| Kriegstagebuch Oktober 1940 | |
| 1.10.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div.: Arras Am 1.10.40 wird an die Truppenteile Winterbekleidung, soweit sie von der Armee schon geliefert wurde, ausgegeben. Die Winterbekleidung für die Gruppe Arko wird von einem Truppenteil empfangen und in Antwerpen ausgegeben. Durch die Änderung des Gefechtsgebietes mit rückwirkender Kraft ergibt sich, dass die Division Frontzulage für Tage auszahlen liess, für die sie nach den Anordnungen der Armee zuerst zustand und nunmehr wieder entfällt. Inausgabebelassungsantrag wird bei der Armee gestellt. Arras: 1 Jäger wegen Diebstahls u. Betrugs zu 2 Jahren Gef. u.Rangverl. 1 Uffz. wegen Ungehorsams u.a. zu 3 Jahren Gef. u. Rangverl. 1 Jäger wegen unerl. Entfernung zu 2 Jahren Gef. u. Rangverl. 1 Pion. wegen Volltrunkenheit zu 6 Mon. Gef. 1 Uffz. wegen fahrl. Tötung u.a. zu 1 Jahr 6 Mon. Gef. u.Rangverl. Tätigkeitsbericht Feldpostamt 54. für die Zeit vom 1.10. bis 15.10.40 Führer des FpA : Feldpostmeister S e b a l d Standort unverändert : St Pol. Postaustausch unverändert : K 500 in Lille. Die ankommenden Päckchenbeutel haben gegenüber der Zeit vor Wiedereinführung der 1 Kg-Päckchen eine Steigerung von insgesamt 87 %, die abgehenden Päckchenbeutel eine solche von 36 % erfahren. Am 9.10. traf vom Ersatztruppenteil ein : FpKwf Friedrich M a r t i n. Dafür wurde der FpB Bohringer an das FpA K 538 zurückgegeben. Bei der Ausrüstungs = RPD wurde Antrag auf Erhöhung des Wertzeichenbestandes auf 1000.-RM gestellt. Durch Div.Befehl wird veranlasst werden, dass die Einheiten die Päckchen freigemacht beim FpA aufliefern. Eingegangene Briefbeutel : 238 Abgegangenen " 149 Eingegangene Päckchenbeutel: 3433 abgegangene " 1135 |
| 2.10.1940 | Ambleteuse: 1 Gefr. wegen fahrl. Körperverletzung u. unvorsichtiger Behandlung von Waffen u. Munition zu 4 Wochen gesch. Arrest. 1 Obpion.wegen Diebstahls zu 7 Mon. Gef. 1 Gefr. wegen fahrl. Körperverletzung Ambleteus: u. unvorsichtiger Behandlung von Waffen u. Mun. zu 4 Wochen gesch. Arrest. 1 Obpion.wegen Diebstahls zu 7 Mon. Gef. |
| 3.10.1940 | |
| 4.10.1940 | |
| 5.10.1940 | |
| 6.10.1940 | Tätigkeitsbericht
IVa 1.Geb.Div.: Arras Durch Korpsbefehl und HVBl.-Ausschreibung wird bekanntgegeben, dass der Wehrsold und die sonstigen Gebührnisse in den besetzten Gebieten jeweils in der Landeswährung auszuzahlen sind. Da die Zeit nicht mehr ausreicht, um die Feldkasse und die Zahlstellen der Division mit den entsprechenden Zahlunsmitteln für den Zahltag am 11.10.40 auszustatten, müssen noch Reichskreditkassenscheine aus-gegeben werden. Die Zahlstellen der Gruppe Arko in und bei Antwerpen werden angewiesen, ihre Kassenscheine bei der Reichskreditkasse in Antwerpen gegen belgische Währung umzutauschen. Bisher hatten die Zahlstellen der Gruppe Arko ihren Geldbedarf bei der Feldkasse der Division, die sich im Unterkunftsbereich der Gruppen der 1. u. 3.Staffel befindet, abgehoben, weil sich in Antwerpen oder in der näheren Umgebung keine Feldkasse befindet, für die Zukunft ist es erforderlich, die Zahlstellen der Gruppe Arko auf die Feldkasse der Oberfeldkommandantur Brüssel anzuweisen, weil eine Ausstattung der Feldkasse der Division sowohl mit franz. (für 1. u. 3.Staffel) und belgischer Währung (Gruppe Arko) nicht möglich ist. Entsprechender Antrag wird dem Korpsintendant VII vorgelegt. |
| 7.10.1940 | Antwerpen: 1 Pion. wegen unerl. Entfernung zu 3 Jahren Gef. 1 Kan. wegen Gehorsamsverweigerung u.a.zu 3 Jahren 6 Mon. Gef. 1 Gefr. wegen mil. Diebstahls zu 6 Mon. Gef. |
| 8.10.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div.: Arras Am 8.10.40 morgens wird das Verpfl.Sonderlager der Division in St.Trikat von englischen Fliegern angegriffen und bombardiert. Teile der dort ausgelagerten Verpflegung wurden dabei vernichtet (vergl.beiliegenden Bericht an Armeeintendant 16 - Anlage 4). |
| 9.10.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div.: Arras. Am 9.10.40 erhält die Gruppe Arko Befehl, sämtliche mit Verbesserung der Unterkünfte usw. zusammenhängenden Maßnahmen einzustellen. |
| 10.10.1940 | Arras: 1 Jäger wegen gefährl. Körperverletzung zu 2 Jahren Gef. |
| 11.10.1940 | |
| 12.10.1940 | |
| 13.10.1940 | Tätigkeitsbericht
IVa 1.Geb.Div., 13.10.-19.10.1940: Arras. Die Gruppe Arko wird aus ihrem Unterkunftssraum bei Antwerpen abgezogen und in den Raum der Division zurückverlegt. Zugleich werden die im Südteil des bisherigen Divisionsbereiches liegenden Truppenteile im Zuge einer allgemeinen Umorganisation, etwas nach Norden verlegt (vergl. beiliegendes Kartenmaterial). Die Truppenteile der Gruppe Arko erreichen ihren neuen Unterkunftsraum in der Zeit vom 17. - 20.10.40 auf dem Landmarsch bezw, durch Eisenbahntransport. Die auf den Schiffen der Gruppe Arko verladene Sonderverpflegung und Bekleidungsreserve wird wieder ausgeladen und in einem Lager bei Hoboken (Vorort von Antwerpen) eingelagert, nachdem vorher von der Armee befohlen wurde, dass die Bestände vorerst von den Divisionen zu verwalten sind. Vom Eintreffen des Befehls für die Zurückverlegung der Gruppe Arko bis zum Abmarsch standen nur wenige Tage zur Verfügung. Div. Entladung der 140 to Sonderverpflegung und Bekleidungsreserve aus den bereitstehenden 14 Schiffen und die Einlagerung im Lager Hoboken musste an einem Tag durchgeführt werden. Hierbei zeigte sich, dass die Verpflegung infolge ihrer mangelhaften Verpackung sehr gelitten hatte. Die seinerzeit vom Armeesonderlager Pont Ardres empfangene Verpflegung war zum grossen Teil in Pappkartons und leichten Holzkisten verpackt. Durch das oftmalige Verladen, die langen Transporte auf schlechten Strassen und durch das Ein- und Ausladen auf den Schiffen hatte die Verpackung in den meisten Fällen sehr gelitten. Die Folge davon war, dass bei der Entladung der Schiffe und Einlagerung ein völliges Durcheinander der einzelnen Verpflegungsmittel nicht zu vermeiden war. Schon bei der Übernahme von den Verladeoffizieren konnte festgestellt werden, dass sowohl Verpflegung wie auch Bekleidung fehlte. Eine genaue Registrierung der Fehlbestände war bei der Kürze der Zeit und den durch die Unordnung entstandenen Schwierigkeiten unmöglich. Ein Verschulden kann den beauftragten Organen der Division nicht beigenessen werden. Bei der Übernahme der Verpflegung von der Armee war nicht bekannt, welche Zeit bis zum S-Tag zur Verfügung stand. Auf Grund verschiedener Anzeichen musste angenommen werden, dass der Einsatz schon in kürzester Zeit bevorstand. Allein aus diesem Grunde konnte von seiten der Division nicht einmal der Versuch gemacht werden, die Verpackung zu ergänzen bezw. zu verbessern. Ausserdem waren die von der Division angeforderten Verpackungmittel noch nicht geliefert. Bei der überschlägigen Ermittlung des Gesamtbestandes ergab sich, dass nicht nur ein Teil der Verpflegung, insbesondere Schokolade, Hartwurst usw., sondern auch Bekleidungsstücke, in der Hauptsache Wäsche fehlte. Zum Teil dürften Diebstähle der Verlademannschaften, zum anderen Teil solche des zivilen Schiffspersonals (belgische Hafenarbeiter) die Ursache des Fehlbestandes sein. Die Feststellung der Täter ist kaum möglich, da nicht bekannt ist, wann und wo ein Diebstahl stattfand. Ausserdem waren soviele Mannschaften an den Verladungen beteiligt, dass aus diesem Grund allein schon eine Feststellung der Täter mit negativem Ergebnis verlaufen muss. Ein Sonderkommando des Divisions-Verpf1.Amts übernahm die in Hoboken eingelagerten Bestände, mit dem Auftrage, diese zu ordnen und den genauen Fehlbestand festzustellen. |
| 14.10.1940 | |
| 15.10.1940 | Antwerpen: 1 Jäger wegen Fahnenflucht zu 5 Jahren Zuchthaus und Verlust der Wehrwürdigkeit. 1 Obkan. wegen Ungehorsams zu 6 Wochen gesch.Arrest 1 Gefr. wegen tätl. Angriffs zu 1 Jahr Gef. 1 Gefr. wegen Volltrunkenheit zu 2 Jahren Gef. und Rangverlust. 1 Gefr. wegen tätl. Angriffs, zu 1 Jahr u. 3 Mon. Gef. und Rangverlust. |
| 16.10.1940 | Tätigkeitsbericht Feldpostamt 54. für die Zeit vom 16. bis 31.10.40 Führer des FpA : FpM S e b a l d Standort des FpA bis 17.10.40 St Pol, ab 18.10. Bethune. Dienstwohnung in einem Theatergebäude Savigny. Postaustausch wie bisher, Länge der Landwege hin und zurück = 72 km. Der m.Kom 34148 wurde am 26.10. zur Instandsetzung beim HKP Arras eingeliefert. Zustand der übrigen Fahrzeuge zufriedenstellend. Der Absatz von 10.250.- RM Postwertzeichen hätte verdoppelt werden können, wenn die Postleitstelle Lille in der Lage gewesen wäre, die angeforderten Wertzeichen rechtzeitig zu liefern. Durch die uneingeschränkte Versendung von 1 Kg-Päckchen in die Heimat ist eine weitere Steigerung der Beutelzahl um 98 % festgestellt worden. Eingegangene Briefbeutel : 263 abgegangene Briefbeutel : 155 eingegangene Päckchenbeutel : 3680 abgegangene " : 2380 |
| 17.10.1940 | Am 17.10.40 wird die Kompanie, mit Ausnahme des Zuges in Contich, von Arras nach Lens verlegt. Dort wird am 18.10.40 aufgebaut und die Kompanie steht um 12.00 Uhr aufnahmebereit. Der dem Unternehmen "Seelöwe" angeschlossene Zug übersiedelt am 18.10.40 mit der Marschgruppe Kreppel von Contich über Brüssel - Hal - Ath -Tournai - Lille - Hazebrouck nach St.Omer. In 12 Stunden Marschzeit wurden 270 km zum Tagesziel zurückgelegt. |
| 18.10.1940 | |
| 19.10.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div.: Die Verwaltungsdienste erreichen am 19.10.40 ihren neuen Einsatzort in Bethune. |
| 20.10.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div., 20.10.-26.10.1940: Arras. Als Folge des Vortrages des Div.-Intendanten beim Heeres-Intendanten am 11.10.40 erhält die Division am 20.10.40 vom Militärbefehlshaber Frankreich die Genehmigung eine grössere Menge Gebirgssonderbekleidung von Heeresbekleidungsamt München abzuholen. Eine Kolonne wird in Marsch gesetzt, das Heeresbekleidungsamt verständigt. Alle Truppenteile der Division sind wieder auf die in Bethune eingesetzten Verwaltungsdienste angewiesen. Infolge der Unterkunftsveränderungen bei einem Teil der Truppen in der Zeit vom 17. - 20.10.40 müssen sämtliche laufende Feststellungen über benötigte Baracken, Unterkunftsausstattung, Brennmittelversorgung neu begonnen werden. Bereits fällige Termine werden dadurch verzögert, bereits abgegebene Meldungen an das Korps bezw. die Armee müssen widerrrufen werden. Am 25.10.40 findet Unterrichtung des Stabes über die Trennung der Division statt. Das Divisionskommando wird mit dem G.J.R.98, einer Pionier- und einer Nachr.Kompanie, Teile des Div.Nachsch.Führers und der San.Komp. 2./54 in den Raum um Besancon zur späteren Durchführung einer Sonderaufgabe verlegt. Alle übrigen, ständig zur Division gehörenden einschl. der Verwaltungsdienste und die derzeit unterstellten Truppenteile verbleiben im Unterkunftsraum. Stab/Arko 152 übernimmt die Führung der zurückbleibenden Teile. Er wird zu diesem Zweck durch Zuteilungen vom Korps bezw. der Armee und aus den eigenen Truppenteilen verstärkt. Die Bearbeitung der IVa-Geschäfte beim Stab/Arko 152 übernimmt ein vom Armeeintendanten 16 kommandierter Beamter des Intendanturdienstes. Da keine bestimmte Weisung vorliegt, ob die Trennung eine endgültige oder lange dauernde ist, werden nur die laufenden Angelegenheiten an den IVa-Bearbeiter übergeben. In wichtigen Angelgenheiten, insbesondere Personalfragen bleibt nach einem Ia-Befehl weiterhin das Div.-Kommando zuständig. Das Divisionskonmando erhält zur Unterscheidung künftig die Bezeichnung "Div.-Kommando 1.Gebirgs-Division", der Stab/Arko 152 als Kommandostab der zurückbleibenden Teile die Bezeichnung "1.Gebirgs-Division (Stab Wintergerst)". Am 25.10.40 traf ein Befehl der Armee ein, wonach die für das Unternehmen "Seelöwe" empfangene Verpflegung und Bekleidung wieder restlos einzuliefern ist. Da der Divisionstab bereits am 27.10*40 den Marsch in den neuen Unterkunftsort antritt, wurde der Führer des Divisions-Verpfl-Amtes eingehend mündlich unterrrichtet und mit der Durchführung der erforderlichen Arbeiten beauftragt. Da die Truppenteile ohnehin mit Gebirgssonderbekleidung ausgestattet sind, erhielt der Führer dea Div.Verpfl.Amtes noch Weisung die geringen, in den einzelnen Sonderlagern der Division niedergelrgten Bestände dieser Bekleidung nicht an die Armee abzuliefern, sondern mit der in den nächsten Tagen aus München eintreffenden Gebirgsbekleidung und Ausrüstung nach einer Verteilungsübersicht zu verteilen und die auf die nach Besancon abrückenden Truppenteile entfallende Menge dem Div.-Kommando zur Verteilung zuzuführen. |
| 21.10.1940 | Arras: 1 Gefr. wegen mil. Diebstahls u.a. zu 9 Mon.Gef. 1 Uffz. wegen Unterschlagung zu 4 Mon. Gef. u. Rangverlust. 1 Uffz. wegen Diebstahls zu 3 Mon. Gef. 1 Gefr. wegen. Diebstahls zu. 2 Mon. Gef. 1 Gefr. wegen Diebstahls zu 6 Wochen gesch. Arrest. |
| 22.10.1940 | |
| 23.10.1940 | |
| 24.10.1940 | |
| 25.10.1940 | |
| 26.10.1940 | |
| 27.10.1940 | Tätigkeitsbericht Div.Nachsch.Fhr.54, 27.10.-23.12.1940: Am 27. und 28.10.40 wurden Teile der 1.Geb.Div. (Div.Kdo., G.J.R. 98, 1 Pi.-Komp., 1 Na.-Komp., Teile der San.Dienste und Teile der Nachsch. Dienste) in den Raum Besancon verlegt. Der Stab Div.Nachsch.Fhr. 54 und der Verband selbst wurden geteilt. Die in den Raum Besancon verlegten Teile waren: a) ein Halbstab Div.Nachsch.Fhr. 54 (Führer: Major Dr. Hofmann), b) 3 mot. Kolonnen, c) kl.Kw.Kol.f.Betr.St. 13/54, d) ein Zug der Kw.Werkst.-Komp. 54, e) ein Zug der Geb.Nachsch.-Komp. 54. A. Tätigkeit der Nachschubdienste: I. Zur Vorbereitung für das Unternehmen "Felix" wurden Mun.-Transporte aus A.M.L. Altkirch und A.M.L. Metz, sowie Gerätetransporte aus den Gerätelagern Metz, Nanzig und Lillers durchgeführt. Die transportierte Mun. und das transportierte Gerät wurden zum Teil in der Mun.A. Amancey und im Gerätelager Amancey niedergelegt. Der weitaus grössere Teil wurde der Truppe unmittelbar zugeführt. II. Die laufende Versorgung der Division: 1. mit Betriebstoff (Betr.St.-Ausgabestelle in Port Lesney; ausgegebene Gesamtmenge 169 cbm); 2. durch Kfz.-Instandsetzung der Kw.Werkst.-Komp. 54 (in Salins); 3. Antransport von Winterbekleidung und Hochgebirgsausrüstung. III. In der Berichtszeit wurden insgesamt geleistet: 21 016 km Wegstrecke, 540 to beförderte Güter. IV. Die Kfz.-Instandsetzung und die Kfz.-Pflege der Nachschubdienste wurden wie bisher weiter betrieben. V. Die Ausbildung ging weiter: insbesondere Gasschutzausbildung, Scharfschiessen, Gefechtsausbildung in bergigem Gelände unter Berücksichtigung der Anforderungen des Einsatzes "Felix". B Unterkünfte der Nachschubdienste: Raum südlich Besancon (genügende bis gute Quartierverhältnisse). Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div., 27.10.-2.11.1940: Arras. Am 26., 27. u.28.10.40 verlassen die für das Sondervorhaben bestimmten Truppenteile mit dem Div.Kdo. den Unterkunftsraum. Zu dem Unternehmen sind befohlen: Div.Kdo. G.J.R.98 3.(mot)/Geb.Pi.54 1./Geb.Nachr.Abt.54 1/2 Stab/Div.Nachsch.Fü.54 1 Zug Werkst.Komp.54 1 Betr.Stoffkol. 5 kl.Kw.Kol. San.Komp.2./54 mit Kr.Kw.Zug 2./54 Die Truppenteile erreichen ihren neuen Unterkunftsraum bei Besancon (siehe Kartenmaterial) mit Eisenbahntransport bezw. durch mot. Landmarsch. Verpfl. durch kalte Kost. Der Division, die im neuen Raum dem XXXXIX.A.K. unterstellt wird, wurden das I.R.Großdeutschl., das Neb.Werf.Rgt.z.b.V.2 mit den Neb. Werf.Abt.1 u.4 zugeteilt. Sofort nach Eintreffen in Besancon wird durch den Korpsintendanten XXXXIX. die Versorgung der Truppenteile der Div. geregelt. Die Truppenteile wurden je nach Lage ihres Unterkunftsraumes auf Verpfl.Ausgabestellen der 5.Inf.Div. in Arbois, Pontarlier und Morteau und das AVL Besancon angewiesen. Schwierigkeiten in der Versorgung traten zunächst nicht auf, da die Ausgabestellen der 5.I.D. reichliche Vorräte besitzen um auch die Truppenteile der Division, obwohl sie vorher keine Kenntnis über die Zuteilung erhalten hatte, zu versorgen. Bemerkenswert ist, dass auch die Abt.IVa des Korps vom Eintreffen der Division keine Kenntnis hatte. Am 28.10.40 wurden die Referenten des Stabes durch Ia über die bevorstehende Aufgabe unterrichtet. Hierüber ist eine besondere Aktennotiz angefertigt, die vorerst zu den geh.Kdos. Akten genommen wird. Bei der Besprechung wird der Div.-Intendant beauftragt, für das Übungsvorhaben 5000 Paar Kletterschuhe zu beschaffen. Noch am gleichen Tag wird ein Fernschreiben über den Korpsintendanten an den Armeeintendanten 1, der versorgungsmäßig für das XXXXIX.A.K. zuständig ist, gerichtet und gebeten, beim OKH die Freigabe der Kletterschuhe zu erwirken. Da voraussichtlich nur 14 Tage für Übungen zur Verfügung stehen, hat die Division grösstes Interesse an der baldigen Bereitstellung der Kletterschuhe. Der Antrag an die Armee wird daher als sehr dringend gekennzeichnet. Eine Anfrage beim Heeresbekleidungsamt München am 1.11.40 ergibt, dass eine Genehmigung des OKH zur Abgabe der Kletterschuhe noch nicht vorliegt. Nachdem festgestellt wurde, dass das Fernschreiben der Division vom 28.10.40 von der Armee noch nicht weitergeleitet ist, wird das Heeresbekl.Amt gebeten, von sich aus das OKH anzurufen und unter Darstellung der umstände um Genehmigung zu bitten. Ein versuchter Anruf beim OKH oder Heeresintendanten von der Div. aus, ist nicht durchzubringen. Als am 2.11.40 das Heeresbekleidungsamt der Division mitteilt, dass vom OKH die Genehmigung nicht erteilt wird, solange nicht ein Antrag des Heeresintendanten vorliegt, da aber die Beschaffung der Kletterschuhe nun noch dringlicher geworden ist, wird mit dem Heeresbekleidungsamt vereinbart, dass die Division zum 4.11.40 ein Empfangskommando nach München entsenden wird, da zu vermuten ist, dass bis zu diesem Zeitpunkt die Genehmigung des OKH Vorliegt. Am 2.11.40 wird für die Truppenteile der Division eine Verpflegungszulage in Form der 1/2 Abendkostportion beantragt. Der Antrag wird auf Grund der zahlreichen Vorstellungen der Rgt.-Kommandeure, dass die Verpflegung bei den anstrengenden Übungen nicht ausreicht, auf dem Verwaltungsdienstweg vorgelegt. |
| 28.10.1940 | Tätigkeitsbericht Div.Nachsch.Fhr.54, 28.10.-23.12.1940: Raum Bethune - Lens. Berichtszeit: 28.10.40 bis 23.12.40. "Halbstab Nord" des Div.Nachsch.Fhr.54 Dieser Teil bezieht sich nur auf diejenigen Teile des Div.-Nachsch.Fhr. 54, die an der Verlegung der 1/2 1.Geb.Div. in den Raum Besancon zum Zweck der Vorbereitung des Unternehmens "Felix" nicht beteiligt waren (siehe Vierteil Teil). Die im Raum Bethune verbliebenen Restteile unterstanden dem"Halbstab Nord" dieser dem Arko 132 (Stab Wintergerst). A. Tätigkeit der Nachschubdienste: I. Abwicklung der für das Unternehmen "Seelöwe" eingerichteten Lager (insbesondere des "Mun.-Lager Hofmann"). II. Laufende Versorgung der Restteile der Division: 1. mit Mun. (Mun.- und Gerätelager in Lillers); 2. mit Betriebstoff (Betriebstoffausgabestelle in La Bassee; 511 cbm); 3. Kfz.-Instandsetzung durch Restteil der Kw.Werkst.-Komp.54 (in Lens). III. Herstellung von Winterquartieren: 1. Anforderung von Material zum Bau von Betten und Ställen; 2. Anforderung von stationären Kocheinrichtungen; 3. Anforderung von Winterbekleidung; 4. Anforderung von Öfen und Brennmaterial. IV. Herstellung neuer Marschbereitschaft: 1. durch Anforderung von Kfz.-Ersatzteilen und Reifen; 2. durch Generalüberholungen (u.a. Aktion Busch). V. Ausbildung. VI. Gesamtleistung der Kolonnen in der Berichtszeit: 5 997 km Wegstrecke, 191 to beförderte Güter. B. Unterkünfte der Nachschubdienste: Raum Bethune - Lens - Arras. Am 28.12.40 rückte das Div.Kdo. den bereits auf dem Transport befindlichen Truppen nach und errichtete das St.Qu. in Besancon. Der Division wurden I.R. Grossdeutschland und Nebel-Rgt.2, beide mot., unterstellt. Unterkunftsraum Besancon - Salins les Bains. Die Division unterstand dem Gen.Kdo.XXXXIX.Geb. A.K., dieses dem A.O.K.1. Am 30.10.40 wurde den Referenten in einer Besprechung durch den Ia bekanntgegeben, dass die Division im Rahmen des XXXXIX.Geb. A.K. für eine Sonderaufgabe -das Unternehmen Felix« vorgesehen sei. Eine Aktennotiz über diese Besprechung wurde zu den Akten geh.Kdos. genommen. Nach Feststellungen bei der Feldkommandantur und der Departementverwaltung herrschte im Unterkunftsraum der Div. in mehreren Orten Infektiöse Anämie. Belegeungsverbot für bespannte Truppenteile durch die Bes.An.f.d.Vers. Armee-Pferde-Sammelplatz in Miseray, 9 km nördl. Besancon. Dauer der Unterbringung in diesem Raum etwa 3 Wochen. Es sind Uebungen in bergigem Gelände abzuhalten. Da die Veterinäreinrichtungen der Armee auf einen sehr grossen Raum verteilt waren und somit die Sicherstellung der veterinären Versorgung der Division in Frage gestellt wär, erging am 1.11.40 an 1.Geb.Div.Stab Wintergerst IVc der Befehl, ein verstärktes Pfd.Sa.Pl.Kdo. in Starke von 1 Veterinäroffizier, 3 Pferde-Transport-Lkw., 1 s.Krad., 12 Uffz. und Mannschaften, 20 Vorratsmaultiere in den Raum Besancon in Marsch zu setzen. Das Kommando traf am 6.11.40 ein, eröffnete in Mesmay, 10 km nördl. Salins les Bains einen Pfd.Sa.Pl., aufnahmebereit ab 7.11.40, 12.00 Uhr und wurde wirtschaftlich der Geb.Fahrkol.1/54 unterstellt. Für den bevorstehenden besonderen Einsatz wurden folgende Vorbereitungen getroffen: Zuweisung von 15 Maultieren für eine Berg-San.Staffel an G.J.R.98. Anlage eines Vorrats von Arzneimitteln besonders für evtl. auftretende Seuchen (Neosalvarsan, Räudebehandlungsmittel usw.), da mit Armee-Einrichtungen während des Einsatzes nicht zu rechnen war. Auffüllung der Division mit Veterinärgerät. Für die planmässigen Beschlagschmieddienstgrade wurden Verbandtaschen geliefert. Divisionsveterinär nahm laufend an Pferdebesichtigungen teil, um den Pferdebestand der Division zu überprüfen. Gesamtzustand sehr gut, keine Seuchenerscheinungen, Hufbeschlag auf dem Laufenden, insgesamt wurden 32 Pferde und Maultiere ausgemustert und gegen Gestellung von Ersatzpferden an die Armee-Veterinärdienste abgegeben. 12.12.40 Ib Besprechung. Rumpfdivision aus dem Raum Lillers soll mit allen Teilen in den Raum Besancon verlegt werden. Transport der Masse auf Transportregiment, teilweise E-Transport. Mit Eintreffen der ersten Transporte kann mit 15.12.40 gerechnet werden. Einsatz der rückwärtigen Dienste muss unter dem Gesichtspunkt unbedingter Benzinersparnis zentral erfolgen. Unternehmen Felix entfällt b.a.w. Nach eingehender Erkundung des Unterkunftsraumes der Division wurde für die Geb.Vet.Kp.54 in Bonnay, Vieilley, Merey, 15 km nordl. Besancon Quartier gemacht. Pfd.Sa.Pl. Mesmay sollte für die südlich Besancon liegenden Teile der Division b.a.w. verbleiben. Beim Armee-Pf erde-Sammel Platz Miseray wurde Räude festgestellt. Belegungsverbot für bespannte Teile der 1.Geb.Div. Am 18.12.40 traf die Vorratsstaffel auf Transportregiment verladen, am 19.12.40 die Lazarettetaffel mit E-Transport und die mot.Teile der Vet.Kp. auf dem Landmarsch ein, bezogen Quartier in dem Unterkünfte raum und machten sich dort auf-nahmebereit. Gruppe Führer und Vorratsstaffel in Bonnay, Lazarettstaffel in Vieilley. Die Ortschaft Merey war als Seuchenstallung vorgesehen und wurde nicht belegt. Das Eintreffen grosser Teile der Division verzögerte sich bis zum 25.12.40, da die Lkw. des Transportregiments auf den Maashöhen bei Sedan infolge Vereisung der Strasse und Schneefall stecken blieben. Trotz des 10-tägigen Transports auf Lkw. bei grosser Kälte keine katarrhalischen Erkrankungen. Bel einzelnen Einheiten, besonders bei 1 ./Geb.Pi.Btl.54, traten durch die Sitzleisten der Lkw. des Transportregiments erhebliche Scheuerungen an der Schweifrübe und dezentralen Seite des Hintermittelfusses unterhalb des Sprunggelenks auf. Die Wunden waren durch die Kälte nekrotisch geworden. Durch Zuweisung von Ersatzpferden konnte die Marschbereitschaft überall in kürzester Zelt wieder hergestellt werden. Am 28.10.40 rückt der Zug von St.Omer mit der Marschgruppe Kreppel (Gruppe Süd) nach Censeau (Jura) ab. Der Marschweg führt über St.Quentin - Laon - Reims -bis zum Tagesziel Thonai. In 14 Stunden Fahrzeit wurden 4J0 km ohne Zwischenfälle zurückgelegt. |
| 29.10.1940 | Am 29.10.40 wird die Fahrt fortgesetzt über Joinville -Langres - Gray - Besancon - Levier - Censeau. Marschleistung: 270 km (Stab 1.Geb.Div. in Besancon). |
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