| Kriegstagebuch Juli 1940 | |
| 1.7.1940 | Nachlaß Ortlepp. Kav.Schtz.Rgt.6.2) Am 1.Juli um 5,30 Uhr verliessen die Gefechtsfahrzeuge des Regiments mit der fechtenden Truppe die Unterkunftsräume und fuhren in der Reihenfolge Regimentsstab, II.Bataillon, I.Bataillon über Mirambeau - Le Ponset - St. Andr./ - Carbon Blanc nach Bordeaux. Dort um 8,30 Uhr angekommen, hielt das Regiment hinter dem Kradschützenbataillon 7, um dann an der anlässlich der Besetzung von Bordeaux auf dem Quai Louis XVIII. vor dem Kommandierenden General des XV.A.K., General der Inf. Hoth, teilzunehmen. Die Schützen trugen Feldanzug, Stahlhelm und aufgepflanzte Seitengewehre. Bordeaux ist die weltbekannte Hauptstadt des Departements Gironde. Die Einwohnerschaft war durch die Flüchtlinge aus Nord- und Mittelfrankreich auf über 1 000 000 Menschen gestiegen. Bordeaux ist eine der schönsten Städte Frankreichs. Der Ort ist 6 km lang und liegt halbrundförmig am linken Ufer der Garonne. Die Altstadt hat unregelmässige schmale Gassen mit interessanten und schönen Stadttoren. Bordeaux war schon zur Römerzeit ein wichtiger Hafen, wurde aber später durch Vandalen, Westgoten, Araber und Normannen mehrfach heimgesucht. Der Haupterwerbszweig der Stadt ist der Weinhandel. Nächst Marseille und Le Havre ist Bordeaux der wichtigste Handelshafen Frankreichs. Nach dem Wiederantreten erfolgte um 9,30 Uhr bei warmen und sonnigem Wetter der Vorbeimarsch der gesamten 7.Panz.Div. am Quai Louis XVIII vor dem Kommandierenden General und Generalmajor Rommel. Die französische Bevölkerung, die erst vor wenigen Tagen ihrem Marschall Pétain zugejubelt hatte, war Augenzeuge der Siegesparade. Dem Schütz.Rgt.6 folgte die Nachrichtenabteilung 83, das Art.Rgt.78 und die übrigen fechtenden Teile der Division ohne Gefechtstrosse und Kolonnen. Die Vorbeifahrt fand mit 20 km Geschwindigkeit, Kompanieabständen von 50 m und Bataillonsabständen von 100 m statt. Ehrenbezeigungen wurden stehend nur durch die Regiments- und Bataillonskommandeure erwiesen. Alles andere erwies die Ehrenbezeigung lediglich durch Blickwendung. Der sofort anschliessend vorgenommene Weitermarsch führte über Castelnau - St. Laurent - Lesparre in den neuen Unterkunftsraum nordwestlich Bordeaux an der Girondemündung in den Atlantischen Ozean. Es bezogen Quartier: Regimentsstab in Soulac les Bains, I.Bataillon in Lesparre, Queyrac, Christoly und Begadan, II.Bataillon in Soulac les Bains, St.Vivien und Talais. Die an der Parade nicht teilnehmenden Teile des Regiments wurden ab 10 Uhr unter Führung der Ingenieuroffiziere den Bataillen in den Unterkunftsraum nachgeführt. Die bei den Trossfahrzeugen mitgeführten ehemaligen 400 Gefangenen wurden in Bordeaux am Bahnhof deutschen Beauftragten übergeben und traten von hier unmittelbar die Heimreise nach Deutschland an. |
| 2.7.1940 | Nachlaß Ortlepp. Kav.Schtz.Rgt.6.2) Der 2.Juli wurde mit Instandsetzungsarbeiten, Appellen und Baden im neuen Unterkunftsraum in der Nähe der Küste des Atlantischen Ozeans verbracht. |
| 3.7.1940 | Nachlaß Ortlepp. Kav.Schtz.Rgt.6.2) Auch der 3.Juli wurde bei allen Einheiten des Regiments zum Instandsetzen der Waffen, Bekleidung, Kraftfahrzeuge usw. verwendet. Waffenappelle und Ausbildung sorgten für die notwendige Abwechselung. Gegen 20 Uhr traf beim Regiment der Divisionsbefehl für den Weitermarsch am 4.Juli ein. Er wurde zunächst als Vorbefehl, später in Einzelheiten den Bataillonen weitergegeben. Hiernach sollte die 7.Panz.Div. am 4.Juli den Zwischenunterkunftsraum Parthenay - Coulonges - Maupré - Beauboir - St. Maixent auf der Strasse Bordeaux - Libourne - Pardieux - Cognac - St. Jean d'Angély - Niort - Parthenay erreichen. Am 5.Juli sollte weitermarschiert und am 6.Juli der endgültige Unterbringungsraum südlich Paris erreicht werden. |
| 4.7.1940 | Nachlaß Ortlepp. Kav.Schtz.Rgt.6.2) Die Verlegung der 7.Panz.Div. in den neu zugewiesenen Unterkunftsraum südwestlich Paris nahm am 4.Juli ihren Anfang. Bei heiterem, warmen Wetter erfolgte gegen 8,15 Uhr der Abmarsch des Regiments aus dem Quartierraum nordwestlich Bordeaux. In der Reihenfolge Regimentsstab, II.Bataillon, I.Bataillon, später Regimentsstab, I. und II.Bataillon, ging die Fahrt über Lesparre - Castelnau - Bordeaux - Libourne - Montguyon - St. Jean d'Angély - Niort in den nördlich und nordwestlich Niort gelegenen Zwischenquartierraum. Anfangs war das Fahrttempo nur schleppend. Nach fast 3/4 stündigem Halt bei Hystines fand in der Mittagsstunde der Durchmarsch durch Bordeaux statt. Nach einer weiteren Marschpause von 1/2 Stunde in der Gegend von Montguyon wurden ab 20 Uhr die Zwischenunterkünfte nördlich und nordwestlich Niort erreicht. Verschiedene Kraftfahrzeuge waren unterwegs ausgefallen oder zurückgeblieben, schlossen aber in der Mehrzahl nach im Verlaufe der Nacht wieder an ihre Einheiten auf. Das II.Bataillon kam in folgenden Ortschaften unter: Stab und Pionierzug: Château la Tifjardiere, 5.Kompanie: Lesson, 6.Kompanie: St. Liquaire, 7.Kompanie: Benet, 8.Kompanie Oculmes. |
| 5.7.1940 | Nachlaß Ortlepp. Kav.Schtz.Rgt.6.2) Bei bewölktem Himmel trat das Schütz.Rgt.6 am 5.Juli um 8,30 Uhr die Weiterfahrt aus dem Raum Niort über Chandeniers - Parthenay - Mirebeau - Loudon - Chinon - Le Port Boulet - Rillé - Château de la Vallifère - Beaumont in die Gegend nördlich Thours an. Von geringen Kraftfahrzeugausfällen abgesehen verlief die Fahrt planmässig, so dass die neuen Quartiere ab 18 Uhr erreicht werden konnten. Vom II.Bataillon waren untergebracht in Château Beaumont: Stab und Pionierzug, in Neury le Roi: 6. und 7.Kompanie, in Lonesstault: 5.Kompanie, in Maray: 8.Kompanie. |
| 6.7.1940 | Nachlaß Ortlepp. Kav.Schtz.Rgt.6.2) Am 6. Juli wurde die Weiterfahrt erst um 11 Uhr angetreten. Auf der Marschstrasse Beaumont - Château Renault - Vendôme - Châteaudun - Bonneval - Chartres - Le Gué de Longroy wurde der befohlene Raum etwa 50 km südwestlich Paris nach planmässiger Fahrt und zum Teil erheblichen Marschstockungen zwischen 15,30 und 18 Uhr erreicht. Es zogen unter: Regimentsstab und Stab II.Bataillon: Château d'Eclimont, 3. und 4.Kompanie, Stab I.Bataillon: Ablis, 2. Kompanie: Gourville, 5. und 8.Kompanie: Brunay, 6.Kompanie: Craches, 7.Kompanie: St.Symphorien. Die Zeit der Ruhe im neuen Unterkunftsraum wurde hauptsächlich zu Instandsetzungsarbeiten an den Kraftfahrzeugen, Waffen und an Gerät und der Bekleidung, ferner zur Ausbildung benutzt. Letztere wog insbesondere durch das Eintreffen weiterer Ersatzmannschaften aus der Heimat notwendig geworden. Dazu kamen die Vorbereitungen der Einheiten für den erwarteten Einsatz gegen England mit den durch die besonderen Verhältnisse bedingten Verladearten. Der Angriff gegen den Hauptfeind England wurde allgemein noch im Laufe des Sommers, voraussichtlich im August, erwartet. Umfangreiche Vorbereitungen und Schulungen wurden im Hinblick auf das geplante grosse Landeunternehmen getroffen. Freudig widmeten sich Führer und Schützen dem anstrengenden Dienst. Sie alle beseelte der Wunsch, dass es bald gelingen möge, dem Störenfried vieler Jahrhunderte, das plutokratische Grossbritannien, alsbald niederzuwerfen. An einer in Paris geplanten Wehrmachtparade sollte das Regiment mit beiden Bataillonen teilnehmen. Die Parade war auf den 10.Juli festgesetzt. Die Vorbereitungen wurden sofort aufgenommen. Insbesondere wurde die Bekleidung in einen paradefähigen Zustand versetzt. Darüber hinaus hatten die Einheiten Gelegenheit, die historisch bedeutsamen Stätten in Versailles und St.Germain zu besichtigen. Besuchergruppen zu je 100 Mann erhielten die Erlaubnis, auch die Weltstadt Paris zu besichtigen. |
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| 11.7.1940 | Nachlaß Ortlepp. Kav.Schtz.Rgt.6.2) Da weiterer Ersatz eintraf, vor allem den Bataillonen am 11.Juli auch Offiziere und Offizieranwärter zugeteilt wurden, konnte die Ausbildung wesentlich gefördert werden. Auch der Sport und der Gesundheitsdienst kamen zu ihren Recht. |
| 18.7.1940 | Nachlaß Ortlepp. Kav.Schtz.Rgt.6.2) Das meist sonnige und warme Wetter belebte die Stimmung der Truppe. Noch mehr aber geschah dies, als vom 18. Juli ab wieder Heimaturlaub gewährt wurde. Je 10 % der Belegstärken konnten nacheinander je 3 Wochen in die Heimat beurlaubt werden. |
| 19.7.1940 | Nachlaß Ortlepp. Kav.Schtz.Rgt.6.2) Der 1.Urlaubertransport wurde am 19.Juli auf reparaturbedürftigen Kraftwagen der Einheiten durchgeführt. Die Kraftfahrzeuge wurden in den Standort Saalfeld überführt, um während der 3 Wochen in den dortigen privaten Kraftfahrzeug-Instandsetzungswerkstätten, besonders im Autohof Saalfeld, überholt zu werden. |
| 20.7.1940 | |
| 21.7.1940 | |
| 22.7.1940 | Nachlaß Ortlepp. Kav.Schtz.Rgt.6.2) Am 22. Juli traf die Nachricht ein, dass die mit Spannung erwartete und mehrfach verschobene Parade in Paris ausfiel. |
| 24.7.1940 | Nachlaß Ortlepp. Kav.Schtz.Rgt.6.2) Auf Veranlassung des Oberkommandos der Wehrmacht fand am 24. Juli eine Führung von 18 deutschen Dichtern durch das Kampfgelände der 7. anz.Div. an der Somme statt. Hierzu wurden vom Regiment befohlen: Oberltn.Schlitte, Adjutant II.Bataillon, und Oberltn.Hohlfeld, Führer der 8.Kompanie, die im Kampfgelände den Dichtern kurze Vorträge über den Angriffsverlauf hielten. |
| 26.7.1940 | Nachlaß Ortlepp. Kav.Schtz.Rgt.6.2) Am 26. Juli wurde das Schütz.Rgt.6 in einen neuen Unterkunftsraum zwischen St.Germain und Mantes am linken Seineufer verlegt. Im neuen Raum, der nach kurzer Fahrt in der Mittagsstunde erreicht wurde, sollte das Regiment voraussichtlich längere Zeit bis zum vorgesehenen Einsatz gegen England liegen bleiben. Es kamen unter Regimentsstab: Château Joyenale, Stab I.Bataillon Auffreville, Brasseuil und Vert, 1.Kompanie: Soindres, Magnanville und Buchelay, 2.Kompanie: Mantes la Ville, 3.Kompanie: Epone, 4.Kompanie: Mezieres, Stab II. Bataillon: Villennes sur Seine, 5.Kompanie: Les Mureaux, 6.Kompanie: Ecquevilly, 7.Kompanie: Orgeval, 8.Kompanie: Vernouillet. Nach Einrichten und Instandsetzung der Quartiere fanden Ausbildung und Instandsetzungsarbeiten ihre Fortsetzung. Die Angehörigen der Bataillone wurden vor allem kraftfahrtechnisch durchgebildet, da nach wie vor ein empfindlicher Mangel an geübten Fahrern vorhanden war. Die Ausbildung des Führernachwuchses fand besondere Förderung. Darüber hinaus erhielten die Angehörigen der Einheit Gelegenheit zu Besichtigungsfahrten und zum Kennenlernen der Sehenswürdigkeiten der französischen Landeshauptstadt Paris. Kino- und KdF.-Theatervorstellungen sorgten für Abwechslung und Zerstreuung der Soldaten. Ab Anfang August wurde die planmässige Ausbildung für den Einsatz gegen England in beschleunigtem Tempo weitergeführt. Geländebesprechungen der Offiziere an der Somme und Seine schärften den Blick der jungen Offiziere. Das II./Inf.Rgt. 30, dessen Motorisierung durchgeführt werden sollte, trat in ein Kartellverhältnis zum II./Schütz.Rgt. 6, um eine schnelle Umbildung der Infanterie zu einer motorisierten Waffe zu sichern. Fahrlehrer und Schirrmeister weihten die Infanterie in den Dienstbetrieb motorisierter Einheiten ein. Für den ab 28. Juli beurlaubten Oberstltn. Junck führte Obltn. Driver vertretungsweise das II. Bataillon, bis die Führung am 10. August Hauptm. Schmidt übertragen wurde. Nach Rückkehr von Heimaturlaub übernahm Oberstltn. Junck am 20. August die Geschäfte des Bataillonsführers wieder und zugleich auch für den beurlaubten Regimentskommandeur, Oberst von Unger, die Führung des Regiments. Beim I. Bataillon trat am 15. August ein Kommandowechsel ein. Major von Paris übergab vor dem versammelten Offizierkorps des Bataillons die Kommandogewalt des I. Bataillons an den von der Panzertruppenschule Wünsdorf zum Regiment versetzten Hauptmann Stroebe. Major von Paris trat mit Wirkung vom 19. August als Taktiklehrer zur Panzertruppenschule Wünsdorf über. Nur schweren Herzens ging er von den liebgewonnen Kameraden, mit denen er Freud und Leid in Krieg und Frieden geteilt hatte. Er verabschiedete sich von den Bataillonsangehörigen durch einen in herzlichen Worten gehaltenen Tagesbefehl. Die Ausbildung und die Geländeübungen mit verbundenem Gefechtsdienst fanden ab 26. August eine Unterbrechung. Die 7. Panz.Div. sollte in dem vom Oberkommando des Heeres gedrehten Film über den gesamten Westfeldzug mitwirken und hierzu den Sommeübergang darstellen. Am 26. August wurden daher Teile des Regiments unter der Führung von Oberstlt. Junck an die Somme verlegt. Am 27. und 28. August wurde der Übergang eines vom Regiment aus allen Kompanien zusammengesetzten Bataillons über die Somme, sowie der weitere Angriff bis zur Herstellung des Brückenkopfes und bis zum Antreten des Panz.Rgts. 25 zum Vorgehen auf Le Quesnoy vorgeführt und gefilmt. Nach Beendigung der Aufnahmen wurden die von allen Einheiten kommandierten Führer, Schützen und Fahrzeuge in ihre Unterkunftsräume an der Seine zurückverlegt. Nach Eintreffen von 526 Mann Ersatz am 6. August, von weiteren 23 Mann am 30. September und einer Reihe von Unterführern am 31. August war die volle Kampfverwendungsfähigkeit des Regiments sichergestellt. Am 1. September, dem Jahrestag des Kriegsbeginns, fanden in mehreren Unterkünften des Regiments feierliche gemeinschaftliche Gottesdienste durch die Wehrmachtpfarrer statt. Anfang September wurde die Ausbildung zum Einsatz gegen England im verstärkten Masse wieder aufgenommen und schulungsmässig nach den erlassenen Richtlinien durchgeführt. So nahmen ab 30. August zahlreiche Offiziere und Unteroffiziere in Le Havre an einer Schulung für den Seetransport teil. Gleichzeitig fand ein Sonderkursus für die Kommandeure an der Küste statt, während vom 2. – 5. September in Le Treport eine Übung im Rudern, Fahren auf See, Schwimmen in der Brandung durchgeführt wurde, zu der 4 Offiziere und 40 Mann des Regiments, vor allem Angehörige der Pionierzüge, abkommandiert waren. Der Schwerpunkt der weiteren Ausbildung, die vom Divisionskommandeur, Generalmajor Rommel, persönlich überwacht wurde, wurde auch das Überwinden und die Beseitigung von Sperren, den Kampf im unübersichtlichen Gelände, den Kampf in Dörfern und Strassen, Übungen im Übersetzen mit grossen Flossäcken und die Überwindung von Steilhängen gelegt. Verbandsausbildung und Gefechtsschiessen kamen dabei zu ihrem Recht. Zum besseren Überwinden von Strand und Dünen durch die motorisierten Fahrzeuge wurden von den Einheiten Spurbohlenbahnen angefertigt und zur mitführung im Einsatzfall bereitgelegt. An einem von Panz.Pion.Batln. 58 vorbereiteten Lastkahn wurde auf der Seine von II. Bataillon am 12. September Verladeübungen durchgeführt. Eine weitere solche Übung des Regimentsstabs und des II. Bataillons fand am 17. September statt. Da mit baldigem Einsatz zu rechnen werden musste, wurde am 11. September die Beurlaubung auf 5 % der Verpflegungsstärke der Einheiten beschränkt. Die Beförderung der Urlauber erfolgte im Regelfalle von Paris aus mit Urlauberzügen. Anlässlich der Anwesenheit des Kommandierenden Generals fand ab 26. September in Maisons Lafitte ein grosser Zapfenstreich unter Beteiligung des Musikkorps, von zwei Kompanien zu je 10 Offizieren und 180 Mann und 200 weiteren Mann als Fackelträgern statt. Der geplante Angriff auf England wurde mit Rücksicht auf die vorgeschrittene Jahreszeit, die sich einstellenden Herbstnebel und die Versteifung der Haltung Islands an Deutschlands Ostgrenze aufgeschoben. Der Führer beobachtete mit Sorgfalt, wie Division auf Division aus dem Innern Russlands gegen die westrussische Grenze vorgeschoben wurde, wie Flugplatz auf Flugplatz in der Nähe der deutschen Grenze eingerichtet wurde und wie Russland seine Grenze über die Baltischen Staaten und Teile Rumäniens weiter nach Westen vorschob und wie gewisse Schwierigkeiten bei der Lieferung der vereinbarten Rohstoffe und Lebensmittel aus Russland sich einstellten. Der Sprung zum britischen Inselreich konnte deutscherseits erst gewagt werden, wenn feststand, dass Russland im Rücken der deutschen Armeen keine deutschfeindliche Haltung einnahm ----- oder wenn das bolschewistische Sowjetreich und seine gewaltige Militärmacht mit seinen Tausenden und Abertausenden von Panzern, Flugzeugen und Geschützen so niedergerungen war, dass Deutschlands östlicher Grenznachbar und der Bolschewismus für das Grossdeutsche Reich keine ernsthafte Gefahr mehr bedeuteten. Bis dahin war ein weiter Weg, der dem Schützenregiment 6 langwierige blutige Kämpfe und unsagbare Opfer auferlegte, die im Herbst 1940 kaum jemand vorausgesehen hatte. |
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Quellen:
2) BAMA
N 787/111