| Kriegstagebuch Juni 1940 | |
| 1.6.1940 |
privates Tagebuch 1./N.A.34: Sevigny la Valeppe (sehr arme Gegend) Anfang Ardennen und Champagne - Kreide u.Kalkboden. Vom 28.5.-1.6. gezeltet in Wäldern an den jeweilgen Tageszielen. |
| 2.6.1940 |
privates Tagebuch 1./N.A.34: Sevigny gezeltet bei einem alten zerfallenen Schloß. Fahrzeuge in Ordnung gebracht, ebenfalls die Fernsprechgeräte zum Einsatz bereit. |
| 3.6.1940 |
privates Tagebuch 1./N.A.34: Sevigny derselbe Dienst fürchterlich heiß. Wir gäben -unleserlich- für ein Glas Bier. Aber wir habeen gar nichts zu trinken. Brunnenwasser-unleserlich- Mit 3 Trupps schlachteten wir ein umherirrendes Rind, um einmal anständigen Braten vertilgen zu können. 1.Feldpost engekommen seit 10.Mai. Von ferne hören wir Kanonen-Donner an der Aisne. |
| 4.6.1940 |
privates Tagebuch IV./A.R.34: In der Nacht zum 4.6. ging die Batterie in Stellung und ich war zunächst noch in der Protzenstellung hinten. privates Tagebuch 1./N.A.34: Ebenfalls Dienst wie vor. |
| 5.6.1940 |
privates Tagebuch IV./A.R.34: Morgens 10 Uhr kommt ein Kradfahrer mit dem Befehl, dass zwei Funker, ein Kamerad und ich sich sofort auf die B-Stelle zu begeben hätten. Wir nahmen uns also die Funkgeräte und walzten los. Nachdem wir auf Umwegen dort angelangt waren, erklärte man uns zuerst mal, dass wir uns äusserst vorsichtig zu benehmen hätten, da wir an der vordersten Linie lägen und der Feind keine 800m entfernt sei. Das sollten wir auch gleich in der ersten Nacht zu spüren bekommen. Gegen 23 Uhr setzte nämlich ein Feuer ein, wie wir es bis jetzt noch nicht zu spüren bekommen haben. -unleserlich- Immer auf unsere Waldspitze drauf. Alle paar Minuteen überzeugte sich unser Chef durch Zuruf davon, ob wir noch alle lebten. Wir sassen die ganze Nacht in unseren "Heldenkellern", d.s.kleine selbstgemachte Löcher mit Platz fü 2 Mann, und hatten eingeschlafene Füsse. Erst gegen Morgen wurde es wieder ruhiger. Trotz des starken Feuers hatten wir in dieser Nacht nur einen Schwerverwundeten. Auf unserer Seite ist bis jetzt immer... -Seiten fehlen weiter 23.6.1940- privates Tagebuch 1./N.A.34: Abstellung unseres Trupps mit 3 weiteren Trupps u.1 Feldküche zum Großangriff u.zu dessen Vorbereitung nach Les Aisne. Divisions Gefechtsstand u.Vermittlung am östlichen Dorfrand Prouvais in einem Gutshof. Pr.loegt 2,5km vor der Aisne. Der Feind jenseits des Ufers. Unsere Infanteristen liegen östlich des Ortes Guignicourt in Deckung eines Bahndammes vor der Aisne u.Kanal. Große Vorbereitungen werden getroffen. Wir Fernsprechtrupps bauen das Kampfnetz der Division aus. Eine große Ausgab deutscher Batterien gehen in Stellung. Wir werden mit unseren Arbeiten gestört plus das Störungsfeuer der franz.Ari, plus sämtlicher Wälder u.Zufahrtsstrassen beschiesst er mit gut liegeendem Feuer. |
| 6.6.1940 |
privates Tagebuch 1./N.A.34: Franz.Artilleriefeuer immer stärker. Unsere Ari hat empfindliche Verluste -unleserlich- Pferde. Deutsche Ari darf ihre Stellungen durch Schiessverbot nicht verraten. Wir entgehen dem Ari Feuer der Franzosen immer glücklich. Oft glauben wir kaum aus dem Sperr- und Störungsfeuer zu entkommen. |
| 7.6.1940 |
privates Tagebuch 1./N.A.34: Das franz.Feuer wird immer heftiger. Man will unsere Angriffsvorbereitungen unbedingt stören. Deutsche Ari muss an vielen Stellen Wechsel vornehmen um dem gut sitzenden franz.Feuer zu entgehen. Alles wartet brennend auf den Befehl des Angriffs, damit endlich Luft in diesen Hexenkessel kommt. 2.Feldpost erhalten aus der Heimat. Mit unserem Trupp besetzen wir nachts die Funkzentrale auf einem hohen Berg u.Wald. Wir entziehen uns dem franz.Feuer durch geschanzte Unterstände. |
| 8.6.1940 |
privates Tagebuch 1./N.A.34: Nach einer aufregenden Nacht beesetzen wir weiter vorwärts in einem Waldstück die zu errichtende I.R.Gefechtsstand-Vermittlung vom Regiment 80 für die Vermittlung musste ein starker Unterstand von uns errichtet werden. An diesem Tage Truppführer Wechsel. Gfr.Knothe wird versetzt zur Nachrichtenschule nach Posen, zu seinem größten Bedauern. Neuer Truppführer Uffz.Aber(?) (ein großer Angsthase). Der Gefechtsstand liegt ca.1,3km vor der Aisne u.200-300m liegt unsere Ari hinter uns. |
| 9.6.1940 |
privates Tagebuch 1./N.A.34: Sonntag-Großangriff 04.45 Uhr. Feuern unserer gesamteen Artillerie. Trommelfeuer hüben u.drüben. Unsere sämtlichen Leitungen nach der Aisnee waren berits vor 4.45 Uhr gestört durch franz.Ari-Feuer. Unser Trupp wird bis auf einen Mann u. dem Truppführer die die Vermittlung besetzt hielten, als Störungssucher auf die Fernsprechleitungen los geschickt. Es war noch dunkel am frühen Morgen 04.30 Uhr. Um 04.45 Uhr fing nun das bereits erwähnte Trommelfeuer an. Mit dm Gfr.Merz war auch ich als Kraftfahrer - Mein Fahrzeug tand an der Vermittlung zum Störungssuchen eingetilt. Wir beide suchten eifrig nach den zerchossenen Stellen in der Fernsprechleitung. Es war dies wohl bis jetzt die gefährlichste Arbeit. Wo wir auch gingen, zunächst auch im gedeckten Wald vor Feindsicht, nachher auf freiem vom Feinde eingesehenen Weizenfeld erhielten wir mächtig Feeuer der franz.Ari. Wir wussten kaum -unleserlich- unserer Ari u.Einschlag franz.Granaten waren. Dazu das auf uns besonders -unleserlich- wirkende Zischen der Granaten in der -unleserlich- der Geschosse. Wir befandn uns in groser Gefahr. Kaum konnten wir uns noch gegen die Einschläge der Granaten leichten und schweren Kalibers decken. Wo wir uns auch hinlegten, wren wir nicht sicher. Die Granatsplitter flogen surrend über unsere Köpfee. Oft schauten wir uns an ob wir nicht schon ein Stück Eisen in dem Körper sitzen hätten. Aber dann waren es immer Dreckklumpen. Unser Aufgabe war noch nicht erfüllt. Obwohl wir schon eine Anzahl zerfetzte und zerrissene Stllen der Leitung geflickt hatten war die Verbindung nach vorne zur Kampfvermittlung noch nicht hersgestellt. Einige Minuten flüchteten wir in einen Unterstand am -unleserlich- an dem die B.Stelle unserer Artillerie lagn. Kaum in Deckung setzte man un eine Granate schwerstn Durchmessers unter den Unterstand. Es war uns, als ob die ganze Erde bebte. Ein entwurzelter Baum fiel uns vor den Eingang u.Erdmassen mit - weiter 11.6.40 - |
| 11.6.1940 |
privates Tagebuch 1./N.A.34: Verfolgung des Feindes gegen Reims. Übergabe Reimss nach der Kapitulation. Infanterie sprengt noch einige Widerstandsnester. Auch die Artillerie wird immer öfter eingesetzt. |
| 12.6.1940 |
privates Tagebuch 1./N.A.34: Fluizy(?) 19km hinter Reims. |
| 13.6.1940 |
privates Tagebuch 1./N.A.34: Mourmelon le Petit. Sekt u.Rotwein u.Fresswaren organisiert. Panzerdivision Guderian überholt uns, um später eine andere Richtung einzuschlagen. |
| 14.6.1940 |
privates Tagebuch 1./N.A.34: Verfolgung dess Feindees u.weitere Widerstände wrden beseitigt. Auch rückwärtige Beschiessungen durch Heckenschützen. Sondermeldung vom Kommandeurs-Fahrzeug meldet uns die Übergabe Paris u.den Einmarsch unserer Truppen. Der Sieg wird durch Trinken von Sekt bekräftigt. |
| 15.6.1940 |
privates Tagebuch 1./N.A.34: Vitry le Francois, Marne u.Kanal überschritten. Vitry von Stukas schwer zerstört. |
| 16.6.1940 |
privates Tagebuch 1./N.A.34: Vormarsch geht weiter nach Süden. Ansprache der Division. Durchbrüche und Abschneiden der feindl.Truppeen der Maginot-Linie. Unser u. noch 2 Trupps haben die Aufgabe die Korpsnachrichten beim Bau der Vormarschleitung zu schützen. |
| 17.6.1940 |
privates Tagebuch 1./N.A.34: Bar sur Seine, Seine Übergang ebenfalls von Stukas schwer zerstört. In Baracke geschlafen. |
| 18.6.1940 |
privates Tagebuch 1./N.A.34: Im freien Gelände an einem Bach gezeltet. |
| 19.6.1940 |
privates Tagebuch 1./N.A.34: Vormarsch geht weiter über Chatillon en Bazois. |
| 20.6.1940 |
privates Tagebuch 1./N.A.34- bis 23.6.40: Rouy übernachtet in einem Bauernhof. Revision unseres gesamten Gepäcks von wegen "geplünderten" Sachen. Esbare Gegenstände mussten der Feldküche abgegeben werden. Auch unser schöner Bohnenkaffee. Geräte und Fahrzeuge instandgesetzt. |
| 23.6.1940 |
privates Tagebuch IV./A.R.34: ... Bei Chatillon en Bezois hatten wir am 23.6. wieder einen Tag Ruhe. |
| 24.6.1940 |
privates Tagebuch IV./A.R.34:
weiter 16.5.40 am 24.5. und 25.6.40 marschierten wir über Decize, wo wir die Loire überschritten, bis Dornes. -weiter am 27.6.40- privates Tagebuch 1./N.A.34- bis 23.6.40: Über die Loire u.Allier durch Moulins nach Trevol (8km hinter Moulins). Div.begibt sich in Ruhe. Neues Div.Fernsprechnetz ausgebaut. Quartier in Trevol in einer Schule auf Stroh. Stammkneipe Buvallo-Bill 1 Fl.Sekt 1 Mark. Schwr die -unleserlich- Kehlen geschwenkt. |
| 25.6.1940 |
privates Tagebuch 1./N.A.34- bis 23.6.40: Waffenstillstand mit Frankreich 01.35 Uhr. |
| 26.6.1940 |
privates Tagebuch 1./N.A.34- bis 23.6.40: 26.-9.Juli. Jeden Abend Appeell auch auch gr. Fahrzeug -unleserlich- -weiter 9.7.40- |
| 27.6.1940 |
privates Tagebuch IV./A.R.34: Hier in Dornes - sagt unser Chef werden wir voraussichtlich längere Zeit bleiben. Heute morgen um 11 Uhr musste die ganze Abteilung im Paradeanzug antreten. Kurz nach 11 uhr erschien der Herr Reg.-Kdr.Oberst Bömers und überreichte nach einer Ansprache mir und noch vier Kameraden der Batterie das E.K.II.Klasse nebst einer Urkunde. Es war ungeheuer feierlich und wir warfen uns -unleserlich- während man uns von allen Seiten beglückwünschte. Das Leben hier in Dornes ist ziemlich erträglich. Nur ich, als einer der wenigen, der etwas französisch sprechen, werden dauernd von allen Seiten in Anspruch genommen. Man hat jetzt anscheinend gesehen, wie wertvoll es ist wenn man einen dahat, der sich mit den Leuten verständigen kann. Das dolmetschen ist zwar manchmal etwas anstrengend, dafür aber auch interessant und man lernt viel dabei. Ausserdeem brauche ich keine Pferde mehr zu pflegen. Wunderbar! -weiter 8.7.40- |
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