| Befehle September 1939 |
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Armee-Oberkommando 10
A.H.Qu.Kruszyna, 8.9.39 Abt.Ia/op. 24.00 Uhr SS-Leibstandarte Adolf Hitler (Stab 8./9.9.39 in Rzgow) wird XVI.A.K. unterstellt. Die Leibstandarte erreicht am 9.9. vorm.über Piotrkow - Tomaszow Warschau. Die Leibstandarte hat auf ihrem Marsch den Vorrang vor Marschbewegungen der 31.I.D. |
| A.O.K.10
AHqu, den 24.9.1939 Ic/AO Nr.400/39 geh., II.Angel. Betrifft: Anwesenheit des Führers am 25.9. bei 8. und 10.Armee 1.) Der Führer und oberste Befehlshaber der Wehrmacht wird am Montag, den 25.9.1939 bei der 8.und 10.Armee anwesend sein. 2.) XVI.A.K. stellt hierzu Sicherungsabteilung und Kraftfahrzeuge, wie für den 23.9.39 befohlen. Nach Möglichkeit sind dieselben Offiziere und Einheiten abzustellen. Meldung 25.9.39 8,30 Uhr bei Ic/AO 10.Armee in Guzow. Der Kom.General des XVI.A.K. und die Kommandeure der 1. und 4.Pz.Div. halten sich am 25.9.39 ab 9,00 Uhr im A.H.Qu.Guzow zum Empfang des Führers bereit (fernmündlich voraus). 3.) XV.A.K. setzt den Kommandeur und 1 Komp.der Leibstandarte Adolf Hitler nach Wiskitki in Marsch. Eitreffen dort bis 24.9.39 abends. Nach Eintreffen dort hat Leibstandarte sofort Befehlsempfänger zum A.H.Qu.Guzow zu entsenden (fernmündlich voraus). |
| Abschrift A.O.K.10 AHQu, den 27.9.1939. Ic/A.O. Nr.429/39 geh. Betrifft: Spionage- und Sabotage-Abwehr in den Ortsunterkünften. Bezug: Der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht Nr.3001.4.39 g.Abw.(W). 1.) Der ausländische Nachrichtendienst wird die Unterbringung der Truppen der 10. Armee in ihren jetzigen Unterkunftsorten dazu benutzen, um sich ein Bild von Gliederung, Aufgaben, weiteren Absichten und Stimmung der Einheiten zu machen. Diesen Ausspähversuchen wird in der nächsten Zeit besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden sein. Daneben wird der Gegner, auch wenn sein Heer geschlagen ist, weiter durch Sabotage der deutschen Wehrmacht zu schaden versuchen. Jnsbesondere wird der feindliche Nachrichtendienst weibliche Personen und Jugendliche (poln.Pfadfinder) an die Truppenteile heranschieben, die den Auftrag haben, das Vertrauen einzelner Soldaten zu gewinnen und sie auszuhorchen. Aber nicht nur der polnischen Bevölkerung, scndern auch jedem Ausländer gegenüber ist schärfstes Mißtrauen am Platze. 2.) Ein richtig durchgeführter vorsorglicher Geheimschutz wird dem feindlichen Nachrichtendienst seine Arbeit wesentlich erschweren bezw. unmöglich machen. Dazu gehört unter anderem a) die sorgfältige Bewachung der Gebäude, in denen Truppen liegen. b) Eingezeichnete Karten und dienstliche Schreiben dürfen in keinem Falle ohne Bewachung im Zimmer umherliegen oder gar liegen gelassen werden. Ein verschlossenes Zimmer genügt nicht, da der Gegner Nachschlüssel besitzen kann. Dass die Geschäftszimmer so liegen, dass die polnische Bevölkerung Gespräche nicht mithören kann. d) Äußerste Vorsicht bei dienstlichen Gesprächen in Unterkunftsräumen, Lokalen, Offiziersheimen. Die Erfahrung lehrt, dass sehr viele Polen ausreichende Kenntnis der deutschen Sprache besitzen, um mithören zu können. e) Rasche Vernichtung aller dienstlichen Schriftstücke, die nicht mehr benötigt werden. Tägliche Vernichtung des Jnhalts aller Papierkörbe auf Schreibstuben. Bei allen Einheiten der 10.Armee ist eingehend nochmals Unterricht über Spionage und Sabotage, gem. Jahresverfügung 1939 "Der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht" Nr.3001.4.39 geh. Abw.III (W) abzuhalten. Teilnahme ist durch Namensunterschrift in jedem Falle zu bescheinigen. 3.) Organisation der Spionage- und Sabotage-Abwehr. Jeder auftauchende Spionage- und Sabotageverdacht muß auf schnellstem Wege (fernmündlich, Funk oder Melder) an die Abwehrstelle bei l0.Armee Starachowice (Ic/AO,Abw.III) Telefonnummer 38 gemeldet werden. Truppenteile vom Batl.Abt. usw. an aufwärts melden an Ic/AO des Korps, dem sie unterstellt sind. Dieser benachrichtigt Ic/AO Abwehr III bei 10.Armee und setzt die bei ihm befindliche Außenstelle der Geheimen Feldpolizei zu den notwendigen Ermittlungen an. Armeetruppen melden entsprechend unmittelbar an Ic/AO Abw.III bei 10.Armee. Gleichzeitig mit der Meldung an die mil. Dienststelle haben die Einheiten, vom Batl. Abt. u.s.w. an aufwärts, die nächst erreichbare Außenstelle der Geheimen Feldpolizei bezw. der Einsatzgruppe der Sicherheitspolizei für die sofort notwendigen Ermittlungen, Festnahmen usw. einzuschalten. Es sind zuständig: a) f.Einheiten des IV.A.K.: Außenstelle Radom,Hotel Rom, Hauptstrasse, Telefon durch Ic/AO " " VII.A.K: Außenstelle Ostrowice " " XIV.A.K.: " Radom,Forstdirektion, (Telefon d.Ic) Straße des 1.Mai. " " XVI.A.K.: Außenstelle Konskie, Hotel Polonia Telefon durch Ic/AO. " " A.O.K.1: Starachowice, Ul.Pilsudski Nr.161 und Armeetruppen Telefon 119. b) für die im rückwärtigen Armeegebiet eingesetzten Einheiten: Einsatzgruppe der Sicherheitspolizei II in Radom, Zeromskiego 51, Einsatzkommando 5/II Czenstochau, Pilsudskistr.35, Nebenstelle in Tarnowitz, Lublinitz Kielce Starachowice Einsatzkommando 6/II in Radom, Kacimirza Kelles Krauze Nr.7 Nebenstellen in: Wielun, Liliuskiegostrasse Baschka, Ring Nr. 15 Petrikau, Legionärstrasse Nr.14 Radomsko, Bzogowostrasse. Veränderungen in den Einsatz der Außenstellen werden laufend in den besonderen Anordnungen für die Versorgung bekannt gegeben werden. 4.) Dieser Befehl ist an sämtliche Einheiten der 10.Armee bis zur Kompanie, Batterie usw. bekannt zu geben. |
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