| Kriegstagebuch September 1944 | |
| 2.9.1944 |
Erinnerungen Oberst Wilck: Aufstellung der 565.Volksgrenadier-Division lt.Befehl OKH. Die Aufstellung leitete das stellvertretende XIII.General-Kommando in Nainberg unter Generalleutnant Weisenbereer. Aufstellungsort war der Truppenübungsplatz Mylowitz, 30 km nordostw. Prag. Mit der Führung der neu aufzustellenden Division wurde Oberst Wilck beauftragt. Er war, seit 1916 als Infanterist ununterbrochen im Truppendienst, von Oktober 1941 - Juli 1944 Regiments-Kommandeur mit Ostkriegserfahrung. |
| 3.9.1944 | Erinnerungen
Oberst Wilck: Am 3.9.44 trafen die ersten Teile in Mylowitz ein. |
| 9.9.1944 |
Erinnerungen Oberst Wilck: Die rückwärtigen Dienste stiessen am 9.9. zum Aufstellungsstab. Sie stammten von der im Osten bei Witebsk zerschlagenen 246.I.D. Diese war ursprünglich im Raum Wiesbaden-Darmstadt-Mannheim aufgestellt. In Anerkennung dieeer ehemahligen tapferen Division,wurde die neue 565. in die 246.Volks-Gren.-Div. umbenannt. An der personellen Aufstellung waren neben dem stellvertr. IV. u. XIII. len.Kdo. ele Luftwaffe und Kriegsmarine stark beteiligt. Die Offiziere waren zur Hälfte fronterfahren end waffen- und führungsmäseig brauchbar. Die andere Hälfte war z.T. junger Ersatz ohne besondere Kriegs- und Führungserfahrung. Ein Teil war aus der Luftwaffe übernommen. Wenn auch hier grosse Einsetzbereitschait und guter Wille vorhanden waren, konnten die bestehenden Mängel an Können und Erfahrung nicht ausgeglichen werden. Die Unteroffiziere kamen bei den Inf. Regimentern zum grossen Teil aus der Luftwaffe und Marine. Sie beherrschten nur etwa zu einem Drittel ihr Aufgabengebiet, soweit sie alte Infanteristen bez. Spezialisten mit Fronterfehrung und Feindbewährung waren. Die Mannschalten stammten zu einem Drittel aus der Kriegsmarine, zu einem Drittel aus Fliegerbodenpersonal. Das letzte Drittel wer junger, unausgebildeter und unfertiger Ersatz. Die Marinesoldaten waren frisch, aufgeweckt, geistig rege, vital. Sie eigneten sich am besten für Spezialausbildung an schweren Waffen und im Nachrichtendienst. An Spezialisten hatte es bei der Aufstellung fast genz gefehlt. Das war ein Mangel. Er konnte nicht in der kurzen Ausbildungszeit, die für vier Wochen vorgesehen war, jedoch nur zwei - drei Wochen dauerte, behoben werden. Im ganzen war der Mannschaftsersatz zufriedenstellend. Er hätte brauchbarere Unterführer mit mehr Können und besseren Leistungen verdient. Am guten Willen fehlte ee diesen nicht. Das Kriegsmaterial traf allmählich aus allen Teilen Deutschlands ein, eine erstaunliche Leistung in dieser turbulenten Zeit täglicher Bombenangriffe und Zerstörungen. Die Ausstattung mit Waffen und Gerät war einwandfrei. Leider fehlten den Inf.Rgtn. schwere Panzer-Abwehrwaffen (Pak), was später sehr unangenehm war. Die Ausstattung mit Munition war zunächst bei der Inf. ungenügend. Bei der Artl. erreichte sie gerade das erste Soll. Auch später beim Einsatz liess der Munitionsnachschub, ebenso wie die Betriebsstofffrage zu wünschen übrig. Sie waren grosse Sorgenkinder. Die Ausbildungsmöglichkeiten waren als gut zu bezeichnen. Nur die schweren Waffen einschliesslich der Artillerie kamen in ihrer fe1dmässigen Schiessausbildung infolge der beschränkten Raum- und Zeitverhältnisse zu kurz. Dies traf auch bei der Infanterie zu. Scharfe Übungsmunition war rar. Die Geschutze kamen teilweise erst kurz vor dem Abtansport an, so die s.F.h. für die IV. Abt. am 22.9. Vom 11.9. ab fragte das K.H. mehrmals dringend über die Einstzbereitschaft der Div. an. |
| 24.9.1944 |
Erinnerungen Oberst Wilck: Diese wurde am 24.9.-26.9.44 widererwarten schneil und teilweise unfertig verladen und in Eiltransporten Richtung Westen abtransportiert. Die erste Munitionsausstattung war bei der Verladung noch nicht eingetroffen, sodass die Truppe ohne scharfe Munition ins Ungewisse fuhr. Die Div. war nach den bisherigen Weisungen für den Einsatz im Osten vorgesehen. |
| 25.9.1944 | |
| 26.9.1944 |
Erinnerungen Oberst Wilck: Im Raum Bedburg a.d.Erft, 27 Km nordwestl.Köln, und ostw. Jülich wurde die Div. am 26. und 27.9. ausgeladen. |
| 27.9.1944 |
Erinnerungen Oberst Wilck: Im Raum Bedburg a.d.Erft, 27 Km nordwestl.Köln, und ostw. Jülich wurde die Div. am 26. und 27.9. ausgeladen. Die Div. wird mit Eintreffen in ihrem Einstzreum dem LXXXI.Armeekorps unterstellt. Kommandierender General ist Gen.d.Inf.Friedrich Köchling. Das A.K. untersteht der 7.Armee unter Gen.d.Pz.Tr.Erich Brandenberger, Oberbefehlshaber der Heeresgr. B ist Gen.Feldm.Model. Der mit dem ersten Transeortzug eingetroffene Div. Führer erhält am 26.9. im Korps-Hauptquartier Niederziehr, 8 km südostw. Jülich, durch den Korps-Ghef, Oberst i.Gen.St.Wiese, folgenden Kampfauftrag. "Nach beschleunigter Ablösung der in und um Aachen eingesetzten 116.Panzer Div. ist die jetzige Stellung, im Besonderen die Stadt Aachen, gegen jeden Feindangriff zu halten." Trotz lebhaftem Feindflugverkehr geht die Ausladung der Transporte ohne Verluste vonstatten. Sofort werden die eintreffenden Teile der Division in Eilmärschen und mit Transportmitteln in ihre Gefechtsräume in und um Aachen geleitet. Der Anmarsch wird durch Artl.Feuer gestört. Das Div.Stabsquartier mit der Ia Staffel etabliert sich in Langweiler, 18 km nordostw. Aachen. Die rückwrtigen Dienste gehen zuerst nach Pattern, spter nach Welldorf, 6 km nordostw. Jülich. |
| 28.9.1944 |
Erinnerungen Oberst Wilck: Die Ablösung kenn, am 28.9. beginnend, ohne wesentliche Störung von der Erde und aus der Luft erfolgen. |
| 29.9.1944 | Erinnerungen
Oberst Wilck: Am 29.9. sind alle Teile der Division in den ihnen befohlenen Abschnitten. In den ersten vier Tagen vermag die Truppe sich ohne Verluste in ihren neuen Stellungen trotz feindlichem Artl.Feuere einzurichten. Zum Kampfkommandanten von Aachen wird der Kommandeur des Gren.Regt.689, Oberstlt. Leyherr,erneent. Er kommt aus dem Gen.Stab und ist ein hervorragender zuverlässiger Offizier. |
| 30.9.1944 |
Erinnerungen Oberst Wilck: Der Feind, im Süden 1. und im Norden 30.amerikan.Inf.Div., hat die Höhen südl. und westl. der alten Kaiserstadt Aachen besetzt. Zwischen der südlichen 1. und der nördlichen 30.amerikan.Inf.Div. waren westlich von Aachen andere Teile, vermutlich von der 29.Inf.Div. eingeschoben. Seine Artillerie beherrscht die Nachschubstrassen von Jülich-Köln, die Jülicherstrasse, und von Linnich-Krefeld, die Krefelderstrasse. Bei Wage sind diese von Nordosten nach Aachen hereinführenden Hauptstrassen von ihm einzusehen. Er hat aber auch eine gute Übersicht über die tiefeingebettete Grossstadt. Diese ist um diese Zeit von ihren Enwohnern bis auf einige Tausend geräumt, die in ihren Kellern der z.T. zerbombten Häuser ihr Leben fristen und abwarten. Wo sie erfasst werden können werden sie in Luftschutzbunkern gesammelt und untergebracht. Leider liegen sehr beld Beweise dafür vor, dass von Seiten unsauberer Elemente der Bevölkerung Spionagetätigkeit für die Amerikener getrieben wird. Durch diesen Verrat eigener Truppenbewegungen und Stellungen treten vermeidbare Verluste ein. Für eigene militärische Zwecke wird die Zivilbevölkerung nicht herangegezogen. Am 30.9. werden mehrere Bunker der Vorwestwallstellung südl. der Strasse Aachen-Vaals vom I.R.404 mühelos genommen und besetzt. Die H.K.L. kann hier einige 100 m vorverlegt und verbessert werden. |
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