| Kriegstagebuch Oktober 1939 | |
| 1.10.1939 |
KTB Beob.Abt.19 Bb.19 wird wieder der 19.Division unterstellt. Am Morgen wird Hauptmann Coupette vom Artl.Kdr.24 mit der Spange zum E.K.II Kl. ausgezeichnet. |
| 2.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 -Seiten fehlen- bis 9.00 Uhr ist techn. Dienst. Um 10,00 Uhr marschiert die Kompanie nach Warschau, um dort abzusperren, denn die 19.Div.marschiert an diesem Tage in Warschau ein. Rückkehr um 16,00 Uhr. Uffz.Lindemann bekommt vom Div.-Kommandeur das E.K.II. KTB Beob.Abt.19 Morgens 10,00 Uhr tritt die gesamte Abteilung zum Einmarsch in Warschau an. Vor dem Abmarsch verleiht Hauptmann Coupette nach einer Ansprache 8 Eiserne Kreuze, die von der 19.Div., 2, die von der 31. Div. und vier Spangen zum E.K.II., von der 19. Div. aufgrund der Eingaben zugewiesen wurden. Es werden folgende Offz.u.Mannsch. ausgezeichnet: Oblt.Schmidt, Oltn.Matschoß, Ltn. Schneider, Ob.Wchtm. -unleserlich-Weiß, Spillner, Uffz.Scheel, Mikyna, Ob.Kan.Kraft,-unleserlich-hlecht - E.K.II. -unleserlich- d.R.Künzler, Stabsarzt Dr.Oltmanns, Lt.d.R.-unleserlich- Spange zum E.K.II. Die Überreichung der Eisernen Kreuze und Spangen zum E.K. erfolgt in überaus feierlicher Form. Gegen 11,00 Uhr erfolgt Abmarsch der Abteilung in Richtung Warschau. Gegen 12,00 Uhr nimmt in Warschau am Hauptbahnhof der Kommandeur der 31.Div. Gen.Ltn.Kempe den Vorbeimarsch der Div. ab. Der B.-Abt. ist die Auszeichnung zuteil geworden, trotzdem sie inzwischen der 19.Div. wieder zugeteilt ist, an der Parade der 31.Inf.Div. teilzunehmen, da sie in letzter Zeit in ihrem Verbande gekämpft hatte. Der Einmarsch in Warschau macht auf die Abteilung einen ungeheuren Eindruck. Fast jedes Haus ist stark beschädigt, teils völlig zusammengeschossen. Überall umsäumen dichte Menschenmassen in äußerst dürftiger Kleidung die Straße. Vor den noch vorhandenen Lebensmittelgeschäften steht die Bevölkerung in endlosen Schlangen. Desgleichen umdrängen hunderte die Feldküchen des deutschen Heeres, die die hungernde Bevölkerung speisen. Jedem deutschen Soldaten kommt die Minderwertigkeit des polnischen Volkes klar zum Bewußtsein. |
| 3.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter: trübe, in der Nacht sehr kalt. KTB Beob.Abt.19 Oberst Müller, der als Artl.Kdr.31 bis zum Eintreffen des Artl.Kdrs.24 in der ersten Zeit des Einsatzes vor Warschau der unmittelbare Vorgesetzte der Abteilung war, hat dem Abteilungskommandeur, Herrn Hauptm.Coupette, seinen besonderen Dank und seine Anerkennung für die Haltung und Leistung der Abteilung ausgesprochen. Der Kommandeur der 31.Div. hat die Haltung der Mannschaft der Bb.19, die auf insgesamt 75 Fahrzeugen am gestrigen Vorbeimarsch teilnahm, als eine erfreulich gute bezeichnet. Von den Battr.Führern wird eine Zielaufnahme der verschiednene Schießen der 2.u.3.Battr. durchgeführt. |
| 4.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Die Kompanie macht Waffenreinigen. Ein Ehrenzug für die Führerparade wird ausgesucht und übt. Die Kompanie ist in verschiedene Häuser eingezogen. Der Parkplatz der Kompanie wird tadellos in Ordnung gebracht. Die Fahrzeuge für die Parade werden tadellos gereinigt, der Paradezug übt noch einmal 12,00 Uhr vor. KTB Beob.Abt.19 Da die Abteilung voraussichtlich noch mehrere Tage in ihrer bisherigen Uterkunft bleibt, wird eine geschlossene Unterbringung durchgeführt. Der Tag wird zu Instandsetzungsarbeiten und zur Ausbildung benutzt. |
| 5.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter: trocken, kalt, zeitweise sonnig. Schütze Griebe wird Lazarettkrank. 06,00 Uhr Tag der Führerparade. Die Kompanie wird um 6,00 Uhr geweckt. Anschliessend bereitet sich der Ehrenzug zur Parade vor. Um 8.30 Uhr ist Abmarsch. Es ist ein herrlicher Tag. Die Sonne lacht am Himmel. Es scheint, als ob selbst der Himmel sich freue, dass dieses Land endlich von starker Hand mitregiert wird. 09,00 Uhr Auf der Warschauerstrasse meldet der Chef dem Führer der Ehrenkompanie, Hauptmann d.R.Frhr.v.Bodenhausen. Kurz vor Warschau biegt die nunmehr vollständige Ehrenkompanie von der Warschauer Strasse in Richtung Südring ab. Als wir die Hauptstrasse passieren wollene ist sie abgesperrt. Es ist der Weg Tom Flugplatz nach Warschau, den der Führer zu seinem Einzug nehmen wird. Wir warten hier. Zwei Maschinen, darunter der "Condor" des Führers, ziehen ihre Kreise und landen in der Ferne auf dem Flugplatz. 11,30 Uhr Bald kommt Reichsführer SS-Himmler mit seinem Stabe und den Fahrzeugen vom, Flugplatz. Bald kommt ein Panzerspähwagen, mehrere Paks, der Führer, und dann folgen mehrere Fla-MG. Schnell ist die Begleitung vorüber. Wir marschieren am Flughafen vorbei zur Paradeaufstellung. Der Befehl wird gegeben, dass nicht zu zwei Fahrzeugen nebeneinander gefahren wird, sondern mit 4 Fahrzeugen. Beim Anmarsch zur Paradestrasse hegt der Chef Bedehken. Es will und will nicht klappen. 14,00 Uhr Als wir jedoch in die Paradestr.einbiegen, stimmt die Richtung. Bald ist die Führertribüne in Sicht. Zwischen all den vielen Generäle deren rote Mantelaufschläge und das Gold ihrer Schulterstücke auffallen. Mitten dazwischen steht auf einer Stufe, sie alle überragend, der Führer. Er trägt einen schlichten, grauen Ledermantel mit dem Hoheitsabzeichen der Leibstandarte auf dem linken Ärmel. Die Mütze ist ebenfalls grau mit goldener Litze. Rechts vom Führer steht der kommandierende General, General Leeb, links vom Führer im alten Reiterstahlhelm, General Schwantes. Mit erhobenem Arm, es scheint fast, dass der Führer jedem seiner Soldaten ins Auge sieht, grüsst er seine Soldaten. Für jeden, der an dieser Parade teilnehmen durfte, ist sie ihm ein bleibendes Erlebnis und eine schöne Entschädigung für schwere Stunden. Auf den genau bezeichneten Abmarschstrassen rückt die Kompanie wieder ab. Wir fahren über die beiden Weichselbrücken durch die zum Teil schon wieder geräumten Strassen der zerschossenen Stadt. Um 16.30 Uhr ist der Paradezug wieder bei der Kompanie. KTB Beob.Abt.19 Mittags 12,00 Uhr findet eine große Parade vor dem Führer in Warschau, statt. Von den Offizieren der Abteilung nehmen auf der Ehrentribüne Hauptmann Coupette, Hauptmann Künzler und Oblt.Schmidt teil. Von der Abteilung nehmen als Zuschauer die Insassen von 2 Pkw. je Einheit teil, in erster Linie Offiziere, BEamte und Träger des Eisernen Kreuzes. |
| 6.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter: Wegen. Schtz.Eisenlohr u.Lüersen Lazarettkrank. Die Kompanie macht techn. Dienst und Arbeitsdienst. 12,00 Uhr Die Unterkünfte werden wohnlich gestaltet. Mittags ist Übertragung der Reichstagsrede des Führers. Vorher hatte Feldw.Deiterding einen Rundfunkapparat aus Warschau gekauft. Abends ist ein kleiner Bierabend am Lagerfeuer. 10 % der Komp.können auf Heimaturlaub. KTB Beob.Abt.19 Der Tag dient Instandsetzungsarbeiten und der Ausbildung. Um 12,00 Uhr findet die angekündigte Reichstagssitzung in Berlrn statt. Die Abteilung hat hierzu für die einzelnen Einheiten Gemeinschaftsempfang angeordnet. An dem Gemeinschaftsempfang des Gefechtsstabes nehmen an Offizieren teil: Hauptm.Coupette, Ltn.Sibeth, Ltn.Schneider und Stabsarzt Dr.Oltmanns. Die Die Rede des Führers machte auf alle Zuhörer tiefen Eindruck. |
| 7.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter: regnerisch. Die Kompanie bereitet sich zum Stellungswechsel vor. 12,00 Uhr Um 12,00 Uhr ist Abmarsch über Zielonki, Blonic, Mrzconow nach Zboiska, hier sollte die Komp.Quartier beziehen. Die Räumlichkeiten erweisen sich aber als unzureichend. Der Komp.Chef sieht für die Kompanie eine andere Unterkunft. Die Fahrzeuge werden auf dem Gutshofe Gojua aufgefahren. Der Gutshof dient dem Komp.—Trupp als Unterkunft, während sich die übrigen Leute der Kompanie in der 300 m entfernten Scheune das Lager fertigmachen. Am Abend sind alle Teile der Kompanie in heizbaren Räumen auf trockenem Stroh untergebracht. KTB Beob.Abt.19 Die Abteilung wird im Rahmen der l9.Div. in den Raum um Mzczonow verlegt, wo sie voraussichtlich 8-10 Tage verbleiben wird, um sodann mit E.-Transport in den Friedensstandort oder nach dem Westen verlegt zu werden. Der Transport beginnt voraussichtlich am 15.10. für die mot. Einheiten der 19.Div. -unleserlich-ladegebiet Trachenberg - Steinau. Um 13,00 Uhr Ab-unleserlich- Abt.Gef.St. nach Many. Dort wird ebenfalls die -unleserlich-gebracht. Die 1.Battr. bezieht Unterkunft -unleserlich- Battr. in Jezewice, die 3.Batterie in Zareby. Zum 2.Offz.Anw.Lehrgang in Jüterbog werden vom 25.10. - 22.12. kommandiert: Wchtm, Ahrens " Heyer Uffz. de Cassan " Wölbeling " Christoph Gefr. Fuhrmann Wchtm. Frie Uffz. Mohrhoff " Schmidt " Poggels " Kasper Gefr. Oldendorf Wchtm. Nebelung " Lungwitz " Scheel " Schulz Uffz. Dröge Gefr. Rewerts Die Gemeldeten sind am 8.10. nach Braunschweig in Marsch zu setzen. Bis zum Beginn des Lehrgangs werden sie beurlaubt. |
| 8.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter; regnerisch. Ein Teil der Kompanie baut die Unterkunftsräume weiter aus, während die anderen Leute techn.Dienst machen. Der anhaltende Regen verwandelt die wegelose Gegend allmählich in sumpfartiges Gelände. Am Abend wird jedem Zuge ein Fass Bier zur Verfügung gestellt, das auf den Stuben bei gemütlicher Stimmung geleert wird. KTB Beob.Abt.19 Der Tag dient Instandsetzungsarbeiten. |
| 9.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter: regnerisch. Gefr. Kühnen u.Schtz.Schrödermeyer Revierkrank. Uffz.Lindemann und Uffz.Beermann zur Waffenschule kommandiert. Die Kompanie muss von diesem Ostkrieg auf den Westkrieg umgeschult werden. Es wird deshalb ein kasernenähnlicher Dienst festgesetzt. Die bei der Mobilmachung eingezogenen Reservisten bekommen eine Ausbildung am Geschütz und am MG. Da der Kompanie auch noch Fahrer fehlen, werden 2 Fahrschulen angesetzt, eine für Protzkw.und eine Kradfahrschule. Die Uffz.Lindemnn und Beermann (ROA) werden zur Waffenschule kommandiert. Das dauernde kalte und nasse Wetter wirken sich schon auf den Gesundheitszustand der Kompanie aus. KTB Beob.Abt.19 Mit Wirkung vom 1.10. wird zum überzähligen Wachtm. befördert der Uffz.d.R. u.r.O.A. Heyer, 1.Battr. Wegen Tapferkeit vor dem Feinde und besondere Umsicht werden befördert: zum Wchtm.: Uffz. Scheel, 3. Battr, zum Uffz.: Gefr.Hirschfeld, Stabsbattr, " Wille, 1. Battr. zum Gefr.: Ob.Kan.Linkhorst, 2.Battr, Ob.Kan.Düben, 2.Battr. Da immer wider bekannt wird, daß polnische Banden Überfälle versuchen, haben die Einheiten in jeder Unterkunft für ausreichende Sicherung Sorge zu tragen. Zur Vorbereitung für eine evtl. Verlegung in den Westen beginnt mit dem heutigen Tage eine besondere Ausbildung der Abteilung. |
| 10.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter: Regen, am Nachmittag Schnee. Schtze.Hacker u.Nevesil Revierkrank. Vom Abteilungskommandeur wird ein Fahrzeugappell für den 11.X. angesetzt. Ein Teil der Kompanie macht deshalb techn.Dienst, während die übrigen die Waffen reinigen und die Reservisten der Komp.weiter am Geschütz und MG ausgebildet werden. Der Komp.Chef Oberleutnant Dr.Falkenthal, fährt mit dem Schützen Hömke und Ahrens auf Urlaub. KTB Beob.Abt.19 Die Stabsbattr. beginnt als erste Einheit der Abteilung mit einer Gerätebesichtigung. |
| 11.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter: Regen u.Schnee. In der Nacht Frost. Die Schtz.Pleser u. Finke Revierkrank. Der angesetzte Fahrzeugappell wird auf den 12.X.verschoben. Es wird deshalb weiterhin techn. Dienst und von den Geschütz—und MG—Bedienungen Waffenausbildung gemacht. Die Fahrschulen können des Appells wegen auch heute wieder nicht fahren. KTB Beob.Abt.19 Die mot.Teile der Div. marschieren am 13. aus dem Unterkunftsbereich der Div. nach Kosel und werden dort so verladen, daß sie ab 15.10. abends verladebereit sind und am 16.10., 8,00 Uhr der erste Zug rollt. Führer der gesamten Marscheinheiten bis in die neuen Unterkünfte ist Kdr.Pz.Abw.Abt.19, Major Marcks. Zur Regelung des Abtransportes der mot. Einheiten im Verladeraum Cosel wird als Vorauskommando Hauptmann Coupette befohlen, hierzu Ltn.d.R. Sibeth. Wegen Tapferkeit vor dem reind und besonderer Umsicht wird befördert: Gefr. Fuhrmann, 1./Bb 19 zum Uffz. |
| 12.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter: trocken. Schtz.Block Revierkrank. Der Schtz.Hacker muss wegen Ruhrerkrankung ins Lazarett überführt werden. Der Fahrzeugappell wird heute ganz abgesagt. Dafür erreicht uns die Nachricht, dass wir dieses Polen sehr bald verlassen werden. Am vormittag ist Geschütz und MG-Ausbildung und am Nachmittag werden die Sachen vom Fahrzeug verpackt, denn es soll schon morgen früh losgefahren werden. Die Komp.Führer müssen um 18,00 Uhr beim Abt.Kommandeur sein. Dort wird die Abmarschzeit und der Marschweg bekanntgegeben. Um 19,30 Uhr gibt unser Komp.—Führer, Ltn.v.Grone, den Zugführern die Befehle und den Marschweg für den nächsten Tag. KTB Beob.Abt.19 Für die Zeit der Abwesendheit des Kdrs. hat Hauptmann d.R. Künzler, 2./Bb 19 die Abteilung übernommen. Der Tag dient -unleserlich-chen Gerätebesichtigung und Arbeiten zur Vorbereitung des Abmarsches. |
| 13.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter: trübe,regnerisch. Um 8,00 Uhr wird dem Komp.—Führer die Komp.marschbereit gemeldet. 15 Min. später verlassen wird den Gutshof. Die ganze Abteilung marschiert geschlossen über Mscconow Rawa, Tomaszow, Piotkrow nach Msurki. Als Quuartiernehmer ist Uffz.Gonsior mit dem Schtz.Nolte vorausgefahren. Unmittelbar vor der Kompanie fährt Uffz. Thielbörger der die Aufgabe hat, wenn nötig mit Hilfe einer Peitsche, die Strasse frei zu machen. 15,00 Uhr Sehr oft kommen wir an Plätzen vorbei, wo wir bei unserem Vormarsch gekämpft oder gelegen haben. Gegen 15,00 Uhr haben wir unser Tagesziel erreicht. In dem Polizeiverwaltungsgebäude von Msurki kann die Komp. eine gute Unterkunft beziehen. Die Fahrer tanken ihre Fahrzeuge auf, während die übrigen Leute die Unterkunft fertig machen, indem sie in die Räume Stroh drinnen und die Öfen anheizen. Nach dem Verpflegungsempfang ist kein Dienst mehr. KTB Beob.Abt.19 Die Abt. rückt morgens 8,00 Uhr aus ihren Unterkunftsräumen ab und steht 8,30 Uhr auf Straße Grzegorzewice - Mszczonow, Spitze am Ostausgang Mszczonow. Als Marschweg ist vorgesehen: Rawa, Tomaszow, Piotrkow, Wielun, Landsberg, Kreuzburg Ost, Rosenberg, Oppeln, Cosel. Die Abteilung ruckt gegen 18,00 Uhr in Petrikau ein und bezieht dort Quartier. |
| 14.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter: trübe, etwas Regen. Um 5.3o Uhr wird die Kompenie geweckt. Der Abmarsch erfolgt um 7,00 Uhr. Der heutige Marsch geht über Wielun, Landsberg nach Alteneichen. Die Abteilung marschiert wieder geschlossen unter der Führung des Komp.—Chefs der 4.Komp., Oberltn.Buley. Es ist unser letzter Tag in Polen. Nocheinmal sehen wir die Kampfstätten, Tanksperren und Fallen und Stacheldraht. Mit ganz anderen Gefühlen sehen wir heute noch einmal deutsche Soldatengräber, wir fahren nach Deutschland und diese Kameraden müssen wir hier lassen. — Die letzten Kilometer werden von uns einzeln gezählt. Eine grosse Freude ist es, als wir um 11,15 Uhr die Grenze nach Deutschland wieder überfahren. Rund 1038 Std. waren wir in Polen. Ein ganz anderes Land ist doch unser Deutschland. Auch ohne Zollstation und Zollformalitäten hätten wir gemerkt dass wir wieder in unserem Lande waren. Die Häuser sind ganz anders, die Strassen sind besser, alles ist viel sauberer. Die Menschen sind mit einem Male auch ganz andere. Lachende Gesichter, frohe Menschen winken uns zu. Gleich hinter der Grenze ist die Wache eines Landhelferlagers herausgetreten. Mit geschulterten Spaten und Blickwendung grüssen uns die Pimpfe, mit ihren klare Augen schauen sie uns an, es ist ihnen anzusehen, dass sie mit ihren Herzen bei uns draussen in Polen waren. Gegen 12,00 Uhr haben wir unser Tagesziel Alteneichen, erreicht. — Von hier aus waren wir auch vor 44 Tagen nach Polen einmarschiert. Nachdem die Verpflegung ausgegeben ist, kann alles in die Quartiere gehen. Ein Teil der Kompanie kann heute zum ersten mal wieder in einem richtigen Bett schlafen. Vor dem Schlafengehen werden noch einige Glas von dem langentbehrten deutschen Bier getrunken. Der Zapfenstreich ist heute auf 21,00 Uhr festgesetzt. KTB Beob.Abt.19 Kurz nach 7,00 Uhr rückt Die Abteilung auf dem befohlenen Marschweg aus Petrikau ab. Um 11,40 Uhr wird die ehemalige deutsch-poiniscne Grenze überschritten und Quartier in Landsberg genommen. KTB A.A.19 Radf.Schw- tritt zur A.A.19 zurück. |
| 15.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Um 5,30 Uhr wird die Kompanie geweckt, um 7, 2o Uhr ist der Abmarsch der gesamten Abteilung über Rosenberg, Oppeln geht es nach Cossel. Hier ist unser Marschziel und von hier aus sollen wir morgen mit unbekanntem Ziel auf der Bahn weiterfahren. Eine herrliche Fahrt ist es durch deutsches Gebiet auf guten Strassen. Ein Sonntag ist und es ist wirklich ein Sonntag. Eine Fahrt könnte nicht besser von "KdF." veranstaltet werden als diese im Sonnenschein durch die gepflegten deutschen Wälder Städte und Felder. Die Leute gehen zur Kirche oder sie kommen von dort. Sie winken uns zu, wir freuen uns und winken ihnen wieder. Ar Eingang von Oppeln ist eine Pause von etwa einer Stunde. Aus den umliegenden Häusern bringen uns die Bewohner Zigaretten, Bonbons, Kuchen, Brote, Äpfel, Kaffee und Milch während wir ihnen unsere Kriegserlebnisse erzählen. Gegen 13 Uhr erreicher wir unser Tages- und Marschziel. Nach dem techn. Dienst, Waffen—und Geschützreinigen können alle Kompanieangehörigen gegen 16,00 Uhr in schöne Bürgerquartiere gehen. Der Zapfenstreich ist heute auf 24,00 Uhr festgesetzt. KTB Beob.Abt.19 Die Abt. steht 07,00 Uhr auf Straße Landsberg - Kreuzburg und nimmt den Marschweg Kreuzburg - Rosenberg - Liebeiche - Ilnau - Hinterwasser - Oppeln - Oberglogan. Sie bezieht in Oberglogau Bürgerquartier. |
| 16.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter: trübe,regnerisch, Temperatur 8° Um 6,00 Uhr wird die Kompanie geweckt. Als die Komp. um 8,00 Uhr antritt wird bekannt gegeben, dass ab 13,00 Uhr auf dem Bahnhof in Cossel verladen werden soll. Nachdem alles Gepäck auf den Fahrzeugen verpackt ist, ist von 10,00 — 12,00 Uhr noch einmal dienstfreie Zeit. Alle können wieder in ihre Ouartiere gehen. Um 12,00 Uhr tritt dann die Komp.zum Abmarsch an. Auf dem Bahnh. wird unter der Aufsicht des Komp.—Chefs die Komp.mit ihren Fahrzeugen verladen. Da nur fahrbare Seitenwagen zur Verfügung stehen geht die Arbeit nur langsam vorwärts.Gegen 18,00 Uhr ist die Verladung beendet und. um 19,24 Uhr verlässt der Zug mit unbekanntem Ziel den Verladebahnhof. Mit uns im Zuge fahren der Steb, Teile des Nachrichtenzuges und Teile der 4.Komp. (Flak). Wohin brachte uns nun der Zug? Ging es in die Heimat oder ging es zum Westen? Die Stationsnamen wurden gelesen, aber mit Gewissheit wusste keiner, wo das Ende dieser Bahnfahrt war. Auf den Stationen,wo wir hielten, waren Labestationen eingerichtet und Rotkreuzschwestern füllten unsere Feldflaschen und geben uns Zigaretten, Obst und Schokolade. KTB Beob.Abt.19 Stab und Verm.Battr. werden am l6.l0. von 13,30 bis l6,30 Uhr in Deutscn-Rasselwitz verladen. Abfahrt errolgt um 17,08 Uhr. Die Schallm.Battr. und Nachrichtenzug werden von 22,00 bis 1,20 Uhr verladen und es erfolgt aie Abfahrt um 02,08 Uhr. Abfahrt erfolgt mit unbekanntem Ziel. |
| 17.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Der Wunsch in die Heimat zu kommen, scheint sich zu erfüllen. Bis Hildesheim sind wir auf der Strecke nach Hannover gefahren, aber dann ging es an unserer Garnisonstadt vorbei. KTB Beob.Abt.19 Lichtmeßbattr., Wetterzug und Druckereitrupp werden von 16,30 bis 19,30 Uhr in dtsch. Rasse1witz verladen. Abfahrt erfolgt um 20,08 mit unbekanntem Ziel. Mit dem Abtransport der bb.19 ist die Abteilung aus dem Operationsgebiet Ost ausgeschieden. Der polnische Feldzug ist beendet. Die gefechtsbereite Abteilung steht zum Einsatz an anderen Fronten bereit. |
| 18.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Über Nordstemmen bringt uns der Zug zu unserem Ziel nach Hamm. Von 4,10 Uhr wird mit dem Abladen der Fahrzeuge begonnen. Unsere Komp. stellt die Quartiermacher für die gesamte Abteilung. Unter der Führung unseres Komp.—Chefs verlässt die Kompanie, der Stab, Nachrichtenzug und der Werkstattzug der Abteilung um 7,30 Uhr den Bahnhof. Hamm. Auf der Autobahn kommen wir sehr schnell unserem Tages-und Marschziel entgegen. Über Recklinghausen und Wesel erreichen wir unseren Unterkunftsort "Mehr". Die Fahrzeuge und Geschütze werden unter Dach gebracht. Eine Baugruppe von 20 Mann ist schwer beschäftigt, der grosse Saal von Schepersmann wird zum Schlafraum der l.Kompanie umgestaltet. Offz.und Uffz. konnten in Privatquartieren untergebracht werden. KTB A.A.19 Im Laufe des 18.10. wurden Stab, Rtr.u.Radf.Schw.in 2 Transporten in Skierniewice verladen. Gegen 14.00 Uhr Abfahrt des Transports -unleserlich- Die Bahnfahrt ging über Brzeziny - Tschenstochau - Oppeln - Hirschberg - Görlitz - Bautzen - Dresden - Riesa - unleserlich - Halle - Lehrte - Hannover - Paderborn - Soest - Oberhausen - Dinslaken. |
| 19.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Für die Kompanie beginnt jetzt ein kasernenmässiger Dienst. Die Fahrzeuge und Geschütze werden in Stand gesetzt und die Waffen werden gereinigt. Hochbetrieb konnte man jetzt in der Abteilungswerkstett und Waffenmeisterei feststellen. |
| 21.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Die verheirateten Komp.-Angehörigen kommen heute aus ihrem Heimaturlautp zurück. Eine zweite Rate und zwar 20%der Komp. wurde für 8 Tage in die Heimat auf Urlaub geschickt. |
| 23.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Von der Pz.Abw.Ergänzungsabteilung 13 in Braunschweig bekamen wir für unsere Ausfälle Ersatz. 10 Mann werden unserer Kompanie zugeteilt, 1 Lt. (Lt.Heinecke),1 Feldw, 3 Uffz.und 5 Mann. |
| 25.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Laut O.K.H.Befehl konnten Soldaten, die frührer in der Landwirtschaft tätig waren, bis zum 12.11.39 auf Urlaub geschickt werden. In unserer Komp.traf dieses Glück 4 Mann. |
| 26.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Ein weiterer Feldw.(Feld.Hering) wird unserer Komp. zugewiesen. Um Abwechselung in den Dienst zu bringen wird exerziert und Sport betrieben. Weiter wird. die Komp. noch umgeschult von den Ost- auf den Westkrieg. |
| 27.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Feldw. Supper wurde von der 4.Komp.zur 1.Komp.versetzt. Als weiteren Zusatz bekam die Kompanie den Gefr.Möller vom Stab und von der 3.Kompanie noch weitere 3 Schützen. |
| 28.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Die zweite Urlaubsrate ist zu ende. Mit frohen Gesichtern kehren alle aus der heimat zurück. Weitere 20 der Kompanie sind heute die Glücklichen, die ihre ur1aubsfahrt in die Heimat antreten können. |
| 29.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 Wetter: klar. Im Rahmen des Sportbetriebes der Kompanie wurde nach einmaligen harten Training am 29.10.39 ein Fussballspiel gegen die 3.Komp.gestartet, das leider mit 10:1 Toren für die 3.Komp.den Abschluss nahm. |
| 30.10.1939 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 ELt. Div.Befehl mussten von der Komp. 1 Fw. 3 Uffz. 6 Mann als Ausbilder zur Pz.Abw.Ergänzungsabteilung 13 in Braunschweig abgegeben werden. Dieses waren Feldw. Kregel, Uffz.Recker, Uffz,Moers, Uffz.Häse und weitere 6 Mann. Der Uffz.Peter wurde Abkomm. zur KK BdE Berlin-Charlottenburg. |
| 31.10.1930 |
KTB 1./Pz.Abw.Abt.19 31.10. -5.11.39 Die Dienste in der Kompanie verliefen vom 31.10. bis 5.11.39 genau nach Dienstplan, besondere Vorkomnisse keine in dieser Zeit. Der Kp. wird. für die Ausgestaltung des Dienstes die Aufgabe gestellt, sich für die Anforderungen des Westkrieges möglichst intensiv umzuschulen betr.Geschütz und infanter. Ausbildung. Zu dem Zwecke finden statt allgemeiner Exerzieniienst, besonders aber Geschützausbildung sowohl theoretisch als auch geländemässig. |
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