A.R.49 angewiesen. Die Lichtmeßbatterie erhält die Aufgabe mit 3 Meßstellen die Gefechtsaufklärung zu übernehmen, während 2 Meßstellen zum Einschießen dienen sollen, letztere
mit der 5./A.R 49. Anschließend rückt die Abteilung in die erkundete Gefechtstellung. Bei Ammern, südlich Kassak-Mühle wird um 21,30 Uhr der Abeilungsgefechtsstand bezogen. Die
Vermessungsbatterie verbleibt in der bisherigen Bereitstellung, nachdem sie vorher die Schallmeßstellen vermessen hat.
 
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