| Kriegstagebuch Dezember 1940 | |
| 1.12.1940 | Tätigkeitsbericht Feldpostamt 54. für die Zeit vom 1. bis 15.12. 40 Führer des FpA : FpM S e b a l d Standort und Postaustausch unverändert. Am 15.12.40 wurde das FpA abgebrochen und marschbereit gemacht. Eingegangene Briefbeutel : 230 abgegangene " 105 eingegangene Päckchenbeutel 1843 abgegangene " 1403 |
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| 15.12.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div., 15.12.40-4.1.1941: Besancon. Die Referenten des Divisions-Kommandos werden am 15.12. durch den Ia dahin unterrichtet, dass das Unternehmen "Felix", entwegen die Teilung der Division und Verlegung eines Teils der Truppen gegen Ende Oktober durchgeführt wurde, vorerst nicht zur Ausführung gelangt. entsprechend dem vorgesehenen Unterkunftsraum für die Division wird Ib vorgeschlagen, die Verwaltungsdienste in der Stadt Besancon einzusetzen und eine rebenaue-gabesteile für die abseits liegenden Truppen in l´lsle sur le Doubs zu errichten. Für den Einsatz des Schlächtereizuges ist der vorhandene Schlachthof.für die Bäckereikompanie eine Kaserne(ehemalige französische Militärbäckerei mit 3 brauchbaren ortsfesten Öfen) vorgesehen. Die Errichtung der Ausgabestelle des Div.Verpfl.Amt in Besancon ist auch deshalb sehr günstig, weil in Besancon ein Armeeverpflegungslager ist.Zur Nebenausgabestelle besteht Bahnverbindung. Die Truppenteile des Stabes Wintergerst sind auf Landmarsch angewiesen. Die nichtmot.Teile werden durch das Kraftwagen-Transportregiment 602 befördert, mit dem Eintreffen der ersten Truppen wird ab 18.12.40 gerechnet. Die Verwaltungsdienste marschieren mit der zweiten Gruppe und sollen 20.12.eintreffen. Da der Marsch 5-6 Tage in Anspruch nimmt,ist zu erwarten, dass sie höchstens noch für den Eintreffetag mit Verpflegung ausgestattet sind. Es müssen also alle Vorbereitungen getroffen werden, um die Versorgung am Eintreffe- und diesem folgenden Tag mit Lebensmittel und Futter - bis dahin sind die Verwaltungsdienste noch nicht ausgabebereit - zu sichern. Die Bereitstellung der Lebensmittel äusser Brot und leisch bereitet keine Sorgen, da für die ersten Tage das AVL in Besancon und Belfort bezw. das Armeeverpflegungslager Belfort für die bei Belfort liegenden Truppen die Versorgung übernehmen können. Als Fleischportion kann notfalls Konservenfleisch von den Armeeverpflegungslagern ausgegeben werden, da Frischfleisch nicht im erforderlichen Umfang vorhanden ist und von den Armeeverpflegungalagern beschafft werden kann. Schwierig ist die Brotversorgung, zumals das Vorkommando der Bäckereikompanie meldet, dass die Backöfen der Kompanie instandsetzungsbedürftig sind und nicht eingesetzt werden können. Bei der Armee wird daher beantragt, durch Armeeverpflegungslager Besancon Verpflegung mit Fleisch und Brot für 8500 Mann und 5500 Pferde, durch Armeeverpflegungslager Belfort für 6500 Mann und 300 Pferde für 2 Tage bereitstellen zu lassen. Weiterhin wird Antrag gestellt, die Backanhänger der Armee-Bäckerei-Kompanie 607 in Besancon, die mit ortsfesten Backöfen arbeitet, der Bäckerei-Kompanie der Division solange zur Verfügung zu stellen, bis die deutschen Anhänger der Bäckerei-Kompanie der Division Anstandgesetzt sind. Bezüglich der Brotversorgung der im Armeeverpflegungslager Belfort empfangenden Truppenteile hat die Division auf Weisung der Armee mit der 72.Infanterie-Division in Verbindung zu treten, da das Armeeverpflegungslager Belfort von der 72.Infanterie-Division mit Brot beliefert wird. Die 72. Infanterie-Division kann zwar die Brot Versorgung für die ersten 2 Tage übernehmen, ist aber ohne zusätzliche Arbeitskräfte nicht in der Lage, die Nebenausgabesteile in L’Isle sur le Doubs dauernd mit Brot zu versorgen. Da der Antrag der Division auf Überlassung der Öfen der Armeebäckerei 607 von der Armee genehmigt wird, kann die Division auf die dauernde Aushilfe durch die 72.1nfanterie-Division verzichten. Dringend ist auch die Bereitstellung von Schlachtvieh. Beim Beesirksverwaltungs Chef C in Dijon wird ausserterminlich die Bereitstellung von Schlachtvieh für den Rest des Monats Dezember und für Januar 41 - erste Lieferung zum 20.12.40 - erbeten. Durch Besondere Anordnung ergeht folgende Regelung: Für die eintreffenden Truppenteile findet erstmaliger Verpflegunsempfang am 20.12. je nach Lage des Unterkunftsbereichs bei dem Armeeverpflegungslager Besancon oder Belfort statt. Ab 21.12. sollten die Verwaltungsdienste der Division in Besancon bezw. L’Isle sur le Doubs ausgabebereit sein. Durch starke Schneefälle und Vereisung der Strassen treten Verzögerungen während der Marschbewegung ein, sodass sich die Ankunft um 2 Tage verzögert. Da die Verwaltungsdienste erst in der Nacht vom 21./22.12 ankommen, kann die Ausgabe in den Ausgabestellen der Division nicht wie vorgesehen am 21.12., sondern erst am 23.12. aufgenommen werden. Bis dahin empfangen die Truppenteile bei den Armeeverpflegungslagern. Es hat sich gezeigt, dass es zweckmäßig gewesen wäre, die Verwaltungsdienste unabhängig von einer Marschgruppe an der Spitze der gesamten Truppenteile marschieren zu lassen. Dadurch wären sie nicht in ihrer Marschbewegung gehemmt gewesen und hätten Tage vor den übrigen Truppen eintreffen und ihren Einsatz vorbereiten können. Am 23.12. ist das für 20.12. bestellte Schlachtvieh noch nicht eingetroffen, eine Tatsache die im Hinblick auf die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage zunächst grosse sorgen bereitet. Durch Bereitstellung von Gefrierfleisch ist es dann wenigstens möglich, an den Feiertagen nicht auf Fleischkonserven zurückgreifen zu müssen. Auf Weisung des XXXXIX.Armeekorps müssen die während des Marsches verbrauchten Sätze der "1.Ausstattung” sofort aufgefüllt werden. Entsprechende Anordnung ergeht an die Truppenteile. Da die erforderlichen Brotmengen von der Bäckerei-Kompanie d er Division in der kurzen Zeit nicht mehr hergestellt werden können, stellt die 52.Infanterie-Division 15000 Portionen Brot zur Verfügung. Die vollständige Einarbeitung der Verwaltungsdienste und die ordnungsgemäße Versorgung ist in kürzester zeit erreicht. Ab 16. 2. entfällt die den Übungsverbänden der Division bewilligte Verpflegungszulage. Die teilweisen schlechten Unterkunftsverhältnisse und die strenge Kälte erfordern schnellste Bereitstellung von Unterkunftsbedürfnissen - Öfen, Decken, Strohsäcke —. Zunächst kann von den örtlichen Dienststellen (Quartieramt und Armeematerialienlager) nur ein kleiner Teil des benötigten Bedarfes bereitgestellt werden. Die bei der Armee vor der Ankunft der Truppenteile angeforderten Stohsäcke und 2.Decken können erst später bereitgestellt werden, da sie aus entfernten Lagern abberufen werden mussten. Am 27.12. wird Divisions-Intendant Dr.Bernklau als Intendant Generalkommando XXXXIX.A.K. Intendanturrat Dr.Stöckinger als Intendant der 1.Gebirg-Division eingeteilt. Das Kraftwagentransport-Regiment 602 scheidet wenige Tage nach der Ankunft wieder aus dem Verband der Division. |
| 16.12.1940 | Besancon: 1 Obgfr. wegen unerl. Entfernung zu 4 Jahren Gef.u. Rangverlust. 1 Obkan. wegen Gehorsamsverweigerung zu 6 Jahren Gef. u. Rangverlust. 1 Obgren. wegen unerl. Entfernung zu 5 Wochen gesch. Arrest. 1 Jäger wegen unerl. Entfernung u.a.zu 1 Jahr u. 1 Mon. Gef. 1 Gefr. wegen Ungehorsams u.a. zu 1 Jahr 6 Mon.Gef. und Rang Verlust. 1 Gefr. wegen mil. Diebstahls zu 1 Jahr 1 Mon. Gef. u. Rangverlust. Tätigkeitsbericht Fledpostamt 54. für die Zeit vom 16.12.40 bis 31.12.40 Führer des FpA : FpM S e b a l d Das FpA war vom 16.12. bis 22.12. auf dem Marsche. Unterbringung des FpA ab 23.12.40 in Besancon, Rue de Belfort. Abholung der ankommenden Posten am Bahnhof Besancon. Da während des Marsches vom 16. bis 22.12. keine Post empfangen werden konnte, hatten sich in Besancon 6 Sackwagen mit insgesamt 2492 Beuteln angesammelt, die jedoch unter Beihilfe eines Truppenkommandos von 20 Mann am 24.12.40 um 17.00 Uhr restlos verarbeitet waren. Der Weihnachtsverkehr wickelte sich glatt ab. FpS Prestel wurde am 31.12. entlassen. Eingegangene Briefbeutel : 248 abgegangene " 53 eingegangene Päckchenbeutel 4697 abgegangene " 229 |
| 17.12.1940 | Mit Befehl Div.Nachsch.Fhr.54 vom 17.12.40 rückt der in Lens verbliebene Hauptteil in den neuen Unterkunftsraum Besancon. Abmarsch: 19.12.40 / 8.30 Uhr. Marschweg: Lens - Arras - Cambrai - St.Quentin -La Fere - Laon - Reims - Chalons sur Marne -Troyes - Chatillon, mit Tagesziel Dijon. Tagesmarschleistung: 250 km. Abmarsch: 21.12.40 / 8.00 Uhr. Marschweg: Dijon - Dole - Besancon. Tagesmarschleistung: 90 km. bei Der in Salins abgestellte Zug der Gruppe Süd vereinigt sich hier wieder mit der Kompanie. In der Berichtszeit vom 8.7.40 bis 2.4.41 wurden von der Kw.Werkstatt-Kompanie 54 an Kfz.-Reparaturen ausgeführt: 982 Lkw., 1130 Pkw., 715 Kräder, 413 sonstige Reparaturen, bei einem Arbeitszeitaufwand von 36059 Facharbeiter- und Maschinenstunden. Vom Waffenmeisterzug wurden für Instandsetzung und Formveränderung an Infantrie-Waffen 1300 Arbeitsstunden aufgewendet. |
| 18.12.1940 | |
| 19.12.1940 | |
| 20.12.1940 | |
| 21.12.1940 | 1 Obsch. wegen unerlaubter Entfernung zu 2 Jahren Gef. und Rangverlust. 1 Obgfr. wegen Bedrohung - Verfahren eingestellt- |
| 22.12.1940 | |
| 23.12.1940 | |
| 24.12.1940 | Tätigkeitsbericht Div.Nachsch.Fhr.54, 24.12.1940-29.3.1941: Vom Beginn dieser Berichtszeit ab wurden die in Raum Bethune verbliebenen Restteile der 1.Geb.Div. (Stab Wintergerst) an die im Raum Besancon liegenden Teile herangezogen. Der Verband des Div.Nachsch. Fhr. 54 war somit wieder geschlossen. A. Tätigkeit der Nachschubdienste: I. Laufende Versorgung der Division: 1. mit Mun. und Gerät (Mun.- und Gerätelager in Tarcenay und Fort Benoit b.Besancon); 2. mit Betriebstoff (Betr.St.-Ausgabestellen in Fort Lesney und Clerval); (ausgegebene Gesamtmenge 246 cbm) 3. Kfz.-Instandsetzung durch Kw.Werkst.-Komp.54 (in Besancon); 4. Antransport von Winterbekleidung, Hochgebirgsausrüstung, Wintersportgerät und Waffen aus München, Ingolstadt und Rosenheim. II. Ausbildung der Nachschubdienste: 1. Gasschutzausbildung; 2. Geländedienst, Schulschiessen und Gefechtsschiessen; 3. Übungen in der Abwehr von Flieger-, Panzer- und Schützenangriffen auf Kolonnen; 4. Ausbildungskurse für Offz.-Eigner und Offz.-Anw.; 5. Schirrmeisterlehrgang; 6. Fahrschulen; 7. techn. Ausbildungslehrgänge für Offiziere bei Kw.Werkst.-Kp. 54; 8. Lehrgang für Gasschutz-Uffz.; 9. Lehrgang für Kanzleipersonal. III. Besichtigungen: 1. der Ortsunterkünfte, Betriebstoff-Ausgabestellen und Werkstätten durch Div.-Kommandeur; 2. Besichtigung der Einheiten bei Übungen durch Div.-Kommandeur. IV. Kfz.-Pflege: 1. Aufstellung einer Instandsetzungsstaffel bei Stab Div .Nachsch.Fhr. 54 für die Einheiten des Div. Nachsch. Fhr. 54 zur Entlastung der Kw.Werkst.-Komp. 54; 2. Instandsetzung der Kfz. durch die Einheiten selbst; 3. wiederholte Kfz.-Appelle bei den Einheiten durch Kfz.-Sachbearbeiter und techn.Inspektor; 4. Überholungen von Kfz. in Parken, Beibringung von Ersatzteilen, Reifen und Glysantin. V. Gesamtleistung in der Berichtszeit: 18 995 km Wegstrecke, 914 to beförderte Güter. VI. Geistige Betreuung der Truppe im Winter: 1. durch umfangreiche Urlaubsbewegungen; 2. durch Ermöglichung des regelmässigen Besuches von Theatern, Lichtspieltheatern und Varietes; 3. durch Vorträge; 4. durch Besichtigungsfahrten nach Paris. VII. Herstellung erhöhter Marschbereitschaft: 1. zum 15.1.41; 2. zum 16.2.41. B. Unterkünfte der Nachschubdienste: Raum Besancon - Amancey - Clerval; gute Quartierverhältnisse. Am 29.3.41 - wählend einer grösseren Übung vor dem Div.Kdr. über Verteidigung marschierender Mun. Kolonnen - trifft der Abmarschbefehl ein. Die Vorbereitungen für den Marsch in das neue Aufmarschgebiet (gegen Jugoslavien) beginnen. Unterbringung der 1.Gebirgs Division im Raum um Besancon. 24.12.40 - 28.3.41. Zur Sicherstellung der befohlenen Wintermarschbereitschaft wurden bei Armeeveterinär 1 Gewindebohrer und 100 000 E-Stollen angefordert. Während die Anforderung an Stollen erfüllt wurm de, konnten nur etwa 30% der bestellten Gewindebohrer beliefert verden. Bei der schon knappen Ausstattung mit Gewindebohrern traten jetzt ernstliche Schwierigkeiten auf, zumal häufig Hufeisen französischer Fertigung geliefert wurden in deren Gewinde die deutschen Stollen nicht einzuschrauben waren. Durch die Einrichtung von Pferde Verband Plätzen bei den Regimentern und selbständigen Abteilungen bestand nicht mehr das Bedürfnis den Pf.Sa.Pl. Mesmay aufrecht zu erhalten. Er wurde am 30.12.40 eingezogen. Am 2.1.41 meldete Rgt.Vet. G.J.R.99: 1 Pferd der 15./G.J.R.99 räudekrank, Milbennachweis positiv. 6 weitere Pferde ansteckungsverdächtig. Am 4.1.41 wurde Räudeverdacht bei Geb.Fahrkol.1/54 erklärt. Milbennachweis negativ. 5 Pferde ansteckungsverdächtig. Sämtliche Pferde wurden in das Armee-Pferde-Lazarett 593, Spinal eingeliefert und dort begast. Weitere Räudeerkrankungen traten in Zukunft nicht mehr auf, sodass die Räude am 14. bzw. 17.2.41 als erloschen erklärt werden konnte. Für die Vet.Offz. war strengste Durchführung der wöchentlichen Pferdeappelle und schärfste Ueberwachung des Pferdebestandes auf Räudeerscheinungen befohlen. Der Div.Vet. überzeugte sich durch häufige Teilnahme an Pferdebesichtigungen von der Durchführung dieses Befehls und dem Gesamtzustand der Pferde der Division. Bei einer Kommandeurbesprechung wies der Div.Kommandeur auf Vorschlag IVc die Truppenführer auf die Gefahr der Räude hin und forderte scharfe Ueberwachung der Tierbestände, Einwirkung auf die unterstellten Einheiten im Sinne sorgfältiger Pferdepflege und nachdrückliche Unterstützung der von den Vet.Offz. vorgeschlagenen Vorbeugungs- bzw. Bekämpfungsmassnahmen. |
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