35.Infanteriedivision
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Kriegstagebuch Mai 1944
6.5.1944
KTB 9.Armee.
Lebhafte nächtliche feindliche Luftwaffentätigkeit mit Bombenwurf auf die Frontmitte des XXXV.A.K., in den Morgenstunden ein Angriff von 40 Feindmaschinen auf Tschernyje
Brody mit Abwurf von 500 kleinen Bomben, der geringe Zerstörungen in dem dort befindlichen Armee-Munitions- und Betriebsstofflager zur Folge hat, und endlich ein
Fliegerargriff im frontnahen Raum der 35.I.D. werfen erneut die Frage des Flakschatzes wichtiger Objekte auf, wozu der Armee leider z.Zt. nur geringe Kräfte zur Verfügung
stehen. Die Meldung des Gen.Kdo.LV. A.K., daß die Abziehung der Luftwaffenflak von dem Hauptversorgungsbahnhof des Korps Muljarowka bevorstehe, ist unter diesen Umständen
eine besonders unangenehme Nachricht. Das AOK wendet sich deshalb mit der Bitte an die Heeresgruppe, für die Belassung dieser Flakeinheit einzutreten
(Ia/Ia H.Gr., 17.50 Uhr).
An der Front kommt es außer etwas lebhaft gewordener feindlicher Stoßtrupptätigkeit und örtlich auflebendem Art.-Feuer zu keinen Kampfhandlungen von Belang.
Im Abschnitt des XXXV. A.K. wird eine Brücke, die der Feind nördl. Mal. Konopliza über den Drut gebaut hat, von einem vorgezogenen Geschütz der 20.Pz.Div. wirksam unter
Feuer genommen und zerstört.
Im rückwärtigen Gebiet ist das Bandenunternehmen "Wirbelwind III" heute erfolgreich beendet worden (Erfolgsmeldung s. Anl. II v. 7.5.44).
9.5.1944
KTB 9.Armee.
An der gesamten Armeefront kommt es zu keinen nennenswerten Kampfhandlungen. Hinsichtlich der Beurteilung der Feindabsichten gegenüber der Südfront des XXXV. A.K. ergeben sich
keine neuen Gesichtspunkte. Mit einem feindlichen Angriff rechnet das Gen.Kdo.XXXV.A.K. im Augenblick noch nicht; es hat mehr den Anschein, als ob der Gegner noch warten wolle,
möglicherweise um eine zeitliche Übereinstimmung mit dem Raum Kowel (Südflügel der Heeresgruppe) vorbereiteten Großangriff zu erzielen. Zur Bekämpfung einwandfrei aufgeklärter
Feindbatterien bei Mormal und im Nordabschnitt des Korps, vornehmlich am Brut-Brückenkopf, erhält das Gen.Kdo. XXXV. A.K. eine einmalige Sonderzuweisung von 2500 Schuß
s.F.H.-Munition.
Die Herauslösung der 110.1.D. und ihre Bereitstellung im vorgesehenen Raum als Armeereserve ist beendet; heute um 7.00 Uhr haben die 35. und 36.I.D. anteilig den Befehl im
bisherigen Abschnitt der 110.ID. übernommen.
Im rückwärtigen Gebiet nähert sich das Unternehmen "Wirbelwind" mit dem Beginn der vierten und letzten Teilunternehmung seinem Abschluß. Sie gilt der Säuberung der Waldgebiete
südlich Tscherwen (30 km nordostw. Marina Gorka). Da es angesichts der verschlechterten Wegeverhältnisse nicht mehr zweckmäßig erscheint, das II./Pz.Gr.Rgt.59 (SPW-Btl. der
20.Pz.Div.) weiter im Einsatz zu belassen, wird seine Rückkehr in den Raum Bobruisk befohlen, wo es dem XXXV.A.K. als Armeereserve wieder unterstellt werden wird.
 
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