7.Panzerdivision
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Kriegstagebuch September 1940
1.9.1940
Nachlaß Ortlepp.
Kav.Schtz.Rgt.6.2)

Am 1. September, dem Jahrestag des Kriegsbeginns, fanden in mehreren Unterkünften des Regiments feierliche gemeinschaftliche Gottesdienste durch die Wehrmachtpfarrer statt.
Anfang September wurde die Ausbildung zum Einsatz gegen England im verstärkten Masse wieder aufgenommen und schulungsmässig nach den erlassenen Richtlinien durchgeführt.
So nahmen ab 30.August zahlreiche Offiziere und Unteroffiziere in Le Havre an einer Schulung für den Seetransport teil. Gleichzeitig fand ein Sonderkursus für die
Kommandeure an der Küste statt, während vom 2. – 5. September in Le Treport eine Übung im Rudern, Fahren auf See, Schwimmen in der Brandung durchgeführt wurde, zu der
4 Offiziere und 40 Mann des Regiments, vor allem Angehörige der Pionierzüge, abkommandiert waren. Der Schwerpunkt der weiteren Ausbildung, die vom Divisionskommandeur,
Generalmajor Rommel, persönlich überwacht wurde, wurde auch das Überwinden und die Beseitigung von Sperren, den Kampf im unübersichtlichen Gelände, den Kampf in Dörfern
und Strassen, Übungen im Übersetzen mit grossen Flossäcken und die Überwindung von Steilhängen gelegt. Verbandsausbildung und Gefechtsschiessen kamen dabei zu ihrem Recht.
Zum besseren Überwinden von Strand und Dünen durch die motorisierten Fahrzeuge wurden von den Einheiten Spurbohlenbahnen angefertigt und zur mitführung im Einsatzfall
bereitgelegt.

12.9.1940
Nachlaß Ortlepp.
Kav.Schtz.Rgt.6.2)

An einem von Panz.Pion.Batln.58 vorbereiteten Lastkahn wurde auf der Seine von II.Bataillon am 12.September Verladeübungen durchgeführt.
17.9.1940
Nachlaß Ortlepp.
Kav.Schtz.Rgt.6.2)

Eine weitere solche Übung des Regimentsstabs und des II.Bataillons fand am 17.September statt.
Da mit baldigem Einsatz zu rechnen werden musste, wurde am 11. September die Beurlaubung auf 5 % der Verpflegungsstärke der Einheiten beschränkt. Die Beförderung der
Urlauber erfolgte im Regelfalle von Paris aus mit Urlauberzügen.
26.9.1940
Nachlaß Ortlepp.
Kav.Schtz.Rgt.6.2)

Anlässlich der Anwesenheit des Kommandierenden Generals fand ab 26.September in Maisons Lafitte ein grosser Zapfenstreich unter Beteiligung des Musikkorps, von zwei
Kompanien zu je 10 Offizieren und 180 Mann und 200 weiteren Mann als Fackelträgern statt.
Der geplante Angriff auf England wurde mit Rücksicht auf die vorgeschrittene Jahreszeit, die sich einstellenden Herbstnebel und die Versteifung der Haltung Islands
an Deutschlands Ostgrenze aufgeschoben. Der Führer beobachtete mit Sorgfalt, wie Division auf Division aus dem Innern Russlands gegen die westrussische Grenze
vorgeschoben wurde, wie Flugplatz auf Flugplatz in der Nähe der deutschen Grenze eingerichtet wurde und wie Russland seine Grenze über die Baltischen Staaten und
Teile Rumäniens weiter nach Westen vorschob und wie gewisse Schwierigkeiten bei der Lieferung der vereinbarten Rohstoffe und Lebensmittel aus Russland sich
einstellten. Der Sprung zum britischen Inselreich konnte deutscherseits erst gewagt werden, wenn feststand, dass Russland im Rücken der deutschen Armeen keine
deutschfeindliche Haltung einnahm ----- oder wenn das bolschewistische Sowjetreich und seine gewaltige Militärmacht mit seinen Tausenden und Abertausenden von
Panzern, Flugzeugen und Geschützen so niedergerungen war, dass Deutschlands östlicher Grenznachbar und der Bolschewismus für das Grossdeutsche Reich keine
ernsthafte Gefahr mehr bedeuteten. Bis dahin war ein weiter Weg, der dem Schützenregiment 6 langwierige blutige Kämpfe und unsagbare Opfer auferlegte, die im Herbst
1940 kaum jemand vorausgesehen hatte.
 
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Quellen:
2) BAMA N 787/111