383.Infanteriedivision
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Kriegstagebuch April 1944
7.4.1944
KTB 9.Armee.
Die Anzeichen für ein Wiederaufleben der alten feindlichen Angriffsplanung gegen das XXXV. and LV.A.K. verstärken sich weiter: nach s.Qu. befinden sich jetzt vor der Front der
beiden Korps auch zwei neue Sowjet. Flak-Divisionen, die bisher bei der 50.Sowjetarmee, d.h. also vor dem Südflügel der 4.Armee eingesetzt waren, ferner ist der Stab des
I.sowj.Gde.Pz.K-. wieder im Raum nördlich der Beresina aufgetreten.
Der Oberbefehlshaber entschließt sich deshalb, die Abwehrfähigkeit der eigenen Front in den voraussichtlichen Brennpunktabschnitten noch weiter zu verstärken (OB/Chef, 19.20 Uhr).
Das LV.A.K. erhält Befehl, nunmehr das gesamte Pz.Gr.Rgt.59 (20.Pz.Div.) schon bis zum 11.4. aus der Front zu ziehen and ferner das Herauslösen eines Rgt.Stabes und eines
weiteren Gren.Btl. der 296.I.D. so vorzubereiten, daß sie innerhalb 12 Stunden zum Einsatz an anderer Stelle zur Verfügung stehen (s.Anl. IV 1). Das XXXV.A.K. soll weitere
Verstärkungen vom XXXXI.Pz.K. erhalten, dem aufgegeben wird, dem XXXV.A.K. bis zum 9.4. ein Gren.Btl. und bis zum 10.4. einen Rgt.Stab mit Rgt.Einheiten zuzuführen und sich ferner
auf die Abgabe eines weiteren Btl. nach Abschluß des Unternehmens "Auerhahn" einzustellen (s.Anl. IV 2). Das XXXV.A.K. selbst erhält Anweisung, da das bisherige Feindbild den
Schwerpunkt eines Feindangriffs in erster Linie beiderseits Mormal erwarten läßt, Abwehrvorbereitungen vor allem an den inneren Flügeln der 383. und 6.I.D. zu treffen, die
gegenseitige Unterstützung der Artillerie Sicherzustellen und einen Einsatz des noch beim Korps befindlichen Sicherungsbataillons sowie des Armee-Panzerzerstörbataillons in
diesem Abschnitt ins Auge zu fassen (s.Anl. IV 5). Zur Verstärkung des Luftschutzes der Artillerieräume beantragt das AOK ferner bei der Heeresgruppe die Rückführung der
seinerzeit abgegebenen Flakverbände; dies geschieht mit dem besonderem Hinweis darauf, daß der Feind z.Zt. im frontnahen Raum nördlich der Beresina zahlreiche neue Flugplätze
anlegt und teilweise auch schon fertiggestellt hat (s.Anl. V 1). Zur Bekämpfung der vor dem LV.A.K. aufgeklärten Feindbatterien erhält das Gen.Kdo.IV. A.K. eine zusätzliche
s.F.H.-Munitionszuweisung (s.Anl. VII 1).
Das Unternehmen "Auerhahn" ist in den frühen Morgenstunden planmäßig angelaufen. Die konzentrisch vorgehenden Kampfgruppen erreichen gegen zumeist geringen Feindwiderstand die
vorgesehenen Angriffsziele. Der Gegner, offenbar überrascht, scheint sich mit seinen Hauptkräften auf die Sumpfinseln Albinsk und Dobryj Ostroff, also in das Innere des Kessels,
zurückzuziehen.
 
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