246.Volks-Grenadier-Division
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Kriegstagebuch Dezember 1944
6.12.1944 Erinnerungen Oberst Wilck:
In den nächsten Tagen erlebt die Division weitere starke Angriffe. Bis zum 6.12. gehen Inden und das wichtige Höhengelände bei Lucherberg,

bis zum 13.12. Pier verloren.
15.12.1944 Erinnerungen Oberst Wilck:
Jedoch ist zu Beginn der Ardennenoffensive am 15.12. die H.K.L. westlich der Roer im Div.Abschnitt gehalten
und fest in eigener Hand. Mitte Dezember wird die Division aus der Front herausgezogen, um weiter südlich neue Verwendung zu finden.
Die 9.amerikenische Armee war nach den Anschlusskämpfen um Aachen Ende Oktober nördlich der 1.U.S. Armee eingeschoben. Sie hatte das XIX.Korps
von dieser übernommen. Die Trennungslinie zwischen der 1. und der 9.Armee verlief nördlich Aachen - südlich Würselen - halbwegs Jülich-Düren.
Links von der 1. griff die 9.Armee mit 3 Infanterie Divisionen der 30., 29. und 102., in engster Zusammenarbeit mit starken Panzergruppen mit
grossem Elan einer frischen, siegessicheren Truppe die 246.Div im Rahmen des LXXXI.Armeekors an. Die Unterstützung dieser Angriffe durch
überlegene Artillerie und durch dauernden Kampffliegereinsatz mit vorbereitenden Bombenteppichen im Hintergelände war ausserordentlich wirksam.
Die feindliche Luftwaffe konnte bei guter klarer Sicht nach einer Regenperiode von mehreren Taren vor dem Angriffsbeginn die Angriffttruppe
besonders wirksem und erfolgreich unterstützen, zumal fast jede Abwehr dagegen deutscherseits fehlte. Feuerspeiende Panzer im Ortskampf,
Schaufelpanzer beim Aufrollen der H.K.L., und eine vorbildlich zusammenarbeitende Panzerwaffe, die ihre Infanterie vorwärts schoss, wirkten
erdrückend auf die deutschen Grabenkämpfer. Die Ersatzfrage, die bei den deutschen Kampfverbänden um diese Zeit ein heikler und wunder Punkt
war, spielte beim Gegner kaum eine Rolle. Vielleicht war die Kampfunerfahrenheit seines Eratzes aus jungen tatenfrohen Männern ein Vorteil
gegenuber den deutschen älteren Jahrgängen, die durch die Schrecken des Krieges schon recht mürbe und müde geworden waren.
16.11.1944 Erinnerungen Oberst Wilck:
Ein schwerpunktmässiger Stoss zielte ab 16.11. offensichtlich auf Jülich. An diesem schweren Abwehrkampf war die bei Aachen zerbrochene und
notdürftig wiederhergestellte 246.Volks-Gren.Div. an erster Stelle. 7 Tage und später nocheinmal 15 Tage lang beteiligt. Ihr inneres Gefüge
war naturgemäss sehr schwach. Um überhaupt halbwegs brauchbare Kampfstärken bei und nach den starken Ausfällen der Grosskampftage zu erzielen,
wurden kampfunerfahrene, fast unausgebitdete Soldaten, aufgelöste Luftwaffenverbände, sogenannte Alarmkompanien, aus rückwärtigen Diensten
ausgekämmt, Urleubereinheiten, irgendwo auf Bahnhöfen zusammengestellt, Versprengtenheufen und ähnliche Gruppen eingereiht. An keiner Stelle
ge1ang dem Feind. der erstrebte Durchbruch auf die Roer Diese konnte südlich Jülich auch beim erneuten Einsatz der Division nach kurzer
Auffrischung ab 30.11. gehalten werden. Was die materielle feindliche Überlegenheit an Waffen und Fluggzeugen offensichtlich, so kamen andere
Erfahrungen aus den Gesamtkämpfen hinzu:
a) Beim Gegner hatte jeder Führer kleiner Abteilungen, so Infanteriezüge, Geschütz und andere Führer, ein Funksprechgerät. Auf deutscher Seite
funktionierten die wenigen, bei den Stäben eingesetzten Funkgeräte meist infolge der starken Störungen nicht. So konnten oft wichtie Nachrichten
nicht oder sehr verspätet übermittelt werden, z.B. der Feindübergang bei Inden am 1.12. Aber auch die Verständigung zwischen Inftanterie und
Artillerie, der Artillerie untereinander oder Infanterie und Panzern krankte an dem Mangel und der Unzulänglichkeit der Nachrichtenmittel.
Oft konnten daher die erkannten Schwerpunkte des feindlichen Angriffs nicht übermittelt und zerschlagen werden.
b) Der Feind verstand es meisterhaft, erzielte Einbruchsstellen sehr wendig abzuriegeln, sodass deutsche Gegenstössse stets mit grössten
Verlusten verbunden waren. Auch hierbei stellte die exakte Nachrichtenübermittlung eine entscheidende Rolle. Die zur Zeit viel Wasser führende
Roer und Inde waren zwar ein Panzerhindernis, doch waren auch die eigenen vorbereiteten Stellungen dort starek verschlammt. Das war ein grosser
Nachteil für die eigene Truppe.
d) Bewährt hat sich die stützpunktartige Besetzung der H.K.L. mit weiteren Zwischenräumen. Sie gab den alten oder jungen, wenig ausgebildeten
Ersatzsoldaten einen grösseren Halt, als der einsame Kämpfer oder Doppellposten.
e) Bewährt haben sich die tief angelegten einfechen Feldbefestigungen, Gräben und Deckungslöcher mit guter gegenseitiger Unterstützung im Gegensatz
zu dem Westwall, der viel Kosten verursacht hatte und keineswegs eine entscheidende Bedeutung auf die Operationen hatte.
f) Bewährt hat sich das Ausscheiden von auch noch so kleinen Kampfreserven zu sofortigen Gegenstössen. Wenn ein späterer Gegenstoss erfolgen soll,
dann eignen sich, im Gegensatz zum russischen Gegner, beim Amerikaner die frühesten Morgen-, gegebenenfalls die Nachtstunden dazu, um Aussicht auf
Erfolg zu haben.
g) Die von der Heeresgruppe im November befohlene Dreigliderung des Einsatzes hintereinander, wie sie im Stellungskrieg 1915/18 üblich war, ist bei
der Materialüberlegenheit des Feindes vorteilhaft gewesen. Leider scheiterte ihre frühere Durchführung im Osten und Westen am Mangel an Kräften.
Im Ganzen hat die 246. Volks—Gren.Div. bei den zwei Schlachten um Aachen voll ihren Mann gestanden und es in diesen Wochen dem an Kräften überlegenen,
tapferen Gegner nicht leicht gemacht, deutsches Land zu erobern.
 
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