| Kriegstagebuch September 1939 | |
| 1.9.1939 |
KTB 19.Division Bis 400 Uhr haben sich die vordersten Teile der Div., rechts I.R.73, links I.R.59, soweit an die polnische Grfenze herangeschoben, daß sie 0445 Uhr die Grenze überschreiten können mit Trennungslinie Ciecihlow - JuljanpoMitte Zimma Woda. Zur gleichen Zeit überfliegen Aufkl.Flugzeuge und Bombenstaffeln die Grenze in nordostw.Richtung. Bei der linken Nachbar-Div.(18.Div.) hört man seit einigen Minuten lebhaften Gefechtslärm. Es wird dort um den Übergang über die Prosna bei Landsberg gekämpft. 0615 Uhr überschreiten die Inf.Rgter.73 und 59, ohne auf Feind zu stoßen, die Straße Krzepice - Jaoworzno. In Gegend Ciecinlow erfolgt versehentlich ein Tieffligerangriff von zwei deutschen Flugzeugen auf die Pz.Abw.Abt.19. 2 Verwundet! Der Div.Gef.Std.wird, dem Vorgehen der Inf. in der Mitte folgend, nach Südrand Ciecinlow vorvelegt. 0830 Uhr trifft die Meldung ein, Zimma Woda sei erreicht und schwacher Feindwiderstand gebrochen.- Div.Gef.Std.wird vorverlegt auf Höhe 250 südostw.Juljanpol. Hier starker Gefechtslärm von Zimma Woda hörbar. Es treffen hintereinander (mündlich) die Meldungen von I.R.73 (ZImma Woda) und I.R.59 (Nordteil Zimma Woda und Parzymiechy) ein, daß ein lebhafter Ortskampf stattfände. Dasselbe meldet die A.A.19, die den Auftrag hatte, nördlich von Parzymiechy vorgehend, sich vor die Inf.zu setzen und im Streifen der Div. bis zur Warthe aufzuklären. Sie wurde in den Ortskampf bei Zimma Woda und Pazymiechy mit hineingezogen. - Die 18.Div. hängt bei dieser Gefehctshandlung weit ab, sie ist an der Grenze stärker aufgehalten worden. ALle Meldungen besagen eindeutig, daß aus den Häusern und Hecken von Zimma Woda und Parzymiechy nur von Zivilisten, teils auch weiblichen, meist von rückwärts geschossen wird. Zudem liegt feindl.Art.-Feuer auf den Ortschaften. Oberstlt.Hoehne, Kdr.I./I.R.73 fällt durch Art.Einschlag. Zimma Woda und Parzymiechy gehen in Flammen auf. Erst gegen 1630 Uhr gelingt es den vordersten Teilen, sich an die Straße Lipie - Parzymiechy heranzuschieben. Hier starker Widerstand bei Napoleon (ausgebaute Waldstellung, einige M.G.-Stände). 1730 Uhr wird der Div.Gef.Std. nach Karcze (westl.Zimma Woda) vorverlegt. Schüsse in den Wäldern vvon geflüchteten Franktireure. 2200 Uhr Eingang des Korpsbefehls für den 2.9.39. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 03,00 Uhr Die Kompanie wird um 3,00 Uhr geweckt. Die letzten Vorbereitungen werden getroffen und nachdem Unteroffizier Lindemann sich von dem Vormarsch des I.R.59 an Ort und Stelle hatte unterrichten lassen, marschiert die Kompanie um 4,45 Uhr ab. Aus der Ferne war bereits MG-und Artilleriefeuer zu hören. 05,50 Uhr Um 5,50 Uhr kommt die Kompanie an einen tiefen Graben, in dem die Kräder des Kompanietrupps steckenbleiben- es ist der Grenzgraben zwischen Deutschland und Polen. Weiter geht der Marsch querfeld- ein, über Kartoffeläcker, Felder und Wiesen, immer der Infanterie nach. Bald hinter der Grenze kommen wir an ein einsames Gehöft. Ganz verängstigt schauen die Bewohner aus der Tür. Der Chef, der sprachkundig ist, unterhält sich mit dem Bauern. Die Kompanie setzt ihren Marsch fort über Ciecinlow, Juljanpol nach Zimma Woda. Unterwegs trifft sie mit der 2.und 3.Kompanie zusammen. Die 3.Kompanie hatte bereits durch einen eigenen Flieger Verluste erlitten. Vor Zimna Woda bleibt das Geschütz des Gefreiten Herr in dem grundlosen Wege stecken. Fahrzeuge des 3.Zuges helfen ihm heraus und dadurch verliert der 3.Zug den Anschluss an die Kompanie. Vor Zimna Woda bezieht die Kompanie Feuerstellung, da auf der Ortschaft feindl.Artilleriefeuer liegt, das von eigener Artillerie und Fliegern gebrochen wird. Die Infanterie hat die ersten Verwundeten Oberstleutnant Röhne (I./I.R.73) und ein Feldwebel werden zurückgebracht. Nachdem der Artilleriewiderstand gebrochen ist, sammeit sich die Kompanie auf der Strasse vor Zimna Woda. Plötzlich wird von vorn Panzerwarnung gegeben. Sofort bezieht die Kompanie die alte Feuerstellung. Einige feindliche Granaten einer Batterie, die anscheinend noch nicht erkannt ist, schlagen in unmittelbarer Nähe ein, doch es rollt kein Panzer heran. Die Kompanie sammelt darauf am Waldrand vor Zimna—Woda, jedoch ohne 3.Zug. Die Infanterie ist jetzt gut vorangekommen. Die Kompanie folgt und bezieht nördl.Zimna—Woda, etwa 2 km vor Napoleon erneut Feuerstellung. Hier in einem Waldstück steht der 3.Zug in Bereitstellung. Als der 3.Zug die Kompanie verloren hatte, schloss er sich der 3.Kompanie an. Er bezog ebenfalls bei Zimna—Woda Feuerstellung, marschierte dann weiter nach Pasnimiechi, wo er starkem Artilleriefeuer weichen musste. Der Schütze 20,00 Uhr Schaefer musste sein Krad. im Stich lassen. Es stellte sich nun heraus, dass sich die 3.Kompanie vor der Infanterie befand. Der 3.Zug tankte auf und bezog die erwähnte Bereitstellung. Um 20,00 Uhr wurde er am rechten Flügel der Feuerstellung der Kompanie eingesetzt. Der Kompaniegefechtsstand befand sich in einem Maisfeld nördl.Zimna Woda. Von hier aus unternahm der Kompaniechef mit einem Pkw.und einem Krad Erkundung zur vordersten Infanterielinie. Die Fahrer, Schütze Ahrens und Enter blieben in den Protzenstellungen der 14.Kozpanie, Oberleutnant Falkenthal, Uffz. Lindemann und Schütze Eisenlohr als Melder gingen weiter vor. Als ein Batt.—Kommandeur darauf aufmerksam machte, dass auf dem Vorderabschnitt MG—Feuer läge, blieb Schtz.Eisenlohr auf Befehl zurück. Oberleutnant Falkenthal und Uffz. Lindemann gingen vor bis zur Strasse in Napoleon und liessen sich über die genaue Lage der Infanterie unterrichten. Bei der Rückkehr setzte starkes Flankenfeuer ein. Es waren polnische Radfahrer, die sich in dem noch nicht gesäuberten Waldstück nordostwärts Zimna Woda befanden. Auch an die Kompanie erging der Befehl, einen Durchbruch zu unterbinden. Die Zugführer wurden in der Feuerstellung vom Kompanie—Chef persönlich auf die Gefahr aufmerksam gemacht. Um 19,00 Uhr legte die Abteilung ihren Gefechtsstand ebenfalls in dies Maisfeld, verstärkte Wachen wurden aufgestellt. Nachdem man mit grösster Genugtuung die Meldungen über die Erfolge unserer Luftwaffe und einmarschierender Truppen gehört hatte, legte man sich zur Ruhe nieder. KTB Beob.Abt.19 Folgender Divisionsbefehl.: X-Tag : 1.9.1939. Uhrzeit: 04.45 Uhr. Ich wünsche allen Truppenteilen der 19.Division am morgigen Tage einen stolzen Waffenerfolg, würdig der Leistungen und Taten der alten ruhmreichen deutschen Armee! Gott befohlen! gez.: Schwantes. Punkt 04.45 Uhr beginnt das Feuer der deutschen Batterien. Maschinengewehrfeuer setzt ein. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sind die Verbindungen zu Licht und Schall vorhanden, und es gehen zahlreiche Meldungen ein. Die wichtigsten Meldungen werden sofort an den Artillerie-Kommandeur weitergegeben. In Kurzem ist die Abteilung über das Vorwärtskommen des Angriffs, feindliche Widerstandsnester und feindliche Artillerie orientiert. Der Feind leistet kaum Widerstand. Schon kurz nach Beginn des Angriffs kommen zahlreiche Truppenteile, leichte und schwere Artillerie, Pioniere, Infanterie und Nachrichtenabteilung am Abteilungsgefechtsstand vorüber. Der Angriff schreitet schnell vorwärts. Gegen 08.00 Uhr Stellungswechsel des Artillerie-Kdr. und des Divisionsgefechtsstandes. Eine Stunde später auch die Beobachtungsabteilung Stellungswechsel nach Bobrowa vor. Hierbei wird die deutsche Grenze überschritten. In Bobrowa bezieht die Abteilung Bereitstellung und geht von da im Laufe des Nachmiitags in die Gefechtsstellung in den Obstgärten des Ostausganges Julianpol. Dort erblickt man auch die ersten verbrannten Häuser, aus denen angeblich auf deutsche Truppen von polnischer Zivilbevölkerung geschossen sein sollte. Da uns jedoch die Bevölkerung äußerst freundlich entgegenkommt denkt keiner in der Abteilung an irgend einen Feuerüberfall von seiten der Zivilbevölkerung. Gegen 21.30 Uhr ertönt plötzlich heftiges Infanteriefeuer, und der Kommandoruf "An die Gewehre" wird laut. Da die Mannschaft bekleidet zur Ruhe gegangen war, ist sie in kurzer Zeit verwendungsfähig angetreten. In tiefer Dunkelheit läßt Hauptmann Coupette die Mannschaft im Kreis um den Gefechtsstand (sog.Igelform) ausschwärmen. Die Abteilung ist fest in der Hand, des Kommandeurs. Von allen Seiten ertönt noch immer heftiges Infanteriefeuer und die Kugeln pfeifen andauernd um die Abteilung. Teils kommen die Schüsse aus Richtung des Dorfes, teils aber auch von der Seite aus Richtung der Lagerplätze der anderen Truppenteile. Allmählich tritt eine Beruhigung der Lage ein und gegen - 23.00 Uhr gehen die Pioniere aus dem benachbarten Lager zur Säuberung gegen das Dorf vor. Dieses brennt bereits an zahlreichen Stellen. Viele Waffen werden gefunden, die Häuser aus denen geschossen worden ist, werden angezündet, und die Bevölkerung wird in das rückwärtige Gelände abtransportiert. Trotz der nun eingetretenen Ruhe bleibt die Abteilung in höchster Alarmbereitschaft. In fast sämtlichen Ortschaften der Umgegend ist - wie später festgestellt wird der Überfall von seiten der Zivilbevölkerung auf unsere Truppen in gleicher Weise erfolgt. Zur Unterstützung dieses Franktireurkrieges hat nach zahlreichen Aussagen der Zivilbevölkerung die polnische Armee Trupgenteile mit Waffen und Munition entlassen. In den nächsten Tagen erfolgen dann auch andauernd diese heimtückischen Überfälle auf unsere Truppen. Zur Vergeltung für diese Überfälle wird jedes Haus, aus dem geschosesen worden ist, angezündet. Mit der Waffe in der Hand getroffene Zivilisten werden sofort erschossen. KTB A.A.19 A.A.folgt sprungweise dem I.R.59. -unleserlich- überschritt A.A. die Grenze in Gegend Grenzhäuser -unleserlich- 12km südostwärts Landsberg und ging über Bugaj, Ciecinlow, Juljanpol bis in die Gegend Karcze, 1km westl.Zinna-Woda, vor. Hier erhielt die A.A. den Befehl, in der offenen linken Flanke der Division (I.R.59) aufzuklären und sich gleichzeitig zu sichern. Es wurden -unleserlich- Reiter-, Radf.Spähtrupps angesetzt. Die A.A. selbst -unleserlich- Norden ab, gelangte bei Klesniska auf die -unleserlich- Jaworzno - Parsnimiecki und ging mit -unleserlich- Straße Richtung Parsminniecki vor. Kurz vor Parsimiecki erhielt die A.A. die erste Feuertaufe durch poln.Inf. und Artl. aus nördlicher Richtung. A.A. zog geschleunigt in das Dorf Parsminiecki und nahm dort Verbindung mit dem linken Flügel des I.R.59 auf der im -unleserlich- Kämpfe mit polnischer Inf.lag. A.A.beteiligte sich an dem Gefecht und erlitt dabei die ersten Verluste. Es sind Waffenm.-unleserlich- der 2./A.A.19 und 2 Mann der 1/A.A.19, 8 Uffz. und Mannsch.wurdden teils schwer teils leicht verwundet. In Parsnimiecki -unleserlich- die A.A. das erste mal sogenannte "Heckenschützen" -unleserlich-. Gegen Abend wurde die A.A. aus PArsnimiecki herausgezogen und von I.R.74 abgelöst. Trotz des schw.fdl.Art.Feuers, das den ganzen Nachm, aus Parsnimiecki lag, hatte die A.A. keine Ausfälle an Fahrzeugen. Die A.A. sammelte in der Gegend Karcze und biwakierte dort. |
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2.9.1939 Sommerlich warm, Sonnenschein |
KTB 19.Division 0330 Alarm auf Div.Gef.Std., ohne dasß weitere Abwehrmassnahmen notwendig werden. Franktireure schießen auf rückwärtige Verbindungen. 0600 Uhr erneuter Angriff der Div. in der gleichen Gleiderung wie am Vortag, nur wird I.R.74 noch mehr an den rechten Flügel es I.R.73 herangezogen. I.R.59 bricht zunächst den noch recht starken Widerstand bei Napoleon, I.R.73 hat Ortskampf in Albertow. 1000 Uhr wird der Div.Gef.Std.auf Höhe 243,5 südl. Rozalin vorverlegt. A.A.19 im Kampf in Lipie. Alle Ortschaften werden angezündet, da nur so Gewähr besteht, daß auf nachfolgende Teile nicht mehr von Zivilisten geschossen werden kann. Nach Wegnahme von Albertow (I.R.73) und Wapenik (I.R.59) gehen beide Rgter. fast kampflos bis zur Eisenbahnlinie westl.des Warteabschnittes vor. Hier kurz vor Dunkelheit Art. Überfall auf vorderste Teile. Dem I.R.59 gelingt es dann noch an der nördl.Abschnittsgrenze der Div., in Gegend der Warte-Eisenbahnbrücke, im Laufe der Nacht mit schwachen Teilen über den Fluß zu gelangen. 1700 Uhr wurde der Div.Gef.Std., nachdem die Staffel I den vorgehenden Truppen dichtauf gefolgt war, in Smolarze eingerichtet.- Das I.R.74 war gegen Abend mit vordersten Teilen ebenfalls bis an die Warte vorgeführt, sodaß nun alle drei Rgter. in vordester Linie zum Übergang bereitstanden. 2300 Uhr ergaben Pi.-Erkundungen die Unterlagen für den Angriffsbefehl. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 ER wurden verschossen: 80 Schuß MG und Karabinermunition. 12 Pakgranaten, 7 weisse Leuchtkugeln, 15 Schuß Pistolenmunition. Der Schütze Schaefer muss seine Beiwagenmaschine (NSU) im poln.Artilleriefeuer stehen lassen, weil er den Defekt an Ort und Stelle nicht beheben konnte. Um 2,00 Uhr wurde der Gefechtsstand von der Wache alarmiert. Das Maisfeld lag unter Feuer aus Zimna—Woda, wo ein in Brand gesteckteä Haus Alles im Umkreis hell erleuchtete. Oberleutnant Willikens ging dann auf Befehl des Kommandeurs mit einem Mann nach Zimna—woda. Zusammen mit anderen Truppenteilen wurde hier schnelle Justiz gesprochen, denn es waren Funktionäre die auf uns schossen. Die Nacht verlief ohne weitere Zwischenfälle. Als die Nachtruhe auf dem Abt.und Kompanie—Gefechtsstand beendet war, fuhren Uffz.Lindemann und Schütze Enter vor, um Verbindung zur Infanterie aufzunehmen. Erst 4 — 5 km nördl.Napoleons stiessen sie auf eigene Infanterie — so weit war sie in der Nacht und den frühen Morgenstunden vorangekommen. Auf dem Rückwege zur Kompanie begegneten ihnen viele Infanteristen mit Beutewagen, die mit entsichertem Gewehr oder Pistole sämtliche Gehöfte und Waldstücke systematisch durchsuchten, denn man hatte am Vortage schlechte Erfahrunger mit aus dem Hinterhalt schiessenden Soldaten, die sich Zivil angezogen hatten, gemacht. Als sie zur Kompanie zurückkamen, empfing die Kompanie gerade Linsensuppe aus Essenträgern. Die Kompanie folgte dann der Infanterie auf dem Wege Napoleon, Grozehin, Schalkow. In Grozahn lagen die ersten toten Polen. Als wir uns Schalkow näherten, kam aus Konstantinow plötzlich sehr starkes MG—und Gewehrfeuer. Unsere Kavallerie, die bereits den Dorfrand von Konstantinow erreicht hatte, musste zurück. Wir gingen daraufhin auf einer Anhöhe vor Schalkow in Feuerstellung. Der Kompaniegefechtsstand befand sich in dem Strassengraben, an dem ein Erdhügel sich befand. Plötzlich bekam der Kompanietrupp aus der Scheune die frei auf der Anhöhe stand, Gewehrfeuer. Als er Deckung zur Scheune nahm, bekam er plötzlich auch aus dem erster Haus in Schalkow Gewehrfeuer. Plötzlich schlugen drei Granaten in unmittelbarer Nähe des Kompaniegefechtsstandes. ein. Der letzte Einschlag lag dicht an der Scheune. Sofort wurde der Befehl gegeben, dass sämtliche Protzen, die hinter der Scheune standen, eine andere Protzenstellung zu beziehen hatten. Der Schütze Weseloh schoss dann mit einer Leuchtpistole die Scheune in Brand. Nun bekamen wir nur noch aus dem weissen Haus Feuer, das selbst nach einigen Maschinengewehrgarben und einigen Schüssen aus der Pak nicht verstummte. Uffz.Lindemann und Schütze Weseloh gingen dann gegen das Haus vor. Uffz.Thielbörger, Feldw.Kregel, Uffz.Beermann, Schütze Eisenlohr und viele andere schlossen sich an, konnten aber den Schützen weder auf dem Boden noch im Keller entdecken. Das Maisfeld das daraufhin durchsucht wurde, barg ihn auch nicht. Die anderen Häuser wurden auch noch durchsucht. Ein Haus hatte eine weisse Flagge gehisst zum Zeichen dass hier Deutsche angeblich wohnen sollten. Als der Stosstrupp zum Kompanie—Gefechtsstand zurückkommt, hat das Feuer aufgehört. Nun rückt die Infanterie (I.R.74) mit seinen Trossfahrzeugen in Richtung Konstantinow vor. Die Kavallerie hat sich wieder gesammelt und ist im Vormarsch. Plötzlich wird eine Infanteriekolonne, die durch Chalkow fahren will, beschossen. Wiederum kommen die Schüsse aus dem weissen Haus. Mit Handgranaten wird dagegen vorgegangen. Aus einem langen unterirdischen Gang, der vom Keller aus schlecht zu sehen war, werden .... Mann herausgeholt. Die Kompanie marschiert weiter, rastet kurz vor Konstantinow und umgeht dann Konstantinow. Unteroffizier Lindemann und Schütze Enter, die vorausfuhren, begegnen dem Div.— Kommandeur, General Schwantes. Die Kompanie marschiert dann querfeldein bis in die Ausgangsstellung zum Warthe—Übergang bei Dabrowa. In diesem Waldstück darf sich niemand am Waldrand sehen, um nicht unnötiges Artilleriefeuer heranzulocken. Bewohner, die aus Erdlöchern geschossen hatten,wurden nach hinten abtransportiert. KTB Beob.Abt.19 Gegen 06.00 Uhr fährt die Abteilung von Julianpol nach der neuen Gefechtsstellung Waldstück-Höhe 250,3 südlich Karacze. Überall auf dem Marsch dorthin treffen wir auf verbrannte Häuser, Höfe und Dörfer. In einer Ortschaft wird die Abteilung durch die Sprengung eines Kirchturmes, aus dem geschossen worden ist, aufgehalten. In der Nähe der Kirche findet sich dort auch das erste Grab eines deutschen Soldaten geschmückt mit dem Stahlhelm. Ein furchtbarer Eindruck macht die zerstörte Gegend auf die Truppe. Überall Brandstellen. Tote Zivilpersonen, teils Männer, teils sogar Frauen auf den Feldern und in den Straßengräben. Mehrfach treffen wir auf Flüchtlingslager der Zivilbevölkerung. Frauen und Kinder lagern auf den Feldern weinend mit geringer Habe und etwa einem Stück Vieh am Strick. Da die heimtückischen überfälle auf deutsche Truppen nicht aufhören, wird die ganze Gegend von der Zivilbevölkerung geräumt. Eine grausame Maßnahme, die aber unbedingt forderlich ist. Gegen Abend wird Bereitstellung in einem Felde östlich Chalkew bezogen rings in einem -unleserlich-ender Dörfer. Nachts setzt wiederum heftiges Schießen aus Richtung Stanislaus ein, wo einer der üblichen Feuerüberfälle von seiten der Zivilbevölkerung erfolgt ist. KTB A.A.19 A.A. bekam den Auftrag den rechten Flankenschutz der Division zu übernehmen. Vormarschweg: Zinna-Woda - Lipie - Repielice Sylacheckie - Sryszkow - Sbory - Wiecki. Die A.A. wurde -unleserlich- "Baumschützen" beschossen, besonders in Lipie und in Repiclice Szlacheckie. Sonst wurde Wiecki ohne Feindberührung erreicht. Die Radf.Schwd. erhielt mit Erreichen des Waldes ostw.Wiecki heftiges Inf.- und Granatwerferfeuer. Ein l.M.G. wurde hierbei durch Granatwerfer zerschossen. Nach längerem Gefecht wurde die A.A. von der Inf.abgelöst und -unleserlich- am Waldstück 600m südl.Dabrowa, wo biwakiert wurde. |
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3.9.1939 starker Nebel im Wartetal, sehr warm |
KTB 19.Division 0500 Uhr hat Feind das Ostufer der Warte geräumt. Die Inf.Rgter setzen auf Floßsäcken über, Pi.19 beginnt mit Brückenbau südostw.Antoniew. Schlechter Zustand der An- und Abfahrtswege, sehr sandig. (N.19 ging mit mot.Teilen bei Dialoszyn über die Warte). Am Ostufer stärkere Feldbefestigungen mit Drahthindrnissen vollkommen verlassen vorgefunden. Bekleidungsstücke und Fahrräder sowie eine größere Munitionsniederlage von den Polen zurückgelassen. 1000 Uhr fährt der Herr Div.Kdr. zum I.R.59 nach vorn, setzt im Floßack über die Warte und erkundet die vorderste Linie. Die vom Korps befohlene vordere Linie des Brückenkopfes ist erreicht. Aufklärung ergibt, daß der Feind noch weiter nach Osten ausgewichen ist. Der Nachmittag und die Nacht werden zur Vollendung des Brückenschlages und zum Übersetzen aller fehlenden Teile der Div.benutzt. Div.Gef.Std.verbleibt Smolrze. Starker Nebel im Wartetal der das Herankommen der Truppen sehr erleichtert; am Tage sehr warm. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 00,30 Uhr Während der Nacht, die ruhig verläuft, muss Unteroffizier Thielbörger Verwundete zurücktransportieren, die an der Warthe verwundet wurden. Er hatte dabei starkes Artilleriefeuer zu erleiden. Die Kompanie beendete die Nachtruhe gegen 6 Uhr. Vergebens wird auf die Feldküchen gewartet, die nicht durchkommen können, da die Aufmarschstrassen verstopft sind. Unsere Kompanie bekommt den Befehl von der Division, die Anmarschstrassen rücksichtslos zu säubern. Wir fahren daraufhin mit mehreren Protzkw.los. Unterwegs stossen wir auf den herrenlos dastehenden Protzkw.des Schützen Stolze, der einen verwundeten Offizier zurückbringen sollte, sich aber festgefahren hatte. Der Offizier ist aber bereits tot. Die Anmarschstrasse bis Lipic wird dann rücksichtslos gesäubert. Als wir zurückkehren, herrscht bereits gute Disziplin auf der Strasse. Um 11,30 Uhr kommen wir zur Kompanie zurück. Die Feldküchen sind nun auch da und haben bereits Verpflegung ausgegeben. Die Kompanie hat seit dem Einmarsch erstmalig Gelegenheit zum Waschen. Die 13,45 Uhr Kompanie marschiert über Wicki, Antonie zur Pionierbrücke über die Warthe. Man muss erst einen Knüppeldamm bauen, da die Ufer grundlos versandet sind. Am rechten Wartheufer befinden sich viele Feldstellungen, die die Polen unter Rücklassung sämtlichen Geräts fluchtartig geräumt haben. 18,00 Uhr ist der Übergang über die Warthe. Darauf bezieht die Kompanie bei Punkt 243, 2 km südostwärts Niwiska Grn. Bereitstellung. Nun wird das Gerücht breit, dass sich einige Kilometer vor unserer Bereitstellung noch besetzte polnische Stellungen befinden sollen. Mit dem Kompanie—Führer Fahrzeug fahren Oberleutnant Falkenthal, Uffz.Beermann, Uffz.Lindemann und Schtz.Ahrens zur Erkundung vor. Eine B.—Stelle der Artillerie, die sich weit vorn befindet, weiss von nichts, kennt aber den Verlauf der eigenen Infanterie—Linie. Oberleutnant Frh.v.Bodenhausen bekommt einen besonderen Erkundungsauftrag, der 19,00 Uhr ihn Warthe—abwärts führt. Als er in vorgerückter Stunde nicht zurückkommt, müsen Uffz. Lindemann und Schtz. Enter auf die Suche, die jedoch unverrichteter 22,00 Uhr Sache zurückkehren, da sie in einem Moor stecken geblieben waren und nur mit fremder Hilfe wieder flott wurden. Bei der Weiterfahrt bekamen sie noch Reifenschaden. KTB Beob.Abt.19 Gegen 05.30 Uhr Abmarsch der Abteilung nach Julianow. Dort wird ein Waldstückchen südlich Ostausgang bezogen. Die 2.und 3.Batterie gehen in Stellungen, die vom Abteilungsführer, seinem Adjutanten und dem Ordonnanzoffizier eingehend geprüft werden. Von den Meßstellen wurden Bewegungen des Gegners, Vorrücken der eigenen Infanterie und Artillerie sehr gut beobachtet. Der Kommandeur fährt bis Dzialoszyn vor. Die der 19.Division im Div.Bef.vom 3.9. gesteckten Ziele sind bereits weitgehend überschritten. Gegen 15.30 macht der Abteilungs-Gefechtsstand Stellungswechsel zum Artillerie-Kommandeur nach Smolarze, während die Abteilung in der Bereitstellung bei Julianow verbleibt. KTB A.A.19 Die Division bereitet den Übergang über die Arteh vor. A.A. verbleibt auf dem Biwakplatz des Vortrages. |
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4.9.1939 Sonnenschein, Hitze, viel Staub |
KTB 19.Division 0600 Uhr geht Div.Stab, Staffel I, über Pontonbrücke bei Antoniew. Div. wird in Marschformation nach Nordosten vorgeführt, da Gegner laut Aufklärungsergebnissen geräumt hat. Die Bevölerung ostw.der Warta zeigt sich bedeutend friedlicher als auf der Westseite. Auftreten von Franktireurs nur sehr selten. Alle Ortseinwohner waren auf Grund der Greuelerzählungen der Polen in die Wälder geflüchtet und kommen mit ihren wenigen Habseligkeiten in die Dörfer zurück. Div. wird auch heute ebenso wie in den vorhergehenden Tagen, oftmals von sehr hoch fliegenden deutschen Bombenstaffeln überflogen. Polnische Flieger haben sich über der Div. bisher überhaupt noch nicht gezeigt. Der Tag bringt große Marschleistungen für die Div. ohne jede Feindberührung. Die Befehle werden durch den reitenden Div.-Stab mündlich gegeben. Marschweg: Über die Line Stare-Makowiska vorgehend. erreichte die Div.. über Ledzin, Marzecice, Strzelco den Raum Sulmierzyce - Luscanowice - Antoniewka. Div.Gef.Std. Sulmierzyce. Der Herr Kdr.Generl des I.A.K. (General Leeb) kam im Laufed des Tages mehrfach zur Division vorgefahren. Die Masse der Div. bezog Ortsunterkunft. In diese Gegend war die Masse der Häuser bereits unversehrt, die Bevölkerung zurückhaltend. Unangenehm bemerkbar machte sich für die Truppe der Wassermangel, vor allem an Trinkwasser. Die Brunnen waren in kürzester Zeit ausgeschöpft. Das Tränken der Pferde konnte immer noch aus Dorfteichen und Bächen erfolgen. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Oberleutnant Frhr.von Bodenhausen kommt gegen 02,00 Uhr zurück. Das Krad des Schtz. Sander musste man im Stich lassen, es wurde morgens nachgeholt. 09,00 Uhr Die Kompanie marschiert mit Marschsicherung über Nioponie,Makowiska, Podmurawaniec bis Murawaniec. Hier bekommt sie von der Abteilung den Befehl zum warten, da die Infanterie noch nicht vorn ist. Die Marschsicherungsspitze, Uffz.Lindemann mit Krad M.G. ist bereits in 10,00 Uhr Marcecice, ohne auf Widerstend zu stossen. Nachdem die Infanterie, Artillerie, Nachrichten und selbst der 16,45 Uhr Div.Stab die rastende Kompanie überholt haben, wird um 16,45 Uhr der Weitermarsch über vollkommen versandete Wege angetreten. Vor Piekary wird Halt gemacht. 19,40 Uhr Das Betreten der Ortschaft wird wegen Seucheverdacht verboten. Aus der Ferne dringen Marschlieder deutscher Infanteristen herüber. Die Kompanie soll dann um X Uhr eine Gewalterkundung vornehmen. 21,00 Uhr Sie bereitet sich auf den Fahrzeuge bei einbrechender Dunkelheit für die Nacht vor. Es weht ein eisig kalter Wind. Jeder versucht, bis zu dem Augenblick, an dem der Vormarsch und somit die X-Zeit bekanntgeben wird, zu ruhen. KTB Beob.Abt.19 Die 19.Division hat für den 4.9. die Aufgabe von der Brückenkopfstellung an der Warthe in 5 Marschgruppen auf d Kol. Wistka vorzugehen.(Zusammensetzung siehe Div.-Bef.) Gegen 10.30 Uhr Abmarsch auf endlich einmal befahrbaren Straße zur Warthebrücke. Unterwegs zumal vor der Brücke, lange Pausen, da die Straße vollkommen verstopft ist. 16.35 Uhr erfolgt endlich der Übergang über die Warthe (Warta) auf Pontonbrücke bei Dzialoszyn. Der Ort ist durch den Angriff, vor allem der Luftwaffe vollkommen zerstört. Große Granattrichter behindern den Sraßenverkehr. Erschütternde Bilder von zerlumpten Flüchtlingen sind zu sehen. Der Krieg mit allen Schrecken tritt Auf. Unsere Infanterie hatte um dieses Dorf einen schweren Kampf auszufechten. Marsch der Abteilung über Niwiska Grn.-Strzelze- Sulmierzyce. Ankunft in Sulmierzyce gegen 23.00 Uhr. Dort Nachtlager vor dem Ort. KTB A.A.19 A.A. ging um 7.00 Uhr über die von unserer Division gebaute Warthe-Brücke und marschierte ohne Feindberührung über Starce - Dubidze - Wiwiec - Chorzenyce nach Luszczanowice. Hier machte die A.A. die ersten Gefangenen. 9 polnische Infanteristen wurden am Westausgang von Luczczanowice gestellt und ergaben sich. Nach ihren Aussagen wollten sie überlaufen. Sie wurden zur Division abgeschoben. A.A. ging 1km nördl.Luszczanowice zur Rast über. |
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5.9.1939 sonnig, warm |
KTB 19.Division Die in der Nacht bis an die Widawka angesetzte Aufklärung, größtenteils durch A.A., ergab daß das Gelände südl.des Widawka Abschnittes feindfrei ist, das Nordufer dagegen an mehreren Stellen beetzt sei. Auch die Gefangenen der letzten Tage hatte zum größten Teil ausgesagt, dass das nördl.Ufer durch Feldbefestigungen verstärkt sei und die Polen die Absicht hätten, hier den ersten tatkräftigen Widerstand zu leisten. Die Div.trat in MArschformation um 600 Uhr an. Rechts I.R.73, dahinter I.R.74, links I.R.59 mit unterstellten leichten Art.Abteilungen. Div.Gef.Std. wurde sofort bis Roowiece vorverlegt, wo er die A.A. im Vorgehen antraf. Die Masse der Pz.Abw.19 stellt sich kurz darauf im selben Ort zur weiteren Verwendung bereit. Ein gegen 0800 Uhr durchgeführter feindl.Art.Überfall bewies, daß der Gegner sich in einer zur Verteidigung vorbereiteten, artilleristisch vermessenen Stellung befand. Da der Div.Gef.Std. zu dieser Zeit noch ohne jede Nachrichtenverbindung - weder Funk noch Draht - war, urde ein Entfaltungsbefehl mündlich und schriftlich durch Ord.-Offz.den Truppenteilen zurückgebracht. Es wurden angesetzt: verst.I.R.73 auf den Widawka-Übergang bei M.Stock, verst.I.R.59 auf den Übergang D.Slupia. 0930 Uhr erfolgte ein erneuter Art.Überfall auf den Div.Gef.Std. in Rogowiece. Wähhrend es um die Mittagszeit dem I.R.73 gelang, den Übergang bei M.Stoc zu nehmen, und etwas Boden nach Norden zu gewinnen, stieß das I.R.59 bei D.Slupia auf sehr starken fdl.Widerstand; das Rgt.hatte in dem Waldgelände Schwierigkeiten sich zu entwickeln und erlitt starke Verluste durch das gut liegende Feuer mehrerer fdl.Batterien. Die A.A.19 befand sich zu dieser Zeit im Streifen des I.R.73 nördl.des M.Stock-Überganges und wurde zur Bildung und Erwieterung des Brückenkopfes eingesetzt. Die Gefechtsführung der Div.erfolgte durch die inzwischen hergestellte Drahtverbindung. 1515 Uhr erfolgte vom Korps die Orientierung, daß auch der Angriff der 18.Div. gegen Sczcrow auf starken Widerstand gestoßen sei, erhebliche Verluste zu verzeichnen wären und die Fortführung des Kampfes erst nach Umgliederung und weiterer Bereitstellung möglich sei. Ein Ord.Offz.der 31.DIv. teilte mit, daß die Div. sich in nur langsam fortschreitenden Angriff gegen Parzniewiece befände. Der Div.Kdr. überzeugte sich persönlich von der Schwierigkeit des Angriffes beim I.R.59. Die um 1645 Uhr eingegangene Meldung, daß der Feind vor dem III./I.R.59 eingebrochen sei, erwies sich später als unzutreffend. Jedoch sind auf Grund dieser schnell verbreiteten Nachricht einige kleinere rückwärtige Bewegungen eingetreten. Bei Einbruch der Dunkelheit lag die vorderste Linie des I.R.73 in Brückenkopfstellung beidersets Ronzsawa, das I.R.59 it vordersten Teilen am Südrand Karzecze. Der Div.Gef.Std.wurde in ein Waldstück 800m südostw.Rogowice verlegt. Nach Einbruch der Dunkelheit gelang es dem verstärkten I.R.73 jedoch noch, ein verstärktes Btl. über die Rakowka zu schieben und diese Stellung zu halten. Für den morgigen Tag werden alle Vorbereitungen zum Angriff mit verstärkter Art.-Unterstützung getroffen, um den Feind aus seiner Stellung zu werfen und bis Belchatow durchzustossen. Dem Angriff, der zur gründlichen Vorbereitung erst auf 1200 Uhr festgesetzt wurde, sollten einige gewaltsame Erkundungsvorstöße und Scheinangriffe vorausgehen. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 04,00 Uhr Abmarsch der Kompanie durch das vollkommen versandete Piekary über Sulmierzyce, Chorcenice,Luszczanowice, Kleszcrow, Kucow, Stawek nach Rogowicz. Es wird. mit 07,50 Uhr Marschsicherung marschiert. Um treffen wir in Rogowice ein. Hier sind die anderen drei Kompanien der Abteilung bereits aufgefahren. Auch wir fahren auf, 08,05 Uhr tadellos auf Vordermann. Plötzlich hört man aus der Ferne heftiges Artilleriefeuer, das immer näher kommt. Es wird der Befehl zum Beziehen per Wechselbereitstellung gegeben. Bei dem nun folgenden Abmarsch fahren sich einige Fahrzeuge im Sand und Moor fest. Alle Kompanien sind nun restlos auseinander gerissen. Langsam werden die Fahrzeuge von den Bedienungen ausgegraben und sie folgen den Fahrzeugen, die die Wechselbereitstellung bereits bezogen hatten. Hier in der Wechselbereitstellung ist tagsüber Ruhe. Die Postsperre ist aufgehoben, sodass die Soldaten Briefe und Feldpostkarten in die Heimat schreiben dürfen. Gegen Abend bereitet sich die Kompanie für die Nacht vor. Erdlöcher werden gegraben und mit Stroh ausgelegt. Um 19,00 Uhr ruft plötzlich ein Stabsoffizier nach dem Chef der hier liegenden Kompanie. Der Grund ist folgender: Der Feind soll an einer schwach gesicherten Stelle durchgebrochen sein. Sofort rückt die ganze Kompanie in die alte Bereitstellung vom Vormittag und gräbt sich hier infanteristisch ein. Vor uns liegt aber schon die Artillerie. Trossfahrzeuge fluten in langer Kolonne zurück. Die Nacht verläuft bei uns ruhig. Vorn sieht man grüne und ab und zu rote Leuchtkugeln. KTB Beob.Abt.19 Der Vormittag wird ausgefüllt mit Arbeits u.Reinigungsdienst aller Art. Die Einheiten halten Appelle über persönliche Sauberkeit, Pflege von Waffen und Gerät und BEtriebsbereitschaft der Kraftfahrzeuge ab. Gegen 12.00 Abmarsch zur Gefechtsstellung bei Rogowice. Da artilleristische Gegenwehr der Polen auftritt, wird die Schallmeßbatterie eingesetzt um die feindlichen Batterien festzustellen. Dieser Einsatz der 2.Battr., der zum ersten Mal einen Erfolg für die Abteilung hätte bringen können wird dadurch um seinen Erfolg gebracht, daß infolge Zurückgehens der eigenen Infanterie die Meßstellen (C u.D) ebefalls zum Stellungswechsel gezwungen werden. Hierdurch war ein Arbeiten der Schallmeßbatterie wegen der Kürze der Zeit nicht mehr möglich. KTB A.A.19 In der Nacht 4./5.9. wurd die Radf.Schwd.vorgeworfen, um zur Widawka bei M.Stok einen Brückenkopf zu bilden. Sie sicherte die Linie Westausgang Houlawa bis Wald-unleserlich- 1km südwestl. Gut Wolka. Zawadow und Höhengelände ostw.WOlka waren stark feindbesetzt. Desgleichen hatten Reiterspähtrupps starke Feindbesetzung bei Rzonsawa festgestellt. Dem Angriff unserer Infanterie setzt der Feind energischen Widerstand entgegen. Trotzdem nahm die Inf.Rzonsawa und überschritt den Abschnitt der Radowka. A.A. blieb mit Masse in der Gegend von M.Kotz? liegen und biwakierte dort. |
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6.9.1939 sehr warm |
KTB 19.Division Wider Erwarten hatte der Feind in der Nacht, mit Masse in den Morgenstunden, seine gut befestigte Stellung geräumt. I.R.73 konnte ohne besonderen Widerstand mit seinen Schützenkpn. bis Belchatow über Grocholice in einem Zuge vordringen. Das Nachziehen der Fahrzeuge verzögerte sich sehr da 1.) die Brücke über die Rakowka wiederhergestellt und 2.) südl.Grocholice die Straße von feindl.Minen gesäubert werden mußte. Auch I.R.59 konnte fast kampflos vomm Übergang bei Karzecze aus bis in die Gegend von Belchatow vorgehen. Es stellte sich heraus, dass wohl in erster Linie die gute Wirkung unserer Art.denn Feind zur Aufgabe der Stellung veranlaßt hatte. (Volltreffer in einem Btl.Gef.Std.). Ab 1400 Uhr trat lose Gefechtsberührung mit feindl.Kavallerie auf, die aus den Wäldern nördl.Belchatow mehrfach den Versuch unternehmen, das eigene Vorgehen auf der Straße Belchatow - Dobrzelow - Msurki zu stören. Eine feindl.Batterie schoß anscheinend unbeobachtetes Feuer ohne besondere Wirkung. Die Div.erreichte nach zweistündiger Mittagsrast und anschließendem Marsch für die Nacht einen Rastraum um Msurki, vorderste Teile bei Grabica. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Es wurden verschossen: 220 Schuss MG und Karabinermunition, 18 Pakgranaten, 25 Schuss Pistolenmunition, 23 Schuss weisse Leuthtkugeln. 07,40 Uhr Um 7,40 Uhr setzt die Kompanie ihren Marsch fort. Sie marschiert als Aufklärungstruppe mit der A.A.7. Sandwege und nochmals Sandwege sind zu passieren. 08,10 Uhr Schon bald nach dem Abmarsch muss die Kompanie auf Befehl eines höheren Artillerieoffiziers halten bleiben. Es wird dann ein neuer Marschbefehl von der Abteilung erbeten. 08,30 Uhr Der Weg zum Übergang über die Widawka wird von Oberleutnant Frhr.v.Bodenhausen erkundet. Um 9,00 Uhr kommt die Kompanie an die Pionierbrücee. (Mühle Skok). Alles ist hier verstopft. Da unsere Kompanie Divisionsbefehl hat, kommt sie durch. Auf dem Wege vor uns werden die Minen, die der Feind gelegt hatte, von den Pionieren gesprengt. Zahlreich sind die Opfer an Soldaten und Pferden, die sie forderten. Kameraden erfüllen ihnen die letzte Kameradenpflicht und bestatten sie rechts und links des Weges. Hier sieht man mehrere Bunker, die zum Teil noch im Bau sind. Der Weg der Kompanie geht dann weiter nach Rzonsawa, Grocholice. Als wir uns Belchatow nähern, liegt die Infanterie rechts und links in den Strassengräben, da das Dorf noch nicht feindfri sein soll. Als wir jedoch vorfahren, scheint das nicht der Fall zu sein. Als wir aus dem Dorf herauskommen, sieht der Schütze Brinkmann, der das zur Marschsicherung dienende 12,00 Uhr M.G.-Krad fährt, 2 polnische Soldaten, die kurz vorher auf unsere Marschspitze geschossen hatten, in einem Haus verschwinden. sofort gehen unteroffizier Thielbörger und Lindemann gegen das Haus vor, vor dem Ausrüstungsstücke liegen. Die Fahrer sichern das Vorgehen. Die Scheune, ein Maisfeld werden durchsucht und Unteroffizier Sommer holt die zwei Soldaten aus dem Heu heraus. Die Kompanie hat ihre ersten Gefangenen gemacht, die dem Kommandeur, Major Marcks, sofort übergegeben werden. Weiter geht der Marsch in Richtung Dobrzdew. Plötzlich stösst die Spitze wiederum auf eine Gruppe polnischer Soldaten, die aus dem Wald feuern. Sofort wird das Krad-M.G.im Strassengraben in Stellung gebracht, es versagt jedoch. Mit dem Protzkw. des Uffz.Zöger wird die Verfolgung 14,00 Uhr aufgenommen, die jedoch erfolglos bleibt, da der Komp.-Chef sich von seinem Auftrag nicht abbringen lassen darf und dafür keine Zeit opfern darf kann. Der Marsch geht weiter. Wir stossen dann auf einen MG-Kraftwagen und die Radfahrschwadron, die uns heute unterstellt sind. Gemeinsam wird das Gut Ostrow erreicht. 15,30 Uhr Hier labt sich die Kompanie an Äpfeln und Tomaten. Die anderen Kompanien kommen ebenfalls nach hier und verbringen hier die Nacht. 18,00 Uhr Wir marschieren weiter bis Wola Kamocka, wo an der Kirche die Nacht verbracht wird. KTB Beob.Abt.19 Der Feind hatte am gestrigen Kampftage energischen Widerstand geleistet. Trotzdem war es der 1.Pz.Division möglich Petrikau zu nehmen, IR 73 war bereits über die -unleserlich- erungen und hatte Rzonzawa genommen. Die Ra -unleserlich-ten. IR.59 hat ebenfalls -unleserlich- der Widawka erreicht. Die Division soll sich Besitz von Belchatow setzen. Artilleriebekämpfung während der Nacht und fortlaufend am 6.9. vormittags in Verbindung mit B.-Abteilung Für den 6.9. ist somit für die Division al1gemeiner Angriff festgelgt. Der Angriff soll rücksichtslos vorgetragen werden, um den immer schwächer werdenden Widerstand des Gegners zu brechen. Für den Angrff soll die Licht und Schallmeßbatterie energisch eingesetzt werden. Die Lichtmeßbattr. soll die vorgehende Infanterie begleiten und die Schallmessbatterie aus ihrem bisherigen System feindliche Feuertätigkeit aufklären. Der Gefechtstroß, sowie nicht eingesetzte Teile der Abteilung, sollen in ihrer bisherigen Bereitstellung verbleiben. Da wider Erwarten der Feind vor Beginn des Angriffs in größter Eile zurückgeht, folgt die Division dem fliehenden Feinde schnell, wie möglich. Der Abmarsch der Abteilung erfolgt 09.30 Uhr und führt über Rzonsawa-Grocholice-Belchatow. Durch den schnellen Vormarsch hervergerufen sind sämtliche Straßen verstopft, sodaß der Vormarsch nur langsam vonstatten geht. Hinzu kommt noch, daß man jetzt erst die berüchtigten polnischen Wege in ihrer Bedeutung kennen lernt. Zum Glüek ist das Wetter heiß und trocken, da sonst ein Durchkommen durch die Wege unmöglich wäre. Teilweise 1/2 m starke Sandschichten sind zu überrwinden. Bei Wielopole bezieht die Abteilung gegen 22,00 Uhr die erkundete Bereitstellung. Bei einer Marschpause 2 km nördlich Rzonsawa hat die Abteilung Gelegenheit eingehend polnische Stellungen kennen zu lernen. Es befanden sich dort mehrere im Bau befindliche Betonbunker, die schon jetzt zur Verteidigung sehr gut hätten gebraucht werden können. Etwa vor dieser Stellung war die Straße zu beiden Seite mit Hunderten von Tretminen verseucht. Es erscheint unerklärlich, daß der Pole Stellungen, die von Natur aus zur Verteidigung wie geschaffen sind, nicht verteidigt hat, während er wiederum an anderen Stellen heftig Widerstand leistet. Der bereits früher genommene Wartheabschnitt hätte uneinnehmbar werden können. KTB A.A.19 Der Feind war ausgewichen. A.A. marschierte vor über Grocholice - Belchatow - Dobrelow - Huta - Mzurki - Zaborow nach Ostrow. Einzelne Stosstrupps hatten lose Fühlung mit dem Feind der nach Norden auswich. Auf dem VOrmarsch wurden bei Huta einige Gefangene gemacht. -unleserlich- Ostrow ging A.A. zur Ruhe über. |
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7.9.1939 warm, Sonnenschein |
KTB 19.Division Die Nacht (Div.St.Qu.Mzurki, Zollhaus) verlief ohne besondere Vorkommnisse. Die Div. wurde gemäß Korpsbefehl zum weiteren Vorgehen in nördl.Richtung angesetzt. 0900 Uhr befand sich der Div.Kdr. beim vordersten Rgt., I.R.74, als in Wola Kamocka der mündliche Korpsbefehl eintraf, die Div.nach Nordosten in Richtung Ujazd abzudrehen. Der Befehl wurde durch Kradfahrer und Ord.Offz. den einzelnen Marschgruppen überbracht. 1215 Uhr traf die Funkmeldung ein, daß die 4.Pz.Div. Czerniewice genommen hat und der Feind flieht. 1240 Uhr wird in Srocko Prywatne eine neue Vormarschrichtung der Div. befohlen und zwar über Bedkow in Richtung Laznow (also nicht mehr nach Ujazd), da die 4.Pz.Div. die Straße nach Ujazd zur Ausnutzung ihres Erfolges benötigt. Gegen Abend wird bei der Div. auf Grund der augenblicklichen Feindlage eine mot.Gruppe unter Führung des Majors Marx, Kdr.Pz.Abw.Abt.19, gebildet mit Truppen der Pz.Abw.19 Teilen der N.19 und Teilen dder Inf.Rgter. auf Fahrzeugen der 14.Kp. Sie hatte die Aufgabe, dem fliehenden Feind auf den Fersen zu bleiben und wichtige Punkte frühzeitig in Besitz zu nehmen. Die Div.erreichte zur Unterkunft für die Nacht den Raum Laznow. Div.St.Qu. Laznow, Pfarrhaus. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Es werden verschossen: 30 Schuss Leuchtmunition. 06,3o Uhr Die Nacht verlief ruhig. Wir sind wieder Aufklärungsabteilung Marcks. Uns unterstellt sind ein Zug Fla-MG., 1 Zug Reiter mit Kavalleriegeschütz und 1 Zug Radfahrer. Die Kompanie marschiert getrennt in zwei Blocks, den einen Marschblock führt Oberltn.Falkenthal den anderen Oberltn.Frhr.v.Bodenhausen. Von Zeit zu Zeit treffen sich die zwei Blocks, um neue Befehle zu empfangen, denn die Funkstelle ist beim ersten Marschblock. Der Marsch geht über Srocko- Pryvatne,Padolin,Czarnocin. In Czarnocin stösst der 2.Block wieder auf den ersten Block. 09,00 uhr Von hier werden verschiedene Erkundungen durchgeführt. Uffz.Lindemann muss erkunden, ob Bedkow feindfrei ist. Er stösst auf die P.A.A.40?, auf das A.R.54 und eine Panzerdivision und erfährt, dass Betkow bereits seit dem Vortage um 14,00 Uhr feindfrei ist. Uffz.Peter soll den Übergang über die Kurowka bei der Mühle Abram und die Brauchbarkeit der Bahnübergänge erkunden. Brücken und Eisenbahnübergänge sind passierbar. Ebensfalls musste Uffz.Berlin sich von der Tragfähigkeit zweier Brücken bei über die Kurowka überzeugen und feststellen, ob die Gegend feindfrei war. 10,00 Uhr Auch hier alles feindfrei. Hinter der Kompanie war es dann gegen 9,25 Uhr zu einer Schiesserei auf den 2.Marschblock gekommen. Oberleutnant Falkenthal liess sofort das Kavalleriegeschütz in Stellung gehen, schärfte dem Geschützführer, der auf einer Strohdieme seinen Beobachtungsposten bezogen hatte, jedoch ein, nur dann zu feuern, wenn einwandfrei Feind festgestellt war. Man müsste nämlich annehmen, dass die 3.Kompanie, die links von uns marschiert auf Feind gestossen sei. Als die Lage dann geklärt war, setzte die Kompanie um 11,30 Uhr ihren Marsch über Bedkow, Olszawa fort. In Olszawa stauen sich 12,00 Uhr die Truppen. Uffz.Lindemann muss erkunden, ob das Vorwerk Popielawy feindfrei ist. Es war kein Feind dort. Grössere Gruppen Gefangener kommen uns entgegen. Vor dem brennenden Ujazd müssen wir wiederum halten, dann marschieren wir zum Nordostausgang und warten auf Befehl der Abteilung. Die Kompanie ohne Verpflegung war, holt der Kompanie—Chef Honig, Wein und Konserven. Um 19,30 Uhr marschiert die Kompanie auf Befehl der Abteilung zurück durch das halbbrennende Ujazd auf einer tadellosen Strasse nach Stefanow und verbringt die Nacht dort in einem Waldstück. Die Nacht verläuft ruhig. KTB Beob.Abt.19 Der feindliche Widerstand an der Widawka ist völlig zusammengebrochen. Der Feind geht vor der 10.Armee, zu welcher die 19.Division gehört, eiligst zurück. Die Division soll in rücksichtsloser Verfolgung den gesch1agenen Feind in Richtung Brzezyny verfolgen. Die Panzerabwehrabteilung 19 und AR.19 werden zur Durchführung einer schnellen und kampfkräftigen Aufklärung zu einem Aufklärungsverband vereinigt. Die übrigen Truppen der Division folgen in 2 Marschgruppen. Nachdem die Abteilung bis 06.00 Uhr geruht hat, wird Reinigungs und Ordnungsdienst durchgeführt. Gegen 15.00 Uhr Abmarsch in Richtung Petrikau. Petrikau ist die erst größere polnische Stadt, die wir erreichen. Die Vorstädte machen den Eindruck, als ob hier keinerlei Kämpfe stattgefunden haben. Beim Hindurchfahren stellen wir jedoch fest, daß ganze Straßenviertel durch Artilleriefeuer und Fliegerbomben zerstört sind. Die Polen haben zunächst unsere Tanks und die ersten Welle der Infanterie unbehelligt hindurchgelassen, um dann plötzlich auf die folgende Infanterie das Feuer aus den Häusern zu heraus öffnen. Es ist hierbei zu schweren Kämpfen gekommen. Die Einwohnerschaft steht noch völlig unter dem Schrecken des Krieges. Viele Juden wohnen in Petrikau. Sobald sie -unleserlich-ppen sehen, heben sie sofort beide Hände hoch. -unleserlich-ird des Lager bei Biakupia bezogen. KTB A.A.19 Die Division trat zur rücksichtslosen Verfolgung des geschlagenen Feindes in Richtung Brzeziny an Zur Durchführung einer schnellen und kampfkräftigen Aufklärung wurde Pz.Abw.Abt.19 und A.A.19 zu einem Aufkl.Verband vereinigt. Führer des Aufkl.Verbandes wurde der Kdr.der Pz.Abw.Abt.19, Major Marcks. Der Aufkl.Verband trat bei Wola Kamreka? zusammen und marschierte über Sieroslaw - Rudnik - Bedkow - Raznow nach Stefanow. Es kam -unleserlich- zur Berührung mit dem zurückweichenden Feind. Ein Pz.Sp.Wagen wurde bei Razuow von fdl.Pak angeschossen und musste aufgegeben werden. Der Aufkl.Verband ging bei -unleserlich- zur Ruhe über. |
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8.9.1939 sehr heiss |
KTB 19.Division Der Korpsbefehl beließ die Div.zunächst in ihrem erst in den Nachtstunden erreichten Rastraum. Sodann wurde der Vormarsch in allg.nordostw.Richtung fortgesetzt. Die Div. erreichte dann bei großer Hitze und auf sehr schlechten Wegen die Gegend Zelechlin - Wengrzynowice. Div.Gef.Std. in Budziszeice, Pfarrhaus. Das Aufkl.Rgt.Marcks, wie es ab 8.9 genannt wurde, konnte bereits am heutigen ersten Tage seines Einsatzes einen besonderen Erfolg erzielen. Es gelang ihm, bei Jezow die große Rückzugsstrasse des Feindes von Lodz nach Osten zu sperren und dabei vier GEschütze, viel Munition und Fahrzeuge zu erobern und zahlreiche Gefangene zu machen. 1800 Uhr Radio-Nachricht, daß deutsche Truppen (Panzer) in Warschau eingerückt sind. Die Div.geht mit starken Sicherungen nach allen Seiten zur Ruhe über. Der bisher heisseste Tag; es treten Hitzschläge auf. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Es warden verschossen: 1600 Schuss MG u.Karabinermunition 7 Pakgranaten, 90 Schuss Pistolenmunition, 30 Schuss weisse Leuchtmunition. 08,30 Uhr Nach dem Tanken setzt die Kompanie den Marsch zusammen mit dem Stabe der Aufklärungsabteilung Marcks.fort. Vorweg ein Panzerspähwagen mit Oberlt.Willikens. Der Marsch geht über Rokiciny, Maksimilanow,Wilkucice über die Eisenbahn, Budciszewice nach Jezow. Es war der staubreichste Tag, den wir bisher erlebten. Auf dem Marsch werden wir von der Bevölkerung einer deutschen Kolonie herzlichst begrüsst. Blumen werden uns zugeworfen. Bei einer kurzen Rast berichten diese Deutschen von ihrem schweren Schicksal. Kurz vor Jevow stossen wir auf drei Eisenbahner, die sich im Gebüsch zu verstecken suchen. Es sind Deutsche, die in polnischem Dienst standen. Als ihr Zug am 1.September 1939 von deutschen Flugzeugen bombardiert wurde, ergriffen sie die Flucht und irrten seitdem planlos umher. Vor Jezow stossen wir auf die haltende 2.Kompanie, die aus Jezow Feuer bekam. Unsere Kompanie geht der Ursache sofort auf den Grund. Auf Befehl des Kompanie—Chefs eilt ein Teil der Gewehrträger sofort nach vorn an einer Windmühle vorbei. Da laufen vor uns polnische Soldaten. Die Verfolgung wird aufgenommen. Ein Gefangener wird aus einem Gehöft in etwa 1,5 km vor Jezow herausgeholt, andere aus den Häusern. Diese waren bereits dabei, sich ihrer Uniform zu entkleiden. Stolz kommen 12,30 Uhr die Leute mit ihren Gefangenen zur Windmühle zurück, wo mittlerweile der Abteilungsgefechtsstand aufgeschlagen ist. Auf Befehl des Major Marcks wird nun aus 14,45 Uhr Leuten unserer Kompanie ein Stosstrupptrupp z.b.V.aufgestellt. Um 14,45 Uhr rückt dieser Stosstrupp auf 4 Protzkw.vor. In der Stadt liegen vielfach Tellerminen. Wir kommen bald an einen Wald, aus dem noch vor wenigen Stunden MG.-Feuer kam. Unterwegs werden bereits einige Gefangene gemacht. Tote Soldaten liegen am Wege. Am Waldrand steht eine von der Bedienung verlassene l0,5 cm Kenone. Der Waldrand wird abgesucht. Er ist feindfrei. Einige Leute bleiben zurück. Weiter stösst der Stosstrupp dann vor. Aus einer Scheune werden wiederum polnische Soldaten herausgeholt, die auf die Eindringenden schiessen wollen, jedoch sofort überrumpelt 15,00 Uhr werden. Dann wird nach links abgebogen. Hier stehen 2 Kanonen 10,5 cm und eine 15 cm Haubitze. Die Bedienungsmannschaften werden im angrenzenden Wald gefangen genommen. Die Pferde sind bei den Kanonen. Wir verfolgen nun einige Radfahrer, die die Flucht ergreifen, als wir plötzlich von links Feuer bekommen. Unsere Leute, die beider ersten Kanone geblieben waren, haben aber auch diese Leute, die sich in einem Kartoffelacker versteckt hielten schnell überrascht und gefangen genommen. 15,25 Uhr Die Zahl der Gefangenen ist nun auf 27 gestiegen. Wir dringen noch in den Wald vor, entdecken aber nur noch einige bespannte MG.—Wagen mit MG. Diese Beute wird nun von den Männern des Stosstrupps stolz nach Jezow gebrachte ca 20 Pferde 27 Gefangene und eine Unmenge an Gerät. Unerschrockenes Draufgängertum hatte der Kompanie diesen Erfolg beschert. Die Männer des Stosstrupps waren : Oberleutnant Dr.Falkenthal, Oberleutnant Frhr.v.Bodenhausen, die Uffz.Zöger, Gonsior,Peters, Sommer, Berlin, Lindemann, Thielbörger, Jünemann, Engehausen, die Gefreiten Häse, Steding, Winter, Ruhkopf, die Schützen Kaufhold, Kindervater, Harms, Henne, Leitel, Mook, Eisenlohr, Fiegehenn, Knoben, Freitag, Scherenberg, Engelmann, Bremer, Schrödermeier, Müller I, Riecke, Rumpf, Rammelsberg, Rinne, Scheffler, Dörnemann, Henrichs, Oelmann. Die Nacht wird zusammen mit Stab und 2.Kompanie unterhalb der Windmühle verbracht. Sie verläuft ruhig. Feldpolizei bewacht Gefangene Zivilisten. KTB Beob.Abt.19 Infolge der Auflösung des Gegners werden motorisierte Kräfte eingesetzt, um in rücksichtloser Verfolgung Zusammenbruch des Gegners zu beschleunigen. Die Division dreht nach Nordosten ab und marschiert auf der allgemeinen Marschstraße: Wola - Komocka - Srocko - Prywatne - Baby - Wola - Rudnik - Ujadz. Es werden Marschgruppen I.R.73 u.74, sowie 59 gebildet. Um 11.00 Uhr erfolgt Abmarsch der Abteilung zur Bereitstellung bei Zaosie. Der Artillerie-Kommandeur befindet sich in Feodora, einem völlig deutschen Dorf. Auf dem Weg zur Bereitstellung erblicken wir unterwegs einen durch Fliegerbomben zerstörten polnischen D-Zug. Auf dem Marsch sieht man wieder erschütternde Kriegsbilder. Weinende Frauen, die unsere Truppen bitten ihre von den Polen verschleppten Männer zurück zu holen. Gegen 19.30 Uhr trifft die Nachricht ein, daß die Vorstädte von Warschau in deutscher Hand sind, wodurch bei der Truppe eine mächtige Freude ausgelöst wird. KTB A.A.19 Aufkl.Verband hatte Auftrag, in Richtung Je-unleserlich- aufzuklären. Er marschierte vor über Ja-unleserlich- Wilkucice - Budziszewice - Wegezynowice - Jezow. Jezow wurde gegen Mittag erreicht. Ein Gruppe fdl.Pioniere entkam in ostwärtiger Richtung. Der Südeingang von Jezow -unleserlich-punkt. In Jezow wurden 30 polnische Soldaten gefangen und etwa 400 -unleserlich- Zivilisten festgesetzt. Außerdem wurden größere Mengen Munition sichergestellt. Die Straße Jezow - Bialynin - Gluchow war anscheinend polnische Rückzugsstraße. Stärkerer Feind, auf der Straße BRzeziny - Jezow zurückmarschierend, bog nach der Besetzung von Jezow in Strzelna nach Norden ab. In Jezow erreichte uns die Nachricht, daß deutsche Panzertruppen Warschau erreicht haben. Der Aufkl.Verband ging bei Jezow zur Ruhe über. |
| 9.9.1939 |
KTB 19.Division 07,00 Uhr trat die Div. nach ruhig verlaufener Nacht gemäß Korpsbefehl vom 8.9. abends zumm weiteren Vorgehen in Richtung Rawa an. Als der Div.Stab um 1100 Uhr Gluchow erreicht hatte, wurde mitgeteilt, daß die 18.Div. bei Jezow in schwerem Gefecht mit dem Gegner stände, der nach Südosten durchbrechen wollte. Die große Straße Jezow-Gluchow-Rawa zeigte alle Merkmale eines ungeordneten polnischen Rückzuges, auf den deutsche Fliegerbomben eingewirkt hatten. 11,30 Uhr gab der Kdr.General in Gluchow (Schulgebäude) persönlich den Befehl, daß die 19.Div. zur Entlastung der 18.Div. in das Gefecht bei Jezow einzugreifen habe. Daraufhin wurde die Marschbewegung der Div. angehalten und das I.R.59 entfaltet zum Vorgehen über Bialynin in Richtung Jezow angesetzt. Eine Stunde später erfolgte der Einsatz des I.R.73 in Richtung Bronyslaw nach Norden, um etwaige Überflügelungsversuche des Feindes angriffsweise abzuwehren. Die A.A.19 klärte bereits in dieser Richtung auf und meldete Feindbewegungen von Jezow in nordostw.Richtung; jedoch drehten Teile des Feindes, besonders als Radfahrer, auch wieder in südwestl.Richtung ein. Auf der Straße Rawa-Gluchow-Lodz setzte ein sich immer verstärkendes Zurückfluten von männlichen Zivilpersonen ein. Diese gaben alle an, Flüchtlinge aus Lodz und Umgebung zu sein, die nun in ihre Heimat zurückwollten. Es erging daher vom Korps der Befehl, alle wehrfähigen männlichen Zivilpersonen aufzufangen und unter Bedeckung nach rückwärts abzuschieben. Die Durchführung dieser sicher äußerst wichtigen Aufgabe stieß zunächst auf größere Schwierigkeiten, da einmal die Zahl der vorhandenen Feldgendarmen nicht ausreichte, man aber die Kampfkraft der Truppe deswegen nicht schwächen wollte, zum anderen die Verpflegungsfrage dieser Masse nicht sogleich geregelt werden konnte. In den Nachmittagsstunden hate sich noch vor Eingreifen des I.R.59 die Gefechtslage sehr zu Gunsten der 18.Div. geändert. Es war gelungen,feindliche Durchbruchsversuche zu verhindern und zahlreiche Gefangene zu machen. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 07,00 Uhr Um 7,00 Uhr marschiert die Kompanie, wiederum als Aufklängsabteilung Marcks, mit einem Panzerspähwagen vorweg, durch das von vielen Pferdeleichen und toten Soldate besäte Jezow nach Biatymin,Gluchow. An der Strasse, die teilweise von Fliegerbomben zerstört ist,viele tote polnische Soldaten, Pferdeleichen, im Stich gelassenes Gerät, ausgebrannte Panzer. In Rowo stossen wir auf die Division Reinhardt. Rawa ist durch Flugzeuge sehr zerstört. Auffallend viele Juden 11,30 Uhr laufen in den Strassen herum. Auf sehr guter Strasse marschieren wir weiter bis Babsk. Hier ist ein zerschossener deutscher Panzerspähwagen, dessen tapfere Besatzung von der Bevölkerung massakriert wurde. Nach einstündiger Rast Weitermarsch nach Piala—Pawska. Wiederum fällt die überaus grosse Anzahl von Juden auf. Auf einem am Ostausgang liegendem Gut mit verwahrlostem Herrenhaus wird Rast gemacht. Die Dienerschaft gibt heissen Tee aus. Nachdem der 14,00 Uhr Abteilungskommandeur persönlich den Befehl zum Weitermarsch gab, setzen wir den Marsch in Richtung Zrojek fort. Vor der Stadt stossen wir auf die 1.Panzerdivision die die Stadt bereits besetzt hat. Wir fahren deshalb über die Warschauer Strasse weiter zum Gut Krobow. Hier wäscht sich die Kompanie in 15,00 Uhr dem Teich und hofft die Nacht hier verbringen zu können. Der -Kompaniechef hat in Grojec eine grössere Menge Butter eingekauft, die an die Kompanie ausgegeben 17,00 Uhr wird. Dann erreicht uns der Divisionsbefehl, dass über die Warschauerstr. nicht hinweggegangen werden darf. Wir machen also Stellungswechsel nach Grojec, wo wir die Nacht verbringen. Wetter : trocken. KTB Beob.Abt.19 Zur Verfolgung des ausweichenden Feindes wird die Gruppe Oberst Schmidt gebildet, die sich aus dem Aufklärungsregiment Marcks und einem gemischten Schützen-Verband zusammensetzt. Sie hat die Aufgabe, das Ausweichen des Feindes über Weichsel zu verhindern. Am Morgen wird der Truppe eine Ruhepause gegönnt, die zur Ausbildung vornehmlich der bislang unausgebildeten Reservisten benutzt wird. Eine Zuteilung der B.Abteilunng zu der oben erwähnten Gruppe war infolge von Material-Schwierigkeiten und insbesondere deshalb, weil die vielen handelsüblichen Fahrzeuge infolge der Wegeschwierigkeiten nicht immer rechtzeitig zur Stelle sein können, nicht möglich. Gegen Mittag begibt sich Hauptmann Coupette, Adjutant und Ordonnanzoffizier wiederum zum Artillerie-Kommandeur, wo plötzlich alarmierende Nachrichten eintreffen, nach denen feindl. Infanterie und Paks in der linken Flanke im Walde nordwestlich Jezow aufgetaucht sind. Bald sind diese feindlichen Streitkräfte jedoch verjagt. Gegen Abend wird Bereitstellung in Josefin bezogen. KTB A.A.19 Die Division stellte aus mot.Verbänden der Inf. und dem Aufkl.Rgt.Marcks eine mot.Gruppe unte Führung von Oberst Schmidt zusammen. Diese mot.Gruppe sollte im schnellen Vormarsch die Gegend südl.Warschau erreichen. Das Aufkl.Rgt.Marcks marschierte ohne Feindberührung vor über Gluchow - Rawa - Babsch Biala Rawska - Wilkow - Belsk Duzy nach Grojec und ging on Grojec zur Ruhe über. |
| 10.9.1939 |
KTB 19.Division Nach ruhig verlafener Nacht setzte die Div. um 0730 Uhr den Vormarsh an der Weichsel fort. Der Marsch des I.R.73 durch Rawa Mazowiecka kam, nachdem ein Teil durchmarschiert war, ins Stocken, da 1.) Süd- und Nordbewegungen der 31.Div. und der Leibstandarte "Adolf Hitler" einsetzten, 2.) das Straßenpflaster so glatt geworden war, dass sehr oft Pferde hinfielen und 3.) ca.3000 Gefangene in entgegengesetzter Richtung durch Rawa geleitet wurden. Mit der Marschgruppe I.R.74 wurde darum Rawa umgangen. Der Weg Rawa-Biala stellte an Mann und Pferd wegen seines tiefen Sandes große Anforderungen. Teilweise konnten die Wagen nur mit Vorgespannen herausgezogen werden. Die mot.-Teile wurden daher zum größten Teil Babak nach Biala in Marsch gesetzt. Infolge der schlechten Wegeverhältnisse erreichten die letzten Teile der Div. erst nach Mitternacht den Unterkunftsbereich. Die Marschgruppe I.R.73 rastete im Raume Stanislawow-Lasczyn-Jadwiegow-Anapol; Marschgruppe I.R.74 im Raume Biala-Rawska-Wola- Choinata-Krukowka; Marschgruppe I.R.59 längs den Weges Bankow-Byki-Zalesie. Durch die mot.-Gruppe Schmidt wurde Verbindung mit der 31.Div. aufgenommen.-Es machte sich weiterhin der Mangel an Brot bemerkbar.-Verluste entstanden nicht. Trotz der erheblichen Marcshleistungen war der Zustand der Truppe gut, während die Pferde teilweise einen sehr schlechten Eindruck machten.-Div.Gef.Std.Wola Choinata. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 06,30 Uhr Die Kompanie wird geweckt. Wieder einmal ist ein herrlicher Sonntag. Es ist technischer Dienst und Waffenreinigen. Um 10,00 Uhr soll Abmarsch sein, der Befehl wird jedoch widerrufen. Wir verbleiben den ganzen Tag über auf unserem Parkplatz. KTB Beob.Abt.19 Der Gefechtstroß der Abteilung wird in der Nacht vom 9. zum 10. von seinem bisherigen Biwakplatz in Wielopole nach dem letzten Biwakplatz der Abteilung in Zaosie vorgezogen. Für den heutigen Tag ist für die Abteilung eine Marschleistung von 20-30 km vorgesehen. 8,30 Uhr erfolgt Abmarsch der Abteilung über Rawa nach der Bereitstellung bei Lipie. Die Stadt Rawa ist stark durch inzwischen erfolgte Kämpfe der Division mitgenommen. Überall liegen tote Pferde. Durch Granatfeuer und Fliegerbomben ist die Stadt zum größten Teile zerstört. Lange Züge von Gefangenen begegnen uns. Die Gefangenen machen einen völlig gleichmütigen Eindruck. Ohne Interesse an ihrem Vaterlande scheinen sie stumpf dahin zu leben. Diese Bilder vermitteln Eindrücke von der Minderwertigkeit des polnischen Volkes. Auf dem Marsch sieht man immer wieder lange Kolonnen von zurückkehrenden Flüchtlingen. An den Straßenrändern mehrere zerstörte feindliche Panzer, Feld-unleserlich- und Kraftwgen. Am 10.9. hat das XI.A.K. den feindlichen Durchbruchsversuch erfolgreich abgeschlagen. -unleserlich- bei Jezow angreifenden Feind mit der 18. und -unleserlich- 19.Division gechlagen. 19.Division setzt ihren Vormarsch an die Weichsel in 3 Marschgruppen fort. Ankunft in Lipie wegen völlig verstopfter Straßen erst spät abends. Die Abteilung fährt die ganze Strecke fast ausschließlich im Schritt. KTB A.A.19 Die Abt. des Aufkl.Rgt.Marcks unter Führung von Major von Vultejus marschierte von -unleserlich- nordwärts auf Podola dann 8km nördl.Grojec. Gegen Abend marschierte die Abt. nach Skrzeczenice, 2km nördl.von Podola und biwakierte dort. |
| 11.9.1939 |
KTB 19.Division Um 0630 Uhr trat die Div. aus ihren Ratsräumen auf drei Marschwegen nach Norden an: a) Marschgruppe I.R.73, ohne I./A.R.55 und Pi.19. Marschweg Wilkow - Zalsie - Bobrowce - Osuchow - Sbirgeza. b) Marschgruppe I.R.59; Marschweg: Tuniki Ml.-Kowesy - Badow auf Bielany an Straße Grojec - Mszczonow. c) Marschgruppe I.R.74; Marschweg Biala Rawska - Turowa Wola auf Mszczonow. Der Div.Gef.Std.wurde zunächst nach Tuniki Ml.vorverlegt. Div.Kdr. begab sich alsbald nach dem Punkt 206, 1km südl. Piekary, vor; geriet hier jedoch in feindl. Infanteriefeuer. Ebenso erging es der dem Stabe nachfolgenden Führungsstaffel, die den Punkt 206 wegen der Wegeverhältnisse über Osuchow erreichen wollte. 1330 Uhr wurden die Marschkolonnen I.R.73 und 59 bei Osuchow und Piekary nach kurzer Art.Vorbereitung von starker poln.Artillerie und Infanterie angegriffen. Im sofortigen Gegenangriff wurde der Feind geschlagen. 500 Gefangene gemacht, 150 Pferde, viel Munition, Pz.Abw.Geschütze, MGs und eine vollzählige Batterie erbeutet. Unter den Gefangenen befanden sich zahlreiche Offiziere, u.a.der Kdr.des 6.poln.Kav.Schtz.Rgt. und ein Generalstabsoffizier. Die Verluste bei dem Gefecht bei Osuchow und Piekary beliefen sich auf 13 Tote und etwa 33 Verwundete. (N 19 2 Tote, 2 Verwundete). Die meisten Toten und Verwundeten entfielen auf das I.R.73. Der Feind wehrte sich zäh. Nach Beendigung der Gefechtshandlungen wurde der Vormarsch der Div. in die Unerkunftsräume befohlen: a) Marschgruppe I.R.73: Budystrizyce - Bronislawow - Bzodska - Kmionka. b) Marschgruppe I.R.59: Badow Crn. - Mszczonow. c) Marschgruppe I.R.74: Markow - Krzyzowka - Wrnza. d) Marschgruppe mot.: Vorfahren über Biala Rawska, Rast längs der Straße zwischen Zawadie und Adamowice. 2300 Uhr treffen die letzten Teile ein. Div.Gef.Std.Südrand Mszczonow. Der Unterbringungsraum der Div. erwies sich als ungünstig, da fast alle Wasserstellen unbenutzbar waren. Der Ort Mszczonow bannte an vielen Stellen, die Strassen waren vielfach mit Toten bedeckt. Auf den Straßen befanden sich auch viele deutsche Panzerwagen, die a Tage vorher in den Ort eingedrungen und dann in der Nacht von den poln, Zivilisten beschossen oder in Brand gesteckt waren. Der Pfarrer, der Bürgermeister und einige andere Bewohner des Ortes, die den Überfall auf die deutschen Panzertruppen angestiftet hatten, waren vonn der Panzertruppe erschossen worden. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter trocken, in der Nacht kalt. Die Schützen Harms und Kindervater sind verwundet. Im Feldlazarett ist der Schtz.Harms seinen Verletzungen erlegen. Es wurden verschossen: 1 200 MG und. Karabinermunition, 14 Pakgranaten, 30 Schuss Pistolenmunition, 25 Schuss weisse Leuchtmunition. 11,00 Uhr Die Kompanie wartet auf Befehl. Um 1l,00 Uhr bringt ein Kradmelder den Abmarschbefehl für 12,00 Uhr. Um 12,00 Uhr marschieren wir ab in Bichtung Mszczonow. Mszczonow soll angeblich noch nicht feindfrei sein, da man in der Nacht eine Mun.Wagenkolonne überfallen, die Fahrer und Beifahrer maassakriert, die Leichen mit Benzin übergossen und dann angesteckt hat. Uffz.Lindemann muss vor zur Erkundung. Soldaten anderer Truppenteile haben die Stadt jedoch bereits besetzt. 15,00 Uhr Wir warten dann auf Befehl. Kradfahrer wurden aus dem Walde rechts der Strasse beschossen. Oberltn.Falkenthal erwirkt nun bei der Div. den Befehl zur Säuberung dieser Waldstücke. Wir fahren bis Cjemme. Von hier geht die Kompanie in Schützenreihe vor. Auf der Strasse wird mit einem MG-Protzkw.gegen den Wald vorgefahren. Plötzlich starkes MG.-und Gewehrfeuer aus dem Wald. Vorm Feind ist nichts zu sehen. Nachdem die Kompanie trotz des Feuers den Wald besetzt hat, wird der Protzkw. 17,30 Uhr von einem polnischem Pakgeschütz oder einer anderen kleinkalibrigen Kanone beschossen. Der Reservetank wird zerrissen, der Schütze 1 des MG Harme und der Fahrer, Oschtz.d.R.Kindervater werden 17,30 Uhr schwer verwundet. Das Maschinengewehr - oder Pistolenfeuer bleibt nach wie vor sehr heftig. Ein anderer Trupp, der den Anschluss an die Kompenie verpasst hatte, entdeckte auf einem Gut viele Männer und einen neuen Renault - Pkw. Da die Dämmerung hereinbricht, geht die Kompanie vor dem Wald in Stellung. Uffz.Peter, Gefr.Herr, Schtz.Laurich, erkunden trotz der Dunkelheit, dass der Pole Ste11ungewechsel gemacht hat und die Flucht ergriffen hat. Die Munition und die zerschossene Protze die Uffz. Zöger fährt, werden zurückgeholt. Schtz.Enter und Eisenlohr bringen die Mleldung unter schwierigsten Wegverhältnissen zur Division, die beiden Verwundeten kommen in das Lazarett Grojec. Die Kompanie sammelt dann an den Protzen und fährt zur 20,00 Uhr Wagenburg auf. Ein Befehl der Abteilung wird uns überbracht. Wir müssen über Mszczonow zum Biwakplatz der Abteilung in Budy Mszczonowski. Hier verbringen wir die Nachte die vollkommen ruhig verläuft. KTB Beob.Abt.19 Feindliche starke Kavallerie im Waldstückchen nordostwärts Skierniwice im Vorgehen in ostwärtiger Richtung. Es wird damit gerechnet, daß dieser Gegner - Teile von 5-6 Divisionen - in südostwärtiger Richtung durchzubrechen versucht. Die 19.Division dreht in allgemein nördlicher Richtung ab um die südwestlich Warschau stehenden feindlichen Kräfte im Zusamenwirken mit XVIII.und XIII.A.K. zu vernichten. Bei Zusammenstößen mit dem Feinde ist aus der Marschgruppe heraus unverzüglich zum Angriff anzutreten. Die Division marschiert in 3 Marschgruppen. Die Lichtmeßbatterie wird mit 2 Meßstellen bei der Marschgruppe I.R.73 und mit 2 Meßstellen bei der Marschgruppe I.R.74 eingesetzt. Die Meißstellen begleiten die Marschgruppen in vorderer Infanterielinie. Schallmeßbatterie wird eingesetzt in der Ausgangslinie Bozrowice - Grzymkowice. Auswertestelle Tuniki Ml. Sie folgt sprungweise im System entfaltet nach Lage. Der Abmarsch der Abteilung erfolgt um 8,00 Uhr. Der Abt.Gef.St. wird bei Tuniki Ml. bezogen, wo sich auch die Auswertestellen Licht und Schall befinden. Im Augenblick, als der Stabsauswertewagen und die A.-Wagen der 2.und 3.Batterie im Begriff sind, in Stellung zu gehen, schlagen in nächster Nähe einige Granaten ein. Dies geschieht gegen 14,00 Uhr, als die Abteilung einen neuen Gef.Stand bei Pikary bezieht. Oltn.Schmidt geht mit einigen Kanonieren auf eine in ca. 150 m entfernt stehende Mühle zu um sie zu durchsuchen, da angenommen wird, daß dort ein feindlicher Artillerie-Beobachter sitzt. In diesem Augenblick ruft Ltn.Sibeth, der mit Doppelglas die Gegend absucht:"Achtung! Polnische Kavallerie!!" Sofort ergreifen sämtliche Kanoniere ihre Gewehre, bilden einen Halbkreis und nehmen den Feind unter Feuer. Trotz der großen Übermacht zeigt unsere kleine Abteilung von ca 20 bis 30 Mann die größte Ruhe und geht zur Besetzung des Waldstreifens über. Es entwickelt sich ein heftiges Feuergefecht. Das Wäldchen, durch das unsere Truppe unter Führung von Hauptmann Coupette vorgeht, liegt unter feindlichem Artillerie-Feuer. Nach 20 Minuten erscheint ein Zug eigener Infanterie zu unserer Unterstützung und es gelingt im Zusammenwirken mit inzwischen eingetroffenen anderen Verstärkungen den Feind zu umzingeln. In unserem Abschnitt werden ca. 100 Gefangene gemach; darunter ca. 20 Verwundete, 2 bespannte Paks, mehrere M.Gs. und über 30 Pferde. Hätte die kleine Truppe der Abteilung die polnische Kavallerie nicht sofor angegriffen, so wäre zweifellos der gesamte Divisions-Gefechtsstab and ein Zug Infanterie, der gerade beim Abkochen war, durch die plötzlich auftauchende polnische Kavallerie aufgerieben worden. Unsere Truppe hat den Kampf mit der größten Unerschrockenheit trotz ihrer zahlenmßigen Unterlegenheit geführt. Von den Offizieren der Abteilung nahmen an dem Gefecht tei1: Hauptmann Coupette, Leutnant Schmidt, Leutnant Sibeth, Leutnant Hühner vom Stabe, Oberleutnant Kreipe von der 3.Batterie und Stabsarzt Dr.Oltmanns. Gegen Abend wird Bereitstellung südlich Mzczonow (Adamowice) bezogen. KTB A.A.19 Das Aufkl.Rgt.Marcks sollte zur Division zurücktreten die von Biala Rawska auf Mszezonow marschierte, dabei sollte das Aukl.Rgt. gleichzeitig die Waldstücke südostw.Mszezonow abkämmen wo sich noch versprengte fdl.Truppen aufhalten sollten. Das Rgt.marschierte über Grojec auf der Straße nach Mszezonow bis Karolew die versprengten polnischen Truppen wichen nach Norden aus. In Karolew ging der Div.Befehl ein, daß das Aufkl.Rgt. aufgelöst und die A.A.19 und Pz.Abw.Abt.19 wieder selbständige Einheiten würden. A.A.19 sammelte abends in Mszezonow, wo gleichzeitig biwakiert wurde. |
| 12.9.1939 |
KTB 19.Division Nach ruhig verlaufener Nacht bei der die Truppe vollkommen im Freien lag, wurde befehlsgemäss der Vomarsch in Richtung Zyrardow in 2 Kolonnen angetreten. Erste Feindberührung erfolgte in den Gehöften westl.Korytow Gefechtsaufklärung ergab sehr bald ,daß Zyrardow planmäßig feindbesetzt war. Die Inf.Rgter.59 und 74 traten unverzüglich zum Angriff an mit tatkräftiger Art.-Unterstützung. Dem I.R.59 gelang es verhältnismässig schnell, in Zyrardow einzudringen, wo es dann jedoch heftige, verlustreiche Ortskämpfe verwickelt wurde. Die gesamte Zivilbevölkerung der Stadt (36 000 Einw.) wurde herausgetrieben und bewacht. Beim I.R.74 gelang es erst nach langer Zeit, in den durch Baumschützen und gut getarnten MG.-Nester vom Feinde verteidigten Wald einzudringen. Hierbei fiel an der Spitze seiner Kompanie Hptm.Krause (Chef 2./I.R.74). Die A.A.19 kämpfte im westlichen Teil des Waldgeländes links neben I.R.74. Zu dieser Zeit befand sich der Div.Gef.Std. Nordausgang Korytow. 1230 Uhr ersucht K.K.XVI zur Entlastung mit Teilen in nordostw.Richtung (Blonie) vorzugehen und hierbei den Anschluß an die 31.Div. zu suchen. Dieser Bitte kam die 19.Div. ohne vorliegenden Befehl des XI.A.K. nicht nach. Aus eigenem Entschluß wurde jedoch das I.R.73 ostw.Zyrardow unter Umgehung des Ortes angesetzt mit dem Befehl, die Gegend von Fleiskow zu erreichen. Dem I.R.59 war es in nden ersten Nachmittagsstunden gelungen, bis an den Ostrand Wiskitki kämpfen durchzustoßen; das I.R.74 erreichte kämpfend den Nordrand des Waldgeländes westl.Zyrardow. Dabei wurden erbeutet: 3 fdl.Kampfwagen und 2 Geschütze. Zahlreiche Gefangene wurden gemacht (ein Major, Nachr.Offz. der 30.poln.Div.). Genaue Verlustmeldungen liegen noch nicht vor, doch sind stärkere Verluste besonders bei I.R.59 durch die Strassenkämpfe in Zyrardow zu verzeichnen. Die Gefangenen sagten aus, dass sie zur 30.poln.Div. gehörten, dass sie sich im Wald westl.Zyrardow mit etwa 5 Kpen. befunden hätten, die gern übergaluafen wären, es aber nicht gewagt hätten, da man ihnen dauernd erklärt hätte, sie würden nach der Gefangennahme sofort erschossen. Nachdem Wiekitki genommen war, baute der Pole schnell nach Norden ab, so daß mit Eintritt der Dunkelheit nur noch lose Berührung mit dem Feinde bestand. Der Div.Gef.Std. war inzwischen über Kostowice Stare nach Wiskitki vorverlegt worden. 1830 Uhr rückte dir Truppe in den befohlenen Unterkunftsbereich von Wiskitki; vorderste Sicherungslinie Straßengabel nordostw.Drylos-Daminotol-Aleksandrow. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wir sind dem Infanterie Reg.74 unterstellt. Abmarsch über Wrcoza, Alexcandrja - Benenard. Bis hier verläuft der Mersch onne Zwischenfälle. In Benenara liegt das I.R.74 10,00 Uhr in heftigem Gewehr—MG—und Geschützfeuer. Zur Bekämpfung befiehlt der Kommandeur des I./I.R.74 Oberst Schmidt, den Einsatz von s.MG.,Pak und Artillerie. Aus den Häusern schiessen wieder einmal Zivilisten. Nachdem die Infanteristen den Widerstand unter grösseren Opfern gebrochen hatten und mehrere Häuser Benenaras in Flammen aufgegangen waren, erfolgt der Weitermarsch. Die Kompanie marschiert einen sehr sandigen Waldweg. Rechts des Weges liegt Zyrardow. Die ersten Gefangenen kommen zurück, mehrere Offiziere sind darunter, die sich lobend und anerkennend über die deutsche Taktik äussern. Zuerst die Luftwaffe, dann Artillerie, dann Infanterie mit vielen Maschinenwaffen und dann die Unmenge der motorisierten Verbände. Ein Gefangener, der aus einem zerstörten Panzer herausgeholt war, macht einen sehr soldatischen Eindruck. 14,30 Uhr Dann erfolgt der Weitermarsch. 16,00 Uhr Ein sehwer verwundeter polnischer Major wird von deutschen Ärzten und Sanitätern verbunden. Um 17,00 Uhr treffen wir das rastenden I.R.74 in Wiskitki—Stroma. Dann ist 18,00 Uhr Weitermarsch nach Guzow. Vor Guzow bekommt die Kompanie plötzlich MG.-Feuer. Es war die A.A.19, die leichtsinnig MG--einschoss. Die Kompanie zieht dahn zusammen mit dem I.R.74 in dem wunderbaren Schloss des Grafen Sobanski unter. Ausser eigenen Artillerieabschüssen ist die Nacht ruhig. Die Rast des I.R.74 und unserer Kompanie wird durch mehrere weit vorgezogene Paks mit MG gesichert. KTB Beob.Abt.19 Die 19. Div. tritt den Vormarsch über Zyrardow an, um sich zur Verteidigung des Bzura-Abschnittes, Sochaczew Lowicz bereitzustellen. Die Division geht in 2 Marsch-Kolonnen vor. Im Divisionsbefehl werden feindliche Durchbruchsversuche erwähnt, welche am gestrigen Tage von I.R.73, Teilen des I.R.59 und der B.-Abteilung abgewiesen wurden. Gegen 8,00 Uhr erfolgt der Abmarsch der Abteilung über Mszczonow nach Korytow. Dort Abteilungs-Gefechts-Stand. Das Vordringen unserer Infanterie hat sich verlangsamt, da heftiger Widerstand des Gegners erfolgt. Um 17,00 Uhr wird Bereitstellung ostwärts Stare bezogen. KTB A.A.19 Die Division sollte so schnell wie möglich den Bzura-Abschnitt erreichen und sich dort zur Verteidigung bereitstellen. A.A. erhielt den Auftrag über Wrecja - Aleksandria - Bednary - Jezefow - Sokule bis Guzow vorzugehen und von dort bis zum Bzura-Abschnitt aufzuklären. Der Waldrand bei Jozefow war feindbesetzt der nach kurzem Gefecht zurückging. Beim Durchkämmen des Waldes südwestl.Zyrardow wurden über 50 polnische Infanteristen gefangen genommen. Eine Schwd.polnischer Kavallerie entkam. Die Kradstaffel der Radfahrschwadron die zur Aufklärung auf Wiskitki angesetzt wurde nahm dort mittags einen Major und 2 Hauptleute vom -unleserlich- der 30-poln. Division gefangen. Ausserdem nahm die Kradstaffek die unter Führung von Lt.Dr.Bald nach kurzem Gefecht 20 polnische Soldaten gefangen die aus dem südwestl. von Zyrardow liegenden Wald zurückgingen. -erreichte A.A. mit MAsse Guzow. Abends nahm A.A. und I.R.74 in Oryszew Verbindung auf. Südostw.Guzow ging A.A. zur Rast über. |
| 13.9.1939 |
KTB 19.Division Die Nacht vom 12./13.9. verlief ruhig. 0600 Uhr trat die Div. an und ging in zwe Kolonnen gegen den Bzura-Abschnitt vor. Die mit einer Stunde (0500 Uhr) vorausgesandte A.A. meldete alsbald den Südrand Sochaczew und das Nordwestufer der Bzura besetzt. Am Bzura Übergang bei Stary ging 0815 Uhr eine feindl.InfanterieSpitze in südostw. Richtung vor. Das Vorführen de Div. wurde sodann durch Art.-Einsatz gesichert. Das beiderseits der Straße Guzow-Sochaczew eingesetzte I.R.59 erhielt in der Höhe von Duramoskiheftiges Abwehrfeuer durch mehrere feindliche Batterien. Bis 1300 Uhr gelang es dem I.R.74 kämpfend den Bzura-Abschnitt zwischen Kozlow Biskupi und Nowy-B.zu erreichen. Das I.R.73 wurde befehlsgemäß rechts rückwärts gestaffelt hinter dem I.R.59 vorgeführt. Die A.A. verblieb mit Masse diesseits der Bzura im westl.Teil des Div.-Abschnittes. Ihre Spähtrupps meldeten aus dem Gelände nordwestl. der Bzura mehrere feindl.Kolonnen Kav.und Art. im Marsch nach Sochaczew. Div.Gef.Std.Parc Czerwona. Das I.R.59 konnte erst nach zähem Gefecht (gut gezieltes fdl.Art.Feuer) gegen Abend das befohlenen Angriffsziel, den Eisenbahnbogen südl. Sochaczew erreichen. Hierbei traten auch mehrere Verluste bei der das Rgt. begleitenden Pz.Abw.Kp. ein (Oberltn.Albert gefallen). Gegen Abend wurde die A.A.zur Sicherung des Westflügels der Div. nach Keczyze zurückgenommen. Die Verbindung mit dem rechten und linken Nachbar (31. und 18.Div.) wurde im Laufe des Nachmittags aufgenommen; für die Nacht wurde durch 1./I.R.73 und 1./Pi.19 das Dorf Czyste Ae (ostw.Sochaczew) in Besitz genommen und die Straße Sochaczew - Blonie durch mInen und Feuer gesperrt. Schwächere fdl.Vorstöße am Abend und im Laufe der Nacht wurden abgewiesen. Die Art. schoß während der ganzen Nacht Störungsfeuer vor den Abschnitt der Div. mit Schwerpunkt Sochaczew. Gefangene haben am 14.9. über die starke paniartige Wirkung dieses Feuers in Sochaczew berichtet. Laut Gefangenenaussagen befinden sich vor der Front der Div. versprengte Teile mehrerer Divisionen, mehrere Teile des poln.I.R.73, mehrere geschlossene Batterien und etwas Kavallerie. Das Pi.19 befand sich während der Nacht zur Verfügung der Div. in Orlow. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter: trocken. Der Schütze Kindervater ist den Verletzungen die er am 11.9.erhalten hat, erlegen. -Einige Zeilen fehlen- 14,10 Uhr Der Kompanie—Chef den einzigen richtigen Entschluss und er befiehlt. Die Kompanie bezieht Feuerstellung, 1.und 1.Zug links, 3.Zug rechts der Strasse nach Sochaczew. Die Protzen kommen hinter den Abhang! Sofort beziehen die Züge Feuerstellung, alles gräbt sich ein. Der Chef geht dann zurück zum Reg.—Gefechtsstand I.R.59. Der Regimentskommandeur ist sehr ungehalten darüber, dass eine Panzerabwehrkompanie vor seinem Gefechtsstand in Feuerstellung ist, denn er glaubt, dass so das Feuer der feindl. Artillerie angelockt wurde. Er vergisst jedoch, dass die 3.Kompanie P.A.A.19 weit vor der l.Komp.auf der Strasse steht, dass eigene B—Stellen der Artillerie sich vorn befinden, dass eigene Artillerie beschossen werden soll von den Polen und dass unsere Kompanie erst Feuerstellun bezog, als sich das poln. Artilleriefeuer den Feuerstellungen unserer Artillerie näherte. Das polnische Artileriefeuer wird gut geleitet, denn der Artilleriebeobachter sitzt in einem sehr stabilen Wasserturm. Die Einschläge, die oft beängstigend dicht beim 3.Zug liegen, gehen oft weit über unsere Stellungen hinweg. Jetzt besinnt auch unsere 16,00 Uhr Artillerie ein intensives Feuer. Sie versucht, den Wasserturm zu treffen, was ihr jedoch erst im direkten Schuss um 18,00 Uhr gelingt. Plötzlich het der Pole erkannt, dass weit vorn deutsche Truppen auf der Strasse dicht aufgefahren sind (unsere 3.Komp.) Er verlegt jetzt sein Feuer nach hier. Die 3.Kp rast jetzt zurück, ebenfalls Minenwerfer der Infanterie. Sanitäter berichten auf dem Infanterie—Gefechtsstand, der sich in einem Graben befindet, dass die 3.Kompanie Verluste gehabt hat Der Komp.—Chef, Oherleutnant Albert, ist schwer verwundet. Wir liegen jetzt schon einige Stunden im feindl.Artilleriefeuer, erleben ein Artillerieduell, als uns der Befehl der Abteilung erreicht: "1.Komp.halt" Vorher hatte sie sich aber nach unserem Stendort erkundet. Was blieb uns denn anders über, als hier zu bleiben. (Der Chef muss dann noch einmal zum Reg.—Kommandeur kommen, der ihm befiehlt). Bald darauf kommt ein neuer Funkspruch der Abteilung. Die Kompanie soll sich an einem bestimmten Punkt sammeln. Der Komp.—Chef ordnet nun ein allmähliches Lösen aus der Feuerstellung an. Er geht sofort zum 17,15 Uhr Reg.—Gefstd. und meldet dem Kommandeur diesen Befehl, der jedoch anordnet, dass vor Einbruch der Dunkelheit die Feuerstellung zu räumen ist. Wir verbleiben also in der Feuerstellung und beobachten die Arbeit unserer Artillerie, die jetzt schwerere Kaliber aufgefahren hat. Die polnische Artillerie verstummt allmählich. Während des Nachmittags überflog oftmals ein polnisches Aufklärungsflugzeug unsere Stellungen. Da es zu spät erkannt wurde, war unsere 19,00 Uhr Flak machtlos. Bei Anbruch der Dunkelheit werden die Geschütze im Mannschaftszug aus der Feuerstellung auf die Strasse gebracht. Auf der Strasse sammelt die Kompanie und marschiert nach Kurdwanow. An einem Teil des Weges befinden sich ausgebaute polnische Feldstellungen, so dass wir uns über einen Graben erst einen Weg bahnen müssen. Uffz.Engehausen, der einen Verwundeten des I.R.59 zum Lazarett bringen sollte, fehlt noch. Uffz.Lindemann und Schütze Binnebössel sollen ihn suchen. Im Lazarett in Wiskitki ist E. gewesen, doch weiss man nicht, wohin er von dort fuhr. Da es zwecklos ist, in der Nacht zu suchen, kehren Lindemann und Binnebössel zur Kompanie zurück. Im Lazarett war Oberleutnant Albert eingeliefert, doch kurz darauf verschieden. KTB Beob.Abt.19 Die 19.Division greift an und erreicht als erstes Angriffs-Ziel die Straße Sochaczew - Zyllin. Ein Angriff einer stärkeren Feindgruppe aus Posen über die Bzura wurde von der 8.Armate abgewehrt. Das XI.A.K. rechnet am 13.9. mit Fortsetzung des feindlichen Angriffs über die Bzura. Das Korps stellt sich zur Verteidigung bereit. Es ist nicht Beabsichtigt, durch Angriff Gelände zu gewinnen. B.-Abt.19 wird eingesetzt mit Lichtmeßbattr. Linie Jezowka - Kuradka, Schallmeßbattr. in der allgemeinen Linie Ignakowka - Sucha - Nowa. Vermessungsbattr. vermißt Schallmeßstellen und Lichtmeßstellen und schafft 2 Anschlußpunkte für die Abteilung. Der Wetterzug wird in der Nähe der Auswertestelle Schall eingesetzt. Abt.Gef.St. ab 13.00 Uhr bei Babskie. Zu unserer Sicherheit werden Geiseln festgenommen. Abends wird neuer Gefechtsstand bei Bialynin bezogen. A11e 3 Batterien sind somit eingesetzt. Gegen Abend werden durch Hauptmann Coupette, den Adjutanten und Ordonnanz-Offizier die Meßstellen geprüft. Zum ersten Male trifft für den Stab Feldpost ein. Ein freudiges Ereignis. KTB A.A.19 A.A. sollte von Guzow über Parc.Gerrona? - Pucele - Sucha über den Bzura-Abschnitt hinweg bis Kozt.Str.? vorgehen und -unleserlich- des Bzura-Abschnitts aufklären. A.A- gelangte auf dem Vormarsch nur bis zum Bahnübergang bei Fol-?, wo es mit starkem Gegner zum Gefecht kam. Ein Offz.-Spähtrupp mit Funkgeröt unter Führung von Oblt.Goertz gelang es durch die fdl.Linie zu kommen und -unleserlich- Meldungen über Feindbewegungen zu machen. A.A. wurde nachmittags von Infanterie abgelöst und erhielt den Befehl, 3km südlich nach Keszyce zu gehen. A.A sicherte den linken Flügel von I.R.74 und nahm südlich der Bahn bei Kowa-Bednary Verbindung mit der 18.Division auf. Die Masse der A.A. ging in Keszyce zur Rast über. |
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14.9.1939 trübe regnerisch |
KTB 19.Division Am Morgen trat der Gegner zum Angrff gegen den rechten Flügel I.R.59 aus Sochaczew heran an. Er wurde mit wirksamer Unterstützung der Art.abgewiesen. Der Feind wiederholte diesen Angriff nach etwa einer Stunden unter stärkerem Art.-Einsatz und wurde zum zweitenmal abgeschlagen. Auf der Trennungslinie zwischen 19. und 18.Div. gelang es zur gleichen Zeit schwächeren feindlichen Kräften in Richtung Ziabki vorzustoßen, da der rechte Flügel der 18.Div. etwas abhing. Durch Einsatz von Teilen des I.R.74 und der 3.(mot)/Pi.19 wurde dieser Gegner sehr bald teils zurückgeschlagen, teils (1 Offz. und etwa 100 Mann) gefangen genommen. Gegen Mittag wurde die Verbindung mit der aus ostw.Richtung auf Sochaczew vorgegangenen 4.Pz.Div. aufgenommen. Mit dem von dieser Div.entsandten Verbindungsoffizier wurde eine Trennungslinie zwischen 4.Pz.Div. und 19.Div. festgelegt. Die Pz.Div. teilte als ihre Absicht mit, nördl. an 19.Div. anschließend, den Bzura-Abschnitt in Besitz zu nehmen und zu halten. Im Laufe des Nachmittags trafen Mitteilungen von dem stärkeren gegen den Westflügel der 18.Div. gerichteten feindl.Angriff ein.- Auf Befehl des K.K.XI wurden folgende Maßnahmen getroffen: 1.) Stellungswechsel der II./A.R.67 aus ihren bisherigen Stellungen nach Westen zur 18.Div. 2.) Herüberziehen des III./I.R.73 vonm Ostflügel der Div. hinter den Westflügel, wo sie als 4.Reerve dem Korps unterstellt wurde. 3.) Rgts.-Einheiten und I./I.R.73 wurden hinter die Mitte des Div.-Abschnittes gezogen um jederzeit einsazbereit zu sein. Das letzte Btl. des I.R.73 urde zur Sicherung der Nordostflanke der Div. rechts rückwärts gestaffelt hinter I.R.59 belassen. 1515 Uhr meldete I.R.59, dass der Angriff von Teilen der 4.Pz.Div. vom Feinde abgeschlagen worden sei und sich die Pz.Div. ostw.Sochaczew zu einem neuen Angriff bereitstelle. Von diesem Angriff nahm die Pz.Div. aber infolge der vorgerückten Tageszeit später Abstand. Die Art. der Div. wurde neu gegliedert, eine starke Gruppe hinter der Mitte des Div.-Abschnittes unter Führung des Kdr.A.A.19 zusammengefaßt. damit jederzeit zusammengefasstes Feuer vor dem gesamten Div.-Abschnitt gewährleistet sei. Auf die Meldung von einem schwächeren feindlichen Einbruch nördl.Orlow, also zwischen den beiden vorn eingesetzten Inf.Rgtern.wurde die zur Verfügung in Orlow stehende 2./Pi.19 mit dem Zurückwerfen dieses Gegners beauftragt. Sie meldete die Durchführung kurz vor Anbruch der Dunkelheit. Ein poln.Flugzeug übrflog im Laufe des Nachmittags in beträchtlicher Höhe und oft von WOlken bedeckt den Div.Gef.Std. Es wurde ohne Erfolg von einem zug der 3./Pz.Abw.19 beschossen.- Die Zahl der von der Div.gemachten Gefangenen betrug 2 Offiziere und rund 150 Mann. Als besondere Tat ist der Spähtruppritt des Oblt.Goerz, A.A.19, zu erwähnen. Obltn.Goerz hat nach der Absetzung wichtiger Funksprüche weit westl.der Bzura, im Feuergefecht mit überlegenem Gegner, den Anschluß an seinen Spähtrupp verloren und nach Beendigung des Gefechts seine Verwundeten verbunden ud sodann imm Laufe der Nacht zu Fuß den Rückweg durch die feindl.Linien angetreten und ist gegen Morgen, die Bzura durchschwimmend, bei der Div.eingetroffen. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 06,00 Uhr Nach vollkommen ruhiger Nacht wartet die Kompanie auf Befehl der Abteilung. Die Kompanie macht techn.Dienst und Waffenreinigen. Nach dem Mittagessen regnet es. 16,00 Uhr Komp.—Chef bekommt den Befehl, sich um 16,0o Uhr auf dem Div.Gefechtsstand zu melden. 17,00 Uhr Die Kompanie muss nach Rückkehr des Chefs antreten. Leutnant Pigge meldet dem Chef, der für den Erfolg von Jezow das Eiserne Kreuz II.Klasse vom Div.Kommandeur im Namen des Führers verliehen bekam. Oberleutnant Falkenthal dankt der Kompanie für den Schneid, den sie bei Jezow zeigte, denn nur so wäre es ihm möglich gewesen, einen solchen Erfolg zu erzielen. Anschliessend gibt er der Hoffnung Ausdruck, dass bald mehrere Kompanieangehörige dieses Kreuz tragen werden. Er gedenkt dann unseres Gefallenen, des Schützen Harms, der kurz nach seiner Einlieferung in das Lazarett in Grojec‚obgleich sofort eine Blut-übertragung vorgenommen wurde, seiner schweren Verletzung erlag. Um 18,00 Uhr muss die Kompanie noch auf Befehl der Abteilung nach Kurabka marschieren. Da feindliche Reiterspähtrupps durchgebrochen sein sollen wird erhöhte Aufmerksamkeit befohlen. Ein Gerücht‚nach dem ein mit sagenhaften Mengen von Zigaretten und Schokolade beladener Eisenbahnzug auf der Strecke liegen soll; 21,00 Uhr veranlasst den Chef zum Hinfahren, denn Rauchwaren sind in der Kompanie knapp geworden. Er kehrt jedoch unverrichteter Sache zurück, da der Zug bereits vom O.K.H. beschlagnahmt ist. Wetter: trübe KTB Beob.Abt.19 Die Division verteidigt die gewonnene Linie an der Bzura. Die Verteidigungsstellung der Division ist gegenüber feindlichen Angriffen unter allen Umständen zu halten. Licht und Schall bleiben bis auf weiteres in ihren jetzigen Einsatzorten. Gefechtstroß und Werkstatt in Babskie. Nachts und gegen Morgen heftiges Infanterie-Feuer aus unserem Abschnitt. Starkes Artillerie-Feuer in den Nachbar-Abschnitten. 13.20 Uhr trifft von Meßstelle blau die Meldung ein, daß der Unteroffizier Gerhardt vom Wetterzug für Großdeutschland gefallen ist. Der erste Tote der Abteilung. Gegen Abend taucht plötzlich das Gerücht auf, ein feindl. Panzerspähwagen sei gesichtet worden. Sofort wird die Gefechtsstellung besonders gesichert. Handgranaten werden verteilt. Nach ca. 1 Stunde stellt es sich heraus, daß es sich um eine Falschmeldung gehandelt hat. Um 23,00 Uhr werden mit einer Batterie der schweren Abteilung A.R.67 mithilfe der Schallmeßbatterie 2 feindliche Batterien bei Cdzarow unter Feuer genommen. Die Zielbeobachtung meldet heftige Detonationen mit starkem Feuerschein in Gegend der beschossenen Batterien. Anscheinend sind Munitionsstapel getroffen worden. KTB A.A.19 In der Nacht vom 13./14.9. wurde die A.A. aus -unleserlich- zurückgezogen und ging über Parc.Czerwona nach Guzow. In Guzow wurden bei -unleserlich- Werkstatt.Kp. im Laufe des 14.9. sämtliche Kraftfahrzeuge der Abt.überholt. A.A. ging in Guzow zur Rast über. |
| 15.9.1939 |
KTB 19.Division Der Einsatz der 4.Pz.Div. im Anschluß an den Nordfügel der Div.gab Veranlassung zu einer Neugliederung der Div. und einer anderwertigen Festsetzung der Trennungslinien der Rgter. Ferner trat im Laufe der Nacht eine Neugliederung der Artillerie ein. Als neue HKL wurde das Ostufer der Bzura befohlen und die Rgter. ersucht, auf eine ausreichende Sicherung der Nähte zwischen den Rgtern. und Btlen. Bedacht zu nehemen. 1500 Uhr Div.Gef.Std.Parc Czerwona, Nordteil.- Um diese Zeit wich der Feind vor dem Div.Abschnitt nach Nordwesten aus und beließ an der Bzura nur noch Spähtrupps; die Div. trat zum Angriff über die Bzura an, wobei zwei Rgter. in vorderster Linie eingesetzt wurden, rechts I.R.73 und lins I.R.74 Dem Antreten der Infanterie folgte ein Feuerschlag der Div. Artillerie und der unterstellten schweren Abteilungen (II./A.R.67 II./A.R.55) von 1455 bis 1500 Uhr.- Das befohlene Angriffsziel wurde alsbald erreicht und die befohlene Brückenkopfstellung zur Verteidigung eingerichtet. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 02,00 Uhr Ein Befehlsempfänger von der Abteilung meldet um 2,00 Uhr ‚dass vor dem I.R.74 starker Motorenlärm zu hören sei, der auf Panzer schliessen liesse. Es sei erhöhte Aufmerksamkeit am Platze. Die Kompanie wird daraufhin geweckt und ist ab 4.15 Uhr alarmbereit auf den Fahrzeugen. Es erfolgt jedoch nichts. Artilleristen‚ die 10,00 Uhr vorbeikommen, berichten wieder von dem sagenhaften Zigarettenzug. Uffz.Lindemann wird nochmals losgeschickt‚ doch auch er kehrt unverrichteter Dinge zurück. Um 12,00 Uhr erfolgt auf Befehl der Abteilung Stellungswechsel nach Sucha.St. Hier ist bereits der Stab. Es wird technischer Dienst und Waffenreinigen bis 17,00 Uhr gemacht. Schwere und schwerste Artillerie fährt vor und neben uns auf und bezieht Feuerstellung. Die Kompanie bekommt den Befehl zum Bau von Zelten für die Nacht. KTB Beob.Abt.19 Im Anschluß an den Nordflügel der 19.Division -unleserlich- gestrigen Nachmittag die 4.Panzer-Division einge-unleserlich- Sie ist bis an das Nordufer der Bzura in einem -unleserlich- durchgestoßen. Inzwischen ist im ganzen Div.-Abschnitt -unleserlich- Bzura als vordere Linie erreicht. Die B.-Abteilung bleibt eingesetzt. Die Lichtbatterie wird im Laufe des Tages ihre Meßstellen so nahe an die H.K.L. heranschieben, daß das westliche Ufer der Bzura in allen seinen Teilen überwacht werden kann. Die Vermessungsbatterie schafft im Raum der I./A.R.55 einen Boden-und Anschlußpunkt und vermißt die Feuerstellung einer s.F.H.-Batterie. Am Morgen gegen 8,00 Uhr wird der Kamerad Uffz.Gerhardt vom Wetterzug der Abteilung beerdigt. Leutnant von Stoephasius und Hauptmann Coupette würdigen in Ansprachen den Mut und die Entschlossenheit des Gefallenen und stellen ihn als ein Vorbild der Abteilung dar. Uffz. Gerhardt war bei Ziabki im Rawka-Abschnitt gefallen, als Leutnant Hühner mit 4-5 Leuten bei der Erledigung eines Auftrages der bedrängten Infanterie zu Hilfe eilte. Die Division ist um 15.00 Uhr zum Angriff über die Bzura übergegangen und zwar im Divisions-Abschnitt rechts I.R.73, links I.R.74. Pi.19 bereitet inzwischen den Bau einer 8to Brücke für den Übergang der Division und den Bau von 2 16 to Brücken für den Übergang von Panzern vor. An der Bzura befinden sich, da die schweren Durchbruchsversuche an den vorhergehenden Tagen gegenüber der 18.u. l9.Division gescheitert sind, nur noch feindliche Spähtrupps. Von der Lichtbatterie werden je 2 Meßstellen dem I.R.73 und dem I.R.74 zugewiesen. Auftrag: Gefechtsaufklärung und Meldung über erreichte Ziele. Mit weiteren 2 Lichtmeßstellen hält sich die Lichtbatterie für Einschieaufträge bereit. Schallbatterie besetzt mit 4 Meßstelien mit Drahtverbindungen die jetzigen Meßstellen B,O,D,E. Die Vermessungsbatterie vermißt einen Boden- und Anschlußpunkt im Raume der II./A.R.67, sowie der II./A.R.55. KTB A.A.19 Gegen Mittag erhielt die A.A. den Befehl über Parc.Czerwona nach D.Gradow vorzugehen und dort zur Verfg. der Division zur Rast überzugehen. D.Gradow wurde in den frühen Nachmittagsstunden erreicht. |
| 16.9.1939 |
KTB 19.Division In der Nacht von 15./16.9, wurden dureh das Pi.19 drei 16-to-Brücken über die Bzura für den Übergang der 1.Pz.Div. gebaut. - Die 1.Pz.Div, begann über die in Gegend Kozlow Biskupi fertiggestellte Brücke ab 0700 Uhr überzugehen, um sich nordöstl. (?, wohl nordwestl. gemeint!) der Bzura zum Angriff bereitzustellen. Der Div.Kdr. begab sich 0800 Uhr zu den beiden vorn eingesetzten Inf.-Rgtern. und überzeugte sich von der Gliederung der Regimenter bei der Bildurg des Brückenkopfes. Bei I.R.74 trat der Feind bereits in den frühen Morgenstunden sun Angriff an. Das Rgt. hielt trotz erheblicher Verluste die erreichte Linie. Die Bereitstellung der Pz.Div. verzögerte sich, so daß als endgültige Angriffszeit 1100 Uhr befohlen wurde. Bis dahin lag heftiges feindliches Art. Feuer auf dam Bzura- Abschnitt, besonders auf dem Ubergang bei Stary. Es traten Verluste ein, mehrere Fahrzeuge wurden ausser Gefecht gesetzt. 1030 Uhr wurde der Div.Gef.Std. nach D.Debsk vorverlegt. Hier traf um 1130 Uhr der Kdre. General des XVI.A.K., General Höpfner, ein. Um 1100 Uhr traten, der 1.Pz.Div. folgend, rechts I.R.73 und links I.R.74 zum Angriff an. Während I.R.73 sehr bald auf den zur Verteidigung eingerichteten Gegner stieß, entwickelte sich gegen I.R.74 ein planmäßig geführter feindlicher Angriff. Gleichzeitig traf die Meldung ein, daß ein feindlicher Angriff sich gegen den auf dem rechten F1ügel der 18.Div. kämpfende I.R.74 (?) richtete, der dieses zu erneutem Zurückgehen an und hinter die Bzura zwang. Der feindl. Angriff wurde von lebhaften Art.Feuer unterstützt, das diesmal auch gegen Ziele im Hinterlande gerichtet war. So lag während des ganzen Tages die Straße Sochaczew-Debsk-Nowy unter Art.-Streufeuer. Infolge der bedrohlichen Lage auf dem Westflügel (Zurückgehen der 18.Div.) zog die 19.Div. um die Mittagszeit alle verfügbaren Teile in die Gegend van Nowy zusammen und zwar: Pz.Abw.19, A.A.19 und 3.(mot)/Pi.19 (18?). Außerdem werden die noch südlich Sochaczew befindlichen Rgts.-Einheiten und I./I.R.59 in Marsch nach Nowy gesetzt. - Die Lage hatte sich jedoch noch vor Eintreffen dieses Bataillons bis 1400 Uhr günstiger gestaltet, da der Feind vor dem I.R.74 langsam zurückwich, doch waren die Verluste dieses Rgts. erheblich. (Kdr.III./I.R.74 Major Germerdonk, gefallen, 8 Offiziere des Rgts. verwundet). Der Panzerangriff war bis in die Gegend hart nordwestlich Jeziorko gekommen, als der Befehl eintraf, daß die 1. und 4.Pz.Dtv. bei Sochaczew bzw. Jeziorko nach Norden eindringen sollten, um ein Ausweichen des Gegners in nordostw. Richtung südlich der Weichsel, zu verhindern. Gleichzeitig setzte ein erneuter Angriff des Feindes gegen I.R.74 ein, der wiederum unter erneuten starken Verlusten abgewiesen wurde. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit gelang es dem I.R.74, das befohlene Ziel - die Straße Jeziorko-Gagolin - zu erreichen. Zur Schließung der Lücke zwischen Südflügel I.R.74 und Ostflügel 18.Div. wurde die A.A.19 eingesetzt. Dem I.R.73 war es inzwischen mühsam gelungen, im Angriffsraum nach Norden Boden zu gewinnen. Das Gelände bot durch den Bachgrund südostw. D.Rybno dem Feinde ausgezeichnete Flankierungsgsmöglichkeiten. Um 1500 Uhr befahl der auf dem Div.Gef.Std. eingetroffene Oberbefehlshaber der 10.Armee General der Artillerie v. Reichenau, daß der Angriff des I.R.73 gegen Abend, unterstützt durch das I.R.59, fortzusetzen sei. - Dieser Angriff erreichte bis zum Einnbruch der Dunkelheit die Linie Nordrand Lubiejew-Südrand des Bachgrundes ostw. Szwarocin Str. Im Laufe des Tages haben wiederholt einzelne feindliche Flieger die Div. überflogen. In Gegend Antoniew wurde ein fdl. Flugzeug durch Fliegerabwehr abgeschossen. Der Verlust des Tages bis zum Einbruch der Dunkelheit betrug 4 Offiziere und etwa 200 Mann. Die Funk- und Fernsprechverbindungen innerhalb der Div. und auch zu den anderen Truppenteilen und Stäben haben gut funktioniert mit Ausnahme der Funkverbindung zur 18.Div. Die 19.Div. war während des ganzen Tages über den Kampfverlauf bei der 18.Div. nur durch Augenbeobachtung orientiert, wodurch die Führung auf dem Westflügel erheblich erschwert wurde. Ein Gegenstand der Besorgnis war in manchen Gefechtsphasen die Munitionslage. Bei Einbruch der Dunkelheit war die Munition bei vielen Truppenteilen der Div. fast völlig verschossen, da feindliches Feuer den rechtzeitigen Nachschub aus Munitionsfahrzeugen und leichten Inf.Kol. verzögerte. Die Verluste betrugen etwa 100 Tote und 350 Verwundete. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter: In der Nacht Regen, am Tage trocken und kalt. 06,30 Uhr Nachdem es in der Nacht etwas geregnet hat‚setzt die Kompanie um 6,30 Uhr ihren Marsch fort. Der Marschweg verläuft in Richtung auf die Bzura, die wir auf einer 08,00 Uhr Pionierbrücke überschreiten. Wir kommen an vielen Artilleriestellungen vorbei. Viele Verwundete kommen zurück. Wir kommen dann an die Posen-Warschauerstrasse und beziehen hart an der Strasse Bereitstellung. Vereinzelte Granaten schlagen links von uns ein, die Artillerie steht dicht hinter unserer Bereitstellung. Wir beziehen also etwa 2 km von hier in einem Obstgarten, der etwa 300 m von der Posenerstrasse liegt, Wechselbereitstellung. Der Stab liegt ebenfalls hier. Alles gräbt 08,45 Uhr sich ein. Die Soldaten lassen sich das Obst gut schmecken. General Schwantes reitet mit seinem Stabe durch unsere Bereitstellung. Major Marcks meldet die hier liegende l.und 4.Kompanie. Unsere Artillerie feuert eifrig. Maschinengewehrfeuer ist von vorn zu hören. Es beginnt jetzt heftig zu regnen. 09,00 Uhr Da das feindliche Artilleriefeuer vorverlegt wird‚ bekommt Uffz.Lindemann den Befehl‚ einen Überweg über die Bzura zu erkunden. Die Furt, die hier bei Koslow-Szlasheki ist des Regens wegen kaum passierbar. Er meldet dies zurück. Die Kompanie muss aber unbedingt eine andere Bereitstellung beziehen, denn bei anhaltendem Regen wird aus dieser Bereitstellung kein Fahrzeug mehr herauskommen. Uffz.Lindemann muss also erkunden, ob die Pionierbrücke etwa 2 km flussabwärte neben einer von den Polen gesprengten Brücke befahrbar und ob bereits Panzer die Brücke passierten, denn es sollen Panzer eingesetzt werden. Die Nebenstrassen zur Brücke sind restlos verstopft. 09,45 Uhr Unteroffizier Lindemann mit Fahrer Schtz.Enter fahren daraufhin auf der Hauptstrasse zu dieser Brücke. Die Pioniere haben in den Kanälen, die unter den Strassen liegen, volle Deckung genommen, denn die feindliche Artillerie hat sich auf eine Kirche die etwa 200 m von der Brücke entfernt steht, gut eingeschossen. Zusammen mit einem Pionierfeldwebel überzeugt man sich dann von der Unversehrtheit der Brücke. Panzer haben die Brücke noch nicht passiert Als Uffz.Lindemann sich mit dieser Meldung beim Komp.-Chef zurückmeldet, bekommt er den Befehl, zum Zugführer des 1.Zugee, Lt.Pigge, der sich vor der Strasse in Feuerstellung befindet, zu fahren und nach der Lage des Zuges zu fragen. Das polnische Artilleriefeuer ist jetzt auf die Bzura vorverlegt, einige Kurzschüsse liegen hart neben unserer Bereitstellung. Der l.Zug steht in Feuerstellung, es ist nichts passiert dort. Als Uffz.Lindemenn zurückkommt, kommt der Befehl "Sämtliche Gewehrträger nach vorn!" Unsere Infanterie (I.R.54) hatte sich verschossen und musste daher zurück, denn der Pole hatte gemerkt, dass er eingeschlossen war und machte einen verzweifelten Durchbruchsversuch. Ein Leutnant mit zerschossener Schulter teilt gefundene polnische Munition an die Leute seine Zuges aus. Unsere Gewehrträger sollen die entstandene Lücke mit stopfen helfen. Als wir jenseits der Strasse in Feuerstellung gehen wollen, beginnt der Pole die Strasse mit heftigem Artilleriefeuer zu belegen. Da jedoch ein sehr tiefer Graben beiderseits der Strasse verlief, bot dich hierin für die vorgehende Kompanie gute Deckung. Der Stab und die 4.Kompanie räumten schnell die Bereitstellung. Die Granaten, die in den Bäumen an der Strasse zum Teil krepierten, durch die Telefonleitungsdrähte heulten und oft am Strassenrand krepierten, zerrisssen einige Pferde, liessen aber wie ein Wunder unsere sämtlichen Fahrzeuge unversehrt. Ein Sprengstück verletzte den Schützen Menze am rechten Oberschenkel, ebenfalls einen Infanteristen, die mit uns im Graben lagen. Als der Befehl, Gewehrträger nach vorne gegeben war, hatte der Schütze Enter den Befehl bekommen, mit der Maschine nach vorn zu kommen. Er kam trotz des Artilleriefeuers, auf der Strasse entlang. Als er nach links einbiegen wollte, denn dort war auch der Komp.-Chef im Graben wurde er von einem P.K.W. der 14./T.R.74 angefahren. Da er em Fuss schwer verletzt war, wurde auch er in ein Lazarett eingeliefert. Die Maschine wurde abgeschleppt. Jetzt ging die Kompanie, nachdem durch einen Kanal die Strasse "untergangen" war vor der Strasse rechts und links von dem noch in Feuerstellung stehenden l.Zug, in Stellung. Das so gut geleitete polnische Artilleriefeuer verstummt plötzlich. Die es aus einem unter der Strasse liegenden Kanal geleitet hatten, wurden gefangengenommen. Die Kompanie gräbt sich im Felde ein, verbringt auch die Nacht hier, die sehr ruhig verläuft, denn die Infanterie hat seine alten Stellungen am Vormittag wieder eingenommen und hat einen erneuten Angriff erfolgreich beenden können. Auf der Strasse fluten die Gefangenen zurück. Es wurden verschossen: 300 Schuss MG u.Karabinermunition, 14 Schuss Leuchtmunition. KTB Beob.Abt.19 Um 06,00 Uhr begeben sich Hauptmann Coupette, Oberleutnant Schmidt und Leutnant Sibeth mit einem Funkwagen und dem Führer der Lichtbatterie, Oberleutnant Kreipe zum Artillerikommandeur in D.Gradow. Von dort wird um 10,00 Uhr aufgebrochen und Gefechtsstand der Abteilung, der Licht- und Schallauswertestellen bei D.Debsk bezogen. Auf Straßen dorthin liegt schweres feindliches Artillerie-Feuer. Auch der Gefechtsstand wird im Laufe des Nachmittags mehrmals durch feindliche Artillerie beschossen. Die Division hat inzwischen die befohlene Brückenkopfstellung erreicht. Sie ist dem XVI.A.K. unterstellt worden. Die 1.Pz.Div. stellt sich in dem von der 19.Div. gewonnenen Brückenkopf zum Angriff bereit. Sie soll durch Angriffe in Richtung Rybni und in Richtung Wiecie das Vorgehen der 1.Pz.Div. unterstützen. Nördlich der 19.Division geht die 4.Pz.Div. über Sochaczew nach Westen, und südlich der 19.Div. die 18.Div. auf Gladow vor. Die Schallbatterie bleibt zunächst in ihrem jetzigen System. Der Angriff beginnt bei strömendem Regen. KTB A.A.19 Die Division ging in der Nacht zum 16.9. mit der Masse bei Biskupi über die von unseren Pionieren gebaute Brücke über die Bzura. A.A. hatte den Auftrag das Strassenkreuz von Debsk zur VErfügung der Division zu -unleserlich- den Straßenkreuz von Debsk erhielt die -unleserlich- Abt. starkes Artl.Feuer und ging -unleserlich- nach dem Waldstück 1km südostw. -unleserlich- Mittags wurde A.A. nach D.Debsk -unleserlich- südl.Debsk gezogen und erhielt den Auftrag die LÜcke zwischen 19. und 18.Division bei Kuzlow-Szlachecki zu schliessen.-unleserlich- erreichte gegen 15.00 Uhr befohlenen -unleserlich- und -unleserlich- sich -unleserlich- verlängert an das Inf.Rgt.54 der 18.Division. Gegen Abend ging A.A. zusammen mit I.R.54 vor und erreichte die Straße Gagolin-Zrz-unleserlich- nach leichtem Gefecht und grub sich für die Nacht an dieser Straße ein, die auf alle Fälle gehalten werden sollte. |
| 17.9.1939 |
KTB 19.Division Gefechteaufklärung im Laufe der Nacht zum 17.9. ergab sehr bald, daß der Feind sich nach Norden und Oeten absetzte. Es traten um 0900 Uhr zum Angriff in nördlicher Richtung an: Rechts 1.R.59, links I.R.73 während das I.R.74 mit Front nach Westen in Abwehrstellung blieb. Die Lage in der Westflanke der Div. war lange ungeklärt, da nur bekannt war, daß die 18.Div. herausgezogen wäre. Die Inf.Rgter. 59 und 73 erreichten im Laufe dös Nachmittags nach wiederholter Brechung leichten Feindwiderstandes die allgemeine Linie Adamowa Gora-D.Ruski. Der Div.Gef.Std. folgte zunächst bis Lubiejew, später bis Zdzarow. Die in der Westflanke belassene A.A.19 nahm in den Nachmittagsstunden mit der A.A.24 bei Gagolin Verbindung auf. in den späten Nachmittagsstunden ergaben sich wiederholt Schwierigkeiten bei der Feuerleitung der Artillerie, da immer wieder vom A.Kdo. mitgeteilt wurde, daß die Art. der Div. auf die vordersten Teile der 4.Pz.Div schossen und umgekehrt. - Für die Nacht sicherte sich die Div. mit dem Hauptaugenmerk nach Nordwesten. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter:trocken. 04,00 Uhr Um 4.00 Uhr kommt ein Kradmelder mit dem Befehl, dass der Chef um 6.00 Uhr sich auf dem Abteilungs—Gefechtsstand melden soll. Wir verlassen dann um 7,00 Uhr unsere Stellung, und protzen dann auf der Strasse auf. Wir sind heute dem I.R.73 unterstellt. 08,00 Uhr wir beziehen eine Ausgangsbereitstellung 7 km entfernt von Debsk in einem Waldstück in dem viele Bäume von ranaten abgeschossen sind. Überall sind unsere Panzer 09.00 Uhr aufgefahren. Der Chef und Uffz.Lindemann fahren vor und nehmen Verbindung auf zum I.R.73. 09,30 Uhr Der Chef fährt zurück, ich muss bis 9,3o Uhr warten und dem Chef bis 10,00 Uhr von dem Fortschritt des Angriffs der Infanterie, der um 9,00 Uhr begann, melden. Die Kompanie folgt dann der Infenterie, die tadellos vorangekommen ist. Mit der Kompanie fahren Panzer vor. Man merkt an dem Einsatz unserer Luftwaffe, dass man hier eine Entscheidung erzwingen will. Ebenfalls schiesst unsere Artillerie von Zeit zu Zeit, was die Rohre herrgeben wollen. Kurz hinter Krustantinow ist ein polnisches Geschütz erbeutet. Die Bedienung liegt gefallen neben ihrer Kanone. Der Chef fährt nun immer selbst vor. Unser Vormarsch verläuft ganz programmgemäss. Um 13,00 Uhr kommt der Chef nach D.Ruskl, das an der Hauptstrasse nach Sochaczew liegt. Uffz.Lindemann muss die Kompanie nach hier nachholen. Die Kompanie geht rechts und links der Strasse nach Plonsk in Feuerstellung. 16,00 Uhr Der Kompaniegefechtsstand ist im Gutspark. Um 16,00 Uhr sammelt die Kompanie längs der Strasse nach Plonsk, auf der ein mot.Schützenbattaillon hält. Die Kompanie rückt dann vor nach dem Punkt 80, nördl. D.Ruski. Der Chef, der Anschluss an das I.R.59 hat, dem I.R.73 jedoch unterstellt ist, sucht das I.R.73. 19,00 Uhr Er fährt vor in das brennende Juljopole wo seit dem Vormittag die 1.Panzerdivision ist. Anschliessend, da das I.R.73 eine Flankenbewegung vollführt hat und nicht zu 21,00 Uhr finden ist, erkundet der Chef einen Übernachtungsplatz für die Nacht. 22,45 Uhr Die Kompanie verbringt dann die Nacht in Pienki,wo sie um 22,45 Uhr eintrifft Maschinengewehrfeuer, das in der Nähe liegen muss, veranlasst den Chef zum Ausstellen verstärkter Wachen KTB Beob.Abt.19 Der Feind leistet westlich der Bzura zähen Widerstand. Die 4.Pz.Div.hat inzwischen nördlich Sochaczew einen Brückenkopf westlich der Bzura gewonnen. Die 1.Pz.Div. die Gegend Kocierzew erreicht. 19.Div. feindliche Angriffe abgeschlagen und am 16.9. in -unleserlich-rem Kampfe den Brückenkopf nach Norden -unleserlich- Der Pole wehrt sich verzweifelt. Das XV1.A.K. mit 19.Division, 4.u.1. Pz.Div., greifen heute an, um den Raum westlich Sochaczew zwischen dem Brückenkopf der 4.Pz.Div. und dem der 19.Div. zu gewinnen und den Feind zu vernichten. Die 19.Inf.Div. greift mit I.R.59 und 73 aus bisheriger Stellung in nördlicher Richtung an. I.R.74 und A.A.19 halten mit Front nach Westen die bisher erreichte Linie. Die B.-Abteilung bleibt mit Schall und Licht eingesetzt. Vermessungsbattr. und restliche Teile der Abteilung verbleiben zunächst noch in Bialynin. Gefechtstroß und Werkstattzug verbleiben auf ihrem jetzigen Rastplatz. Punkt 9,00 Uhr setzt mit einem Feuerschlag der Angriff des XVI.A.K. und der Panzer-Division ein. zahlreiche Flugzeug-Geschwader überfliegen den Abteilungs-Gefechtsstand, teils um den Angriff zu unterstützen,-teils um Bombenangriffe im feindlichen Hinterland zu unternehmen. Eben trifft die Nachricht ein, daß die Russen mit Japan ihren Konflikt an den Grenzen Mandschukuos beigelegt haben, daß sie Polen als nicht mehr bestehend betrachten,und daß sie zur Aufrechterhaltung der öffentlicher Ruhe und Ordnung, zum Schutze der Weißrussen und Ukrainer in Polen eingerückt sind. Eine Demarkationslinie, die im Süden von Stryj nach Norden über Brest-Litowsk führt, darf von deutschen Truppen nicht überschritten werden, da bis hierhin die Russen vorgehen werden. Der Krieg im Osten dürfte wohl bald beendet sein. Der Vormarsch geht heute überall schnell vorwärts, wenn auch das I.R.74 große Verluste erleidet. Um 14,00 Uhr bezieht die Abteilung Gefechtsstand in Lubijew. Auswertestelle von Licht und Schall in D.Lubijew. Auf dem Marsch dorthin haben wir Gelegenheit, den Ort zu besichtigen, wo vorgestern 2 feindliche Batterien mit Hilfe der Lichtmeßbatterie durch unsere Artillerie beschossen wurden. Die feindl.Geschütze waren durch unsere Artillerie sehr gut eingedeckt worden. Unterwegs sieht man wieder sehr viel tote Polen und Pferde herumliegen, da hier schwere Kämpfe getobt haben. Gegen Abend wird Abt.Gef.St. bei Helenka bezogen. Die Nacht ist sehr unruhig. KTB A.A.19 A.A. lag bis mittags an der Straße bei Gagolin. Im Laufe des Tages stieß die A.A.24 zur A.A.19. Gleichzeitig erhielt A.A. den Auftrag, die linke Flanke der Division zu decken, die nordwärts vorging. A.A. drehte daher nach NOrden ab und ging über Jeziork? nach D.Swarocin wo biwakiert wurde. Starke Sicherungen wurden an der Straße Rybno - Jeziorkr aufgestellt. |
| 18.9.1939 |
KTB 19.Division Die Nacht verlief zunächst ruhig. Gegen 0400 Uhr setzte bei starkem Nebel ein überfallartiger feindlicher Angriff aus der Richtung Gizyce auf das bei D.Ruski sichernde I./I.R.75 ein. Die Abwehr war durch den Nebel sehr erschwert. So gelang es dem Feind, mit Teilen bis in die Artillerie-Stellung einzudringen. Nach längerem Feuergefecht an dem sich die Artillerie aus offenen Feuerstellung in direktem Beschuß teils aus Entfernungen von etwa 100 m beteiligte, wurde der feindliche Angriff blutig abgeschlagen und die Polen zur Übergabe gezwungen. (Etwa 3000 Gefangene.) Der für 0700 Uhr in nördl. Richtung befohlene Angriff konnte erst nach Beendigung dieses Gefechtes um 1200 Uhr durchgeführt werden. Das vorn rechts eingesetzte I.R.59 und vorn links eingesetzte I.R.74 stießen wenige 100 m nach Uberschreiten der Linie Mistrezewice-Mlodzieczyn (Nordrand) in dem unübersichtlichen Wald- und Kusselgelände auf starken feindlichen Widerstand. Der Div.Gef.Std. folgte den Rgtern. dicht bis an den Südrand Mlodzieszyn. Die A.A.19 wurde in Laufe des Nachmittags zur Sicherung und Aufklärung in die linke Flanke der Div. nach Norden vorgezogen. Sie hatte bei Gizyce erhebliche Erfolge - viele Gefangene, Munition und Fahrzeuge usw. - geriet dann aber nördlich Hanrykow in einen Hinterhalt. Von allen Seiten erschienen aus den Wäldern und Ortschaften Polen mit großen weißen Fahnen und erhobenen Händen. Als der Feind jedoch auf etwa 80 m heran war, eröffnete er von allen Seiten ein starken MG.- und Gewehrfeuer. Obwohl die A.A.19 im Vorgehen tief gegliedert war, gelang es nicht mehr, die Radfahrschwadron und wesentliehe Teile des Stabes herauszuziehen. Etwa 80 Angehörige der Radfahrschwadron und des Stabes blieben tot oder verwundet liegen. Wie nachträglich festgestellt wurde sind die Verwundeten von den Polen später in bestialischer Weise umgebracht worden. Es steht einwandfrei fest, daß polnische Offiziere die Anstifter und teilweise sogar die Ausführenden waren. Einige Gefangene der A.A.19 sagten aus, nachdem sie zurückgekehrt waren, daß sie ihr Leben und die zum Teil gute Behandlung bei den Polen nur dem Umstande verdanken, daß bei den Polen, dureh die sie gefangen genommen wurden, zufällig keine Offiziere anwesend waren. Mannschaften zeigten sich menschlicher, als es bei den polnischen Offizieren wiederholt beobachtet wurde. Die Waldgefechte im Walde nördl. Mlodziescyn wurden immer stärker. Trotz scharf herangehaltener, leichter und schwerer Artillerie, B.-Stellen und Rgt.Gef.Std. unmittelbar hinter oder in der vordersten Linie waren, gelang es nicht, gegen den zahlenmäßig außerordentlich überlegenen Feind wesentlich Raum nach Norden zu gewinnen. Die Inf.Rgtr. wurden in ihrem Angriff besonders gehemmt durch die vielfachen Umfassungsversuche des Feindes an den offenen F1anken der Div. und durch die gut schießende Artillerie des Feindes, die wiederum in dem Waldgelände durch unsere Art. nicht mit Sicherheit bekämpft werden konnte. Der frühzeitig erbetene Eineatz eines Art.-Fliegere erfolgte jedoch so spät, daß er eine wirksame Hilfe nicht mehr ausüben konnte. Das für Panzerwagen ungünstige Gelände und die Beschränkung des Angriffs auf ein beatimmtes Ziel verhinderte es jedoch, daß der Einsatz einer Pz.-Kp. der Infanterie eine wesentliche Entlastung oder die Möglichkeit zu weiterem Angriff gab. Überläufer traten zunächst nur selten auf, dann aber in größeren Trupps. Kurz vor Einbrueh der Dunkelheit war die im Wald erreichte vordere Linie so unzusammenhängend und teilweise geländemäßig so ungünstig, daß für die Nacht eine kleine Umgruppierung notwendig wurde, zumal nur so ein wirkungsvolles Art.-Feuer für die Nacht und den kommenden Morgen gewährleistet war. Es wurden zur Abwehr etwaiger feindlicher Durchbruchsversuche in zusammenhängender Linie eingesetzt: Rechts I.R.59 (i.A. südl.5tefanow), I.R.73 (nördl. Biala Gora), links I.R.74 (nördl. und nordweetl. Mlodzieszyn). Die Art. wurde umgruppiert und bereitete sich für die Abgabe starken Störungsfeuere für die Nacht vor. - Div.Gef.Std. Nordteil Juljopol. - Verluste etwa 250 Tote, Verwundete und Vermißte. Skizze I.R.73 KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter; trocken in der Nacht kalt. Es wurden verschossen: 445 MG und Karabinermunition. 20 Schuss Pistolenmunition. Die Kompanie übernimmt von den erbeuteten polnischen Fahrzeugen 1 LKW und 3 PKW. 0l,00 Uhr In der Nacht steigert sich das BMG—und Gewehrfeuer von D.Ruzki her. Artillerie ist dazwischen zu hören. Um 4,3o Uhr kommt ein Offizier vom II./I.R.73 und bittet den Chef, nach links hin die Flanke zu sichern, da der Pole von D.Ruski her mit starken Kräften angriff. Die Kompanie macht sich sofort marschbereit und gräbt sich an dem befohlenen Flügel infanteristisch ein. Einige Paks werden ebenfalls in Stellung gebracht. 07,00 Uhr Uffz.Lindemann muss als Befehlsempfänger zum II./I.R.73. Panzerwarnung wird gegeben, ist jedoch blinder Alarm, denn Juljopole sind deutsche Panzer. Als nun deutsche Artillerie nach D.Ruski gegen die anstürmenden Polen mit Abpraller schiesst, ist der Angriff, zu dem sich die Polen Mut angetrunken hatten und durch lautes Rufen sich selbst anfeuerten, bricht der Angriff blutig zusammen. 10,00 Uhr 300-500 Tote, 2500 Gefangene und eine Unmenge an Gerät ist der "Erfolg" dieses polnischen Angriffs. 12,30 Uhr Das II.I.R.7.3 das Div. Resserve ist, geht weiter vor. Unsere Kompanie bezieht auf Befehl des I.R.73 eine Feuerstellung, die etwa von Norden — Süden‚ mit der Front nach Westen verläuft. 20,00 Uhr Bei Einbruch der Dunkelheit muss die Kompanie beim Stab der westl. Juljopole liegt, sammeln. während der Nacht feuert schwerste Artillerie, die dicht bei uns steht, zum Polen, der sich an der Weichsel festgesetzt hat. 23,30 Uhr Nachts muss Uffz.Lindemann einen gefangenen polnischen 23,30 Major zur Division abliefern. KTB Beob.Abt.19 3 polnische Divisionen haben inzwischen versucht, nach Osten über die Bzura durchzubrechen. Der Angriff ist erfo1greich abgewehrt worden. Nur kleinen Teilen ist es gelungen, sich südlich der Weichsel nach Osten durchzuschlagen. Die 1.Pz.Div. hat inzwischen Modziesiszyn genommen. Die 19.Div. hat die Gegend von Juljopol erreicht. Für den 18.9. soll die 10. und 8.Armee zwischen Warschau und Kutno angreifen um den Feind endgültig zu vernichten. Die 19.Div. greift in der Linie Mistrzewice an. Rechts I.R.59, links I.R.73. B.-Abt. bleibt mit Licht und. Schall eingesetzt. Die Schallmeßbattr. hat ihr System mit Draht ausgebaut in der allgemeinen Linie (Bibianpol) - D.Ruszki-Nord. Lichtmeßbattr. betreibt mit 3 Meßstellen Gefechtsaufklärung im Raum der I.R.59 und 73 und des westl. der Straße D.Ruszki - Biala-Cora vorgehenden I.R.74. Die Auflösung der um Kutno eingeschlossenen Truppen nimmt ständig zu. Auf der großen Straße von Mlodzieszyn nach Norden zur Weichsel sieht man schreckliche Kriegsbilder.Die Gegend ist überhäuft mit toten Polen, zerschossenen -unleserlich- umgeworfener Pontons, herrenlosen Pferden.-unleserlich- erfolgt ein Einschießen mit Schallbattr. auf eine feindliche Batterie. KTB A.A.19 A.A.19 hatte den Auftrag, die Westflanke der Division zu sichern, welche beiderseits der Straße Ruszki - Biala Gora - Kamion bis zur -unleserlich- durchstossen sollte. A.A. marschierte über Rybno nach dem Waldstück 3km südl.D.Ry-unleserlich- drehte von dort nach Nordwesten ab und ging über Nw.Wies und Antosin auf -unleserlich- vor. Bei Antosin wurden etwa 800 Gefangene gemacht, die mit weißen Fahnen aus Gizyce? kommend, zu uns überliefen. Von Gizyce aus ging die A.A. auf der Straße nach D.Ruszki zurück und drehte 1 1/2km südostw. Gizyce in den Weg nach Norden über Helenow und Henrykow ein. Vorhutschwadron war die Reiterschw., die bei Helenow einen falschen? Weg einbog. Die nach der Reiterschwadron folgende Radf.Schwdr. schlug den richtigen Weg ein. Die Spitze der Radf.Schwdr.(Kradstaffel) -unleserlich- erreichte den Nordausgang von Henrykow unbehelligt. In Henrykow -unleserlich- der A.A. einige polnische Soldaten mit erhobenen Händen und weißen Fahnen entgegen. Plötzlich fielen am Nordausgang einige Schüsse. Auch aus den Häusern wurde nun auf die A.A. geschossen und es entwickelte sich in kurzer Zeit ein schweres Gefecht. Ferner gingen aus einem Waldstück westl.? Henrykow zahlreiche Polen (eta 400-500 Mann) gegen uns vor, so dass die grosse Gefahr bestand, umzingelt zu werden. Die A.A. musste daher (die Reiterschwdr. war noch nicht wieder herangekommen) unter schweren Verlusten und unter Zurücklassen sämtlicher mot.Fahrzeuge und Fahrräder das Gefecht abbrechen um nicht gänzlich zusammengeschossen zu werden. Die -unleserlich- Teile sammelten an -unleserlich- Straße Gizyce. - D.Ruszki der Rest ging hier noch mal vor, um die -unleserlich- zurückzuholen und die Gefallenen zu bergen. Hierbei wurde die Feststellung gemacht -unleserlich- Mannschaften, die nur -unleserlich- Schußverletzungen hatten, niedergestochen bezw.erchlagen worden waren.-unleserlich- bei der Bergung der Gefalenen wurde noch hinterrücks auf die A.A. geschossen wobei ein Mann fiel. Die A.A. biwakierte nachts 1 1/2 km nordostw. D.Ruszki. |
| 19.9.1939 |
KTB 19.Division Nach lebhaftem nächtlichem Störungsfeuer der leichten und schweren Batterien auf dem im Waldgelände zwischen Bzura und Weichsel eingekesselten Gegner steigerte sich die Feuertätigkeit der gesamten Artillerie von 0720-0730 Uhr, um so den Angriff der Inf.Rgter. wirksam vorzubereiten. Darauf erschienen stellenweise vor der Front polninsche Parlamentäre, um die Übergäbe polnischer Streitkräfte anzubieten. Gleichzeitig wurde von den polnischen Unterhändlern die Einstellung des deutschen Art.Feuere erbeten. Diesem letzten Wunsche wurde zwar entsprochen, jedoch wurden die Rgter. angewiesen, unverzüglich weiter durchzustoßen, um das befohlene Angriffsziel zu erreichen. Mit Rücksicht auf die in früheren Fällen gemachten Erfahrungen wurde bei der Gefangennahme der eich ergebenden Polen mit der erforderlichen Vorsicht vorgegangen. Bei dem weiteren Vorgehen der Div. stieß das in der Mitte eingesetzte 1.R.73 auf nur geringen Feindwiderstand. Es gelang hier bereits 0930 Uhr Kamion zu nehmen und um 1130 Uhr das Südufer der Weichsel durch Spähtrupps zu erreichen. Ein Vorgehen dee I.R.73 bis zur Weichsel unterblieb auf Wunsch des linken Nachbars, der sich bereite zwischen Kamion und der Weichsel befand. I.R.59, das im Laufe der Nacht mehrere polnische Angriffe abzuwehren hatte - teilweise mit der blanken Waffe - erreichte kämpfend 1200 Uhr Witkowice. Die Gesamtzahl der gemachten Gefangenen belief sich auf 8-9000 Mann, darunter --- Offiziere. Der Div.Gef.Std. folgte dem I.R.73 dichtauf (Nähe Radziwilka B.). Um 1200 Uhr konnte der feindliche Widerstand als endgültig gebrochen angesehen und mit der Räumung des Schlachtfeldes begonnen werden. Überall, auf den Straßen und in den Ortschaften zeigte sich die starke Wirkung der Fliegerbomben und auch der Artillerie. Eine der feindlichen Batterien, die vom I.R.59 angegriffen wurde - zum Teil mit Handgranaten im Nachtgefecht - war völlig vernichtet worden. Die gesamte Bedienung büßte ihr leben ein und sämtliche Pferde waren getötet worden. Erbeutet wurden 12 Batterien (leichte und schwere), 12 bespannte MG.—Kpen. und zunächst nicht abzusehende Mengen an Fahhrzeugen, Munition usw. Die Truppe ging befehlsgemäß auf dem Schlachtfelde zur Ruhe und Rast über, jedoch nahm die Aufräumung des Schlachtfeldes und das Sammeln der Beute viel Zeit in Anspruch. - Der Div.Gef.Std. wurde nach Juljopol verlegt. - Am Weichselufer wurde Verbindung mit Truppenteilen der 3.Armee hergestellt. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter: trocken kalt. 06,00 Uhr Die Kompanie ist der 19.Div. unterstellt. Es kommt zu keinem Einsatz mehr, denn um 08,00 Uhr ertönt der Ruf Artilleriefeuer einstellen. Der Div.—Gefechtsstand, der in Juljepole, wird noch vorverlegt, die Kompanie folgt. Unübersehbeare Kolonnen Gefangener werden zurückgebracht Die Schlucht an der Bezura hat ihren Abschluss gefunden, 14,00 Uhr Zuletzt befand sich der Div.—Gefechtsstand am Fw.Stephanow. Die Kompanie geht in Ruhestellung am Nordrand des Waldes 2 km nörd1. Biela,-Goro. Sie hat einige Polskiwagen erbeutet. Um 17,00 Uhr ist Übertragung der Führerrede aus Danzig. KTB Beob.Abt.19 Der gestrige Tag hat die ersten Früchte der anstrengenden Kämpfe der letzten Tage gebracht. 3000 Gefangene wurden von der 19.Division eingebracht. Die 19. Division greift mit 3 Regimentern nach Norden gegen die Weichsel an. Die Beobachtungs-Abteilung bleibt eingesetzt. Die Schallbattr. schwenkt ihr System sofort in die allgemeine Linie (Bibianpol) - Skutki nach Norden. Die Lichtbattr. begleitet mit je einer Meßstelle den Angriff der I.R.59, 73 und 74. Stabsbattr. sorgt für 2 stündl. Wettermeldungen unmittelbar an Artl.Kdr. Um 14,00 Uhr erfolgt Abmarsch der Abteilung in die Bereitstellung F.W.Stefanow. Wir kommen durch das völlig zerschossene Mlodzieszyn. Hier erfahren wir, daß die Schlacht bei Kutno siegreich beendet ist. Bis jetzt sind bereits über 50 000 Gefangene gemacht worden. Die Abteilung hat Gelegenheit, sich aus den zahlreich herumsteneden Kraftwagen die so nötig gebrauchten Ergänzungsfahrzeuge auszusuchen. Abends wieder Stellungswechse1 in die alte Bereitstellung nach Helenka. KTB A.A.19 Die Division setzte ihren Angriff nach Norden fort um das Weichselufer zu erreichen. A.A. bestattete die Gefallenen des Vortages bei Henrykow. 72 Offz., Uffz. und Mannschaften waren bei Henrykow gefallen. Die Division erreichte im Laufe des Tages die Weichsel und damit das Angriffsziel. A.A. zog abends Adamowa Gora, 2km ostwärts D.Ruszki unter. |
| 20.9.1939 |
KTB 19.Division Der Vormittag wurde weiter zum Sammeln der Beute ausgenutzt. - Lt. Korpsbefehl (fernmündl.) wurde die Div. wieder dem XI.A.K. unterstellt. und die Marschbereitschaft befohlen. Gegen Mittag setzte sich die Div. in Marsch über Sochaczew in die neuen Rasträume Richtung Blonie; es wurde in vier Marschgruppen marschiert. Die erste Marschgruppe trat um 1300 Uhr an. Der Div.Kdr. begab sich zur Orientierung und Verbindungsaufnahme zu der in Ozarow liegenden 24.Div. dann zur Meldung zum XI.A.K. Die als erste Gruppe angetretene Marschgruppe erreichte den Unterkunftsbereich westl. Blonie um 1800 Uhr. Die übirgen drei Marschgruppen erreichten erst in den Nachtstunden ihre Unterkunftsräume. Der Div.Gef.Std. wurde nach D.Pas verlegt. (N 19 in Gole). Die Marschleistung der Div. betrug etwa 40 km. Der Feind hatte am 20.9. aus nördlicher Richtung mit linkem Flügel der Weichsel entlang seine Durchbruchaversuche unter gleichzeitigen hastigen Angriffen aus Warschau heraus fortgesetzt. Der Einsatz der 19.Div., die weiterhin zur Verfügung des XI.A.K. verblieb, sollte vom Verlauf eines am 21.9. um 1000 Uhr beginnenden Angriffs zum Durchbruch bis zur Weichsel beiderseits Burakow abhängen. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter: trübe. 6,00 Uhr Die Kompanie wird um 6,00 Uhr geweckt, anschliessend ist techn. Dienst, Waffenreinigen. Um 12,00 Uhr ist Abmarsch der Abteilung über Biala-Gora , D.Ruski, Sochazew,Seroki Bienewice nach Bronislawow, wo wir um 16,00 Uhr ankommen Auf Befehl der Division werden Geisseln festgesetzt. Die Nacht wird in Zelten verbracht. KTB Beob.Abt.19 Dieser Tag wird als Ruhetag begonnen,und die Fahrzeuge werden weitmöglichst in Ordnung gebracht. Um 14,30 Uhr plötzlich Abmarsch der Abteilung nach der Munitions-Fabrik Ursus-in Szamoty, ca. 5km vor Warschau. Der Marsch führt uns über eine Behelfsbrücke über die Bzural bei Sochaczew. Diese Stadt ist durch die vorausgegangenen Kämpfe stark zerstört. Die zurückgekehrten geflüchteten Polen sieht man jedoch schon wieder in ihren halb zerstörten Häusern wohnen. Aus der Marschkolonne heraus werden bereits Licht und Schall eingesetzt. Unaere B.-Abteilung ist nunmehr die einzige, die vor Warschau eingesetzt ist. KTB A.A.19 Division trat nachm.den Vormarsch in Richtung Warschau an. A.A.19 wurde der Marschgruppe des I.R.73 zugegliedert und marschierte um 15.00 Uhr ab D.Ruszki über Sochaczew - Paprotnia nach Pivrunou-unleserlich- 3km westl. Plonie. In Piorunow ging -unleserlich- zur Rast über. |
| 21.9.1939 |
KTB 19.Division Die Div. verblieb am 21.9. weiterhin in den bisherigen Unterkunftsräumen. Die Einheiten verblieben so marschbereit, daß sie zwei Stunden nach Marschbefehl zum Marsch antreten konnten. Die Stunden der Rast wurden zur Ordnung der Marschverbände zur Instandsetzung von Waffen und Gerät und zur Auffüllung der Munition ausgenutzt. Der Div.Gef.Std. verblieb in D.Pass. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter: regnerisch Die Kompanie macht techn.Dienst und Waffenreinigen. 18,00 Uhr Abends wird in einer Schule in Bienewici zusammen mit dem Stab untergezogen. KTB Beob.Abt.19 Feind hält Osiedle Lacznosoi Babice (O.L.B.). Im Walde westl. des Ortes befindet sich ein altes Russenwerk mit Front nach Westen. Bei Laski wird gestern Nachmittag ein stärkerer feindl. Angriff abgeschlagen. Über 4000 Gefangene werden eingebracht. Die B.-Abteilung 19 ist seit dem 20.9. der 31. Division unterstellt und hat den Auftrag, vordringlicher Aufklärung der in dem diesseitigen Stadtteil von Warschau stehenden feindlichen Batterien. Die Schallbattr. klärt auf unter Einsatz von Funk und Draht aus einem System der allgemeinen Linie: Zaluski - Vw.Szeligi. Vermessungsbattr. vermißt zunächst die Schallmeßstellen und die 3 Feuerstellungen der I./A.R.67. Lichtbattr. erkundet vormittags Einsatz-Möglichkeiten im Verlauf der vorderen Linie. Die Stabsbattr. liefert ständig Wettermeldungen. Der Abt.Gef.St. bleibt in der Waffenfabrik Szamoty (Ursus). greift um 11,00 Uhr vormittags 0.L.B. und den westlich davon gelegenen Wald an. KTB A.A.19 Division blieb zur Verfg. des XI.A.K. in den Rasträumen westl.Blonie. |
| 22.9.1939 |
KTB 19.Division Die Div. verblieb am 22.9. als Reserve der 10.Armee in den bisherigen Rasträumen. Das I.R.73 mit unterstellter I./A.R.19 erreichte zur Verfügung des XI.A.K. den Raum Ripkow- Wojcieszya. Am Nachmittag des 22.9. wurde die Div. dem XI.A.K. wieder unterstellt. Sie erhielt für den 23.9. folgende Aufgaben: a) Säuberung des Waldgeländes nördl. Sierakow von restlichen Feindteilen. b) Nach Erfüllung dieser Aufgabe Bereitstellung in Gegend Borczecin Duzy-Lipkow mit Front nach Südosten zur Einschließung Warschaus. Div.Gef.Std. D.Pass. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter; trübe. Wieder ist techn.Dienst und Waffenreinigen. Der Chef besorgt Eier und Butter für die Kompanie. Viele Gefangene werden vorbeigeführt. Die Kompanie brät sich Bratkartoffeln und lässt sich Gänse braten. 16,00 Uhr Ein Abmarschbefehl,der die Kompanie erreieht, wird sofort widerrufen. KTB Beob.Abt.19 Heute wird von von Schall eine feindliche Batterie aufgeklärt und erfolgreich beschossen. KTB A.A.19 A.A.19 wurde dem I.R.73 unterstellt und erreicht mit -unleserlich-, um 6.00 Uhr antretend über Blonie - Swiecice - -unleserlich- Norden den Raum Lipkow - Wojcieszyn. Von Lipkow aus wurden verst.Spähtrupps angesetzt. Rastraum für die Nacht Lipkow. |
| 23.9.1939 |
KTB 19.Division Um 0500 Uhr wurde der Div.Gef.Std. vorübergehend von D.Pass nach Marjew verlegt. - Bei der Bereitstellung zum Angriff wurden in vorderer Linie rechts I.R.73, links I.R.59 eigesetzt. Beide Rgtr. traten um 0600 Uhr aus den bisherigen Rasträumen an. Das I.R.73 wurde in und südl. Sierakow, das I.R.59 bei Struskow bereitgestellt. Das I.R.74 stand ab 0900 Uhr im Rastraum marschbereit. Das Vorgehen der Div. bis zur Eisenbahnlinie war abschnittsweise befohlen. Das I.R.59 hatte um 0900 Uhr von Struskow aus anzutreten und sich links neben I,R.73 zu setzen. Von 0900 - 0910 Uhr erfolgte ein Feuerechlag der Artillerie in das vor den Bereitstellungsräumen liegende Waldgelände mit dem Zweck, damit das Antreten des I.R.59 aus dem Bereitstellungeraum zu erleichtern. Erstes Angriffsziel für beide Rgtr. sollte die von Westen nach Osten führende Waldschneise, 800 m südlich Strzeleckie sein. Dem Vorgehen der beiden Rgtr. setzte der Feind nur vereinzelt schwachen Widerstand entgegen; über Artillerie verfügte er überhaupt nicht. Polnische Soldaten, die sich zum Teil tagelang in Kellern und Waldstücken verborgen gehalten hatten, gaben sich gefangen. Eigene Verletzte entstanden nicht. Das befohlene Angriffsziel, die Eisenbahnlinie 1 km südl. der Straße Warschau - Czosnow, wurde 1150 Uhr erreicht. Es wurden mehrere hundert Gefangene gemacht. Die Rgtr. verblieben bis 1500 Uhr in dem Waldgelände. Nach nochmaligem Durchkämmen der Waldstücke rückte die Div. in den Raum Lipkow-Wygledi (2 km ostw.Zaborow) -Swienice und südlich davon. KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter: trocken. 03,30 Uhr Die Kompanie wird um 3,30 Uhr geweckt. Um 5,3o Uhr ist Abfahrt. Es sollen Waldstücke an der Weichsel, westl. von Warschau gereinigt werden. Der Marsch geht über Blonie, Plaskow, Stare nach Truskow. Hier ist die Ausgangsstellung für die Säuberung. Als wir dort warten, denn der Chef fuhr zur Erkundung bis zur Weichsel vor, werden die 12,00 Uhr 3000 Gefangenen, die dort gesessen hatten, bereits von der P.18 zurückgebracht. Auf Befehl der Abteilung müssen wir jetzt zurück und uns in Zbikow bei der Abteilung melden, wo wir die Nacht in 2 Zelten -2 Seiten fehlen- KTB Beob.Abt.19 In der vergangen Nacht sind gegen 2,00 Uhr mit Hilfe der Lichtbatterie 3 feindl. Ziele beschossen worden. KTB A.A.19 19.Div. hatte den Auftrag, das Waldgelände nördl.Sierakow von restlichen Feindteilen zu säubern. A.A.stand 8 Uhr am Südausgang von Truskow zur Verfügung der Div. Ein Teil der Reiterschw.hatte an diesem Tage Gefangene abzutransportieren, während der Rest der Rtr.Schw. sowie die Radf.Schw. zusammen mit der Infanterie das Waldgelände nördlich Truskow abkämmte. Gegen Abend marschierte A.A. über Lipkow nach Swienice, wo für die Nacht untergezogen wurde. |
| 24.9.1939 |
KTB 19.Division Für den 24.9. erhielt die Div. den Befehl zum Einsatz der Abschließung Warschaus. Angriffsstreifen der Division: Trennungslinie rechts zur 31.Div. (XIII.A.K.): Die Eisenbahnlinie Skiernievice-Warschau. Trennungslinie links zur 18.Div.: Zaborow-Urarjew-Hornowek-Straße Blaski bis Strassenkreuz 2 km ostw. Dac und Verlängerung der Straße in die Stadt. Der Streifen der Div. wurde in einem südlichen Sicherungsabschnitt (I.R.74 mit einer Komp. Pz.Abw.19) und einen nördlichen Angriffsabschnitt eingeteilt. Im Angriffsabschnitt wurden rechts das I.R.73 und links das I.R.59 mit je einer unterstellten Pi.Kp. eingesetzt. Der Div. war befohlen, bis zum 24.9. um 2200 Uhr den zugewiesenen Abschnitt zu übernehmen. Im Laufe des Tages wurde der Abschnitt durch die Kdre. der Einheiten erkundet und mit den örtlichen Führern alle Maßnahmen zur Übergabe dee Abschnittes festgelegt. Nach erfolgter Erkundung durch die Kdre. veranstaltete der Div.Kdr. im Laufe des Vormittags eine Besprechung in Zielonkie, bei der die Erkundungsergebenisse besprochen und weitere Weisunngen für die Übernahme des Abschnittes gegeben wurden. Die Ablösung der in vorderer Linie eingesetzten Teile der abzulösenden Rgtr. vollzog sich pünktlich und reibungslos. Der Div.Gef.Std. wurde nach Fw.Krezkie verlegt. KTB Beob.Abt.19 Der Sturm auf die Festung Warschau ist für die nächsten Tage vorgesehen. Auf dem südwestlichen Weichselufer beteiligen sich hier rechts die 10. und links die 8.Armee. XIII. A.K. ist mit links 31. Division, Mitte l0.Div., rechts 46. Div. eingesetzt. Die Beob.Abt. 19 bleibt weiterhin der 31. Div. unterstellt und wird auf Zusammenarbeit mit II./A.R.59 angewiesen. In vorderer Linie werden eingesetzt: rechts I.R.82, links I.R.17. Die Beob.Abt. hat den Gefechtsauftrag restloser Erfassung noch feuernder polnischer Artillerie, insbesondere auch Flakartillerie. Einschießen schwerer Artillerie auf feindl. B.-Stellen in den Verteidigungswerken, Vermessen aller Feuerstellungen im Div.- Bereich. Schallbattr. ist angewiesen auf Zusammenarbeit mit der 6./A.R.59. Lichtbattr. betreibt Gefechtsaufklärung, artl. Aufklärung und erledigt Einschießaufträge. Verm.Battr. vermißt die Batterien im Raume der 31.Inf.Div. Warschau liegt unter heftigem Feuer der eigenen Artl. überall sieht man gewaltige Brände mit riesigen Rauchwolken. Immer wieder wirft die Luftwaffe schwere Fliegerbomben auf erkannte Ziele ab, um die die Festung sturmreif zu machen. Andauernd macht der Pole Gegenangriffe aus der Festung, die jedoch immer erfolgreich, wenn auch mit starken eigenen Verlusten abgeschlagen werden. Durch die Schallbattr. werden heute 1 feindl. Battr. und 1 Flakbattr. aufgeklärt und beschossen. KTB A.A.19 A.A. erhilet den Befehl noch einmal das Waldgelände nördl.Sierakow durchzukämmen. Es wurden hierbei nur wenige Gefangene gemacht. Nach Durchführung des Auftrages zog A.A. in Lipkow unter. |
| 25.9.1939 |
KTB 19.Division In der Nacht 24./25.9. wurde von der Artillerie der Div. ebenso wie von der Artillerie in den Nachbarabschnitten ein lebhaften Störungsfeuer abgegeben. Für den 25.9. befahl die Div. dem I.R.73 die Inbesitznahme der Anlage F IIa und die Rückwerfung der ostw. dieser Anlage stehenden feindlichen Gefechtsvorposten. Zur Unterstützung des Vorgehens vom I.R.73 und des von der linken Nachbar-Division (18.Div.) für den 26.9. beabsichtigten Angriffs auf F II wurde dem I.R.59 befohlen, den Angriff dee I.R.73 und den linken Nachbarn (I.R.51) zum weiteren Vorgehen auszunutzen. Durch diese Angriffshandlungen sollte die gesamte Funkmastlinie in den Besitz der Rgtr.73 u. 59 gebracht werden. Das F IIa war teilweise als stark besetzt, teilweise aber auch als feindfrei gemeldet worden. Um die Lage zu klären, und um eine bessere Ausgangsstellung für den weiteren Angriff auf O.L.B. zu schaffen, wurde vom I.R.73 ein Stoßtruppunternehmen gegen die Radiostation am F IIa durchgeführt. Das Unternehmen schlug fehl; die beiden Stoßtrupps gelangten zwar ohne Gegenwehr zu den feindlichen Feldwachen, fanden sie jedoch geräumt. Als sich die beiden Stoßtruppe in der erreichten Linie zur Abwehr gliederten, eröffnete der Pole aus bisher unerkannter Stellung rückwärts der Forts das Feuer aus nächster Entfernung. Der Führer des Unternehmens (Hptm.d.R.Heesch) fiel; die Stoßtrupps wurden in ihre Ausgangsetellungen zurückgenommen. Beim I.R.59 wurde am Abend eine Verschiebung der vorderen Linie bis zum Waldrand ostw. der Funktürme vorbereitet. Bei dem Versuch des Führers der III./A.R.19, sich durch Besteigung eines der Funktürme eine bessere Beobachtungsmöglichkeit zu schaffen, wurde dieser durch einen Gewehrschuß verwundet. Im rechtten Div.Abschnitt bei I.R.74 herrschte südl. Wola feindliche Spähtrupptätigkeit. Im Abschnitt des I./I.R.74 erfolgte 0407 Uhr ein feindlicher Spähtruppangriff, der abgewiesen wurde. Während des ganzen Tages legte die eigene Artillerie lebhaftes Störungsfeuer auf die feindlichen Stellungen und auf Warschau. Der Kirchturm von Babice Str. bot gute Beobach=tungsmöglichkeiten. Der Tag stand auch insofern im Zeichen des beginnenden Großangriffs auf Warschau, als ununterbrochen deutsche Stukas die Stadt mit Bomben belegten. Die feindliche Gegenwirkung gegen diese Luftangriffe war schwach die Schußfolge einer feindlichen Batterie war langsam und wirkungslos. Bei dem Abwurf von Brandbomben wurden diese leider wiederholt auf die eigenen Stellungen abgeworfen. Es entstand zwar hier und dort Verwirrung; Verluste traten jedoch nicht ein. Am Nachmittag traf der Oberbefehlehaber des Heeres, Generaloberst v. Brauchitsch, beim Div.Stab ein, um sich über den Stand der Angriffsvorbereitungen von Div.Kdr. Vortrag halten zu lassen. Der Kommandierende General der General d.Art. Leeb, war ebenfalls anwesend. KTB Beob.Abt.19 Die Tätigkeit der Beob.Abt. wird durch das Zerstörungsschießen der gesamten eigenen Artl, auf Warschau empfindlich gestört. Die Schallbattr. führt ein verbessertes Planschießen auf die Telefonzentrale mit der II./A.R.641 mit 15 Schuß 30,5 cm Mörser durch. Die Lichtbattr. führt ein Lichtmeß-einschießen auf eine erkannte Feldbefestigung mit der 2./A.R.607 mit 25 Schuß 21 cm Mörser durch. KTB A.A.19 Die Diviion bereitet sich zum Angriff auf Warschau vor. A.A. verbleibt in Lipkow. |
| 26.9.1939 |
KTB 19.Division In der Nacht 25./26,9. wurde von der Artillerie wiederum lebhaftes Störungsfeuer gegeben. Statt der Munition für lFH 18 wurden der Art. irrtümlich Munition mit Kartuschen für LFH 16 und 10-cm-Granaten durch die Armee geliefert. Da der Empfang in Blonie in der Nacht stattfand, ohne daß ein verantwortlicher Offz.(W) der Armee den Umschlag leitete, die Munition von den Nachschubkolonnen bei Nacht an das A.R.19 ausgegeben und dann bei Nacht verschossen wurde, konnte der Irrtum nicht bemerkt werden. Die Folgen waren eigene Verluste (2 Tote und 1 Verwundeter) und Kurzschüsse. Am Morgen des 26.9. gelang dem I.R.73 die Wegnahme dee F IIa. Die weitere Aufklärung ergab jedoch, daß der Westrand O.L.B. stark verdrahtet war und dieser Drahtverhau im Strichfeuer von MG.s aus den Häusern in O.L.B. lag. Außerdem gab während des ganzen Tages eine feindliche Batterie aus O.L.B. Störungsfeuer. Das I.R.59 erreichte den Ostrand des Waldes ostw. der drei nördlichen Funkmasten. Der linke Flügel befand sich in Höhe des F II südl. der Straße. Dem linken Nachbar - I.R.51 der 18.Div. - gelang die Umstellung des F II. Es wurden zahlreiche Gefangene gemacht, unter ihnen auch viele gut deutsch sprechende Uffz. dee polnischen Eisenbahn-Regiments. - Aus den von diesen Leuten gemachten Schilderungen ergab sich, daß in der Innenstadt fast sämtliche Häuser zerstört, keine Lebensmittel und keine Wasser-, Licht-und Stromversorgung mehr vorhanden sind. Der N 19 war es - mit dem Nachrichten-Aufklärungszug in Wlochy gelungen, durch Anschneiden einer nach Warschau führenden Fernsprechleitung, dauernd feindliche Gespräche abzuhören. Aus dem Inhalt dieser Meldungen ergab sich, daß die Lage des Feindes verzweifelt war. Gefechtsskizze I.R.73 KTB Beob.Abt.19 Der 46. u.10.Div.ist es im Laufe des 25.9. gelungen, im Angriff Gelände nach Norden zu gewinnen. Die 10.Div. hat Mokotowski genommen. Die verstärkte Div.Artl. der 31.Div. hat den Angriffstreifen der Div. im Laufe des 25.9. unter Zerstörungsfeuer genommen unter zusätzlichem Einsatz einer 30,5 cm Mörserbatterie. Das XIII. A.K. greift heute 8,00 Uhr Warschau an und setzt sich zunächst in den Besitz der Linie Hafenbecken - Nordrand Flugplatz Mokotow - Stadteil Ochota begrenzt durch Dreieck Straße Raszyn - Warschau und die Eisenbahn Skierniwice - Warschau. 31.Inf.Div. greift in der befohlenen Gliederung an mit verst. I.R.82 rechts, verstärktem I.R.17 links. Beob.Abt. 19 bleibt weiterhin mit Licht und Schall eingesetzt und bekämpft in Zusammenarbeit mit II./A.R.59 u A.R.623 feindl. Artl. Um bei Behinderung der Sicht durch Brandwolken sowie mangelnder Hörbarkeit durch starken Gefechtslärm auftretende feindl. Batterien dennoch erfassen zu können, wird ein vorgeschobener Beobachter in den Abschnitt des I.R.82 eingesetzt. Zu diesem Zweck meldet sich Oblt.v.Stoephasius bei Rgts. Kdr.I.R.82. Hinzu tritt Ltn.Heinrich II.A.R.39. Als Bedeckung für den vorgeschobenen Beobachter stellt 1.Battr. 4 Uffz., 15 Mann unter Führung des Lt.d.R.Schneider. Ein M.G. und Handgranaten sind mitzuführen. Im Verlaufe des fortschreitenden Angriffs ist wenn -unleserlich- Kirche Ochota als B.-Stelle zu wählen.Im Laufe des -unleserlich- Tages führt die Schallbattr. ein überwachtes Plan -unleserlich- 6./A.R.59 mit 60 Schuß, die Lichtmeßbattr. -unleserlich- durch. Die Schallmessbattr. führt weiterhin Schießen auf ein aufgeklärtes Ziel mit 70 Schuß durch. Um 15,00 Uhr trifft die Meldung ein, daß Oltn.v.Stoephasius in Erfüllung seines Auftrages um 13,45 Uhr bei Ochota gefallen ist. Bei der Ausführung des Befehls, die eigene Infanterie-Linie festzustellen war er mit seinen Leuten mit polnischer Infanterie in Kampf geraten. Hierbei wurde er durch Herzschuß tötlich verwundet. Gegen Abend wird die Leiche zur Abteilung zurückgebracht. KTB A.A.19 A.A. verbleibt zur Verfügung der Division in Lipkow. |
| 27.9.1939 |
KTB 19.Division Für den 27.9. war der Angriff auf Warschau befohlen. Tageeziel der Div. war die Rundbahn zwischen der Straße Wola-Warschau und der Straße Wawrzyszow-Warschau. Für die Durchführung des Angriffs hatte die Div. folgenden Befehl gegeben: Durchführung des Angriffs von linke nach rechts: I.R.59, mit einem Batl. in vorderer Linie, geht aus bisheriger Linie mit linkem Flügel längs der Straße Wawrzyszew-Izabelin vor. Bei der voraussichtlich schwachen Feindeinwirkung ist anzustreben, in einem Zuge südostw. Parysow vorgehend, in die alten Festungeanlagen einzudringen, von dort aus nach Süden in Richtung F.P. die alten Gräben aufzurollen und das Werk F.P. zu nehmen. Eine Kp. Pi.19 (voraussichtlich 3. (mot)Pi.19) wird von der Div. so nachgeführt, daß die Kompanie in Gegend Parysow frühzeitig eintreffend, zum Angriff auf die Festungsgräben und das Werk F.P. mit eingesetzt werden kann. Das II./I.R.59 ist möglichst dicht heranzuhalten. Überechlagender Einsatz der beiden Btle. bleibt dem Rgt. freigestellt. Unmittelbar hinter dem vorderen Btl. I.R.59 wird die 1./Pi.19 aus nordweetl. Richtung zur Säuberung des O.L.B. eingesetzt. Falls erforderlich,ist durch das I.R.59 eine Kp. (Schützen-Kp.) nach Süden, gegen O.L.B. einzudrehen. Die Masse des Rgte. muß längs der Straße im Vorgehen auf Parysow bleiben. I.R.73 setzt sich mit einem Btl. mit unterstellter 2./Pi.19 aus dem Wald ostw. F IIa zum Angriff auf O.L.B. an. Teile dieses Btle. sind vom Südrand des Waldes aus anzusetzen, so daß O.L.B. gleichzeitig aus sdl., westl. und nördl. Richtung angegriffen und genommen wird. Ein Btl. I.R.73 ist südl. O.L.B. über die Kasernen hinweg, nördl. des Waldes an Gorce vorbei, auf die Festungsgräben südl. F.P. anzusetzen. Diesem Btl. wird die 2./Pi.51 so nachgeführt, daß sie zum Eindringen in die Gräben südl. F.P. zur Verfügung steht. Das dritte Btl. I.R.73 ist hinter dem rechten Flügel des Rgts. nachzuführen. Es muß vermieden werden, mehr als ein Btl. und zwei Pl.Kpen für das nur schwach besetzte O.L.B. zu verwenden. I.R.74 stellt bei Blizne einen Stoßtrupp zusammen, bestehend aus einem Btl.I.R.74 und der unterstellten 3./Pi.51. Mit dieser Stoßgruppe ist von F III aus und südlich antretend, durch die Waldstücke nördl. Groty und denn längs der Straße Groty gegen Warschau vorzugehen. Die Stoßgruppe soll jede mögliche Behinderung des über die Kasernen nach Osten vorgehenden I.R.73 ausschalten. Erstes Angriffsziel dieser Stoßgruppe ist die Wegespinne 1000 m südostw. Gorco, -Der Südflügel I.R.74 muß Anschluß halten an die längs der Straße Groty- Warschau vorgehende Stoßgruppe. Angriffsbeginn für alle Teile der Div. 0800 Uhr, für Stoßgruppe I.R.74 0830 Uhr. Sobald I.R.59 und 73 die Straße B1izne-Wawrzyszew überschritten haben, ist in vorderer Linie gegenseitige Fühlung längs der Trennungslinie zu suchen und zu halten. Stoßgruppe I.R.74 hält Anschluß links an I.R.73. Mit Erreichen der Festungslinie beiderseits F.P. sind die Verbände erneut zum weiteren Vorgehen bis zum gesetzten Tagesziel - Ringbahn - bereitzustellen. Gefechtsaufklärung bis zur Ringbahn ist sofort anzusetzen. Der Div.Gef.Std. wurde bei Angriffsbeginn von Fw. Krezki nach Babice Str. verlegt. Der Div.Kdr. begab sich bei Angriffebeginn an den dritten Funkmast. Nach Durchführung des Feuerschlages der Artillerie trat die Infanterie zum Angriff an. I.R.59 kam zunächst gut vorwärts, bis sich feindliche Feuerwirkungen in der Flanke aus dem Walde westl. O.L.B. bemerkbar machten. Der Schwerpunkt des feindlichen Widerstandes befand sich in der Nordwestecke das O.L.B., in dem ein gut ausgebauter Schützengraben errichtet war. Es gelang dem Rgt., durch Einsatz der ihm unterstellten 1./Pi.19, diesen Widerstand zu brechen, in O.L.B. einzudringen, mehrere Gefangene zu machen und vier s.MG.s zu erbeuten. Der Graben wurde nach rechts aufgerollt und die Häuser nacheinander gesäubert. Unter den gemachten 200 Gefangenen befanden sich ein Major und ein Hauptmann. Das I.R.73 kam im Schutz den unsichtigen Wetters trotz des deckungslosen Geländes gut voran. Kurz vor Erreichen der Kasernen erhält das I./I.R.73 jedoch starkes Feuer. Sehr unangenehm machte sich eine Flankierung von rechts aus Blizne bemerkbar, die jedoch von Teilen des der Div. unterstellten Pi.51 durch tatkräftiges Eingreifen ausgeschaltet wurde. Das III./1.R.73 vermochte zunächst den Feindwiderstand in O.L.B. nicht zu brechen. Erst als gegen 0815 Uhr die südl. Gruppen des III/I.R.73 in den Südrand von O.L.B. eingedrungen waren, konnte in die Front von O.L.B. eingebrochen werden. Auch hier wurden mehrere hundert Gefangene gemacht und eine Batterie erbeutet. Die Straße Blizne -O.L.B, war vom I./I.R.73 um 0715 Uhr erreicht worden. Einzelne MG.s im Turm der Kaserne wurden durch Pak mit Erfolg niedergekämpft. Beim I.R.74 leistete der Feind besonders in den Gärten und Waldstücken von Groty hartnäckigen Widerstand. Baumschützen, gut getarnte MG. und Granatwerfer sowie Art.Feuer erschwerten das Vorwärtekommen zunächst erheblich. Als dann jedoch Stoßtruppunternehmen mit unterstellter Pi.Kp. auf das F Wola angesetzt wurden, ging der Angriff weiter voran. Besonders hartnäckig wurde auch um Gorce gekämpft. Hier wurde einwandfrei festgestellt, daß sich Frauen am Kampf beteiligten. Die Verluste der Div. beliefen sich - ohne die etwa 25 Toten und zahlreichen Verwundeten des Pi.51 - auf 30 Tote, 70 Verwundete und 3 Vermißte. Um 0915 Uhr traf die Nachricht über die bedingungslose Übergabe Warschaus ein. Es wurde daraufhin von deutscher Seite das Feuer eingestellt; es dauerte jedoch noch lange Zeit, bis völlige Ruhe eintrat. Vor allem auf polnischer Seite schien die Durchgabe von Nachrichten nicht mehr richtig zu funktionieren, so daß das Feuer immer wieder auflebte. Die Div. hatte bei der Einstellung des Angriffs etwa die Linie O.L.B.-Ostrand Blizne-"O" von Odcolany-Eisenbahnlinie südl. "W" von Tscha erreicht. Die Rgtr. verblieben in der bisherigen Gliederung auf dem Gefechtsfelde und richteten sich zur Verteidigung ein. Die Artillerie verblieb in Feuerstellung. Der Div.Gef.Std. wurde wieder nach P. Krezki verlegt. KTB Beob.Abt.19 Den I.R.17 u.82, dem Pi.Btl.31 und der SS ist es in zähem Ringen gelungen, in die feindliche Stellung einzuzdringen. Bis zum 26. abends wird die Linie Südeingang Ochota - Straße Opaozewka - Einmündung Straße Biatoberzeska Platz südl. Ochota - Zielpunkt 627 - Bahn 400 m südwestl. Zielpunkt 628 erreicht. Bei der 19. Div. griff der Gegner am 26. gegen 17,00 Uhr im Abschnitt des I.R.76 vergeblich an. Die Armee setzt am 27.9. den Angriff auf Warschau fort. Die 31.Div. stößt zunächst bis zu dem im Angriffsbefehl vom 25.9. gesteckten Ziel durch. Bb.19 klärt weiter mit Schall auf und schießt mit Licht ein. Kurz nach 09,00 Uhr kommt vom Artl. Kdr. der Befehl durch, daß das Feuer einzustellen ist, da der Pole einen Parlamentär zwecks Verhandlung wegen der Übergabe geschickt hat. Um 18,00 Uhr tritt offiziell Waffenstillstand vor Warschau ein. Um 14,40 Uhr findet für den gefallenen Obltn. v. Stoephasius auf dem Hof der Waffenfabrik Ursus eine ergreifende Trauerfeier statt. Hauptmann Coupette und Ltn.Schneider, der neue Führer der Stabsbattr. sprechen am Sarge. Um 18,00 Uhr findet anschließend die Bestattung auf dem Heldenfriedhof der 31.Div. zusammen mit 17 gefallenen Offz. u. Mannschaften der 31.Div. statt. KTB A.A.19 A.A.19 stand um 8.00 Uhr in Lipkow zur Verfg.der Division abmarschbereit, um den Angriff auf Warschau mit eingesetzt zu werden. Um 9.00 Uhr wurde bekannt, daß Warschau bedingungslo kapituliert hatte. A.A. verbleibt in Lipkow. |
| 28.9.1939 |
KTB 19.Division In der Gliederung der Div. traten nur insofern Änderungen ein, als die in vorderster Linie eingesetzten Pi.19 und Pi.51 zurückgenommen und in weiter zurückliegende Rasträume verlegt wurden. Der Tag verlief ruhig. 300 Gefangene wurden gemacht und 400 Volksdeutsche der Sammelstelle zugeführt. Der Druck der Zivilbevölkerung aus Warschau nach Westen machte sich stärker bemerkbar. Das Durdhlassen von Zivilpersonen durch die vordere Linie wurde verhindert. KTB Beob.Abt.19 Der Tag wird als Ruhetag zur Instandsetzung von Waffen und Gerät benutzt. KTB A.A.19 A.A. verbleibt in Lipkow, die Zeit wurde genützt zum Instandsetzen der Fahrzeuge, Waffen u.Gerät. |
| 29.9.1939 |
KTB 19.Division Am 29.9. begann die Rückführung der in der Festung Warschau eingeschlossenen 125.000 Kriegsgefangenen, die reibungslos verlief. Am Abend erreichten die Kolonnen A auf der Straße Warschau- Babice-Str. und die Kolonne E auf der Straße Warschau Wola innerhalb des Div.Abschnittes die vordere Linie, an der die Gefangenen übernommen und dann der 31.Div. übergeben wurden. KTB Beob.Abt.19 Abt.Gef.St. wird gegen Nachmittag aus der Fabrik Ursus in ein verlassenes Haus des Ortes Ursus verlegt. Zum ersten Male ein geheiztes Zimmer. Im übrigen wird der Tag für allgemeine Übersichts-, Instandsetzungs- und Ausbildungsarbeiten verwendet. KTB A.A.19 Die Radf.Schwdr. wurde ab 29.9. 19.00 Uhr dem I.R.74 unterstellt zum Abtransport der Gefangenen aus Warschau. |
| 30.9.1939 |
KTB 19.Division Der Abtransport der Gefangenen nahm seinen Fortgang. Zur Entlastung des I.R.74, durch dessen Abschnitt sich der Abtransport vollzog, wurde dem Rgt, das Pi.19 unterstellt. Im übrigen traten Veränderungen in der Gliederung nicht ein. KTB Beob.Abt.19 Gen.Kdo.XIII. A.K. hat für spätere Zeit als Besatzungstruppe Warschau die 10.Division befohlen. Der Tag wird zu Instandsetzungsarbeiten und zur Ausbildung benutzt. KTB A.A.19 Die A.A.19 wurde ohne Radf.Schwdr.der 213.Div. unterstellt und mußte GYry Ludniwowo, 10km südlich Warschau, erreichen. A.A.marschierte über Zielonki - Ozarow -unleserlich- Warschau nach Pyry Ludwinowo -unleserlich- untergezogen wurde. |
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